| Schönebeck

Steven Richter auch beim SoleCup weiter auf Top-Niveau unterwegs

© Stefan Mayer
Bei der 20. Auflage des Schönebecker SoleCups lieferte Diskuswerfer Steven Richter am Samstag mit 67,49 Metern erneut einen Wettkampf auf konstant hohem Niveau ab. Im Kugelstoßen hakte Eric Maihöfer die Bestätigungsnorm für die EM ab.
Sandra Arm

Er ist weiterhin auf einem Top-Niveau unterwegs: Diskuswerfer Steven Richter (LV 90 Erzgebirge). Gleich im ersten Versuch feuerte der 23-Jährige am Samstagnachmittag beim SoleCup in Schönebeck seine 2-Kilo-Scheibe auf 67,49 Meter, seine bisher beste Saisonweite außerhalb der USA (Ramona). Im sechsten und letzten Durchgang standen  nochmals 66,96 Meter im Protokoll.  „Die ersten Wettkämpfe liefen noch nicht so optimal für mich. Aber mit den letzten beiden Wettkämpfen um die 67,5 Meter, das ist wirklich schon ein cooles Niveau“, sagte der U23-Europameister, der nun „ganz optimistisch“ in Richtung Deutsche Meisterschaften und EM blickt. 

Der nächste Start steht bereits am morgigen Sonntag bei den FBK Games in Hengelo an, bevor es ins Trainingslager nach Latsch (Südtirol) geht. Der erste Versuch saß auch bei Henrik Janssen (SC Magdeburg), der den Diskus  auf 66,12 Meter beförderte und damit Zweiter wurde. Die wechselnden Winde verhagelten den Diskuswerferinnen die ganz großen Weiten. „Die Bedingungen waren hier nicht ganz so einfach. Irgendwie Rückenwind, Seitenwind – alles das, was wir nicht so haben wollen. Das Netz hat so ein bisschen reingehangen. Man konnte es auch nicht fester spannen. Deswegen war das alles nicht so einfach“, erklärte Kristin Pudenz (OSC Potsdam), die in der dritten Runde ihre Saisonbestleistung auf 64,28 Meter verbessern konnte und den Sieg einfuhr.

„Darüber bin ich ganz happy, aber die anderen Mädels sind nicht so ganz happy mit ihren Leistungen. Das war auch den Bedingungen geschuldet, wenn man da den Diskus nicht ordentlich reingelegt hat, dann bekommt der gleich einen drauf“, so die Potsdamerin. Auf dem Weg zu den Deutschen Meisterschaften in Bochum-Wattenscheid steht für Kristin Pudenz noch ein Wettkampf im schwedischen Karlstadt (8. Juli) an.

Aileen Kuhn kämpft sich zurück

Zweimal über 70 Meter: Hammerwerferin Aileen Kuhn (Eintracht Frankfurt) gelang ein guter Wettkampf. Ihr Einstieg verlief mit 70,87 Metern vielversprechend. Eine weitere Steigerung blieb zwar aus, aber in der vierten Runde flog ihr Hammer nochmals über 70 Meter auf 70,22 Meter. „Ich hatte in den vergangenen Wochen ein paar Probleme auch mit dem Rücken, weshalb der Wettkampf in Gelenau für mich nicht so gut gelaufen ist, wie ich mir das vorgestellt habe. Ich bin auf jeden Fall froh, mich jetzt so zurückgekämpft zu haben“, erklärte die 22-Jährige, für die der Wettkampf somit wieder ein Schritt in die richtige Richtung war. „Ich fühle mich körperlich besser und das Training ist auch wieder besser gelaufen. Ich denke, es geht jetzt wieder bergauf.“

Das lässt für ihren nächsten internationalen Start bei den Copenhagen Athletics Games am Montag (22. Juni) hoffen. Danach wird die U23-Europameisterin eine Wettkampfpause einlegen, „um mich zu erholen und den Körper wieder fit zu bekommen“. Auch im Hinblick auf die Deutschen Meisterschaften und die Europameisterschaften. 

Zweite wurde Samantha Borutta (Eintracht Frankfurt) mit 69,72 Metern. Nur wenige Tage nach ihrer Bestleistung (69,10 m) bestätigte Jada Julien (LV 90 Erzgebirge) diese Leistung mit 68,92 Metern. Was bei den Frauen die 70-Meter-Marke ist, sind bei den Männern die 80 Meter. Diese fiel zum Jubiläum nicht. Merlin Hummel (Eintracht Frankfurt) siegte mit einem gültigen Versuch auf 78,26 Meter. Dahinter erzielte Sören Klose (Eintracht Frankfurt) mit 76,07 Metern eine neue Jahresbestweite.

