Für Sophia Junk und Chelsea Kadiri hat die Freiluft-Saison mit Verletzungsproblemen begonnen. Am Freitag bei „Fast Arms, Fast Legs“ in Wetzlar zeigten die beiden DLV-Sprinterinnen, dass sie wieder fit sind. Sophia Junk unterbot erstmals in diesem Sommer die direkte EM-Norm über 200 Meter, Chelsea Kadiri gelang das mit PB über 100 Meter.
Gleich vier DLV-Sprinterinnen sind am Freitag beim „Fast Arms, Fast Legs“-Meeting in Wetzlar über 200 Meter unter 23,00 Sekunden geblieben, aber nur eine war rundum glücklich. Sophie Junk (LG Rhein-Wied) trommelte in 22,76 Sekunden die schnellste Zeit auf die Bahn und auch der Wind spielte mit. In ihrem Rennen wurden 1,9 m/sec Rückenwind gemessen, so dass die Leistung als erfüllte Norm (22,85 sec) für die EM in Birmingham (Großbritannien; 10. bis 16. August) zählt.
„Das ist ein Befreiungsschlag, der mir kleine Flügel in Richtung DM verleiht“, erklärte die Siegerin mit Blick auf die Deutschen Meisterschaften am übernächsten Wochenende in Wattenscheid (25./26. Juli). Die 27-Jährige hatte sich im vergangenen Jahr in Dresden ihren ersten nationalen Titel gesichert. Den Saisonstart in diesen Sommer hatten Verletzungsprobleme ausgebremst, bisher war die 23-Sekunden-Marke noch nicht gefallen. „Mein Trainer hat zu mir gesagt, dass ich Ruhe bewahren soll. Im Winter haben wir sehr gut gearbeitet, die Leistung wird kommen.“ Jetzt fehlen nur noch gut zwei Zehntel zur Bestzeit (22,53 ec).
Im gleichen Zeitlauf schrammte Talea Prepens (TV Cloppenburg) in 22,86 Sekunden nur um eine Hundertstel an der Direkt-Norm für die EM vorbei, blieb aber erstmals unter der Bestätigungs-Norm (23,00 sec). Fünf Hundertstel schneller war beim Sieg in ihrem Zeitlauf U20-Europameisterin Judith Bilepo Mokobe (USC Mainz; 22,81 sec), allerdings unterstützt von irregulären 2,5 m/sec Rückenwind. Beim Lauf von Jessica-Bianca Wessolly (VfL Sindelfingen; 22,89 sec) wurden 2,1 m/sec Rückenwind gemessen.
Chelsea Kadiri sprintet nach drei Jahren wieder zur Bestzeit
Das Highlight über 100 Meter der Frauen brachten aus DLV-Sicht schon die Vorläufe. Fast auf den Tag genau nach drei Jahren stellte Chelsea Kadiri (Sprintteam Wetzlar) wieder eine Bestleistung auf: 11,17 Sekunden. Damit unterbot die 20-Jährige nicht nur ihre PB (11,25 sec), sondern auch unter der Direkt-Norm (11,18 sec) für die EM. Auf einen Start im Finale verzichtete die Lokalmatadorin.
„Ich bin sehr zufrieden und das ist eine krasse Steigerung im Vergleich zum vergangenen Wochenende“, erklärte die Vorlaufschnellste, die bei der U23-DM in 11,50 Sekunden den dritten Rang belegt hatte. „Der Wettkampf dort war wie ein zweiter Season-Opener für mich, weil ich zwischenzeitlich verletzt war.“ Vorher war die Fünfte der U20-WM Ende Mai in Weinheim schon 11,31 Sekunden gelaufen.
Auch Gina Lückenkemper (SCC Berlin) verzichtete nach 11,28 Sekunden im Vorlauf auf das Finale. Das entschied die Britin Imani Lansiquot in 11,12 Sekunden für sich. Beste DLV-Sprinterin in diesem Rennen war Viola John (LG Brillux Münster; 11,46 sec) als Dritte.
Bestätigungs-Norm für Lucas Ansah-Peprah und Joshua Hartmann
Bei den Männern stürmte Staffel-Olympiasieger Eseosa Desalu (Italien) über 200 Meter in 20,11 Sekunden zum Sieg und verpasste seine Bestleistung (20,08 sec) nur um drei Hundertstel. Europameister Timothé Mumenthaler (Schweiz; 20,38 sec) legte die zweitschnellste Zeit des Tages auf die Bahn. In der Endabrechnung auf den Plätzen drei und fünf erfüllten der Deutsche Meister Lucas Ansah-Peprah (Hamburger SV; 20,50 sec) und der deutsche Rekordler Joshua Hartmann (ASV Köln; 20,53 sec) jeweils als Sieger ihrer Zeitläufe erstmals in diesem Sommer die EM-Bestätigungsnorm (20,55 sec). Zur Direkt-Norm (20,45 sec) reichte es knapp noch nicht.
Die 100 Meter entschied Retshidisitswe Mlenga (Südafrika) in 10,03 Sekunden für sich, vor Animesh Kujur (Indien; 10,14 sec) und Marvin Schulte (ASV Köln), der seine Saisonbestleistung auf 10,22 Sekunden steigerte und sich seiner Bestleistung (10,18 sec) aus dem Jahr 2019 näherte. Die Trainings-Kollegen Heiko Gussmann und Kevin Kranz (beide Sprintteam Wetzlar) wurden zeitgleich in 10,28 Sekunden auf Rang fünf gesetzt. Beide waren in ihren Vorläufen schneller: Heiko Gussmann lief bei 2,4 m/sec Rückenwind 10,13 Sekunden, Kevin Kranz bei 0,7 m/sec Rückenwind 10,20 Sekunden.
Als Sieger über 400 Meter Hürden blieb der 21-Jährige Lasse Schmitt (Königsteiner LV; 49,94 sec) erstmals unter 50 Sekunden.
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