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Langstaffel-DM: SCC-Langsprinter doppelt vorn

© Theo Kiefner
Teamgeist war am Sonntag in Celle gefragt: Bei der Langstaffel-DM ging es für Frauen, Männer, U23 und U20 sowie Mixed und Masters um die Titel. Hier lesen Sie von Rennen zu Rennen, wer im Otto-Schade-Stadion aufs Podest gelaufen ist.
Martin Neumann

LIVE-ERGEBNISSE

Frauen / U23

4x400 Meter / 3x800 Meter

SCC Berlin und Cologne Athletics jubeln über Gold

Der SCC Berlin (Foto) ließ über 4x400 Meter keinen Zweifel daran, dass in Celle Gold nur über sie geht. Nadine Reetz, Michelle Janiak, Jasmin Brayshaw und Lena Leege legten schnelle einige Meter zwischen sich und die Konkurrenz. Dieser Vorsprung wuchs bis zum Ziel weiter, sodass die Berlinerinnen nach 3:40,79 Minuten über den Titel jubeln durften. Schon bei der Hallen-DM in Dortmund Ende Februar hatte der SCC Berlin über 4x200 Meter triumphiert. Nun folgte in Celle der nächste Titel.

Auch Silber ging in die Hauptstadt. Mit 3:45,83 Minuten sicherte sich die LG Nord Berlin Rang zwei vor dem VfL Sindelfingen (3:47,88 min). Noch schneller als die Drittplatzierten waren zwei U23-Staffeln unterwegs. Gold ging mit 3:45,72 Minuten an die StG USC Mainz/LC Bingen mit Mara Sophie Schmitz, Mia Louise Schmitz, Linda Zoe Amoikon und Emma Kaul, die auf der Zielgeraden Luise Sommer – Schlussläuferin vom LAC Erdgas Chemnitz – noch überholte. Das LAC-Quartett gewann mit 3:46,56 Minuten Silber vor Berlin Athletics (3:47,67 min).

Das 3x800-Meter-Rennen der Frauen glich einem Stadt-Duell zwischen Köln und München. Im schnelleren Lauf waren drei Staffeln von Cologne Athletics mit dabei und deren zwei der LG Stadtwerke München. Doch bereits nach den ersten beiden Runden hatte sich die Kölner Startläuferin Berit Janowitz einen ordentlichen Vorsprung herausgearbeitet. Den baute Vera Petrykowski (geborene Coutellier) auf dem zweiten Teilabschnitt weiter aus. So hatte Schlussläuferin Natalie Füllgraf keine Mühe, den Vorsprung ins Ziel zu bringen. „Es ist immer etwas hart, allein zu laufen. Aber die erste Runde war nicht so schnell, sodass ich noch genug Kräfte hatte“, sagte Vera Petrykowski, die sich in den kommenden Monaten wieder auf ihre Spezialstrecke 1.500 Meter konzentrieren wird.

Mit 6:26,54 Minuten lag das Kölner Trio klar vor der LAV Stadtwerke Tübingen (6:31,50 min), die Clara Möll, Laura Wilhelm und die Deutsche Hindernisläuferin Adia Budde ins Rennen geschickt hatte. Bronze wurde quasi auf dem Zielstrich zwischen den beiden Münchner Staffeln vergeben. Das bessere Ende hatte die erste Auswahl für sich. Nach 6:39,27 Minuten war Schlussläuferin Valerie Koppler 13 Hundertstel vor Teamkameradin Sophia Seiter im Ziel.

Bei der U23 lagen die ersten drei Staffeln innerhalb von fünf Sekunden. Der Titel ging an den LAC Erdgas Chemnitz. Das Trio aus Sachsen unterbot als einziges mit 6:56,44 Minuten die Sieben-Minuten-Marke. Auf den weiteren Medaillenplätzen kamen der VfL Waiblingen (7:00,13 min) und der TSV Bayer 04 Leverkusen (7:01,45 min) ins Ziel.


