14 Titel sind zum Abschluss der Hallen-DM in Dortmund am Sonntag vergeben worden. Neben Gold, Silber und Bronze ging es auch um die Frage: Wer fährt zur Hallen-WM? Wir haben Stimmen der Protagonist:innen gesammelt.
Malaika Mihambo (LG Kurpfalz) | Siegerin Weitsprung (6,57 m)
Ich bin natürlich happy, dass ich den Titel geholt habe, weil es bei einer Meisterschaft auch darum geht, eine gute Platzierung zu machen. Andererseits weiß ich auch, dass ich noch viel mehr Potenzial in mir habe. Es ist natürlich schade, wenn man dieses nicht rausholt. Es ist schön, dass es heute für Gold gereicht hat. Trotzdem ist es nicht ganz das, was ich mir erhofft habe. Egal, was die Konkurrenz macht, man muss sein eigenes Ding machen.
Libby Buder (TSG Bergedorf) | Zweite Weitsprung (6,41 m)
Ich muss sagen, ich bin nicht so gut reingekommen. Ich habe mich am Anfang nicht optimal gefühlt und bin irgendwie nicht richtig mit dem Brett klargekommen. Ich hatte auch das Gefühl, dass wir alle ein bisschen Probleme damit hatten. Mit den 6,41 Metern bin ich trotzdem zufrieden - das war ein sehr solider Sprung. Tatsächlich freue mich gerade mehr über die Medaille. Zweite hinter Malaika zu sein, ist immer ein schönes Gefühl. Und es ist meine erste große Hallensaison bei den Erwachsenen, deshalb bin ich mega happy. Malaika ist eine riesige Inspiration für uns alle. Ich weiß, was die draufhat - deshalb war es schon ein bisschen absehbar, dass sie noch einen raushaut. Aber vielleicht klappt es beim nächsten Mal. Ich nehme auf jeden Fall die Lockerheit mit. Das fällt mir manchmal noch etwas schwer, aber die Stimmung war super - und genau das brauche ich, um weit zu springen.
Anna-Elisabeth Ehlers (TSV Bayer 04 Leverkusen) | Dritte Weitsprung (6,35 m)
Ich bin super zufrieden – wirklich. Mit dem dritten Platz habe ich überhaupt nicht gerechnet, deshalb kann ich mich gar nicht beschweren. Eigentlich war mein Plan, gestern im Hochsprung eine Medaille zu holen. Heute wollte ich vor allem konstant springen. Dass es dann so aufgeht, ist einfach unglaublich. Ich konnte es im ersten Moment gar nicht fassen und habe den Sprung selbst kaum realisiert. Ich spüre gerade einfach nur Freude – und nehme ganz viel Motivation und Mut für die Sommersaison mit.
Tanja Spill (TSV Bayer Dormagen) | Siegerin 800 m (2:02,38 min)
Als ich über die Linie gelaufen bin, war mein erster Gedanke: Wahnsinn, stimmt das wirklich? Und dann auch noch die PB dazu – das fühlt sich gerade total surreal an. Wir haben im Vorfeld gesagt: Die Bedingungen heute mit dem schönen Wetter draußen sind genauso wie vor fünf Jahren hier. Also lass es uns beim Heimspiel einfach nochmal genauso machen. Und genau das ist passiert. Es ist ein ganz komisches Gefühl – du rennst über die Linie, weißt, wer alles in der Halle ist. Und dann holst du dieses Ding. Das bedeutet mir einfach unglaublich viel.
