| Interview

Alina Reh: „Kann kaum glauben, wie schnell es war"

Sie sorgte für eines der absoluten Highlights bei den Deutschen Langstreckenmeisterschaften am Samstag in Aichach. In einem denkwürdigen Meisterschaftsrennen über 5.000 Meter verteidigte Alina Reh (TSV Erbach) im Alleingang nicht nur ihren Titel, sondern pulverisierte in 15:55,82 Minuten auch zwei Uraltrekorde der Deutschen Leichtathletik Historie. Im Interview erzählt die 16-Jährige, wo sie Selbstvertrauen für diese Saison getankt hat, warum sie dennoch von ihrer eigenen Leistung überrascht war und wohin sie dieses Jahr noch reisen will.
Jörg Stäcker

Alina, herzlichen Glückwunsch zu deinem Deutschen Meistertitel und dieser großartigen Zeit. Wie überrascht bist du selber davon?

Alina Reh:

Eigentlich wollte ich nur die Norm für Eugene unterbieten, dass wollte ich unbedingt schaffen. Dass es so schnell geworden ist, hätte ich nie gedacht. Auch die Rekorde hatte ich mir nicht vorgenommen. Ist es wirklich Deutscher Jugendrekord? Ich kann es kaum glauben, dass es so schnell geworden ist. Deshalb musste ich ja auch noch zur Dopingkontrolle, es war meine Erste.

Mit Mailin Struck war eine weitere Läuferin im Bereich der Norm für Eugene. Habt ihr euch im Vorfeld bezüglich einer Taktik abgesprochen?

Alina Reh:

Wir hatten uns vorher kurz unterhalten und wollten beide unbedingt die Quali schaffen. Das hat mir auf alle Fälle geholfen, dass sie auch so schnell mitgelaufen ist.

Hattest du dich speziell auf dieses Rennen vorbereitet?

Alina Reh:

Ich bin ja erst am letzten Sonntagabend aus dem DLV-Trainingslager in Zinnowitz zurückgekehrt. Dort haben wir gut trainiert und das hat mir Selbstvertrauen gegeben. Das war zwar zeitlich schon recht nah dran an der Meisterschaft und am Montag und Dienstag war ich noch etwas müde, aber es hat auf alle Fälle gepasst und die letzten Tage liefen gut. Nach Aichach hatten wir dann heute nur eine gute Stunde Anreise, das war sicherlich von Vorteil.
 
Es war recht kühl in Aichach am Samstag und euer Start wurde kurzfristig etwas nach hinten verlegt. Inwiefern hat dich das beeinflusst?

Alina Reh:

Ich habe mich kurz drauf eingestellt, denn in dem Moment konnte ich ja ohnehin nichts daran ändern und es hatte ja sowieso jeder die gleichen Bedingungen. Und das Rennen lief ja auch sehr gut hinterher.

Die Saison ist noch jung, wie geht nun weiter für dich?

Alina Reh:

Ich werde auf alle Fälle in Pliezhausen 3.000 Meter laufen und versuchen, mich für die Youth Olympic Games Mitte August in China zu qualifizieren. Dort möchte ich auch gerne über die 3.000-Meter-Strecke starten. Doch vorher muss ich mich Ende Mai in Baku (Aserbeidschan) gegen die anderen Europäerinnen durchsetzen. Wenn das nicht klappt, habe ich ja jetzt die Norm für Eugene in der Tasche und kann auch dort laufen.

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