| Mehrkampf-Meeting

Götzis 2026 | Leo Neugebauer und Niklas Kaul auf dem Zehnkampf-Podium

© Jan Papenfuß
Leo Neugebauer hat am Wochenende beim prestigeträchtigen Mehrkampf-Meeting in Götzis (Österreich) Platz zwei belegt. Der Stuttgarter musste sich mit 8.730 Punkten nur dem Schweizer Simon Ehammer geschlagen geben. Niklas Kaul landete auf Platz drei, als Neunter knackte auch Youngster Amadeus Gräber die EM-Norm.
Svenja Sapper

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Tag 2 | Sonntag


1.500 Meter

Leo Neugebauer Zweiter, Niklas Kaul Dritter

Die 1.500 Meter dominierte Meetingrekordler Jeff Tesselaar. Der Niederländer bestritt ein einsames Rennen, das er in 4:18,40 Minuten zu Ende brachte. Dahinter kam der Niederländer Sven Roosen (4:23,31 min) knapp vor Niklas Kaul (4:23,67 min) ins Ziel. Da Damian Warner fast zwölf Sekunden Rückstand auf den Mainzer hatte, war klar: Rang drei geht an Niklas Kaul! Der 28-Jährige sammelte 8.528 Punkte und übertraf damit die Vorgabe für die EM in Birmingham um 228 Punkte. Leo Neugebauer beendete das Rennen in 4:39,33 Minuten. Sein Endresultat: 8.730 Punkte. Das toppte nur Simon Ehammer, der sich an die Fersen des Weltmeister heftete, 4:43,22 Minuten reichten zur Weltjahresbestleistung von 8.778 Punkten. 

Der dritte deutsche Zehnkämpfer verließ Götzis ebenfalls mit einem Erfolgserlebnis: Amadeus Gräber knackte in seinem ersten Männer-Zehnkampf, den er beenden konnte, auf Anhieb die EM-Norm. 4:36,61 Minuten verschafften ihm insgesamt 8.345 Punkte, damit wurde er Neunter. 


Speerwurf

Niklas Kaul wirft Meetingrekord, Amadeus Gräber Bestleistung

Es war der erste Wurf der zweiten Speerwurf-Gruppe, als ein lautes Raunen durchs Publikum ging. Denn der Speer von Niklas Kaul war deutlich hinter der Marke gelandet, die den nunmehr 15 Jahre alten Meetingrekord des Kubaners Leonel Suarez (75,49 m) markierte. 78,21 Meter, die beste Weite seit seinem WM-Titel 2019 in Doha, bescherten dem Mainzer 1.015 Punkte. Und da Damian Warner seinen Speer nur auf 54,93 Meter warf, ist für Niklas Kaul nun sogar das Podium in Reichweite. Mit 7.741 Punkten lauert der 28-Jährige, der im Vergleich zum Kanadier der bessere 1.500-Meter-Läufer ist, nur 44 Punkte hinter Rang drei. 

Im Kampf um den Sieg scheint es auf den nächsten Schweizer Sieg nach Annik Kälin im Siebenkampf hinauszulaufen. Denn Simon Ehammer blieb mit 54,38 Metern in Schlagdistanz zu Leo Neugebauer (58,46 m). Der Schweizer hält mit 8.118 Punkten die Poleposition, der Stuttgarter steht bei 8.045 Zählern. Hinter Warner und Kaul folgen dann schon zwei "Rookies": der Tscheche Tomas Järvinen (7.693 pt) und, dank eines starken Speerwurfs, Amadeus Gräber (7.643 pt). Der Frankfurter erzielte schon im ersten Speerwurf-Durchgang mit 63,94 Metern eine neue Bestleistung, die er dann noch auf 65,55 Meter steigern konnte. 4:43,80 Minuten muss er über 1.500 Meter unterbieten, um die EM-Norm von 8.300 Punkten zu erreichen. Seine Bestzeit steht bei 4:32,21 Minuten, das Ziel ist also absolut in Reichweite. 


