| Sindelfingen

Jugend-Hallen-DM am Freitag: Simon Kunkel und Emily Scherf eine Klasse für sich

© Dirk Gantenberg
Am Freitag fallen bei der Jugend-Hallen-DM in Sindelfingen vier Entscheidungen. Es geht um die Meistertitel im Kugelstoßen der männlichen und weiblichen U20. Außerdem werden in Zeitläufen die Siegerinnen und Sieger über 4x200 Meter ermittelt.
Svenja Sapper

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Männliche U20

Kugelstoßen

One-Man-Show mit 19-Meter-Stoß von Simon Kunkel

Der erste Stoß auf 17,83 Meter war noch einer "zum Reinkommen" für Simon Kunkel (USC Mainz). Nach dem zweiten Versuch gab es dann schon Szenenapplaus für den U20-EM-Sechsten. Denn die Sechs-Kilo-Kugel schlug erst nach 18,81 Metern ein. Damit war Gold besiegelt. Anschließend ließ der 18-Jährige noch 18,83 Meter und 18,52 Meter folgen. Und im letzten Durchgang, als er schon als Sieger feststand, das Sahnehäubchen: 19,18 Meter. Damit war der Mainzer nicht nur eine Klasse für sich, sondern übertraf auch seine absolute Bestleistung, die er vergangenen Sommer aufgestellt hatte, um acht Zentimeter. 

Über die starke Weite freute sich Simon Kunkel noch mehr als über seinen ersten DM-Titel unter dem Hallendach. "Für mich war klar, dass ich nur zufrieden sein kann, wenn die Weite stimmt", erklärte er anschließend. "Ich wollte mir selbst zeigen, dass ich weiter stoßen kann als letztes Jahr." So kann der Mainzer nun mit einem guten Gefühl in Richtung Aufbautraining gehen, bevor er bei den Halleschen Werfertagen in die Freiluftsaison einsteigen und den Weg Richtung U20-WM in Eugene (USA; 5. bis 9. August) einschlagen will. 

Die Konkurrenz folgte mit Respektabstand: Silber ging mit 17,03 Metern an Max Louis Emmrich (LV 90 Erzgebirge), Bronze erkämpfte mit neuer Bestleistung von 16,63 Metern Paul Kozlowski vom TSV Schott Mainz. Beide sind 2008 geboren und gehören damit dem jüngeren U20-Jahrgang an. Die Umstellung von der Fünf- auf die Sechs-Kilo-Kugel haben sie schon einmal gut gemeistert. 
 


4x200 Meter

Showdown endet mit Gold für Leverkusen

Die erste Entscheidung der Jugend-Hallen-DM zog sich über neun Zeitläufe. 31 Staffeln hatten für die Meisterschaften gemeldet. Im vierten Lauf setzten die Gastgeber ein erstes Ausrufezeichen: In 1:28,58 Minuten brachten Dmitrij Krom, Jannis Gartmann, Nils Haumann und Luke Schmidt das Staffelholz über die Ziellinie. An dieser Zeit bissen sich die Gegner erst einmal die Zähne aus. Bis zum letzten Lauf, in dem mit dem "All-Star-Team" des TSV Bayer 04 Leverkusen und den Titelverteidigern von Eintracht Frankfurt die beiden großen Favoriten ins Rennen gingen. 

Sowohl der amtierende Deutsche Jugend-Hallenmeister über 200 Meter Ben Tröster für Leverkusen als auch der Frankfurter Luca Barowski legten los wie die Feuerwehr, sodass die beiden folgenden Läufer fast gleichzeitig den Staffelstab übernahmen und Schulter an Schulter um die Kurve bogen. Dann jedoch schob sich der Leverkusener Gianluca Wessendorf, im Vorjahr EYOF-Dritter mit der Medley-Staffel, außen an Oskar Krauss vorbei und konnte sich auf der Zielgeraden ein wenig vom Deutschen U18-Meister über 400 Meter Hürden lösen. 

