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Eskilstuna Tag 3 - Die DLV-Athleten in den Finals

Es geht um Gold, Silber und Bronze sowie Punkte für die Nationenwertung! Wie sich die deutschen Athleten bei den U20-Europameisterschaften in Eskilstuna (Schweden; 16. bis 19. Juli) an Tag 3 in den Final-Entscheidungen geschlagen haben, lesen Sie hier!
Silke Morrissey

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U20 MÄNNLICH

200 Meter

Kai Köllmann mit Schmerzen auf Rang acht

Eigentlich hatte er sich mehr vorgenommen, aber es ging einfach nicht. Kai Köllmann (TV Wattenscheid 01) war schon mit Schmerzen im Beuger angereist, die auf Probleme mit dem Ischiasnerv zurückzuführen sind. Im Halbfinale biss er die Zähne zusammen, es reichte fürs Weiterkommen. Im Finale musste er die Konkurrenz dann ziehen lassen. Zwar war er noch aussichtsreich aus der Kurve gekommen, auf den letzten 100 Metern konnte er aber nicht mehr mithalten. In 21,49 Sekunden kam er als Achter ins Ziel.

Vorne feierten die Briten wie schon über 100 Meter einen Doppelsieg. Tommy Ramdhan war bei 4,2 Metern pro Sekunde Rückenwind in 20,57 Sekunden unterwegs, Elliot Powell holte in 20,72 Sekunden Silber, dahinter hielt der Norweger Even Meinseth (20,94 sec) knapp seinen Landsmann Jonathan Quarcoo (20,99 m) in Schach.

110 Meter Hürden

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10.000 Meter Gehen

Nathaniel Seiler mit Bestzeit Sechster

Ein strahlender Nathaniel Seiler (TV Bühlertal) streifte sich nach 25 Runden und 41:33,47 Minuten den Trainingsanzug über. Er hatte alles richtig gemacht und wurde dafür mit einer neuen Bestleistung belohnt. „Ich hatte mir eine Zeit um 41:40 Minuten vorgenommen. Während des Wettbewerbs habe ich schon gemerkt, dass ich gut auf Kurs liege. Die Rundenzeiten waren schneller als die angepeilten 1:40“, erklärte er. Fast 40 Sekunden blieb er unter seinem Hausrekord, im Ziel gab’s eine weitere freudige Überraschung: einen Platz in den Top Sechs. „Das war ganz schön unübersichtlich – ich wusste gar nicht genau, wo  ich liege“, sagte er. „Auf irgendwas zwischen fünf und sieben hatte ich gehofft.“

Mit der Erfahrung der U20-WM-Teilnahme im Vorjahr bestritt Seiler ein kluges Finale, suchte sich Gruppen, mit denen er mitgehen konnte, bis diese zu langsam wurden und er zur nächsten aufschloss. So machte er gegen Ende noch einige Plätze gut. Bis zur Spitze konnte er freilich nicht aufschließen. Der Spanier Diego Garcia (40:05,21 min) machte von Beginn an Druck und holte sich schließlich mit großem Vorsprung auf Vladislav Saraykin (Russland; 40:59,28 min) Gold, Bronze ging ebenfalls an Spanien, an Pablo Oliva (41:00,73 min).

Der zweite deutsche Starter Karl Junghannß (Erfurter LAC) kam nur bis Kilometer sechs, dann nahmen ihn die Kampfrichter aus dem Wettbewerb: die geforderte Kniestreckung fehlte, Disqualifikation. Ursache waren auch muskuläre Probleme, die die Ansteuerung erschwerten. So verabschiedete er sich von der Bahn direkt ins Physio-Zelt. 

Hochsprung

Stefan Tigler steigert sich auf 2,17 Meter - Platz sieben

Es war eine starke Leistung von Stefan Tigler – und ein Kraftakt. Schon bei 2,00 Metern war er in den Wettbewerb eingestiegen. Bei 2,19 Metern nahm er immer noch Anlauf, da allerdings dreimal vergeblich. Insgesamt absolvierte der Athlet vom Weseler TV 16 Sprünge. Trotzdem war bei 2,17 Metern noch Kraft genug da: Im zweiten Versuch floppte Stefan Tigler drüber und stellte damit eine neue Bestleistung auf.

„Hätte ich gewusst, dass ich so hoch komme, hätte ich später angefangen“, sagte er anschließend lachend. Zwar ärgerte er sich ein wenig über zwei nur knapp gerissene Versuche über 2,19 Meter, war aber doch rundum zufrieden mit seinem Auftritt. „Mein Anlauf war stabil, gleichmäßiger als sonst“, freute er sich.

Der Kampf um Gold wurde zu einem Duell auf Top-Niveau. Sowohl der Däne Jonas Klojgaard Jensen als auch der Pole Dawid Wawzyniak schraubten ihren Hausrekord auf 2,23 Meter. Da der Däne auf dem Weg dorthin nur einen Fehlversuch brauchte, konnte er sich über Gold freuen. Dritter wurde der Ukrainer Oleksandr Barannikov (2,19 m).

Speerwurf

Matija Muhar vereitelt Heimsieg – Tom Meier mit PB Neunter

Bestleistung in der Qualifikation, Bestleistung im Finale und als Athlet des jüngeren Jahrgangs 1997 ein Platz in den Top Ten Europas: Tom Meier (LC Jena) war pünktlich zu seiner Meisterschaftspremiere in Topform – und ganz nah dran am Ticket fürs Finale der besten Acht. Erst am Ende des dritten Durchgangs rutschte er nach einem Wurf des Russen Vladislav Panasenkov (74,09 km) noch auf den neunten Rang.