Smilla Kolbe (Eintracht Frankfurt) | Zweite 800 m (2:03,29 min)
Ich bin direkt schnell losgelaufen, weil ich unbedingt eine gute Zeit rennen wollte – die WM-Norm war ja vor zwei, drei Wochen schon in Reichweite. Alleine von vorne wegzulaufen ist natürlich immer ein bisschen riskant. Das muss man dann in Kauf nehmen. Tanja ist dann vorbeigezogen, und klar hätte ich am Ende gern noch ein bisschen mehr Energie gehabt. Woran es genau gelegen hat, weiß ich gerade noch nicht. Aber ich bin meinen Plan so gut es ging durchgegangen und habe versucht, ihn konsequent umzusetzen. Es waren meine ersten Hallenmeisterschaften – und ich freue mich einfach auf die nächsten Jahre. Ich nehme die Erfahrung mit. Es sind noch so viele erste Male dabei, deshalb ist das völlig okay.
Jennifer Hauke (Hamburg Athletics) | Dritte 800 m (2:04,75 min)
Ich bin happy. Wirklich – ich bin einfach happy. Es kommt gerade alles zusammen: das Training und die Entwicklung. Darüber freue ich mich total. Ich wollte heute einfach nur laufen. Ich habe seit gut einem Jahr eine neue Trainerin. Letztes Jahr war noch viel Ausprobieren und Schauen, wie sich alles anfühlt. Ehrlich gesagt habe ich mich teilweise wieder gefühlt wie früher als Kind. Dieses Jahr sind die Erwartungen natürlich größer. Jetzt muss ich abliefern. Und ich denke, dass meine Trainerin heute ganz zufrieden ist. Ich weiß es noch nicht, ich rufe sie gleich mal an. Vielleicht hätte ich vorne direkt mitgehen können. Vielleicht. Aber ich bin mein Rennen so gelaufen, wie ich es für richtig gehalten habe. Und das konnte ich zeigen.
Falk Wendrich (LAZ Soest) | Sieger Hochsprung (2,19 m)
Der erste Meistertitel schmeckt besonders süß, aber auch sehr erschöpfend, weil bis gestern noch nicht sicher war, ob ich springen kann, weil am Mittwoch die Bronchitis bei mir angefangen hat. Jetzt geht es mir wieder besser und auch im Wettkampf kam dann irgendwann die Energie in meinen Körper. Jetzt kann ich meinen ersten Meistertitel feiern. Ich habe am Ende die 2,27 Meter auflegen lassen, weil ich mir gedacht habe: Was, wenn ich es doch schaffe? Die Leute haben vielleicht nicht daran geglaubt, aber in der Vergangenheit ist es mir schon oft gelungen, die Leute tatsächlich doch zu überraschen. Und die Sprünge waren auch gar nicht schlecht. Es ist wichtig, es auch einfach mal auszuprobieren. Deswegen bin ich sehr zufrieden.
Alexander Stepanov (VfL Sindelfingen) | Sieger 800 m (1:45,84 min)
Ich bin zufrieden, ich habe gewonnen und bin Bestzeit gelaufen. Ich war eigentlich auf Kurs für den Deutschen Rekord, den wollte ich heute brechen. Die letzten 100 Meter waren sehr hart. Ich bin viel zu schnell angegangen. Das war nicht geplant, aber was soll man dann machen? Man kann dann nur einfach weiter laufen. Ich lag erst perfekt auf Kurs. Vielleicht hat die Frische gefehlt, weil ich jetzt viele Wettkämpfe gelaufen bin. Ich werde es wieder versuchen und irgendwann wird es klappen. In einer Trainingsgruppe mit Keely Hodgkinson und Georgia Hunter-Bell zu trainieren, inspiriert mich sehr. Sie haben in den vergangenen Wochen so starke Leistungen gebracht und es herrscht auch eine so gute Stimmung. Sie sind Vorbilder für mich und es motiviert mich sehr, mit ihnen zu trainieren. Mein Ziel für die Hallen-WM ist, dass ich besser abschneide als bei der letzten WM. Man weiß nie, mit wem man in einem Vorlauf ist und wie das Rennen verläuft. Aber die letzten Wettkämpfe habe ich gut gemeistert und ich hoffe, dass es so weitergeht.