Stabhochsprung

Amadeus Gräber holt sich den Disziplinsieg

Der Stadionsprecher zog sogar Parallelen zu Stabhochsprung-Weltrekordler Armand Duplantis (Schweden) – so locker überflog Amadeus Gräber Höhe um Höhe. Abgesehen von einem Schönheitsfehler bei 4,60 Metern musste er für alle Höhen bis einschließlich 5,20 Meter nur einmal Anlauf nehmen und holte sich seinen ersten Disziplinsieg in Götzis. Denn einzig Simon Ehammer meisterte ebenfalls 5,20 Meter, benötigte dafür aber drei Versuche. Damit baute er seine Führung auf Leo Neugebauer, der 5,00 Meter überquerte, wieder aus. Der Schweizer ist mittlerweile bei 7.464 Punkten angekommen, 7.330 Zähler hat Leo Neugebauer bisher eingestrichen. Für beide Athleten sind Gesamt-Resultate deutlich jenseits der 8.700 Punkte noch möglich. 

Mit nur 4,60 Metern im Stabhochsprung musste Damian Warner (7.123 pt) die Top Zwei weiter ziehen lassen, ist aber nach wie vor Dritter. Amadeus Gräber indes hat deutlich an Boden gutgemacht: Mit 6.821 Punkten ist er in die Top Acht vorgerückt und auch die EM-Norm von 8.300 Punkten ist nach wie vor in Reichweite. Auch Niklas Kaul brachte sich vor seinen Paradedisziplinen in Position: Der Weltmeister von 2019 freute sich sichtlich über seine 4,90 Meter, nur eine Höhe unter Bestleistung. 6.726 Punkte bringen ihn auf Rang zwölf. Leider weit abgeschlagen ist mittlerweile Fred Isaac Fleurisson: Dem Frankfurter, für den der Stabhochsprung ohnehin zu den Wackeldisziplinen zählt, brachte bei seiner Einstiegshöhe von 4,20 Metern die Latte dreimal zu Fall. 


Diskuswurf

Leo Neugebauer macht's spannend

Der Diskuswurf zählt zu den Paradedisziplinen von Leo Neugebauer. Doch in Götzis wollte die Scheibe anfangs nicht so fliegen, wie man es vom Stuttgarter gewohnt ist. Im ersten Durchgang flatterte der Diskus auf 36,26 Meter, im zweiten reihte er sich mit 49,47 Metern hinter dem Esten Karel Tilga (50,44 m) ein. In Runde drei machte der Weltmeister dann doch noch den Disziplinsieg klar, wenngleich er mit einer Bestleistung von 58,70 Metern mehr draufhat als die 50,77 Meter, die im Möslestadion gemessen wurden. 

Mit seinem derzeit schärfsten Konkurrenten Simon Ehammer lieferte sich Leo Neugebauer diesmal ein Fernduell, denn der Schweizer warf in Gruppe B und somit auf dem benachbarten Wurfplatz. 41,09 Meter waren für den Weltrekordler im Hallen-Siebenkampf ein zufriedenstellendes Resultat, wenngleich Leo Neugebauer den Rückstand auf den Führenden deutlich verkürzen konnte: 6.492 Punkte hat der Schweizer auf dem Konto, 6.420 Leo Neugebauer. Dritter ist nach wie vor Damian Warner (6.333 pt), der mit 46,74 Metern ebenfalls eine gute Diskus-Weite erzielte. 

Zu den besten Werfern in Gruppe B zählte Amadeus Gräber. Der 21-Jährige feuerte seine Scheibe auf 44,03 Meter und blieb damit weiter auf Kurs. Bei seinem U20-EM-Titel (damals noch mit leichteren Gewichten und niedrigeren Hürden) hatte er mit dem 1,75-Kilo-Diskus 44,68 Meter geworfen, mit der schweren Scheibe steht sein Hausrekord mittlerweile schon bei 46,89 Metern. Mit 5.849 Punkten rangiert der Frankfurter auf Platz 14, dicht gefolgt von Niklas Kaul, der im Diskuswurf mit 47,14 Metern einige Zähler gutmachen konnte. 5.846 Punkte führen den Mainzer auf Rang 15, auf Position 20 folgt mit 5.536 Zählern und 38,10 Metern mit dem Diskus Fred Isaac Fleurisson. 


