Die Leichtathletik-Fans haben entschieden und die Top Drei in sechs Kategorien bei der Wahl zu Deutschlands „Leichtathleten des Jahres“ 2025 gekürt. Die Entscheidung über die Siegerinnen und Sieger fällt nun eine Fachjury.
Wer hat im zurückliegenden Leichtathletik-Jahr 2025 am meisten überzeugt? Die Antwort auf diese Frage liefert die Wahl der „Leichtathleten des Jahres“. Geehrt werden die Siegerinnen und Sieger der Männer, Frauen, weiblichen und männlichen Jugend sowie der Masters-Athletinnen und -Athleten.
Die Fans konnten bis zum Jahreswechsel auf leichtathletik.de für ihre Favoritinnen und Favoriten abstimmen. Dadurch wurden aus den insgesamt 50 Nominierten die 18 Finalistinnen und Finalisten bestimmt, jeweils drei in den sechs Kategorien. Im finalen Schritt kürt nun eine Fachjury die Siegerinnen und Sieger. Das Ergebnis wird am 14. Januar 2026 bekannt gegeben.
Die Jury setzt sich zusammen aus Vertretern des Magazins „Leichtathletik“, dem Förderverein „Freunde der Leichtathletik“, dem DLV-Leistungssport und der DLV-Sportentwicklung sowie den DLV-Athletensprecher:innen der Aktiven und Masters. Wobei diese nur in den Kategorien abstimmen dürfen, in denen sie nicht selbst nominiert sind.
Die Wahl der „Leichtathleten des Jahres“ wird durchgeführt von den "Freunden der Leichtathletik, dem Magazin „Leichtathletik“ und dem DLV mit der leichtathletik.de-Redaktion.
Die Top Drei in sechs Kategorien (in alphabetischer Reihenfolge)
Frauen
Eine Läuferin, eine Weitspringerin und eine Mehrkämpferin haben es aufs Podium geschafft: Hindernisspezialistin Gesa Krause (Silvesterlauf Trier) überzeugte mit Rang sieben in ihrem siebten WM-Finale und damit einer Krönung einer schwierigen Saison, in der die 33-Jährige von einem Rippenbruch ausgebremst worden war. Unter die Top Drei sprang auch die WM-Zweite Malaika Mihambo (LG Kurpfalz). Mit Silber gewann die 31 Jahre alte Weitspringerin ihre dritte WM-Medaille der Karriere. Siebenkämpferin Sandrina Sprengel (VfB Stuttgart; 2025: LG Steinlach-Zollern) überraschte die Leichtathletik-Fans mit WM-Rang fünf und der Steigerung ihrer Bestleistung um mehr als 100 Punkte sowie drei Einzelbestleistungen in den sieben Disziplinen.
Männer
Drei WM-Medaillengewinner haben es in die Endauswahl geschafft: Hammerwerfer Merlin Hummel (Eintracht Frankfurt; 2025: LG Stadtwerke München) schnappte sich in Tokio sensationell WM-Silber mit neuer Bestleistung von 82,77 Metern. Gleich viermal steigerte der 24-Jährige 2025 seinen Hausrekord um insgesamt dreieinhalb Meter. Bei der WM krönte sich Leo Neugebauer (VfB Stuttgart) zum Zehnkampf-Weltmeister und damit zum „König der Athleten“. Dank zweier Bestleistungen in den beiden finalen Disziplinen machte der „Sportler des Jahres“ das Rennen um Gold. Nur um drei Hundertstelsekunden verpasste Amanal Petros (Hannover 96) in Tokio WM-Gold. Mit Silber gewann er trotzdem die erste WM-Medaille eines deutschen Marathonläufers seit Waldemar Cierpinski mit Bronze 1983 in Helsinki. Darüber hinaus steigerte Amanal Petros die deutschen Rekorde im Marathon (2:04:03 h) und Halbmarathon (59:31 h).
Weibliche Jugend
Zwei Läuferinnen und eine Mehrkämpferin haben es ins Finale geschafft: Jana Becker (Königsteiner LV) gewann mit einem furiosen Finish den U20-EM-Titel über 800 Meter und führte 70 Minuten später die deutsche 4x400-Meter-Staffel zu Silber. Mit 1:59,59 Minuten knackte sie zudem als erste Deutsche U20-Läuferin in diesem Jahrtausend die Zwei-Minuten-Marke. Emma Kaul (USC Mainz) überzeugte in Bernhausen mit ihrem ersten 6.000-Punkte-Siebenkampf. Bei der U20-EM schrammte die 19-Jährige mit 5.970 Punkten als Vierte nur knapp an der Medaille vorbei. Bei der U20-EM durfte Johanna Martin (1. LAV Rostock) mit Silber über ihre erste internationale Einzelmedaille jubeln. Und auch in der 4x400-Meter-Staffel war die Deutsche Hallenmeisterin ein wichtiger Faktor – sowohl bei den World Relays als auch bei der WM in Tokio.