Rocco Martin (SG Motor Gohlis-Nord Leipzig) | Zweiter 800 m (1:48,14 min)
Ich bin froh, dass das Wochenende durch ist. Gestern bin ich die Vorläufe über 400 und 800 Meter gelaufen und bei den 400 Metern bin ich dann doch all-out gegangen. Deswegen hatte ich ein wenig Bedenken, was meine Beine heute machen. Es bildet sich dann ja doch das Laktat. Silber ist alles, was heute möglich war. Es kam mir sehr gelegen, dass Alex Stepanov das Rennen schnell gemacht hat. So war die Mission klar, dass ich mich ranhänge und versuche, so gut wie möglich mitzugehen. Ich bin sehr zufrieden mit der Silbermedaille.
Tim Holzapfel (LV Pliezhausen 2012) | Dritter 800 m (1:48,64 min)
Die Bronzemedaille bedeutet mir unglaublich viel. Gestern wurde ich im ARD-Livestream als "der alte Hase" bezeichnet und die jungen Läufer sind so stark. Deswegen bin ich sehr stolz, dass ich hier ordentlich mitmischen konnte, Ich habe mich von der Renngestaltung von Alex Stepanov nicht aufhalten lassen. Ich wusste, was ich laufen kann. Und ich wusste auch, dass man überpacen und dann hinten heraus eingehen kann. Deswegen wollte ich nicht zu schnell angehen und lieber zum Ende noch einmal angreifen. Die Taktik ist voll aufgegangen.
Svenja Pfetsch (Munich Athletics) | Siegerin 200 m (23,52 sec)
Ich glaube, ich kann das alles noch gar nicht realisieren. Aber ich bin wirklich mega, mega happy. Ich bin hier als Vierte oder Fünfte der Bestenliste angereist und hatte gehofft, dass es vielleicht für eine Medaille reicht. Dass ich am Ende mit dem Titel nach Hause gehe, hätte ich wirklich nicht gedacht. Im ersten Moment konnte ich es überhaupt nicht fassen. Als ich dann auf der Anzeigetafel gesehen habe, dass es eine neue PB ist und mitbekommen habe, dass ich sogar schneller war als der andere Lauf, war ich erstmal total angespannt – bis es offiziell bestätigt wurde. Ich bin einfach mega stolz, dass ich mental und körperlich alles so auf die Bahn bringen konnte. Das ist nicht selbstverständlich. Jetzt hoffe ich, dass ich diese Lockerheit mit in den Sommer nehmen kann – und vielleicht noch ein Stück schneller laufen kann als heute.
Jessica-Bianca Wessolly (VfL Sindelfingen) | Zweite 200 m (23,60 sec)
Ja, der Lauf heute war definitiv schwierig. Ich habe gemerkt, dass mir Training fehlt. Ich hatte mich ja zu Beginn der Hallensaison bei meinem ersten 200er verletzt. Das hat sich dann alles ein bisschen gezogen. Wir sind jetzt erst seit anderthalb Wochen wieder richtig im Training, und da fehlt natürlich noch einiges, wie die Spritzigkeit. Natürlich hätte ich gern meinen Titel verteidigt. Trotzdem macht es unheimlich viel Spaß, hier zu laufen. Ich liebe Hallenwettkämpfe – alles ist so schön eng, die Stimmung schwappt direkt über. Das macht einfach richtig Spaß.
Daria Peter (LAV Stadtwerke Tübingen) | Dritte 200 m (23,77 sec)
Ich bin gerade noch total überwältigt – damit hätte ich im Leben nicht gerechnet. Ich habe mich einfach schon riesig gefreut, überhaupt im Finale laufen zu dürfen. Und dann laufe ich noch PB – das ist einfach unglaublich. Gestern bin ich ja noch die 60 Meter gelaufen, da bin ich nicht so gut ins Rennen gekommen. Deshalb wollte ich heute einfach einen schönen Lauf machen, nochmal unter 24 Sekunden bleiben und ohne große Erwartungen an den Start gehen. Für mich war es wichtig, mir keinen Druck zu machen und einfach Spaß am Laufen zu haben – und genau das hat heute funktioniert.