110 Meter Hürden

Der nächste (E)hammer

Der zweite Zehnkampf-Tag begann mit starkem Wind von vorn. Zum Leidwesen von Amadeus Gräber, der noch nicht allzu oft über die hohen Männerhürden gesprintet ist und mit 1,7 Meter/Sekunde Gegenwind zu kämpfen hatte. Doch diese Herausforderung meisterte der 21-Jährige gut und quittierte seine 14,70 Sekunden mit einem Kopfnicken, seine Bestzeit steht bei 14,53 Sekunden. Ein wenig schneller waren Niklas Kaul und Leo Neugebauer unterwegs, die ihren Lauf bei Windstille bestritten. Mit 14,51 Sekunden (Kaul) und 14,57 Sekunden (Neugebauer) waren beide zufrieden. Der Mainzer war damit 13 Hundertstel schneller als in seinem besten Zehnkampf, der Stuttgarter zwei Zehntel langsamer. 

Die beste Hürdenzeit im deutschen Team ging auf das Konto von Fred Isaac Fleurisson. Der Frankfurter, der in der Hallensaison Deutscher Meister in der Spezialdisziplin geworden war, brachte 14,43 Sekunden auf die Bahn, damit war er nicht ganz so schnell wie bei seiner Bestleistung (14,02 sec). Für Begeisterung sorgte wieder einmal Simon Ehammer: Der Schweizer dominierte den letzten Lauf in 13,48 Sekunden. Damit unterbot er seine Zeit im besten Zehnkampf um neun Hundertstel. In Götzis war lediglich der Inhaber der Weltbestleistung Damian Warner (13,36 sec) schon einmal schneller. Dieser wurde in dem Lauf Zweiter mit 13,89 Sekunden. 

Mit insgesamt 5.805 Punkten hat Simon Ehammer seinen Vorsprung weiter ausgebaut, Leo Neugebauer liegt mit 5.534 Punkten noch vier Zähler vor Damian Warner, jedoch dürfte der Stuttgarter den Kanadier im Diskuswurf und Stabhochsprung deutlich distanzieren. Mehr als 5.300 Punkte hat der junge Tscheche Tomas Järvinen (5.301 pt) gesammelt und damit Rang vier übernommen, während der bisher viertplatzierte US-Amerikaner Hakim McMorris über die Hürden einen "Nuller" hinnehmen musste, er kann damit nicht mehr in den Kampf um die Podiumsplätze eingreifen. Amadeus Gräber ist als 14. mit 5.102 Punkten weiter gut unterwegs, auf Platz 18 (5.035 pt) lauert Niklas Kaul, dessen starke Disziplinen am Ende des Zehnkampfes kommen. Fred Isaac Fleurisson steht bei 4.910 Punkten – Rang 20. 


 

Tag 1 | Samstag

100 Meter

Guter Start für DLV-Zehnkämpfer

Den größten Applaus gab es nach den 100 Metern für einen Athleten, der nahezu jedes Jahr bei der Auftaktdisziplin im Möslestadion für Begeisterungsstürme sorgt: Damian Warner. Der Rekordsieger präsentierte sich mit 10,28 Sekunden in Topform. Nur einmal in der 51-jährigen Geschichte des Hypomeetings wurde eine noch bessere Siegerzeit gestoppt – und die ging natürlich auf das Konto des Kanadiers, der 2019 im Möslestadion 10,12 Sekunden auf die Bahn gebracht hatte. Als zweitschnellster Sprinter in Götzis lieferte auch Simon Ehammer (Schweiz) eine Kampfansage: Der Weltrekordler im Hallen-Siebenkampf war in 10,41 Sekunden gleich 16 Hundertstel schneller als bei seinem besten Zehnkampf. Nur eine Hundertstel dahinter folgte der US-Amerikaner Hakim McMorris. 