Männer / U23

4x400 Meter / 3x1.000 Meter

Beide Titel gehen nach Bayern

Die Entscheidung um den Titel über 4x400 Meter fiel erst auf der Zielgeraden. Dann zog Thilo Traue, Schlussläufer der LG Stadtwerke München, seinem Konkurrenten James Adebola vom SCC Berlin auf und davon. Mit 3:07,99 Minuten setzte sich das Münchner Quartett schlussendlich deutlich vor der Berliner Staffel (3:09,87 min) durch. Carlos Schirmer, Samuel Werdecker und Sebastian Kottmann hatten ihren Schlussläufer Thilo Traue in die gute Ausgangsposition für die „goldene Schlussrunde“ gebracht.

Im Rennen um Bronze entschieden sechs Tausendstel. Die Staffel des LT DSHS Köln war im zweiten Lauf exakt diese Winzigkeit schneller als die Sieger des ersten Laufs, Frankfurt Athletics. Für beide Staffeln wurden 3:12,05 Minuten gestoppt. Bei der U23 blieb der Titel in Niedersachsen. Eintracht Hildesheim setzte sich in der Besetzung Max Husemann, Kai Erik Englmann, Emil Mörsch und Niclas Jan Kaluza mit 3:12,24 durch. Auf den weiteren Medaillenplätzen folgten TSV Bayer 04 Leverkusen (3:14,26 min) und Eintracht Frankfurt (3:16,50 min).

Über 3x1.000 Meter ging die ersten Staffeln von Franconia Athletics als Goldkandidat ins Rennen. Und tatsächlich liefen Jakob Dieterich und Maximilian Berger bei der Langstaffel-DM in Celle einen ordentlichen Vorsprung für Schlussläufer Florian Bremm heraus. Der ließ sich Gold nicht mehr nehmen und führte Franconia Athletics mit 7:17,04 Minuten zum Titel. Zwar konnten die Verfolger noch einmal aufholen, überholen konnten sie den Langstreckenspezialisten auf der Schlussrunde aber nicht mehr. „Es ist nicht ganz einfach, allein an der Spitze zu laufen. Man nimmt die Sache dann manchmal zu leicht. Aber es hat ja gut geklappt“, sagte Florian Bremm.

Das Rennen um Silber entschied ein Routinier auf der Zielgeraden für die LG Region Karlsruhe: Christoph Kessler hatte die schnellsten Beine und lief zusammen mit Simon Arnold und Alexander Kessler in 7:18,80 Minuten auf Rang zwei. Bronze blieb in Niedersachsen: Andre Rohling, Mika Pikutzki und Linus Vennemann (7:19,66 min) hielten die zweite Franconia-Staffel (7:20,68 min) knapp in Schach. So ging Rang drei an die LG Osnabrück.

In der U23 war das Rennen bis zum Zielstrich offen. Am Ende machte der in diesem Winter deutlich verbesserte 1.500-Meter-Spezialist Tobias Tent den Titel für die LG Stadtwerke München klar. Mit 7:22,98 Minuten siegte er zusammen mit Jonas Storch und Moritz Mühlpointner vor zwei Staffeln des TuS Köln rrh. Das zweite Kölner Trio gewann mit 7:23,47 Minuten Silber vor der ersten Staffel, die nach 7:43,03 Minuten im Ziel war.


Mixed

4x400 Meter

SCC Berlin siegt mit starker Zeit, HSV bei U20 vorn

Die letzten Medaillen wurden bei der Langstaffel-DM am Sonntag in Celle über 4x400 Meter Mixed vergeben. Im zweiten Zeitlauf hatte der SCC Berlin 3:23,80 Minuten vorgelegt. So schnell war noch nie eine deutsche Vereinsstaffel auf dieser noch recht jungen Strecke gelaufen. Nun waren die Staffeln im dritten Zeitlauf gefordert. Doch weder TSV Bayer 04 Leverkusen (3:30,77 min) noch Frankfurt Athletics (3:31,12 min) schafften es.