Robin Ganter (MTG Mannheim) | Sieger 200 m (21,01 sec)
Ich freue mich gerade am meisten darüber, dass ich gesund bin! Das ist für mich das Wichtigste. Ich war im Dezember verletzt und wir hatten überlegt, ob der Körper das überhaupt hergibt, hier zu starten. Die Bahn in Dortmund ist auch gar nicht so leicht zu laufen. Ich bin zwischendurch ganz schön rumgeeiert, weil ich Druck machen musste, nachdem ich in dieses Loch gelaufen bin und aufpassen musste, dass ich mich nicht hinlege. Ich wäre gerne außen gelaufen, von dort hat man den langen Weg runter und kann den Schritt dementsprechend ziehen. Das war auch bei meinem ersten Meistertitel in der Halle so. Bis auf die Zielgerade hatte ich das Gefühl, den Lauf unter Kontrolle zu haben. Ich werde mich nun mit meinen Trainern zusammensetzen, aber ich gehe davon aus, dass ich nicht bei der Hallen-WM starten werde. Der Fokus sollte dann darauf liegen, gesund in den Sommer zu starten. Auch die Staffel-WM kommt dann ja schon zeitnah.
Karl Gattinger (LG Stadtwerke München) | Zweiter 200 m (21,06 sec)
Die Bestleistung freut mich, aber es hätte schon gerne unter 21 Sekunden sein dürfen. Leider hat es mir während des Laufes hinten in den Beuger reingezogen. Mit der Medaille bei den Aktiven bin ich jetzt natürlich sehr zufrieden. Dass ich gemeinsam mit Maximilian Achhammer aus meiner Trainingsgruppe auf dem Treppchen stehe, freut mich natürlich. Das zeigt, dass von uns auf jeden Fall noch mehr kommen wird.
Maximilian Achhammer (LG Stadtwerke München) | Dritter 200 m (21,27 sec)
Es war keine Bestleistung bei mir, aber ich hatte in der letzten Woche noch mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen. Dementsprechend bin ich mit Bronze bei den Aktiven mehr als zufrieden. Ich habe zusammen mit meinem Trainingspartner [Karl Gattinger] eine Medaille geholt. Es ist natürlich schön, dass wir jetzt diesen Moment gemeinsam teilen können. Im Training ist es immer sehr spannend zwischen uns, wer die Nase vorne hat.
Jacqueline Otchere (MTG Mannheim) | Siegerin Stabhochsprung (4,55 m)
Ich freue mich total, dass ich den Titel gewonnen habe. Ich hatte heute richtig Spaß und bin gut durch den Wettkampf gekommen – es war rundum ein guter Wettkampf. Das Publikum war auf jeden Fall da und richtig laut, das hat super gepusht. Ich habe heute gar keinen Druck verspürt, sondern bin einfach gesprungen und habe den Wettkampf genossen. Von heute nehme ich sehr viel Positives mit. Wir haben eine gute Basis für den Sommer gelegt, das gibt mir viel Selbstvertrauen. Ich bin zuversichtlich, dass es draußen noch deutlich höher gehen kann.
Anjuli Knäsche (VfB Stuttgart) | Zweite Stabhochsprung (4,50 m)
Ich bin auf jeden Fall zufrieden. Jacqueline ist vom Potenzial, was sie springen kann, einfach die bessere Stabhochspringerin. Sie kann höher springen und sowas muss man einfach respektieren. Ich kann nur probieren, meinen besten Wettkampf zu machen. Vieles lief sehr gut, aber ich bin auch in mein altes Muster reingefallen und konnte den Sprung nicht durchziehen. Dieses Springen mit starker Konkurrenz hat in den letzten Jahren manchmal gefehlt, deshalb war das heute richtig schön und ich hatte mich im Vorfeld schon gefreut.
