Zwei Tage Lauf-Aktion stehen am Wochenende in Celle auf dem Programm. Am Samstag werden die DM-Titel auf der Langstrecke vergeben, am Sonntag stehen die DM-Entscheidungen der Langstaffeln auf dem Programm. Speziell das 10.000-Meter-Rennen der Frauen ist stark besetzt.
Über Celle nach Birmingham: So lautet das Motto für die Deutschen Meisterschaften Langstrecke (Samstag) und Langstaffeln (Sonntag) am Wochenende im Otto-Schade-Stadion in Celle. Denn über 10.000 Meter können sich die Deutschen Meister am Samstagabend das Ticket für die Europameisterschaften Mitte August in Birmingham sichern. Bei erfüllter Norm von European Athletics werden die Deutsche Meisterin und der Deutsche Meister vorrangig nominiert.
Speziell das 10.000-Meter-Rennen der Frauen ist stark besetzt. Fünf Läuferinnen mit Bestzeiten unter 32 Minuten auf Bahn oder Straße – und damit unter der EM-Norm für Birmingham – sind gemeldet. Die schnellste Bestzeit bringt die jüngste Top-Starterin mit: Lisa Merkel. Die Tübingerin lief in diesem Jahr sowohl auf der Bahn (31:32,25 min) als auch auf der Straße (31:10 min) neue Hausrekorde.
Bei der 10-Kilometer-DM Anfang März in Uelzen – dem Nachbarlandkreis von Celle – musste sich Lisa Merkel allerdings im Spurt einem Quartett geschlagen geben. Am Samstag stehen die Deutsche 10-Kilometer-Meisterin Eva Dieterich (Foto; LAV Stadtwerke Tübingen) und Vizemeisterin und Elena Burkard (LG Farbtex Nordschwarzwald), die vergangenes Jahr in Hamburg triumphierte, an der Startlinie.
Marathon-Spezialistinnen mit Chancen
Ebenfalls mit 31er-Bestzeiten sind Marathon-Meisterin Domenika Mayer (LG Telis Finanz Regensburg) und Blanka Dörfel (Berlin Athletics) am Start. Dazu kommen Marathon-Vizemeisterin Fabienne Königstein (Hannover 96) und die in diesem Jahr auf 32:08 Minuten verbesserte Lara Kiene (LG Hamm). „Bei den Frauen haben wir ein sehr starkes, gemischtes Feld mit Bahn- und Straßenläuferinnen. Ich bin gespannt, wie Domenika Mayer ihren tollen Marathon verkraftet hat. Ist sie fit, kann sie eine schnelle Zeit laufen. Mein Wunsch ist es, dass sich die Frauen mit Führungsarbeit abwechseln und versuchen, gemeinsam schnelle Zeiten zu erreichen“, blickt Bundestrainerin Isabelle Baumann auf die Entscheidung am Samstagabend.
Bei den Männern (EM-Norm: 27:50,00 min) ist die Breite an der Spitze nicht so weit gefächert wie bei den Frauen. Mit Jona Bodirsky, Max Nores und Jonathan Dahlke schickt der TSV Bayer 04 Leverkusen ein aussichtsreiches Trio ins Rennen. Jona Bodirsky und Jonathan Dahlke sind vergangenes Jahr schon unter 28:30 Minuten geblieben. Mit einer Bestzeit von 28:36,93 Minuten kommt der Vorjahreszweite Tom Förster (LG Braunschweig) nach Celle, allerdings hat er in diesem Jahr noch keine Rennen bestritten. Auch mit Nick Jäger (Franconia Athletics) ist bei Meisterschaftsrennen immer zu rechnen.
Mit Lars Franken könnte auch der favorisierte U23-Starter ein Wörtchen in der Spitzengruppe mitreden. Auf Kurs U23-Medaille sind außerdem Anton Saar (Erfurter LAC) und Jonas Kulgemeyer (OTB Osnabrück). Bei weiblichen U23 gehen mit Kira Weis (KSG Gerlingen), Pia Schlattmann (LG Brillux Münster) und Carolian Schäfer (TG Schwalbach) drei Läuferinnen aussichtsreich ins Rennen um Gold.