Männliche Jugend
Zum Saisonhöhepunkt präsentierte sich Zehnkämpfer Moritz Bartko (SC Potsdam) in Top-Form: Bei der U20-EM in Tampere erzielte der 19-Jährige gleich mehrere Bestleistungen in Einzeldisziplinen. In der Endabrechnung pulverisierte er so seine Zehnkampf-Bestleistung und steigerte sich um mehr als 150 Punkte auf 7.737 Zähler und wurde Vierter. Zu Gold stürmte Andor Rik Schumann (LC Top Team Thüringen; 2025: Erfurter LAC) beim wichtigsten Wettkampf für Europas U18-Athleten 2025. Beim EYOF war der 17-Jährige im Finale nicht zu stoppen und steigerte seine Bestzeit um eine Sekunde auf 1:48,82 Minuten. Matti Sosna (Hamburg Athletics; 2025: TSG Bergedorf) absolviert regelmäßig Doppelstarts mit Kugel und Diskus. So gewann der 17-Jährige bei der U18-DM in Wattenscheid mit beiden Wurfgeräten. International misst er sich mit dem Diskus. Im EYOF-Finale verpasste Matti Sosna als Vierter nur knapp das Podest.
Masters weiblich
Um mehr als 550 Punkte steigerte Barbara Gähling (LT DSHS Köln) den Siebenkampf-Weltrekord in der W60 bei extremen Witterungsbedingungen mit Sturm und Regen. Es folgte eine deutsche Bestleistung über 400 Meter in 65,12 Sekunden. Hillen von Maltzahn (TSV Burgdorf) legte in der W75 eine starke Saison hin: auf vier WM-Titel in der Halle folgten sechs EM-Titel im Freien. Darunter Gold über 2.000 Meter Hindernis mit Europarekord (11:02,58 min). Tatjana Schilling (TSV 1850/09 Korbach) glänzte 2025 mit einem neuen W55-Weltrekord im Siebenkampf (6.420 pt.), die globalen Bestmarken der W45 und W50 hat sie bereits inne. National sammelte sie 2025 sieben DM-Titel und stellte drei neue deutsche Bestleistungen auf.
Masters männlich
Friedhelm Adorf (LG Rhein-Wied) wurde 2025 zum „Goldschürfer“. Über 400 Meter lief er in der M80 zum Hallen-WM-Titel. Bei der EM folgten gleich sechs Titel. Andy Dittmar (BIG Gotha) trug sich gleich mehrfach in die Weltrekordlisten der M50 ein. Der Thüringer Kugelstoßer ließ in der Halle sein Sechs-Kilo-Arbeitsgerät auf 18,15 Meter fliegen, im Freien sogar bis auf 18,90 Meter. Zweifacher „Gold-Hattrick“ in einem Jahr: Roland Gröger (Topfit Berlin) war 2025 eine Klasse für sich. In Gainesville lief der M60er zu drei WM-Titeln und krönte diese mit einem neuen Weltrekord über 400 Meter (55,35 sec). Dieses goldene Sprint-Triple sollte es auch im Freien bei der EM auf Madeira werden.
Die weiteren Plätze
Frauen
4. Christina Honsel (TV Wattenscheid 01)
5. Fabienne Königstein (Hannover 96; 2025: MTG Mannheim)
6. Yemisi Ogunleye (MTG Mannheim)
7. Caroline Joyeux (LG Nord Berlin)
8. Aileen Kuhn (Eintracht Frankfurt)
9. Nina Engelhard (PSV GW Kassel)
10. Shanice Craft (SV Halle)
Männer
4. Julian Weber (USC Mainz)
5. Owe Fischer-Breiholz (Königsteiner LV)
6. Robert Farken (SG Motor Gohlis-Nord Leipzig)
7. Frederik Ruppert (LAV Stadtwerke Tübingen)
8. Mohamed Abdilaahi (Cologne Athletics)
9. Emil Agyekum (SCC Berlin)
10. Till Steinforth (SV Halle)
Weibliche Jugend
4. Svea Funck (TV Jahn Walsrode)
5. Nova Kienast (Berlin Athletics; 2025: SCC Berlin)
6. Julia Ehrle (LG farbtex Norschwarzwald)
7. Jule Lindner (LG Bamberg)
8. Judith Mokobe (USC Mainz)
9. Curly Brown (Eintracht Frankfurt)
10. Cäcilia Weimann (SC Potsdam)
Männliche Jugend
4. Jakob Kemminer (LA Quelle Fürth)
5. David Scheller (LG Main-Spessart)
6. Simon Kunkel (USC Mainz)
7. Peter Osazee (MTG Mannheim)
8. Timo Port (SV Go! Saar 05)
9. Oskar Jänicke (MSC Magdeburg)
10. Jakob Rödel (SC DHfK Leipzig)
Masters Weiblich
4. Sigute Brönnecke (Eintracht Hildesheim)
5. Frauke Viebahn (DJK Blau-Weiß Annen)
Masters Männlich
4. Manfred Ziegler (TB Weiden)
5. Eberhard Linke (LG Kindelsberg/Kreuztal)