Je zehn Talente stehen als Deutschlands "Jugend-Leichtathlet" beziehungsweise "Jugend-Leichtathletin des Jahres" zur Wahl. Sie wissen noch nicht, wem Sie Ihre Stimme geben wollen? Hier erfahren Sie mehr über die Nominierten: Wir stellen Ihnen alle Athletinnen und Athleten in Kurzporträts vor.
Jugend-Leichtathletin des Jahres – Die Nominierten
Jana Becker | Königsteiner LV | Mittelstrecke
2025 – das Jahr der Jana Becker. Das zeigte sich schon in der Hallensaison, als sie über 800 Meter nicht nur in der U20, sondern auch bei den Frauen Deutsche Hallenmeisterin wurde. Ihr „Meisterstück“ gelang der 19-Jährigen im August bei der U20-EM in Tampere (Finnland): Mit einem furiosen Finish rannte sie über 800 Meter zum Titel – und führte nur 70 Minuten später die 4x400-Meter-Staffel als Schlussläuferin zu Silber. Das i-Tüpfelchen folgte zehn Tage später: In Pfungstadt knackte Jana Becker mit 1:59,59 Minuten als erste deutsche U20-Athletin in diesem Jahrtausend die Zwei-Minuten-Marke. Damit ist sie in ihrer Altersklasse Nummer eins in Europa und Nummer zwei der Welt.
Curly Brown | Eintracht Frankfurt | Diskuswurf
Der beste Wurf des Jahres – und ihrer Karriere – gelang Curly Brown Mitte Mai in Magdeburg: 58,99 Meter – es sollte bis zum Ende der Saison die beste Weite einer Europäerin in der U20-Altersklasse bleiben. Im Weltvergleich konnte nur Julia Tunks aus Kanada die Weite übertreffen. Zur U20-EM reiste die Titelverteidigerin mit hohen Erwartungen. Trotz einer starken Serie musste sie sich knapp geschlagen geben und holte mit 54,16 Metern Silber.
Julia Ehrle | LG Farbtex Nordschwarzwald | Langstrecke & Berglauf
Das Multitalent der deutschen Laufszene hat 2025 wieder auf ganzer Linie beeindruckt: In der Halle und auf der Bahn verbesserte Julia Ehrle ihre Hausrekorde von 1.500 bis 5.000 Meter. Ihr erstes 5.000-Meter-Rennen unter 16 Minuten brachte ihr bei der U20-EM überraschend Bronze ein. Nach dem Ende der Bahnsaison trumpfte die 18-Jährige erst richtig auf und krönte sich in Canfranc (Frankreich) zur U20-Weltmeisterin im Berglauf.
Svea Funck | TV Jahn Walsrode | Siebenkampf
Svea Funck hat 2025 mächtig für Furore gesorgt. Ihr Erfolgsjahr begann im Februar, als die damals noch 15-Jährige die deutsche U18-Hallenbestleistung im Fünfkampf übertraf. Im Freien knüpfte der Sprössling einer Leichtathletik-Familie – ihre Eltern Annette und Andre Funck sind auch ihre Trainer – nahtlos an dieses Ergebnis an. Beim EYOF in Skopje (Nordmazedonien) gewann sie auf Anhieb die Goldmedaille – und erzielte mit 5.794 Punkten zugleich eine inoffizielle deutsche U17-Bestleistung. Damit führt sie ebenso die U18-Weltjahresbestenliste an wie mit den 5.435 Punkten in ihrem ersten Frauen-Siebenkampf.
Emma Kaul | USC Mainz | Siebenkampf
Im vergangenen Jahr hatte Emma Kaul eine Verletzung die mögliche U20-WM-Teilnahme gekostet. Ein Jahr später absolvierte sie in Bernhausen den besten Siebenkampf ihrer noch jungen Karriere. Besonders beeindruckend: fast 50 Meter mit dem Speer und 2:12,81 Minuten über 800 Meter. Das stolze Resultat: 6.001 Punkte. Bei der U20-EM in Tampere legte sie den nächsten starken Siebenkampf hin und wurde mit 5.970 Punkten Vierte in einem hochklassigen Feld. Auch in der U20-Weltjahresbestenliste rangiert sie in den Top Fünf.