Doch auch die DLV-Zehnkämpfer konnten mit ihrem Auftakt zufrieden sein. Schnellster war als Achter im Gesamt-Klassement der Jüngste im Bunde: Amadeus Gräber (Eintracht Frankfurt). Der U20-Europameister von 2023 sprintete mit 10,62 Sekunden die zweitbeste Zeit seiner noch jungen Karriere. Weltmeister Leo Neugebauer (VfB Stuttgart) war mit 10,76 Sekunden vier Hundertstel schneller als bei seinem WM-Titel in Tokio (Japan). Debütant Fred Isaac Fleurisson (Eintracht Frankfurt) startete mit 11,00 Sekunden ebenfalls solide, erst zweimal war er in seiner Karriere flinker. Niklas Kaul (USC Mainz) rollt das Feld wie üblich von hinten auf. Mit 11,30 Sekunden bei Windstille ging eine für ihn ordentliche Zeit in die Ergebnislisten ein. 
 


Weitsprung

8,51 Meter: Ehammer einsame Spitze, Neugebauer stark

Es war das Ende des zweiten Durchgangs in Gruppe A, als der Weitsprung stetig an Fahrt aufnahm. Zuerst sorgte Leo Neugebauer für lauten Jubel. Der Weltmeister freute sich ausgiebig über seine 7,97 Meter. Es fehlten lediglich drei Zentimeter zum Hausrekord, weder bei seinem WM-Titel (7,62 m) noch bei seinem Deutschen Rekord (7,86 m) flog er so weit. Doch diese Leistung konterte Simon Ehammer sofort! Der beste Weitspringer in der Zehnkampf-Geschichte jubelte schon, als er aus der Grube stieg, und holte sich sogleich die Glückwünsche von Leo Neugebauer ab. Mit 8,51 Metern toppte der Schweizer seine eigene Zehnkampf-Weltbestleistung, die er vor vier Jahren im Möslestadion erzielt hatte, um sechs Zentimeter und ist damit momentan auch weltweit der beste Weitspringer. Dafür gab's Standing Ovations auf der Tribüne.

Drittbester Weitspringer: Damian Warner, der trotz starker 7,73 Meter die Gesamtführung an Simon Ehammer abgeben musste: Mit 2.190 Punkten thront der Schweizer nun an der Spitze des Feldes, gefolgt von Warner (2.020 pt) und Leo Neugebauer (1.968 pt). Zehnter ist nach zwei Disziplinen Amadeus Gräber, der ebenfalls Grund zur Freude hatte. Mit 7,28 Metern flog der Youngster gleich im ersten Versuch auf eine neue Bestleistung. Danach riskierte er voll. Die Sprünge zwei und drei waren beide übertreten – aber weit! 

Weniger zufrieden wirkten Niklas Kaul und Fred Isaac Fleurisson. Beide erwischten keinen Sprung perfekt. Für den Mainzer, der gleich zweimal am Brett viel verschenkte, gingen 7,09 Meter in die Wertung ein. Keine Katastrophe, aber nicht ganz das, was sich der Weltmeister von 2019 vorgestellt hatte. Fred Isaac Fleurisson ging nach einem ungültigen Sprung zum Auftakt im zweiten Durchgang auf Nummer sicher – 6,86 Meter. Der dritte Versuch war dann wieder ungültig. So konnte er nicht in den Bereich seiner Bestmarke von 7,47 Metern vorstoßen. Mit 1.642 Punkten rangiert er auf Platz 20, direkt dahinter folgt Niklas Kaul (1.630 pt). 


Kugelstoß

Ein Disziplinsieg und zwei Bestleistungen

Das Kugelstoßen ist eine der Paradedisziplinen von Leo Neugebauer – und diesmal geriet sie zu einer Demonstration seiner Stärke. Mit allen drei gültigen Versuchen hätte der Weltmeister den Disziplinsieg eingefahren. Auf 16,37 Meter und 16,45 Meter folgte im dritten Durchgang die Tagesbestweite von 16,71 Metern. Einzig Makenson Gletty (Frankreich) übertraf mit 16,17 Metern ebenfalls die 16-Meter-Marke, Rasmus Roosleht (Estland; 15,96 m) kratzte daran. 

Zu den weiteren 15-Meter-Stoßern zählte neben Simon Ehammer (15,15 m) und Damian Warner (15,14 m) auch Niklas Kaul. Der Mainzer verbesserte im dritten Durchgang seine nunmehr sieben Jahre alte Bestleistung um zwei Zentimeter auf 15,21 Meter. Ebenfalls im dritten Versuch knackte Fred Isaac Fleurisson mit 14,01 Metern noch die 14-Meter-Marke, sein Hausrekord steht bei 14,40 Metern. Mit 13,61 Metern verbuchte auch Amadeus Gräber eine neue Bestmarke. Der 21-Jährige hat noch nicht allzu oft mit der schweren Männerkugel gestoßen. 