So ging der Titel an den SCC Berlin in der Besetzung Friedrich Rumpf, Michelle Janiak, Lukas Krappe und Lena Leege. Für die beiden Frauen war es der zweite Titel des Tages nach den 4x400 Metern der Frauen. Die Männer nahmen nach Silber wenige Stunden zuvor diesmal Gold mit nach Hause. Die weiteren Medaillen gingen ebenfalls an die Staffeln aus dem zweiten Zeitlauf: Silber sicherte sich mit Angelos David Tsimopoulos, Lotta Mage, 800-Meter-Spezialist Alexander Stepanov und Sabrina Heil der VfL Sindelfingen (3:27,42 min), Bronze die LG Nord Berlin (3:28,25 min) mit Maik Haller, Charlotte Wolff, Leon Haller und Karolina Pahlitzsch.

In ebenfalls drei Zeitläufen ging es in der U20 um die Mixed-Medaillen. In den ersten beiden Rennen waren durch Berlin Athletics (3:35,98 min) und die LG Rhein-Wied (3:36,91 min) schon schnelle Zeiten vorgelegt worden. Doch im finalen Lauf wurden diese Marken pulverisiert. Angeführt vom Hamburger SV blieben zwei Staffeln unter der Berliner Vorgabe. So ging Bronze in die Hauptstadt.

Über den Titel jubelte der HSV. Tom Sperling, Lina Marie Schönemann, Felix Nicklisch und Ida Carlotta Schröder legten 3:30,46 Minuten hin und hielten damit SSF Bonn (3:32,37 min) auf Distanz. Eintracht Frankfurt, mit 3:36,28 min Dritte des dritten Laufs, verpasste das Podium nur knapp.


Masters Frauen

4x400 Meter / 3.800 Meter

Bedburger W40-Staffel mit schnellsten Zeiten

Im schnellsten 4x400-Meter-Rennen der Frauen-Masters setzte sich ein Quartett des älteren Jahrgangs durch. Für die StG Bedburg-Dinslaken-Goch liefen Eva Siemer, Barbara Dolata, Alexandra Kraienhorst und Silke Flören mit 4:25,69 Minuten zum W40-Sieg. Fünf Sekunden dahinter sicherte sich das Quartett des SCC Berlin mit Marta Parol, Madeleine Lewin, Vera Pöhl und Katja Treichel Gold in der W35.

Über 4x400 Meter der Mastersläuferinnen sprintete in der W50 das Quartett der LG Lage-Detmold-Bad-Salzuflen zu einem souveränen Sieg. Mit 4:58,70 Minuten waren am Sonntagvormittag Birgit Hemmeke, Jutta Eickmeyer, Katjana Quest-Altrogge und Carla Sontos deutlich vor der Staffel der LG Kreis Verden (5:15,82 min) im Ziel. W60-Gold sicherten sich mit 5:41,43 Minuten Anita Bayha-Zaiser, Helga Rett, Kopej Tokpetova und Britta Tepe für Gazelle Pforzheim/Königsbach.

Zwei DM-Titel innerhalb von knapp drei Stunden: Die W40-Läuferinnen der StG Bedburg-Dinslaken-Goch erlebten in Celle einen „goldenen Sonntag“. Denn nach dem Triumph über 4x400 Meter war der Verein auch über 3x800 Meter nicht zu schlagen. 7:59,83 Minuten waren für Eva Siemer, Silke Flören und Alexandra Kraienhorst gleichbedeutend mit dem zweiten Titel des Tages. Mit ordentlichem Abstand kam die schnellste W35-Staffel ins Ziel. Madeleine Lewin, Vera Pöhl und Katja Treichel gewannen mit 8:17,99 Minuten Gold in ihrer Altersklasse.