Nova Kienast | SCC Berlin / ab 2026: Berlin Athletics | Hammerwurf
Schon Ende März setzte Nova Kienast die erste Duftmarke: In Kamloops (Kanada) löschte die Hammerwerferin den 25 Jahre alten deutschen U20-Rekord aus den Statistiken. Mit dieser Bestleistung von 68,54 Metern reiste die 18-Jährige, die zeitweise in Kanada mit Weltmeister Ethan Katzberg trainiert, als Europas Jahresbeste zur U20-EM. In Tampere bewies sie Nervenstärke: Als Vierte trat sie zu ihrem letzten Versuch in den Ring und katapultierte den Hammer bis auf 67,93 Meter. Damit gewann sie ihren ersten internationalen Titel. In der U20-Weltjahresbestenliste liegt Nova Kienast mit ihrem deutschen Rekord auf Platz drei.
Jule Lindner | LG Bamberg | Hindernislauf
Bei der „Langen Laufnacht“ in Karlsruhe pulverisierte Jule Lindner Ende Mai ihre bisherige Bestzeit und blieb mit 9:55,56 Minuten erstmals unter zehn Minuten. Damit reiste sie als Medaillenkandidatin zur U20-EM nach Tampere. Trotz eines Sturzes im Vorlauf qualifizierte sie sich souverän fürs Finale und gab dort alles, um der Jahresbesten Andrea Nygård Vie (Norwegen) das Leben schwer zu machen. Mit ihrem zweiten Rennen unter zehn Minuten erkämpfte sich die 19-Jährige Silber. In der europäischen Bestenliste liegt sie ebenfalls in den Top Drei.
Johanna Martin | 1. LAV Rostock | Langsprint
Deutschlands „Jugend-Leichtathletin des Jahres“ 2024 startete mit einem Paukenschlag ins Jahr 2025: Mit 52,22 Sekunden stellte sie im Vorlauf der Jugend-Hallen-DM einen U20-Hallen-Europarekord über 400 Meter auf. Eine Woche später verteidigte die U20-Athletin ihren DM-Titel bei den Frauen. Im Sommer durfte Europas Jahresbeste der U20 trotz leichter Verletzungssorgen über ihre erste internationale Einzelmedaille jubeln: Silber bei der U20-EM. Und auch in der 4x400-Meter-Staffel war Johanna Martin ein wichtiger Faktor – sowohl bei den World Relays als auch bei der WM in Tokio (Japan), wo sie in der Mixed-Staffel und in der „klassischen“ 4x400-Meter-Staffel zum Einsatz kam.
Judith Mokobe | USC Mainz | Sprint
Aus dem Vorjahr brachte Judith Bilepo Mokobe eine 200-Meter-Bestzeit von 23,68 Sekunden mit – die schon nach dem ersten Rennen der Freiluftsaison 2025 Geschichte war: Die Mainzerin steigerte sich in Weinheim auf 23,11 Sekunden – Rang drei in Europas U20. Nach einer verletzungsbedingten Wettkampfpause war sie pünktlich zur U20-DM und U20-EM wieder fit und egalisierte im Halbfinale von Tampere ihren Hausrekord. Damit mauserte sie sich zur Favoritin für das Finale, in dem sie bei starkem Gegenwind ihren ersten internationalen Titel einheimste.
Cäcilia Weimann | SC Potsdam | Mittelstrecke
In ihrem ersten großen Finale beim EYOF in Skopje wuchs Cäcilia Weimann über sich hinaus. Die 800-Meter-Läuferin schraubte ihre Bestzeit um fast vier Sekunden nach unten und gewann mit 2:04,36 Minuten Silber. Es sollte für die U18-Athletin nicht die letzte Medaille des Sommers bleiben: Die Mittelstrecklerin, die zugleich Deutsche U18-Meisterin über 400 Meter ist, trug im Staffel-Vorlauf der U20-EM ihren Teil zur Final-Qualifikation – und somit auch zur Silbermedaille – der DLV-Langsprinterinnen bei. So hatte die talentierte Nachwuchsathletin schon vor ihrem 17. Geburtstag zwei internationale Medaillen in der Tasche.