Spannung im Kugelstoßen – mittendrin Eric Maihöfer

Als nach dem fünften Versuch von Kugelstoßer Eric Maihöfer (VfL Sindelfingen) die rote Fahne in die Höhe gestreckt wurde, haderte der 25-Jährige mit der Entscheidung. „Ich war mir nicht ganz sicher, ob er gültig war, aber er hat sich gültig angefühlt und ich wusste, dass er zumindest gut aus der Hand raus war.“ Das Kampfgericht tagte, sah sich Videobilder an und revidierte schlussendlich die Entscheidung – und gab den Versuch gültig. In der Zwischenzeit wurde die Weite von Eric Maihöfer gemessen. Es war sein weitester Stoß in dieser Saison: 20,31 Meter. Zugleich die Erfüllung der DLV-Bestätigungsnorm für die Europameisterschaften in Birmingham (Großbritannien; 10. bis 16. August).

„Das ist erstmal schön, diese Norm zu haben. Jetzt gilt es vielleicht die direkte Norm von 20,80 Metern zu stoßen. Das ist auf jeden Fall das Ziel noch für dieses Jahr“, sagte Eric Maihöfer, der sich auf dem richtigen Weg sieht. „Wir sind gerade auf einem ganz guten Weg im Training. Ich bin auch noch nicht 100 Prozent fit. Auch aufgrund der Fülle an Wettkämpfen in den vergangenen Wochen. Wenn man mal da ein wenig Pause dranlässt, mal schauen, was dann rauskommt.“ 

Der deutsche Jahresbeste beendete die Konkurrenz als Zweiter hinter dem US-Amerikaner Roger Steen (20,71 m). Eine Pause ist Eric Maihöfer noch nicht gegönnt, bereits am Sonntag steigt er beim Leichtathletik-Festival auf dem Stuttgarter Marktplatz in den Ring. Bei Georg Harpf (LG Stadtwerke München) geht es in kleinen Zentimeter-Schritten der 20-Meter-Marke entgegen. Der Deutsche Hallenmeister hatte am Donnerstag in Ústí nad Labem (Tschechische Republik) den B-Wettbewerb mit 19,91 Metern gewonnen. Nun folgte die nächste Steigerung auf 19,98 Meter. In der Hallensaison hatte er die 20-Meter-Marke bereits bei seinem DM-Sieg übertroffen. Tizian Lauria (VfL Sindelfingen) näherte sich dieser Marke ebenfalls an. Im sechsten und letzten Versuch wuchtete er sein Arbeitsgerät auf 19,93 Meter.

Katharina Maisch macht Schritt nach vorn

Bei den Frauen ging der Sieg an Katharina Maisch (LV 90 Erzgebirge) mit 18,57 Metern. Es war nicht das, was sie bereits in dieser Sommersaison gezeigt hat. Nämlich Stöße über 19 Meter. „Ich kann mit der Leistung leben. Gerade nach den letzten Wettkämpfen war es jetzt wieder ein Schritt nach vorn. Natürlich ist es nicht das, was ich eigentlich stoßen wollte. Außerdem habe ich  wirklich gar keinen Stoß getroffen“, resümierte Katharina Maisch, die am Sonntag in Hengelo stoßen wird und wieder die 19 Meter angreifen möchte. Danach geht es in der DM-Vorbereitung für anderthalb Wochen ins Trainingslager nach Latsch.

Als Zweitplatzierte verließ Julia Ritter (TV Wattenscheid 01) mit 17,23 Metern den Ring. „Ich konnte nach Wochen wieder schmerzfrei stoßen“, zeigte sich Julia Ritter erleichtert, die seit dem Winter mit Schulterbeschwerden kämpft und sich am Freitag beim ehemaligen Kugelstoßer Dennis Lewke, der in Magdeburg eine Praxis für Osteopathie betreibt, behandeln ließ. Bei den Speerwerferinnen setzte sich Julia Ulbricht (1. LAV Rostock) mit 56,81 Metern durch.

Das Organisationsteam hatte sich für das Jubiläum etwas besonderes ausgedacht. Ehemalige Rekordhalter wie Christina Schwanitz, David Storl, Robert und Julia Harting, Betty Heidler, Steffi Nerius, Markus Esser und Martin Wierig kamen zum Legendentreffen nach Schönebeck, erhielten kleine Präsente und standen für Autogrammwünsche bereit.

Die kompletten Resultate finden Sie in unserer Ergebnisrubrik...

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