| Pfungstadt

1:58,67 Minuten: Majtie Kolberg krönt Pfungstädter Laufgala

© Stefan Mayer
Für das Highlight bei der Laufgala in Pfungstadt hat am Samstagabend Majtie Kolberg gesorgt. Die Olympia-Halbfinalistin über 800 Meter siegte auf ihrer Paradestrecke in 1:58,67 Minuten, ihrer bisher zweitbesten Zeit. Bei den Männern fehlte Malik Skupin-Alfa nicht viel zur Bestzeit. Schnell wie nie war auf den 1.500 Metern Hindernis-Spezialistin Gesa Krause unterwegs.
Svenja Sapper

Das südhessische Pfungstadt genießt in Läuferkreisen seit Jahren einen exzellenten Ruf. Denn Jahr um Jahr purzeln bei der Merck-Laufgala Normen und Bestzeiten. Vor allem das A-Rennen über 800 Meter konnte sich am Samstagabend sehen lassen. Für die Pace sorgte die WM-Halbfinalistin über 400 Meter Hürden Elena Kelety (Frankfurt Athletics). Auf der zweiten Runde zog dann Favoritin Majtie Kolberg (LG Kreis Ahrweiler) eindrucksvoll davon. In 1:58,67 Minuten lief sie die zweitbeste Zeit ihrer Karriere – lediglich im Olympia-Halbfinale von Paris (Frankreich) war sie noch 15 Hundertstel schneller gewesen, 

Damit eroberte die 26-Jährige zugleich die nationale "Poleposition" von Smilla Kolbe (Eintracht Frankfurt) zurück, die vergangene Woche in Rom (Italien) 1:59,04 Minuten auf die Bahn gebracht hatte. Beide haben damit die EM-Norm für Birmingham (Großbritannien; 10. bis 16. August), die bei 1:59,80 Minuten steht, klar unterboten. Das gelang in Pfungstadt auch der erst 16 Jahre alten Zweitplatzierten: U20-Vize-Europameisterin Ziva Remic (Slowenien) blieb in 1:59,64 Minuten erstmals unter der Zwei-Minuten-Marke. Die Top Drei komplettierte Majtie Kolbergs finnische Trainingskollegin Eveliina Määttänen (2:00,14 min). 

Kopf ausschalten und dann "Abfahrt"

"Ich habe die Stimmung aufgesogen und konnte das Rennen genießen", sagte Majtie Kolberg. "Meine halbe Trainingsgruppe ist hier und natürlich die ganze deutsche Läufercommunity. Ich ziehe daraus sehr viel Energie und Motivation. Es tut mir gut, mit Leuten zusammen zu sein, die ich kenne, und deswegen konnte ich das Rennen auch gut auf die Bahn bringen. Es ist schon eher ein 'Time Trial' – also ein 'gemachtes' Rennen – gewesen. Ich wusste, es wird ein schnelles Angangstempo und ich muss einfach dranbleiben, den Kopf ausschalten – und dann Abfahrt! Gerade im Hinblick auf die EM das es eine gute Bestätigung."

Überzeugen konnte als zweitbeste Deutsche Hannah Odendahl (SC Krefeld). In 2:01,97 Minuten schraubte die 20-Jährige ihre erst drei Wochen alte Bestzeit noch einmal um mehr als eine halbe Sekunde nach unten. Für die WM-Teilnehmerin über 1.500 Meter Jolanda Kallabis (FT 1844 Freiburg) wurden in ihrem ersten Rennen des Jahres 2:03,65 Minuten notiert, nach Verletzungsproblemen stufte sie den Saison-Einstieg als gelungen ein. Die Deutsche Hallenmeisterin Tanja Spill (TSV Bayer Dormagen) ging vorzeitig aus dem Rennen. 

Malik Skupin-Alfa schnellster 800-Meter-Läufer

Bei den Männern war Malik Skupin-Alfa (LG Offenburg) nach der kurzfristigen Absage des Deutschen Meisters Alexander Stepanov (VfL Sindelfingen) klar der Schnellste. In 1:45,72 Minuten hielt der 21-Jährige den noch ein Jahr jüngeren Louis Buschbeck (Königsteiner LV; 1:46,33 min) in Schach.

Dazwischen schob sich der Sieger eines vorherigen Laufs, Adrian Engstler (TV Villingen; 1:46,23 min), der seine Bestzeit um mehr als eine Sekunde steigern konnte. Dem Sieger fehlte ebenfalls nicht viel zum Hausrekord (1:45,13 min), den er vor fast genau einem Jahr an selber Stelle aufgestellt hatte. Und auch Louis Buschbeck kratzte an seiner Bestmarke (1:46,21 min). 

Gesa Krause startet mit Bestzeit

Hindernis-Spezialistin Gesa Krause (Silvesterlauf Trier) gelang in Pfungstadt ein Saison-Einstand nach Maß. In einem 1.500-Meter-Rennen mit WM-Finalistin Nele Weßel (Königsteiner LV) als Edel-Pacemakerin lief die 33-Jährige mit 4:04,74 Minuten neue Bestzeit auf der Unterdistanz. Sie war 17 Hundertstel schneller als im Vorjahr bei ihrem "Heimspiel" in Trier. Auch die Zweitplatzierte hatte Grund zur Freude: In 4:06,17 Minuten war Verena Meisl (TV Wattenscheid 01) fast drei Sekunden schneller denn je. 

"Ich war von Anfang April bis Mitte Mai bei einem Bundeswehr-Lehrgang und konnte daher nicht so zeitig in die Saison einsteigen", erklärte Gesa Krause anschließend ihre Planung. "Weil jetzt keine Diamond Leagues anstehen, bei denen ich meine Paradestrecke laufen kann, habe ich mir vorgenommen, erst mal die Flachstrecken zu laufen und die Hindernisse erst wieder Anfang Juli. Ich komme gerade aus dem Trainingslager in den USA mit acht Stunden Zeitverschiebung. Deshalb war mir ein familiärer, gut organisierter Wettkampf zum Einstieg lieber, als wenn es direkt mit einem Hammer losgeht."

Bei den Männern lieferten sich Noah Baltus (Niederlande; 3:34,34 min) und Adrian Ben (Spanien; 3:34,52 min) auf der Zielgeraden einen packenden Zweikampf, den der Niederländer für sich entschied. Dritter wurde für Andorra Pol Moya (3:35,04 min), bester Deutscher war in 3:36,97 Minuten der Deutsche Hallenmeister Marius Probst (TV Wattenscheid 01) auf Rang sechs. Dahinter überzeugten auch der neuntplatzierte Florian Zittel (Cologne Athletics; 3:37,94 min) und Tobias Tent (LG Stadtwerke München), der in 3:38,51 Minuten neue Bestzeit lief. Marc Tortell (Athletics Team Karben) konnte das Rennen nicht beenden. 

Die kompletten Resultate finden Sie in unserer Ergebnisrubrik...

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