Jean-Paul Bredau (VfL Wolfsburg) | Sieger 400 m (46,21 sec)
Die gute Stimmung in der Halle hat mich hier heute wirklich beflügelt. Es hat richtig Spaß gemacht, hier zu laufen. Es ist ein wirklich guter Abschluss einer starken Hallensaison für mich. Fabian Dammermann war bei 300 Metern dicht an mir dran und ist mir auch einmal leicht in die Hacken getreten. Das hat mir dann noch einen Motivationsschub gegeben. Generell ist es gut, wenn die Konkurrenz dicht beieinander liegt. Ab jetzt liegt der Fokus auf dem Training für die World Relays. Dafür wird es nach Südafrika ins Trainingslager gehen.
Fabian Dammermann (LG Osnabrück) | Zweiter 400 m (46,60 sec)
Ich bin sehr zufrieden. Ich habe eine tolle Hallensaison mit zwei persönlichen Bestleistungen gemacht. Das Ziel für heute war natürlich, so nah wie möglich an Jean-Paul Bredau ranzulaufen. Bei 300 Metern war ich genau dran. Schade eigentlich. Trotzdem bin ich super happy mit Silber. Ich laufe gerne in der Halle, da bekommt man die gute Stimmung schon beim Aufwärmen immer mit. Letztes Jahr bin ich hier kurz vorm Ziel gestürzt, deswegen ist das heute eine Wiedergutmachung.
Thorben Finke (SV Sigiltra Sögel) | Dritter 400 m (47,15 sec)
Ich persönlich finde schöner, wenn man direkt nach dem Rennen weiß, welchen Platz man belegt hat. So musste ich noch bisschen warten. Ich bin jetzt Dritter geworden und sehr zufrieden. Taktisch hatte ich mir das Rennen genauso vorgestellt. Am Ende konnte ich noch gut Stand halten. Wir haben jetzt ein niedersächsisches Treppchen plus Florian Kroll im Finale. Da kann man schon sagen, dass wir eine gute Generation an 400-Meter-Läufern in Niedersachsen haben.
Johanna Martin (1. LAV Rostock) | Siegerin 400 m (52,09 sec)
Ich fühle mich sehr gut. Ich freue mich total, dass ich jetzt dreimal in Folge den Titel holen konnte. Und ehrlich gesagt, bin ich auch extrem froh, dass es vorbei ist – der Lauf war extrem anstrengend. Skadi Schier hat ordentlich Druck gemacht, aber ich konnte dagegenhalten.
Skadi Schier (SCC Berlin) | Zweite 400 m (52,26 sec)
Gestern bin ich ehrlich gesagt ein bisschen auf Sparflamme gelaufen, weil ich mit meiner Periode zu kämpfen hatte. Heute wollte ich dann alles reinlegen. Ich bin total zufrieden – vor allem dass am Ende sogar noch eine PB rausgesprungen ist. Die Hallensaison war gar nicht so sehr vorbereitet und deshalb ist es umso cooler, dass ich solche Zeiten laufen kann.
Luna Bulmahn (VfL Wolfsburg) | Dritte 400 m (53,09 sec)
Ich bin super zufrieden. Ich bin das letzte Mal 2019 in der Halle PB gelaufen, und das war mein erstes 400-Meter-Jahr. Von daher freue ich mehr sehr, dass ich mal wieder PB laufen konnte. Ich bin definitiv keine Hallenläufern, deswegen bin ich froh, dass ich es trotzdem so umsetzen konnte – gerade auch hinten raus bin ich stärker geworden. Ich bin super, super zufrieden. Ich bin eher eine Draußenläuferin und freue mich jetzt auf die Outdoor-Saison und hoffe, dass ich dann meine Zeiten wieder angreifen kann.