Die Top Drei der Gesamtwertung haben sich mittlerweile schon recht deutlich abgesetzt: Dank seiner starken Kugelstoß-Leistung ist Leo Neugebauer mit 2.863 Punkten nun an Damian Warner (2.818 pt) vorbeigezogen, weiterhin mehr als 100 Punkte Vorsprung hat Simon Ehammer (2.989 pt). Erste Verfolger des Trios sind der US-Amerikaner Hakim McMorris (2.682 pt) und der Weltmeister von 2023 Pierce Lepage (Kanada; 2.676 pt). Amadeus Gräber behauptet sich mit 2.532 Punkten auf Rang 15, Niklas Kaul (2.433 pt) und Fred Isaac Fleurisson (2.371 pt) haben auf den Rängen 20 und 21 die Plätze getauscht. 
 


Hochsprung

Die nächste tolle Flugshow – und die DLV-Athleten mittendrin

Mit elf Athleten, die Höhen von 2,00 Metern und mehr übersprangen, lieferten die Zehnkämpfer im Hochsprung eine tolle Flugshow. Dabei konnte auch das deutsche Quartett mitmischen. Die stärkste Leistung zeigte wie schon im Weitsprung und Kugelstoßen Weltmeister Leo Neugebauer. Mit 2,06 Metern sprang er fast ebenso hoch wie bei seinem Deutschen Rekord (2,07 m) und musste sich nur Youngster Tomas Järvinen aus Tschechien geschlagen geben, der auch noch 2,09 Meter meisterte. 

Fred Isaac Fleurisson war mit 2,03 Metern bester Hochspringer auf Anlage B – dicht gefolgt von Amadeus Gräber, der mit 2,00 Metern nur einen Zentimeter unter seiner Bestleistung blieb. Entsprechend groß war der Jubel beim 21-Jährigen. Auch Niklas Kaul meisterte 2,00 Meter, ein solides Ergebnis für den Weltmeister von 2019. Damit waren die beiden höhengleich mit Damian Warner, Simon Ehammer übersprang auch noch 2,03 Meter und wahrte damit seine Führungsposition. 

Mit 3.820 Punkten geht er in die 400 Meter, gefolgt von Leo Neugebauer (3.722 pt) und Damian Warner (3.621 pt). Als zweitbester Deutscher rangiert Amadeus Gräber auf Platz zwölf (3.335 pt), Niklas Kaul hat sich auf Platz 18 vorgearbeitet (3.236 pt) und liegt damit zwei Plätze vor Fred Isaac Fleurisson, der derzeit bei 3.202 Punkten steht. 


400 Meter

Leo Neugebauer bleibt auf Kurs

Ein rundum gelungener erster Zehnkampf-Tag endete für Leo Neugebauer mit einer 400-Meter-Zeit unter 48 Sekunden. In 47,99 Sekunden war der Stuttgarter sogar vier Hundertstel schneller als bei seinem Deutschen Rekord. Mit 4.632 Punkten ist er weiter Zweiter und liegt nur 53 Punkte hinter seinem Rekordkurs zurück. Simon Ehammer indes konnte mit der drittbesten 400-Meter-Zeit im Feld (47,33 sec) seine Führung weiter ausbauen, nur die US-Amerikaner Harrison Williams (46,82 sec) und Hakim McMorris (47,09 sec) waren noch ein wenig schneller. Der Schweizer hat zur Halbzeit 4.762 Punkte gesammelt und damit den "Halbzeit-Weltrekord" im Rahmen eines Zehnkampfes verbessert. Den hielt bislang Damian Warner mit 4.743 Punkten. 

Eben dieser Damian Warner nimmt in Götzis zur Halbzeit mit 4.541 Punkten Rang drei ein. Auch er blieb über 400 Meter mit 47,77 Sekunden unter der 48-Sekunden-Marke. Allerdings hat Hakim McMorris (4.467 pt) dank der starken 400-Meter-Zeit einige Zähler gutgemacht. 

