Im Januar wurde Weitspringer Simon Batz schmerzhaft ausgebremst. Eine ausgekugelte Schulter machte das Training zur Gratwanderung. Bei der Hallen-DM am Samstag in Dortmund meldete sich der 23-Jährige mit 8,09 Metern eindrucksvoll zurück. Bald sollen noch deutlich weitere Sprünge folgen.
Nach dem fünften Weitsprung-Versuch ballte Simon Batz (MTG Mannheim) seine linke Faust, streckte diese zur Hallendecke und blickte zufrieden in die Zuschauerränge. Adressat des Blicks: sein Trainer Sebastian Bayer. Schließlich war es der Hallen-Europarekordler, der letztmals bei Deutschen Hallenmeisterschaften, 2012 mit 8,12 Metern, weiter gesprungen war als sein Schützling am Samstagnachmittag in der Helmut-Körnig-Halle. Der landete nach 8,09 Metern – es war der drittbeste Wettkampf seiner Karriere.
Ganz zufrieden war der 23-Jährige nach seinem dritten Hallen-DM-Titel trotzdem nicht. „Ich wäre gern im ersten Versuch deutlich weiter gesprungen“, blickte der Deutsche Hallenmeister auf seinen Wettkampf zurück. Doch der erste Versuch war ungültig, danach folgten 7,87 und 7,93 Meter. „Da merkt man, dass ich zuletzt nicht so viele Wettkampfsprünge gemacht habe“, sagte der Olympia-Sechste. Grund dafür: eine ausgekugelte Schulter. Die Verletzung hatte sich der Mannheimer beim Krafttraining im Januar zugezogen. Die getapte rechte Schulter in Dortmund war noch Beleg dieser Verletzung.
Nur acht Zentimeter fehlen zur Torun-Norm
Gern wäre Simon Batz natürlich winzige acht Zentimeter weiter gesprungen. Denn die Hallen-WM-Norm steht bei 8,17 Metern. Zwar liegt er aktuell noch unter den Top 16 in der Weltjahresbestenliste und würde sich damit für den internationalen Saisonhöhepunkt in drei Wochen in Torun (Polen) qualifizieren. Doch bis zum Ende des Qualifikationszeitraums in acht Tagen können ihn noch Konkurrenten überflügeln. Der DM-Zweite Luka Herden (LG Brillux Münster; 7,78 m) konnte im Vorfeld von Dortmund mit 8,18 Metern die Torun-Norm bereits erfüllen.
In ähnliche Weitenbereiche – und gern noch den einen oder anderen Zentimeter weiter – möchte auch Simon Batz springen. „8,20 bis 8,30 Meter sind die nächsten Weitenbereiche, die ich anpeile“, sagte der Mannheimer und ergänzte: „Natürlich geht es auch darum, Acht-Meter-Weiten konstant anzubieten.“ Denn damit würde sich der sechsmalige Deutsche Meister eine gute Ausgangsposition für den Saisonhöhepunkt 2026 erarbeiten: die Europameisterschaften im August in Birmingham (Großbritannien). Dass Simon Batz mit Rückschlägen umgehen kann und nur wenige Wettkämpfe für große Weiten braucht, hat er jedenfalls am Samstagnachmittag eindrucksvoll bewiesen – und seinem Coach Sebastian Bayer sowie den weiteren 4.000 Zuschauern in der Helmut-Körnig-Halle mit seinem zuversichtlichen Blick und der Siegerfaust gezeigt.