Marius Probst (TV Wattenscheid 01) | Sieger 1.500 m (3:38,90 min)
Es ist ein super schönes Gefühl. Das ist genau das, was ich mir vorgestellt habe. Ich wollte meinen Titel verteidigen. Ich komme aus der Hallensaison und bin verletzungsfrei und bin richtig gut drauf. Deswegen freue ich mich jetzt umso mehr auf den Sommer. Ich musste den letzten Sommer verletzungsbedingt leider aussetzen und freue mich jetzt, fit in den Sommer zu starten. Ich habe das Rennen von Anfang an schnell gemacht, weil ich mich aus Rangeleien raushalten wollte. Das Rennen von vorne ist dann am einfachsten, weil ich dann meinen Schritt lang ziehen kann. Der Plan ist aufgegangen. Auf den letzten 200 Metern wollte ich einfach zeigen, dass der Titel nur über mich geht.
Tobias Tent (LG Stadtwerke München) | Zweiter 1.500 m (3:40,69 min)
Ich bin einfach super happy. Ich hatte gehofft, dass ich eine Medaille mitnehmen kann. Die Hallensaison läuft perfekt. Ich bin ja jetzt auch noch einmal dicht an meine Bestleistung rangelaufen. Ich hatte mich gefreut, dass das Rennen direkt schnell war. Im Vorfeld hatte ich auch darauf gehofft, dass Marius [Probst] das Rennen schnell macht. Ich finde es in der Halle immer sehr eng, und wenn es dann taktisch wird und ein wenig rumgeschubst wird, habe ich mit meinem Körper nicht so gute Voraussetzungen. Aber Marius hat es schon brutal schnell gemacht. Nach 400 Metern habe ich mir gedacht: Ach du meine Güte, hoffentlich wird der bald langsamer. Aber ich konnte es durchziehen.
Marvin Heinrich (Eintracht Frankfurt) | Dritter 1.500 m (3:41,46 min)
Ich bin sehr zufrieden, ich war die Tage krank. Ich bin immer noch leicht angeschlagen, die Nase ist immer noch leicht zu. Aber ich wollte es probieren. Heute habe ich gesehen, dass ich nichts gegen Marius [Probst] machen kann. Und Tobias [Tent] war auch stärker. Den dritten Platz konnte ich absichern. Für mich ist jede Medaille ein Erfolg. Letztes Jahr habe ich die Tempo-Attacke verpennt, habe dann versucht zu schnell aufzuholen und es nicht mehr geschafft, ranzukommen. Dieses Jahr war ich darauf vorbereitet. Ich wollte es probieren, direkt das Tempo mitzugehen. Ich habe mich gut gefühlt und es hat geklappt.
Majtie Kolberg (LG Kreis Ahrweiler) | Siegerin 1.500 m (4:20,47 min)
Ich bin sehr froh, meinen Titel verteidigt zu haben. Bei Meisterschaften kann immer alles passieren – Stürze oder Überraschungssieger. Deshalb bin ich sehr, sehr happy damit, wie es am Ende ausgegangen ist. Meisterschaften sind immer schwierige Rennen. Ich bin froh, wie ich es gelöst habe. Ich wusste natürlich, dass das Rennen nicht allzu schnell wird und dass es viele Positionskämpfe geben würde. Darauf habe ich mich eingestellt – aber in der Theorie ist das immer leichter als in der Praxis. Ich habe versucht, ruhig zu bleiben und mein Rennen taktisch sauber durchzuziehen. Das ist mir gelungen. Auf den letzten Metern konnte ich dann noch meinen 800-Meter-Endspurt ausspielen. Deshalb bin ich insgesamt sehr zufrieden.
