Mehr als zehn Stunden Leichtathletik live: Der zweite Tag der Deutschen U16- und U20-Meisterschaften in Bochum-Wattenscheid hat es in sich. Hier lesen Sie, welche Athletinnen und Athleten sich bei den Entscheidungen am Samstag durchgesetzt haben.
| WEIBLICHE U16 |
Auf Gold mit dem Diskus folgte für Lenya Mette (SV Halle) auch Gold im Kugelstoßen. Wenngleich es bis zu ihrem zweiten DM-Titel ein hartes Stück Arbeit war. Sie erreichte es in kleinen Schritten. „Ich habe nicht so gut in den Wettkampf reingefunden. Ich hatte noch von gestern dieses 'Ich habe es geschafft'-Gefühl. Mein erstes Ziel waren die 13 Meter. Die ersten waren im 12er Bereich, das war nicht das, was ich mir erhofft habe, weil ich weiß, was in mir steckt. Dann hat mich meine Trainerin aufgebaut und gesagt, Kopf hoch und weiter so“, sagte Lenya Mette. Nach dem Vorkampf standen für sie 13,07 Meter im Protokoll.
Im Endkampf folgte die Steigerung. Zunächst auf 13,80 und im sechsten Versuch dann erstmals in diesem Wettkampf über 14 Meter auf 14,45 Meter, womit sie sich den Titel holen sollte. „Danach hatte ich ein paar gute Stöße. Im letzten Versuch war es dann nur noch: Alles oder nichts. Ich wusste, ich habe eine Medaille sicher. Heute war nur noch ein Bonus. Obwohl Kugelstoßen eigentlich meine bessere Disziplin ist“, berichtete Lenya Mette, die aus dem Strahlen gar nicht mehr herauskam. Nicht in den kühnsten Träumen hätte sie sich zwei DM-Titel vorstellen können. „Das ist ein Mega-Gefühl. Mit dem Gefühl bin ich auch nicht in die DM reingegangen. Ich dachte, zwei Medaillen wären schon schön. Ich weiß nicht, ob das so realistisch ist, gerade bei der DM werden die Karten nochmal neu gemischt. Es ist alles anders. Ich bin mega happy und kann es noch gar nicht realisieren.“
Am Vortag hatte Jule Wechsler (LG Landkreis Roth) noch Bronze mit dem Diskus geholt, mit der Kugel wurde es Silber. Sie erreichte ihre Tagesbestweite in der ersten Runde mit 14,24 Metern. Auf Rang drei kam Maika Weiser (SC DHfK Leipzig) mit einer neuen Bestleistung von 13,47 Metern.
Lisa Bender stellt Bestleistung ein und siegt
Neun Teilnehmerinnen im Hochsprung nahmen Anlauf für neue Höhenflüge. Die Einstiegshöhe lag bei 1,52 Meter – und alle neun sollten diese wie auch 1,57 und 1,61 Meter meistern. Danach blieben bei 1,65 Meter noch fünf Springerinnen übrig, darunter die beiden mit den besten Vorleistungen gemeldeten Lisa Bender (TSV Baltmannsweiler) und Olivia Wolf (LG Kindelsberg Kreuztal), die in diesem Sommer bereits 1,72 Meter übersprungen haben. Genau bei dieser Höhe sollte sich der Medaillenkampf entscheiden.
Bei Olivia Wolf fiel die Latte drei Mal. Ebenso wie bei Mara Dittberner (Berlin Athletics Capital Club). Olivia Wolf hatte zuvor die 1,70 Meter im zweiten Versuch gemeistert, wofür es Silber gab. Mara Dittberner kam erst im dritten Versuch über 1,70 Meter, mit dieser neuen Bestleistung gewann sie Bronze. Derweil überquerte Lisa Bender die 1,72 Meter im zweiten Versuch, womit sie sich den Titel sicherte. Abschließend probierte sie sich noch über 1,74 Meter – noch erfolglos.
Kira Krönert nach Titelgewinn erleichtert
Große Erleichterung bei Kira Krönert (CLV Siegerland), die einen sehr stabilen Wettkampf im Dreisprung ablieferte. Im dritten Versuch gelang ihr der Ausreißer auf 11,97 Meter. Mit der neuen Bestmarke gelang ihr am Ende sogar der Sprung auf das oberste Podest. Die Freude darüber war ihr nach dem Wettkampf anzusehen. „Ich habe mir solch einen Wettkampf erhofft. Ob es dann im Endeffekt immer so wird, ist dann immer die Frage. Man hat geträumt davon, wenn man als Erster gemeldet ist. Ich bin mega stolz, dass ich das noch geschafft habe, weil wir über den Sommer hinweg dafür sehr viel trainiert haben. Dass dann auf die Bahn zu bringen, bei so einem großen Wettkampf mit so viel Aufregung und Adrenalin, das freut mich sehr.“
Besonders gefreut habe sie sich natürlich über ihre neue Bestmarke, mit der sie an der 12-Meter-Marke kratzte. „Der Sprung hat sich unglaublich angefühlt, es hat richtig viel Spaß gemacht. Ich habe gemerkt, dass ich die Beine lang rausschieben konnte und den letzten Sprung gut getroffen habe. Dann hatte ich viel Platz nach vorn, es hat dann alles geklappt“, zeigte sie sich erleichtert. Ihre erste Reaktion viel dementsprechend emotional aus: „Ich musste weinen. In mir drin waren so viele Gefühle, die sich über die Zeit aufgestaut haben, weil man auch weiß, dass viel Arbeit dahintersteckt.“
Den kleinen Wermutstropfen, nicht die 12-Meter-Marke übersprungen zu haben, konnte sie verschmerzen. „Ich weiß, dass da noch Potenzial ist. Der letzte Versuch war ungültig. Der wäre bestimmt über 12 Meter gewesen. Ich weiß nicht, wie viel er über dem Brett war. Die Weite greifen wir nächstes Jahr wieder an.“ Im sechsten und letzten Versuch folgte die erhoffte Steigerung von Lina-Marie Schmietendorf (HSG Universität Greifswald), die sich mit 11,80 Metern auf den Silberplatz vorschob. Kassandra Weise (LAC Erdgas Chemnitz) verbesserte sich auf 11,71 Meter und gewann Bronze.
| Männliche U16 |
folgt...