Hürdensprinter Nikolas Kautz und der U18-DM-Dritten im Hallen-Siebenkampf Allen Cole bauten den Vorsprung stetig weiter aus. Im Ziel war der Jubel groß: In 1:26,97 Minuten hatten die Leverkusener schließlich mehr als eine Sekunde Vorsprung. Die Frankfurter, die an den Positionen drei und vier Tom Jähne und Jan de Weerth ins Rennen schickten, holten sich in 1:28,21 Minuten Silber. Bronze blieb in Sindelfingen beim Quartett der Gastgeber. Darüber hinaus konnte einzig die Startgemeinschaft HNT Hamburg / Buxtehuder SV mit 1:28,88 Minuten die 1:29,00-Minuten-Marke unterbieten. Diese Zeit wäre im Vorjahr sogar Gold wert gewesen, in diesem Jahr reichte das starke Resultat "nur" zu Rang vier. 

Weibliche U20

Kugelstoßen

Emily Scherf mit drei 16-Meter-Stößen in eigener Liga

Dass der Titel wie im Vorjahr nur über Emily Scherf (SC Neubrandenburg) gehen würde, war bereits nach dem ersten Durchgang klar. Denn da beförderte die U20-EM-Vierte ihr Arbeitsgerät auf 16,19 Meter. Im zweiten Versuch gelang ihr mit 16,43 Metern eine neue Bestleistung. Auch der dritte Stoß wurde mit einer Weite jenseits der 16 Meter gemessen: 16,05 Meter. Alle weiteren Versuche waren ungültig.

So sah die 19-Jährige noch Verbesserungspotenzial. "Ich bin nicht ganz so zufrieden, auch wenn es eine neue Bestleistung war. Letztes Jahr war ich sehr stolz darauf, dass ich bis zum sechsten Versuch kämpfen konnte. Heute ging das nicht so, wie ich es mir erhofft habe", zeigte sie sich selbstkritisch. Zufrieden mit ihrer Hallensaison war Emily Scherf, die seit vergangenem Herbst von Dieter Kollark trainiert wird, dennoch. "Ich bin froh, dass es jetzt wieder bergauf geht." 

Silber gewann die U20-EM-Finalistin Anna-Maria Weber (VfB Stuttgart), die mit 14,70 Metern ebenfalls eine neue Hallenbestleistung verbuchte. Den Kampf um Bronze fochten Johanna Guggemoos (LG Stadtwerke München) und Antonia Heberle (TV Rottenburg) aus. Am Ende hatte die Münchnerin mit 14,38 Metern knapp die Nase vorn. Antonia Heberle stieß die Kugel als Vierte auf 14,19 Meter. 
 


4x200 Meter

Leipzigerinnen verteidigen ihren Titel

Genau wie zuvor bei den 4x200 Metern der männlichen U20 wurden die Deutschen Jugendmeisterinnen in neun Zeitläufen ermittelt. Die Top Zwei des achten Laufes legten vor: Eintracht Frankfurt und die Startgemeinschaft Olpe/Lennestadt waren mit 1:39,03 beziehungsweise 1:39,47 Minuten mehr als zwei Sekunden schneller als alle Staffeln zuvor. An diesen Marken mussten sich die Sprinterinnen im letzten Lauf messen.

Allen voran die Titelverteidigerinnen vom SC DHfK Leipzig, die angeführt von Mia Besser sofort in Führung gingen. Ordentlich gefordert wurde das Quartett jedoch vom LAC Erdgas Chemnitz. Doch die Leipzigerinnen konnten alle Angriffe abwehren. Schließlich trug Schlussläuferin Luise Möckel den Stab mit rund einer halben Sekunde Vorsprung als Siegerin über die Ziellinie. In 1:38,27 Minuten war Gold für Mia Besser, Mathilda Amende, Tessa Sonnekalb und Luise Möckel besiegelt. Silber gewannen Hürdensprinterin Shira Kurzawa, Zora Schlett, Mia Rahnfeld und Hanna Bilz für das LAC Erdgas Chemnitz (1:38,79 min). Bronze ging an Eintracht Frankfurt in der Besetzung Emmanuella Adusei, Finja Ponndorf, Julia Badenhausen und Jelena Bennewitz. 
 

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