Zweitbester Deutscher ist zur Halbzeit nach wie vor Amadeus Gräber. Der Youngster verpasste über 400 Meter mit 48,58 Sekunden seine Bestzeit nur um vier Hundertstel. Mit 4.216 Punkten ist er 13. und kann am zweiten Tag vor allem im Stabhochsprung noch viele Punkte sammeln. Niklas Kaul beendete das 400-Meter-Rennen nach einem starken Finish in 48,42 Sekunden und verteidigte damit trotz Beugerproblemen Rang 18 (4.125 pt). Fred Isaac Fleurisson konnte auf der Zielgeraden leider nicht mehr ganz mithalten, für ihn wurden 50,59 Sekunden gestoppt. So liegt er mit 3.990 Punkten auf Platz 21. 

Stimmen zum Wettkampf

Leo Neugebauer (VfB Stuttgart)
"Es war alles sehr, sehr smooth. Ich bin mit allen Disziplinen zufrieden. Ein cooler erster Tag, hat Spaß gemacht! Ich war mega happy mit dem Weitsprung und dem Hochsprung. So nah an die acht Meter ranzukommen, war krass. 2,06 Meter im Hochsprung waren auch die beste Höhe seit einer Weile. Morgen ist ein neuer Tag, da geht es wieder bei null los. Der Körper fühlt sich gut an und ich habe Bock! Die Stimmung ist einfach mega, es sind so viele Leute da, die ich kenne. Die haben Spaß und ich mache da mit, habe auch meinen Spaß. Es ist ein cooler Opener, den ich sehr genießen kann. Ich habe einige Zehnkämpfe geplant in dieser Saison, als Nächstes kommt Ratingen, dann die EM in Birmingham und vielleicht zum Saison-Abschluss noch Talence." 

Niklas Kaul (USC Mainz)
"So weit, so gut! Leider habe ich seit dem Trainingslager in Belek ein bisschen Beugerprobleme. Das hemmt mich ein bisschen. Wenn man das in vier von fünf Disziplinen zu spüren bekommt, fehlen da einfach Punkte. Aber dafür, dass es kein 100-Prozent-Zehnkampf ist, ist es sehr gut. Jetzt schauen wir, dass ich morgen die Quali für Birmingham klarmache, dann kurieren wir die Wehwehchen aus und dann wird es in Birmingham vielleicht ein anderer erster Tag. Mein Highlight heute war ganz klar das Kugelstoßen, weil ich da seit sechseinhalb Jahren auf eine Bestleistung gewartet habe. Die jetzt zu stoßen, ist super, auch wenn ich weiß, dass da deutlich mehr geht. Da fehlen noch ein paar Wettkampfstöße. Es macht schon Spaß, als Geschwister hier zu sein, auch wenn wir über den Tag nicht viel miteinander zu tun hatten. Aber wir rennen kurz aneinander vorbei, fragen, wie es beim anderen war, und dann wird kurz getröstet oder beglückwünscht. Aber bislang gibt es bei Emma ja wenig zu trösten und mehr zu beglückwünschen." 

Amadeus Gräber (Eintracht Frankfurt)
"Der erste Tag war so gut wie noch nie, also: top! Die 100 Meter waren ein guter Start – nicht so gut wie letztes Jahr, aber dafür verletzungsfrei. Im Weitsprung hatte ich einen sehr guten ersten Sprung. Es war sehr schade, dass der dritte ungültig war. Der wäre noch viel weiter gewesen, im Bereich von 7,60 bis 7,70 Meter, und wirklich nur einen halben Zentimeter übertreten. Das Video schaue ich mir noch mal an, das wären direkt 100 Punkte mehr gewesen. Mit den restlichen Disziplinen bin ich auch zufrieden, die 400 waren noch mal ein guter Abschluss. Für morgen nehme ich mir vor, so weiterzumachen wie heute: Überall in Richtung PB. Dann komme ich hinten bei einer guten Punktzahl raus. Ich schiele natürlich mit einem Auge auf die Quali für Birmingham [Norm: 8.300 pt], aber mal schauen." 

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