Tom Meier war mit 70,28 Metern gestartet, im dritten Versuch schickte er seinen Speer auf 73,15 Meter. Es waren die 70-Meter-Würfe Nummer drei und vier des 18-Jährigen, die anderen beiden waren ihm in der Qualifikation gelungen. In einem hochklassigen U20-EM-Finale war es das erste Mal, dass ein Wurf über 73 Meter nicht für die Top Acht gereicht hatte.

Die Zuschauer im gut gefüllten Ekängen-Stadion von Eskilstuna bejubelten vor allem einen ihrer Topfavoriten, der sich dann aber knapp geschlagen musste: Simon Litzell (Schweden) hatte mit 78,34 Metern in Runde eins vorgelegt. Als ihn der Slowene Matija Muhar im vierten Versuch mit neuem U20-Landesrekord von 79,20 Metern übertrumpfte, konnte er nicht mehr kontern. Bronze ging an Edis Matusevicius (Litauen; 77,48 m).

Zehnkampf

Marvin Bollinger auf Bestleistungs-Kurs

Der Saarländer Marvin Bollinger hat am ersten Zehnkampf-Tag den stärksten Eindruck des DLV-Trios hinterlassen. Mit 3.932 Punkten rangiert er zur Halbzeit auf Platz acht und hat 117 Punkte mehr gesammelt als bei seinem bis dato besten Zehnkampf (7.407 Pkt). Sowohl im Kugelstoßen (14,50 sec) als auch über 400 Meter (51,24 sec) konnte er neue Bestleistungen bejubeln, im Hochsprung spielte er mit 2,00 Metern wie gewohnt seine Stärke aus – obwohl er sicher gerne noch höher geflogen wäre, denn bei 2,09 Metern steht sein Hausrekord.

Daniel Sturma (LG Eintracht Frankfurt), mit 7.504 Punkten als bester deutscher Zehnkämpfer angereist, musste an Tag eins einige Dämpfer einstecken, zum Beispiel 1,91 Meter im Hochsprung oder 50,97 Sekunden über 400 Meter – das kann er deutlich besser. So übernachtet er mit 3.853 Punkten auf Rang 13. Auf Platz 20 findet sich nach fünf Disziplinen Jan Ruhrmann (SG DJK Tackenberg; 3.700 Pkt) wieder, der einen Zehnkampf auf Bestleistungskurs absolviert und an Tag zwei seinen Hausrekord (7.307 Pkt) angreifen kann.

Ein Kunststück schaffte der Norweger Karsten Warholm. Um 18:00 Uhr holte er in 46,50 Sekunden 400-Meter-Silber – im Einzel, nur um zwei Hundertstel geschlagen vom Dänen Benjamin Lobo Vedel. Um 19:30 Uhr trommelte er auf der Stadionrunde in 48,72 Sekunden die schnellste Zeit aller Zehnkämpfer auf die Bahn. Mit 4.239 Punkten – und fast 100 Punkten Vorsprung – hat er auch dank glänzender Resultate über 100 Meter (10,53 sec) und im Weitsprung (7,66 sec) die Halbzeit-Führung inne.

U20 WEIBLICH

200 Meter

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800 Meter

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3.000 Meter Hindernis

Antonia Hehr rennt in die Top Acht – Gold für die Türkei

Mit dem Einzug ins Hindernis-Finale hatte Antonia Hehr (SV Molbergen) bereits einen Erfolg gefeiert. Im Finale ließ sie die nächste gute Leistung folgen, auch wenn sie nicht vorne mitmischen konnte. Die 18-Jährige sortierte sich im hinteren Drittel des Feldes ein. Für die letzten Meter hatte sie sich noch ein paar Körner aufgespart und rannte schließlich als Achte in 10:43,57 Minuten auf Platz acht. Damit ergatterte sie noch einen wichtigen deutschen Punkt für die Nationenwertung.

An der Spitze machte ab der Hälfte des Rennens die Türkin Sümeyye Erol Druck. Ungefährdet rannte sie nach 10:19,15 Minuten als Erste über die Ziellinie. In respektvollem Abstand folgte unter dem Jubel ihrer Landsleute die Schwedin Carolina Johnsson (10:28,31 min), Bronze ging an die Finnin Alisa Vainio (10:30,83 min).

3.000 Meter

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Kugelstoßen

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Hammerwurf

Sophie Gimmler mit stabiler Serie Siebte

Sophie Gimmler hat sich in einem starken Hammerwurf-Finale gut präsentiert. Dass sie in die Medaillenränge nicht würde vorstoßen können, war vorher zu erwarten. Gold, Silber und Bronze gingen mit 67,20 Metern, 64,76 Metern und 63,80 Metern weg. Auf das Podium schafften es Audrey Ciofani (Frankreich) als neue U20-Europameisterin sowie Beatrice Nedberge Llano aus Norwegen und Katarzyna Furmanek aus Polen.

Sophie Gimmler kämpfte um die Runde der besten Acht, und die erreichte sie. Mit einer stabilen Serie von insgesamt drei 60-Meter-Würfen und einem davon, der bei 61,07 Metern landete, konnte sie zufrieden sein. „Ich bin das Finale gelassen angegangen. Schlechter als Top Zwölf ging ja nicht mehr“, sagte sie. Zum Ziel hatte sie sich die Top Acht und eine neue Bestleistung (62,33 m) vorgenommen. Das eine Vorhaben ging mit Rang sieben auf, für das andere habe in der Drehbewegung hinten raus die Beschleunigung gefehlt.


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