Auch bei den älteren Startklassen herrschte auf der Rundbahn ordentlich Betrieb. Schnellste Staffel war mit 8:26,31 Minuten das W50-Trio der StG Hamburg-Harburg in der Besetzung Katja Liebler, Barbara Becker und Tanja Hecht. Den Sieg in der W60 sicherten sich Kopej Tokpetova, Helga Rett und Britta Tepe mit 9:32,26 Minuten für Gazelle Pforzheim/Königsbach. Auch die W70-Klasse war in Celle besetzt. Der Sieg ging mit 13:03,11 Minuten an die LG LK Aschaffenburg mit Rosmarie Esser, Marion Ertl und Edeltraud Ackermann mit 13:03,11 Minuten.


Masters Männer

4x400 Meter / 3x1.000 Meter

LAC Vorwärts und Triple B laufen mit schnellsten Zeiten zu Gold

Die schnellste 4x400-Meter-Zeit des Tages bei den Masters legten die M35-Meister der StG LAC Vorwärts hin. Mit 3:43,15 Minuten siegten Javed Mohoboob, Jörg Singer, Matti Herrmann und Tim Maywald-Schönborn vor der TSG Bergedorf (3:48,13 min). Bei den Hamburgern war der 50-jährige Ingo Schultz, WM-Zweiter von 2001, im Einsatz und unterstützte seine zum Teil deutlich jüngeren Kollegen.

Eine Sekunde schneller als die TSG-Staffel waren die M40-Meister. Thomas Holzmann, Christian Noesel, Florian Popella und Patrick Jenning waren für die LG Würm Athletik nach 3:47,12 Minuten im Ziel. In der M50 blieb mit Eintracht Frankfurt eine Staffel unter der Vier-Minuten-Marke: Jan Hilgenstock, Peter Oberließen, Elvis Wemyss und Sebastian Strenkert meisterten die 4x400 Meter in 3:59,16 Minuten.

Der erste Startschuss am Sonntagvormittag fiel bei der Langstaffel-DM in Celle im 4x400-Meter-Rennen der M60 und M70. Und ein Quartett setzte sich sofort vom Rest des Feldes ab: das LAC Essingen. Mit 4:10,09 Minuten liefen Rainer Strehle, Wilhelm Beyerle, Bernhard Frey und Kai-Steffen Frank mit 47 Sekunden Vorsprung zum M60-Sieg. Gold in der M70 ging an Martin Hoenig, Kurt Tohermes, Bruno Hoenig und Fredi Spohr mit 6:03,32 Minuten von den Lauffreunden Hadi Wesel.

Alter schützt vor Leistung nicht. Das bewiesen die M40-Mittelstreckler der StG Triple B in Celle. Denn Andreas Kuhlen, Christian Wiese und Peter Fräßdorf zeigten den jüngeren M35-Staffeln über 3x1.000 Meter die Hacken. Mit 8:07,44 Minuten legte das Trio eine starke Zeit hin und siegte in seiner Altersklasse mit mehr als 30 Sekunden Vorsprung auf die LG Wuppertal (8:38,23 min). Als zweite Staffel und erstes M35-Trio kam die TSG Heidelberg nach 8:12,05 Minuten ins Ziel. Sascha Barth, Jose Prados und William Martin jubelten über Gold, Silber ging an den LC Diabü Eschenburg (8:19,37 min).

Über 3x1.000 Meter der M50 entwickelte sich ein westfälisches Duell um Gold. Am Ende setzte sich die Bielefelder TG mit Felix Langhoff, Hagen Mehls und Daniel Brünn mit 8:47,38 Minuten vor dem Trio des LC Rapid Dortmund (8:58,00 min) durch. In der M60 blieb mit der StG Elbkinder in der Besetzung Uwe Walter, Jens Gauger und Martin Wams eine Staffel unter der Zehn-Minuten-Marke (9:57,26 min). In der M70 gewann die LG Sieg mit 11:46,85 min in der Besetzung Anton Schreiner, Hans-Jürgen Lichte und Franz-Josef Schmidt.

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