| EM 2026

Fulminanter Start-Ziel-Sieg von Alisa Vainio, Laura Hottenrott als beste Deutsche 16.

© Jan Papenfuß
Die Finnin Alisa Vainio hat am Sonntagmorgen bei der EM in Birmingham einen überlegenen Start-Ziel-Sieg gefeiert. In 2:22:26 Stunden lief sie auf der anspruchsvollen Strecke mit vielen Kurven und Anstiegen neuen Meisterschaftsrekord. Als beste Deutsche landete Laura Hottenrott auf Platz 16.
Svenja Sapper

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Kaum war um 7:30 Uhr am Sonntagmorgen der Startschuss für den EM-Marathon gefallen, da setzte sich Alisa Vainio auch schon an die Spitze. Die Finnin mit der blauen Startnummer für Europas Jahresbeste schlug auf den Straßen von Birmingham (Großbritannien) ein Tempo an, das keine ihrer Kontrahentinnen mitgehen konnte. Anfangs war Fabienne Königstein (Hannover 96) noch die Läuferin, die am ehesten folgen konnte. Sie bestritt auf den ersten Kilometern ebenfalls ein einsames Rennen, bis bei Kilometer acht eine Gruppe Verfolgerinnen, angeführt von Laura Hottenrott (Düsseldorf Athletics), aufschließen konnte.

Einige Kilometer liefen beide DLV-Athletinnen in der Gruppe mit. Doch vor allem Fabienne Königstein hatte immer mehr zu kämpfen, verlor ab Kilometer 25 immer weiter an Boden und musste nach 35 Kilometern schließlich aussteigen. Auch Laura Hottenrott fiel zwischen der 15- und der 20-Kilometer-Marke etwas zurück und sortierte sich statt in den Top Acht im Bereich der Plätze 16 bis 19 ein. Diese Platzierung konnte sie halten.

Die drei weiteren Marathonläuferinnen Tabea Themann (Hamburg Running), Nina Reuter (Frankfurt Athletics) und Katharina Saathoff (Braunschweiger Laufclub), allesamt Debütantinnen auf der großen Bühne, gingen ihr Rennen defensiv an. Der Respekt vor dem schwierigen Kurs mit vielen Kurven und Anstiegen war groß. „Es ist beeindruckend, wie hier auf der Strecke gekämpft wird. Der Kurs ist mega schwer“, lautete die Einschätzung von DLV-Teamleiter Lauf Werner Klein.

Platz fünf in der Teamwertung

Alisa Vainio schien das nichts auszumachen. In 2:22:26 Stunden lief sie zum überlegenen Sieg und schraubte den Meisterschaftsrekord der Französin Christelle Daunay (2:25:14 h) aus dem Jahr 2014 in Zürich (Schweiz) um fast drei Minuten nach unten. Auf der anspruchsvollen Strecke blieb sie weniger als zwei Minuten über ihrer Bestzeit (2:20:39 h). Silber gewann in ihrem erst dritten Marathon die Ungarin Lili Anna Vindics-Tóth (2:27:21 h), Bronze ging zur Freude der Gastgeber an die Britin Abbie Donnelly (2:27:33 h).

Laura Hottenrott war nach 2:31:15 Stunden als 16. im Ziel. Tabea Themann, die auf den letzten zehn Kilometern den Turbo gezündet hatte, konnte noch einige Läuferinnen einsammeln und folgte mit 2:35:18 Stunden auf Rang 23. Katharina Saathoff belegte in 2:39:34 Stunden Rang 32, Nina Reuter hatte am Ende sehr zu kämpfen und landete in 2:42:34 Stunden auf Platz 41. In der Teamwertung, in welche die drei besten Resultate pro Nation einfließen, erreichte das DLV-Team Rang fünf (7:46:07 h). Die Medaillen gewannen Großbritannien (7:26:01 h), Italien (7:28:59 h) und Spanien (7:30:41 h).  

Stimmen zum Wettbewerb

Laura Hottenrott (Düsseldorf Athletics): 
„Ich habe auf jeden Fall alles gegeben und hart gekämpft. Der Kurs ist so tough. So schlecht ist die Zeit nicht einzuordnen – vorher wurde berechnet, dass der Kurs sechs Minuten ausmacht. Wenn man von meiner Zeit sechs Minuten abzieht, ist das ganz okay. Es ist schade, dass Fabienne raus ist, deshalb sieht es in der Teamwertung nicht ganz so gut aus.“

Tabea Themann (Hamburg Running): 
„Ich bin immer noch überwältigt. Ich habe eigentlich schon am Start angefangen zu weinen. Ich habe es in vollen Zügen genossen, mein Bestes gegeben und ich bin unfassbar zufrieden mit mir. Wir hatten vorher schon gesagt, dass wir die ersten 30 Kilometer etwas ruhiger angehen und wenn wir uns hintenraus gut fühlen, eine nach der anderen einsammeln. Und das ist bei mir total gut aufgegangen. Ich bin die letzten zwei Runden an sämtlichen Läuferinnen vorbei. Das hat natürlich auch motiviert.

Katharina Saathoff (Braunschweiger Laufclub): 
„Es ist eine Riesen-Ehre, hier am Start stehen zu dürfen. Das Rennen war sehr, sehr hart. Auf den letzten anderthalb Runden habe ich versucht, noch einmal zu drücken. Ich glaube, das war zu früh, auf den letzten drei, vier Kilometern bin ich richtig eingegangen. Die Vorbereitung habe ich mit Tabea gemeinsam absolviert, wir waren drei Wochen in Livigno im Trainingslager. Das war so ziemlich die schönste Zeit in meinem Leben und es war toll, sie mit Tabea gemeinsam zu erleben.“

Fabienne Königstein (Hannover 96): 
„Ich hatte mir wirklich viel vorgenommen: Ich hatte eine super Vorbereitung, eigentlich hat alles gepasst. Aber irgendwie hat der Bewegungsapparat heute nicht mitgemacht. Von außen haben alle gesagt, ab der dritten Runde sah es schon schief aus – da habe ich mich eigentlich noch ganz gut gefühlt. Ab der Hälfte wurde es einfach nur hart, und am Ende konnte ich gar keinen Schritt mehr drücken. Ich weiß nicht genau, was letztendlich dazu geführt hat, dass ich so schief dagestanden bin und das Becken nicht da war, wo es sollte. Die Männer haben mich ordentlich angerempelt, als sie vorbei sind, vielleicht habe ich da einen Schlag abbekommen.“

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