Jugend-Leichtathlet des Jahres – Die Nominierten
Moritz Bartko | SC Potsdam | Zehnkampf
Zum Saisonhöhepunkt präsentierte sich der junge Zehnkämpfer in Top-Form: Bei der U20-EM in Tampere erzielte der 19-Jährige gleich mehrere Bestleistungen in Einzeldisziplinen. In der Endabrechnung pulverisierte er so seine Zehnkampf-Bestleistung und steigerte sich um mehr als 150 Punkte auf 7.737 Zähler. Damit belegte Moritz Bartko in einem extrem starken Feld Platz vier und verpasste die Medaillen nur denkbar knapp. Außerdem zeigte er 2025 mit Bestleistungen im Stabhochsprung (5,00 m) und über 400 Meter (48,82 sec), dass er bereit für die Männerklasse ist.
Oskar Jänicke | MSC Magdeburg | Speerwurf
Auf den Punkt topfit präsentierte sich der Magdeburger Speerwerfer. Beim wichtigsten Wettkampf des Jahres, dem Finale der U20-EM, beförderte Oskar Jänicke das 800-Gramm-Gerät weiter als jemals zuvor. Erst nach 76,17 Metern berührte sein Speer wieder den Boden. Die Top-Weite wurde mit Silber bei der U20-EM belohnt. Für den 19-Jährigen war es die dritte Bestleistung des Jahres, in das er mit einem Hausrekord von 73,02 Metern gestartet war. Dass der Deutsche U20-Meister auch bei den Männern mithalten kann, stellte er mit DM-Rang vier in Dresden unter Beweis.
Jakob Kemminer | LAC Quelle Fürth | Sprint
Bestzeiten und Titel sammelte Sprinter Jakob Kemminer in der Saison 2025. So schnappte sich der Fürther bei den Deutschen U20-Meisterschaften das Gold-Double über 100 Meter (10,42 sec) und 200 Meter (21,03 sec). Im Laufe der Saison war der 18-Jährige sogar mit 10,31 Sekunden und 20,92 Sekunden noch schneller unterwegs. Beide Zeiten sind eindrucksvoll für U20-Sprinter, zumal Jakob Kemminer noch zum jüngeren U20-Jahrgang zählt. Bei der U20-EM verpasste er über 100 Meter zwar knapp das Finale, sicherte sich mit der 4x100-Meter-Staffel als Zweiter dafür Edelmetall.
Simon Kunkel | USC Mainz | Kugelstoß
Bestleistung in der Qualifikation, Bestleistung im Finale: Für Kugelstoßer Simon Kunkel (USC Mainz) lief die U20-EM in Tampere wie gemalt. Mit seiner Steigerung auf 18,88 Meter belegte er beim Saisonhöhepunkt Rang sechs. Damit hatte der Deutsche U20-Meister aber lange noch nicht genug. Ende August beförderte der 18-Jährige die Sechs-Kilo-Kugel erstmals über die 19-Meter-Marke, exakt auf 19,10 Meter. Eine starke Entwicklung des Mainzers, der damit seine Bestleistung mit der leichteren U18-Kugel aus dem Vorjahr sogar um fünf Zentimeter übertreffen konnte.
Peter Osazee | MTG Mannheim | Dreisprung
Die Leistungskurve zeigt nach oben: Dreisprung-Talent Peter Osazee war mit einer Bestleistung von 15,23 Metern in die Saison gestartet. Das Leichtathletik-Jahr 2025 beendete der Mannheimer mit einem neuen Hausrekord von 15,61 Metern. Und diesen erzielte er, als es darauf ankam: im Finale der U20-EM. In diesem hochklassig besetzten Wettbewerb wurde er Sechster. National gelang Peter Osazee 2025 dreimal der Sprung aufs Podest. Er machte nach Weitsprung-Gold und Dreisprung-Silber bei der U20-Hallen-DM mit Dreisprung-Bronze bei der U20-DM den Medaillensatz komplett.
