Mit einem Weltrekord über 1.000 Meter hat der Kenianer Emmanuel Wanyonyi am Freitag das Diamond League-Meeting in Monaco gekrönt. Bei seinem Diamond League-Debüt über 100 Meter überzeugte der deutsche Rekordler Owen Ansah als Vierter.
Auf der Straße sind im Laufbereich der Männer in den vergangenen Jahren reihenweise Weltrekorde gefallen, genauso auf den Bahnstrecken in der Halle. Auf den Mittelstrecken im Freien halten sich die Bestmarken dagegen hartnäckig. Mit den 1.000 Metern ist eine erste am Freitag beim Diamond League-Meeting in Monaco (Monte Carlo) gefallen. 800-Meter-Olympiasieger Emmanuel Wanyonyi (Kenia) musste dafür aber bis zum letzten Meter kämpfen.
Bis zur 800-Meter-Marke (1:45,11 min) von den Tempomachern Patryk Sieradzki (Polen) und Louey Ouerrat (Frankreich) angeführt sowie in der Zielkurve vom Briten Jake Wightman (2:12,77 min) verflogt, blieb die Uhr für Emmanuel Wanyonyi nach 2:11,83 Minuten stehen. Damit unterbot der 21-Jährige um 13 Hundertstel den Weltrekord seines Landsmanns Noah Ngeny (2:11,96 min) aus dem Jahr 1999.
„Es war mein erster 1.000-Meter-Lauf überhaupt“, erklärte Emmanuel Wanyonyi. „Und gleich den Weltrekord zu brechen, macht mich überglücklich. Über den Weltrekord über 800 Meter möchte ich jetzt nicht sprechen. Ich will erst einmal schnell laufen und meine persönliche Bestzeit verbessern. Taten sagen mehr als Worte.“ Die Bestmarke über 800 Meter von David Rudisha (Kenia) steht bei 1:40,91 Minuten. Davon ist der Weltmeister von Tokio (Japan) mit seiner PB (1:41,11 min) nur noch zwei Zehntel entfernt.
Owen Ansah kratzt als Vierter an 10,00-Sekunden-Marke
Erst kurzfristig fest stand die Startmöglichkeit in Monaco für DLV-Sprinter Owen Ansah (Hamburger SV). Für ihn war es die Diamond League-Premiere über 100 Meter und der deutsche Rekordler nutzte die Gelegenheit für einen starken Auftritt. Auf der Innenbahn stürmte der 25-Jährige in 10,01 Sekunden auf den vierten Platz. Nur bei seinen beiden Rekordrennen bei der DM 2024 in Braunschweig (9,99 sec) und Anfang Juni in Regensburg (9,98 sec) war der Deutsche Meister noch schneller unterwegs.
„Das ist das, was ich immer wollte: In einem großen Feld an meine Bestzeit ranlaufen“, erklärte der EM-Fünfte am Mikrofon der ARD-Sportschau. Souverän den Sieg sicherte sich Weltmeister Oblique Seville (Jamaika; 9,88 sec) vor Hallen-Weltmeister Jordan Anthony (USA; 9,92 sec) und Emmanuel Eseme (Kamerun; 10,00 sec). Unter anderem 200-Meter-Olympiasieger Letsile Tebogo (Botswana; 10,04 sec) ließ Owen Ansah hinter sich.
Tempohatz nach Bummel-Kilometer über die Hindernisse
Hochspringer Tobias Potye (Munich Athletics) konnte bei seiner Rückkehr auf die Diamond League-Bühne noch kein Selbstvertrauen tanken. Schon bei 2,20 Metern fiel die Latte dreimal - es blieben 2,16 Meter und Rang elf. Hallen-Weltmeister Oleh Doroshchuk (Ukraine; 2,32 m) gewann vor dem Briten Kimani Jack (2,30 m).
Die 3.000 Meter Hindernis brachten nicht das von Niklas Buchholz (Franconia Athletics) erhoffte schnelle Rennen von Beginn an. Das Feld ließ die Tempomacher ziehen. „Ich bin bei 1.000 Metern bei 2:46 durchgegangen. Dann haben die anderen beschleunigt. Ich hatte nicht die Beine, um dran zu bleiben“, erklärte der WM-Finalist gegenüber der ARD-Sportschau. Am Ende kam er in 8:21,46 Minuten als Elfter ins Ziel. Der Kenianer Simon Koech machte aus dem verbummelten Beginn noch eine Siegerzeit von 8:03,35 Minuten.
Julien Alfred übernimmt Platz drei in ewiger Bestenliste
Auf Position drei in der Geschichte der 200 Meter sprintete die Olympia-Zweite Julien Alfred (St. Lucia). In 21,51 Sekunden unterbot sie außerdem den Meeting-Rekord von Merlene Ottey (Jamaika; 21,77 sec) aus dem Jahr 1993. Jemals noch schneller waren nur Weltrekordlerin Florence Griffith-Joyner (USA; 21,34 sec) und die zweimalige Weltmeisterin Shericka Jackson (Jamaika; 21,41 sec). Auch Adaejah Hodge (Elfenbeinküste; 21,76 sec) und Olympiasiegerin Gabby Thomas (USA; 21,84 sec) blieben klar unter 22,00 Sekunden.
Ebenfalls Platz drei in der Geschichte über 3.000 Meter übernahm Agnes Jebet Ngetich (Kenia). Die Cross-Weltmeisterin siegte in 8:08,95 Minuten. Zum mehr als 30 Jahre alten Weltrekord der Chinesin Junxia Wang (8:06,11 min) fehlten nur knapp drei Sekunden.
Miltiadis Tentoglou fliegt auf 8,61 Meter, Nina Kennedy über 4,95 Meter
Im Weitsprung der Männer landete Olympiasieger Miltiadis Tentoglou (Griechenland) bei 8,61 Metern. Stabhochsprung-Überflieger Armand Duplantis (Schweden) war mit 6,07 Metern eine Klasse für sich. Bei den Frauen meisterte Nina Kennedy (Australien) im ersten Anlauf 4,95 Meter. Die Olympiasiegerin stellte damit einen Ozeanien-Rekord auf und schob sich in der ewigen Weltbestenliste ihrer Disziplin auf den fünften Platz nach vorne. Erst die 5,00 Meter waren dann dreimal zu hoch. Im Dreisprung flog Weltmeisterin Leyanis Pérez (Kuba; 15,06 m) als einzige Athletin über die 15 Meter hinaus.
Olympiasiegerin Masai Russell (USA; 12,20 sec) war im Hürdensprint nicht zu stoppen. Olympiasiegerin Marileidy Paulino (Dominikanische Republik; 48,67 sec) und Weltmeister Collen Kebinatshipi mit Landesrekord für Botswana (43,44 sec) sorgten für Top-Ergebnisse auf der Stadionrunde.
Im Speerwurf der Frauen hob sich die Chinesin Yan Ziyi ihre Tagesbestweite (68,75 m) diesmal bis zum sechsten Durchgang auf. Bei ihren Siegen in Xiamen (China; 71,74 m), Oslo (Norwegen; 67,11 m) und Paris (Frankreich; 67,44 m) hatte die U20-Weltrekordlerin immer gleich zu Beginn ihre beste Weite rausgehauen.
Die Resultate finden Sie in unserer Ergebnisrubrik.