Adia Budde (LAV Stadtwerke Tübingen) | Zweite 1.500 m (4:21,01 min)
Es hat richtig viel Spaß gemacht. Ich bin auch froh, dass ich es taktisch besser hinbekommen habe als gestern. Ich habe ehrlich gesagt nicht damit gerechnet, dass ich so früh vorne bin – aber das sagt ja erstmal noch nichts aus. Aber ich glaube, ich habe heute alles gegeben. Mehr war nicht drin und deshalb freue ich mich riesig.
Vera Coutellier (Cologne Athletics) | Dritte 1.500 m (4:21,27 min)
Ich war am Anfang super aufgeregt. Aber als es losging, war ich richtig im Tunnel und irgendwie auch ganz ruhig. Es hat sich alles gut angefühlt. Irgendwann habe ich dann meine Chance gesucht und bin super froh, dass es für eine Medaille gereicht hat. Die letzten Rennen waren eher durchwachsen, deshalb wusste ich nicht genau, was heute möglich ist. Umso schöner, dass ich hier alles abrufen konnte. Natürlich nimmt man auch eine andere Medaille – aber ich bin absolut happy.
Peter Osazee (MTG Mannheim) | Sieger Dreisprung (15,80 m)
Ich bin völlig überwältigt. Die Favoriten waren nicht da, die Meldeleistungen lagen von uns allen dicht beieinander. Es wäre jeder in der Lage gewesen, Deutscher Meister zu werden. Deswegen bin ich super glücklich, dass es bei mir geklappt hat. Ich war sehr, sehr glücklich nach dem ersten Versuch. Da ist eine große Last von mir abgefallen. Das ist einfach so, dass man in den Sprungwettbewerben erleichtert ist, wenn am Anfang ein guter Sprung dabei ist. Da ist mir ein großer Stein vom Herzen gefallen. Ich bin schon sehr nervös in den Wettkampf gegangen. Als während des Wettkampfes der Titel immer näher gerückt ist, habe ich gemerkt, dass ich fast durchgedreht bin. Das war ein unfassbares Gefühl.
Maximilian Skarke (LAC Erdgas Chemnitz) | Dritter Dreisprung (15,66 m)
Der Wettkampf war sehr spannend, es war ja auch sehr eng zwischendurch. Ich habe zwischendrin ein wenig den Fokus verloren und bin dann im fünften Versuch wieder rangekommen, bevor es im sechsten dann geklappt hat mit der Medaille. Ich freue mich natürlich. So habe ich noch eine Medaille nach Chemnitz geholt. Das war mein Ziel. Ich war als Drittbester gemeldet. Insgesamt bin ich mit der Hallensaison zufrieden. Ich habe eine Bestleitung stehen und mich auf dem Niveau stabilisieren können. Ich bin mir sicher, dass im Sommer noch mehr geht.
Fazit Dr. Jörg Bügner (DLV-Vorstand Leistungssport)
Wir haben in Dortmund drei tolle Leichtathletik-Tage mit begeisterten Fans gesehen. Dabei hat die Hallen-DM wieder die ganze Faszination unserer Sportart gezeigt. Angefangen beim spektakulären Auftakt von Kugelstoß-Olympiasiegerin Yemisi Ogunleye mit neuer Bestleistung und Rang zwei in der Welt über das Wimpernschlagfinale über 60 Meter der Männer mit gleich fünf WM-Normen und neue Gesichter im 60-Meter-Sprint der Frauen bis hin zur Weltklasseweite von Simon Batz. Ganz stark war natürlich auch das 800-Meter-Solo von Alexander Stepanov, das er mit einer neuen Bestzeit krönen konnte. Dortmund war eine wichtige Standortbestimmung auf dem Weg zur Hallen-WM in Torun und zur EM im Sommer in Birmingham. Diese Standortbestimmung haben die Athletinnen und Athleten bravourös gemeistert und können mit Rückenwind in die bevorstehenden Aufgaben gehen. Unser Dank gilt allen, die diese stimmungsvollen und erfolgreichen Deutschen Meisterschaften in der ausverkauften Helmut-Körnig-Halle ermöglicht haben.