Timo Port | SV Go! Saar 05 | Hammerwurf
2024 hatte sich Timo Port noch die Zähne an der 70-Meter-Marke ausgebissen. In diesem Jahr übertraf der Saarländer diese Marke fast in jedem Wettbewerb. Als Deutscher U20-Meister steigerte der 19-Jährige seine Bestleistung mit dem Sechs-Kilo-Gerät auf 74,63 Meter – fünf Meter mehr als ein Jahr zuvor. Bei der U20-EM kam Timo Port auf 73,08 Meter und wurde Fünfter. Das EM-Podest verpasste er nur knapp – anderthalb Meter fehlten zu Silber. Dass er den Dreh auch schon mit dem 7,26-Kilo-Gerät raus hat, bewies Timo Port mit Bronze bei der U23-DM.
Jakob Rödel | SC DHfK Leipzig | Hindernislauf
Er gehört noch zum jüngeren U20-Jahrgang, ist aber bereits fest auf den 3.000 Metern Hindernis verwurzelt: Jakob Rödel. Der Leipziger qualifizierte sich souverän für die U20-EM und pulverisierte dort seine Bestzeit. Mit 8:47,74 Minuten steigerte sich der 18-Jährige um acht Sekunden und verpasste als Vierter in Tampere das Podest nur denkbar knapp. Zuvor hatte er sich bereits die Goldmedaille bei den Deutschen U20-Meisterschaften gesichert. Auch auf der Unterdistanz gelang Jakob Rödel ein Leistungssprung mit neuer 1.500-Meter-Bestzeit von 3:53,05 Minuten.
David Scheller | LG Main-Spessart | Mittel-/Langstrecke
Bestzeiten zwischen 1.500 Metern und 10 Kilometern. U20-DM-Titel im Freien, in der Halle und im Crosslauf. Und ganz dicht dran an den Medaillen bei der U20-EM. Hinter David Scheller liegt eine starke Saison. In Tampere ging es im 3.000-Meter-Finale in einem taktischen Rennen um die U20-EM-Medaillen. Platz drei bis zehn trennten weniger als zwei Sekunden. David Scheller verpasste als Sechster (8:47,92 min) Edelmetall nur knapp. Am Ende der Bahnsaison steigerte der 19-Jährige seine Bestzeit über diese Distanz auf starke 8:00,89 Minuten.
Andor Rik Schumann | Erfurter LAC | 800 Meter
Beim Saisonhöhepunkt konnte der Erfurter eine Schallmauer über 800 Meter knacken. Beim EYOF in Skopje, wichtigster Wettkampf für Europas U18-Athleten 2025, blieb Andor Rik Schumann im Vorlauf mit 1:49,90 Minuten erstmals unter der 1:50-Minuten-Marke. Im Finale steigerte sich der 17-Jährige noch einmal um eine Sekunde (1:48,82 min) und stürmte zum Titel. Zwei Tage später folgte Bronze mit der Medley-Staffel. Auch auf nationaler Ebene überzeugte er mit U18-DM-Gold über 800 Meter und Silber über 400 Meter. Auf dieser Distanz steigerte er sich auf 48,14 Sekunden.
Matti Sosna | TSG Bergedorf / ab 2026: Hamburg Athletics | Diskuswurf
In der U18-Klasse absolviert der Hamburger regelmäßig Doppelstarts. Denn sowohl Kugel als auch Diskus liegen Matti Sosna. So gewann der 17-Jährige bei der U18-DM in Wattenscheid mit beiden Wurfgeräten. International misst er sich mit dem Diskus. Im EYOF-Finale verpasste Matti Sosna mit 59,41 Metern als Vierter nur knapp das Podest. Dass er die 1,5-Kilo-Scheibe durchaus ein Stück weiter werfen kann, bewies er im Juni Wetzlar mit neuer Bestleistung von 63,48 Metern. Damit steigerte sich der Hamburger innerhalb eines Jahres um achteinhalb Meter.