U20-Läufer blicken Richtung Eugene
Vor den 10.000-Meter-Rennen am Abend stehen in Celle die Masters- und U20-Läufe auf dem Programm. Die schnellsten Starter können sich für die U20-WM Anfang August in Eugene (USA) empfehlen. Mit 32 Läufern ist die 5.000-Meter-Entscheidung beim männlichen Nachwuchs zahlenmäßig stark besetzt. An der Spitze will Benjamin Klonowski (TuS Lichterfelde) seinen aktuellen „Lauf“ fortsetzen.
Mit Bestzeiten über 3.000 Meter in der Halle (8:23,83 min), 10 Kilometer (29:55 min) und Halbmarathon (64:47 min; Deutscher U20-Rekord) hat er sich zuletzt in starker Form präsentiert und könnte die U20-WM-Norm von 14:08,00 Minuten in Angriff nehmen. Erste Verfolger könnten in Celle Jonathan Albustin (LG Brillux Münster) und Jannis Matheo Grunwald (Berliner SV) werden.
Bei der weiblichen U20 geht Julia Ehrle (LG Farbtex Nordschwarzwald) als klare Favoritin ins Rennen. Die U20-EM-Dritte führt die Meldeliste mit einer Bestzeit von 15:44,06 Minuten deutlich an. Die U20-WM-Norm (16:25,00 min) dürfte für die bereits dreimalige Deutsche U20-Meisterin 2026 nur reine Formsache sein. In ihrem Windschatten wollen sich speziell die ehemalige Eisschnellläuferin Gloria Herold (Race Erfurt) und Ada Werner (SCC Berlin) für einen U20-WM-Start empfehlen.
Enge Rennen bei den Masters erwartet
Die Masters nehmen am Samstag ebenfalls die 5.000 Meter in Angriff. Mit der schnellsten Meldezeit von 14:55,77 Minuten geht M35-Läufer Sebastian Elvers ins Rennen. Der Sulinger wechselte erst vor drei Jahren vom Fußball zur Leichtathletik und startet seitdem richtig durch. Auch in der M40 und M45 sind mit Philipp Sprotte (Hamburg Running) und Danny Schneider (TSG Schwäbisch Hall) zwei Favoriten mit Bestzeiten nur wenige Sekunden über der 15-Minuten-Marke am Start.
Bei den Masters-Frauen versprechen speziell die Altersklassen W35 und W50 große Spannung. In der jüngeren Klasse trifft mit Katka Wenzler (LG Würm Athletik), Annika Börner (Ayyo-Team Essen) und Alexandra Krämer (LC Rapid Dortmund) ein schnelles Trio aufeinander. In der W50 setzen die neu in diese Altersklasse aufgestiegenen Simone Raatz (ASC Darmstadt; Titelverteidigerin) und Christl Dörschel (SG Wenden) ihre Dauerkonkurrenz fort.
Ab Sonntagvormittag werden ab 10:00 Uhr im Otto-Schade-Stadion die Titel bei den Langstaffeln vergeben. Im Fokus stehen bei Männern und Frauen die 3x1.000-Meter- bzw. die 3x800-Meter-Staffel. Dazu kommen die 4x400-Meter-Staffel, die auch im Mixed ausgetragen wird. Über 3x1.000 Meter sind sieben Staffeln mit Meldezeiten unter 7:30 Minuten am Start.
Mehr als fünf Stunden Staffel-Aktion am Sonntag
Dabei schickt Franconia Athletics gleich zwei Trios ins Rennen. Die Langstrecken- und Hindernisspezialisten um Florian Bremm, Nick Jäger und Niklas Buchholz könnten die Mittelstreckenspezialisten im Rennen um Gold am Sonntagmittag ärgern. Bei den Frauen starten mit Cologne Athletics, VfL Sindelfingen und LAV Stadtwerke Tübingen drei Vereine mit Goldambitionen.
Über 4x400 Meter werden einige starke Langsprinterinnen und Langsprinter fehlen. Sie sind parallel bei den World Relays im Einsatz. Trotzdem könnte der SCC Berlin in der Langsprint-Staffel für ein Gold-Double sorgen. Doch zwei Vereine aus dem Rheinland – LT DSHS bei den Männern und TSV Bayer 04 Leverkusen bei den Frauen – lauern dahinter auf ihre Goldchance. Auch bei der abschließenden Mixed-Staffel ist die Ausgangslage für den SCC Berlin dank der homogenen Besetzung sehr aussichtsreich. Gleiches gilt für Frankfurt Athletics und den TSV Bayer 04 Leverkusen.
Zu den Startlisten und Zeitplänen für die Langstrecken-DM und die Langstaffel-DM.