| U18-EM 2026

Rieti Tag 1 | Die DLV-Talente in den Vorrunden

© Jan Papenfuß
Los geht's bei der U18-EM! Der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) ist mit 72 jungen Athletinnen und Athleten nach Rieti (Italien) gereist. Wie die DLV-Talente am Donnerstag in den Vorrunden abgeschnitten haben, lesen Sie hier.
Svenja Sapper

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Weibliche U18

100 Meter | Vorlauf

Beide DLV-Sprinterinnen ziehen direkt ins Halbfinale ein

Beide DLV-Athletinnen erledigten ihre Vorlauf-Aufgabe souverän und sicherten sich das große Q. Als Erste war Lisa Fischer (TSG Niefern) im Einsatz, die erst nachträglich ins Team gerutscht war. In 11,90 Sekunden wurde sie Vierte in ihrem Lauf. "Ich bin zufrieden! Bei dem Wetter – souveräne Zeit, Halbfinale, das ist schon ein kleines Träumchen." Direkt neben der 17-Jährigen sprintete Kelly Ann Maevane Doualla Edimo, die U20-Europameisterin aus Italien. "Ich habe schon gestern gesehen, dass sie auf der Bahn neben mir startet. Man kann schon stolz darauf sein, mit so starker Konkurrenz laufen zu dürfen." Die Italienerin zog in 11,46 Sekunden ebenfalls souverän eine Runde weiter, ließ jedoch der Portugiesin Carolina Ventura den Vortritt, die mit 11,44 Sekunden die schnellste Zeit der Vorrunde sprintete. 

Im letzten der fünf Läufe folgte Sonja Schulte-Mäter ihrer Teamkollegin ins Halbfinale. Die Frankfurterin belegte ebenfalls Rang vier ihres Laufs und machte trotz der Bestzeit von 11,79 Sekunden noch Luft nach oben aus. "Mein Start war gar nicht gut, das war kein schöner Lauf." So ist das Ziel für die nächste Runde klar: Am Start arbeiten und die Bestleistung weiter nach unten schrauben. "Es ist toll, hier starten zu dürfen. Als ich mich für meinen Lauf bereit gemacht habe, war das schon sehr aufregend", fand sie. 
 


400 Meter | Vorlauf

Deutsches Duo macht die nächste Runde klar

Die Disziplinkollegen hatten kurz zuvor vorgelegt, da zogen die DLV-Langsprinterinnen schon nach. Zuerst war Anna Pantchev im Einsatz. Die Ludwigsburgerin, die auf der Außenbahn ins Rennen ging, schlug ein hohes Tempo an und musste nur die Ungarin Sophia Akuchi Emmanuel passieren lassen, die in 54,19 Sekunden gewann. Anna Pantchev fehlten in 54,54 Sekunden nur neun Hundertstel zum Hausrekord. "Für mich war es schwierig, außen zu laufen, weil du die anderen bis zur zweiten Kurve gar nicht siehst und dementsprechend nicht weißt, wie du im Rennen liegst", sagte sie anschließend. "Aber es hat ganz gut geklappt."

Kurz danach saß Teamkollegin Amke Bolten (MTV Aurich) im Startblock. Auch sie sicherte sich ein großes Q und musste in 55,53 Sekunden noch nicht alle Karten auf den Tisch legen. "Ich hatte das Gefühl, dass ich mega langsam rausgegangen bin, aber die zweite Kurve war dann gut und ich habe gesehen, dass ich Dritte bin", bilanzierte sie. "Ich fand es von den Temperaturen eigentlich sogar angenehm, auf dem Aufwärmplatz ist es wesentlich heißer." Die beiden DLV-Athletinnen riefen exakt dieselbe Marschroute für das Halbfinale aus: Vollgas geben für den großen Traum vom EM-Finale! 


2.000 Meter Hindernis | Vorlauf

Hindernisläuferinnen sorgen für perfekten Auftakt

Besser hätte der Start des deutschen Teams in die U18-EM nicht verlaufen können. Denn sowohl Lucie Schmied (SV Empor Bad Langensalza) als auch Franziska Gräter (TSG Schwäbisch-Hall) erfüllten ihre Aufgabe mit Bravour. Lucie Schmied, die als Erste im Einsatz war, sortierte sich direkt auf einem der sieben Qualifikationsränge ein und blieb bis zum Schluss in Schlagdistanz zur Spitze. Eingangs der Schlussrunde riskierte sie einen Blick zurück und stellte fest: Das reicht locker! In 6:50,68 Minuten wurde sie Vierte. 

"Ich war vor dem Wettkampf aufgeregt wie noch nie und habe kaum was zu essen runterbekommen", berichtete die noch 15-Jährige. "Aber im Callroom kam die Freude. Ein EM-Start ist doch etwas ganz Besonderes. Ich habe mir die Motivationssprüche noch mal durch den Kopf gehen lassen, die mein Trainer mir aufgeschrieben hat. Zum Beispiel, dass ich immer Spaß haben soll, egal wie es ausgeht." Mit ihrem Resultat war sie überglücklich. "Ich hatte auf den Finaleinzug gehofft, wollte mir aber auch nicht zu viel Druck machen. Aber es ist wirklich krass, dass ich das jetzt geschafft habe."

Im zweiten Lauf zog die Teamkollegin nach. Auf der Schlussrunde schloss Franziska Gräter auf zu Lucie Jílková aus Tschechien, die das Rennen die meiste Zeit angeführt hatte. Die Tschechin gewann in 6:51,33 Minuten, die DLV-Athletin wurde mit 6:51,90 Minuten Zweite. "Es hat Spaß gemacht!", bilanzierte die ebenfalls noch 15-Jährige. "Ich war sehr aufgeregt, auch gestern Abend schon. Das Tempo war schneller, als ich gedacht hätte, aber trotzdem hat es sehr gut geklappt und ich konnte locker mitlaufen." 


Kugelstoß | Qualifikation

Pauline Schubert macht kurzen Prozess

Pauline Schubert (LV 90 Erzgebirge) musste nur einmal in den Ring steigen, dann war das Finalticket gebucht. Gleich im ersten Durchgang flog die Kugel der 16-Jährigen auf 16,30 Meter und damit zehn Zentimeter weiter, als für die direkte Qualifikation gefordert war. Als Drittbeste der Tages kann die Fünfte der Meldeliste, die in diesem Jahr schon die 17-Meter-Marke geknackt hat, selbstbewusst ins Finale gehen. "Ich bin sehr zufrieden", sagte sie. "Ich war überraschenderweise überhaupt nicht aufgeregt, obwohl der Druck sehr hoch war und ich sonst immer sehr aufgeregt bin. Aber ich habe auf mich vertraut. Jetzt ruhe ich mich aus und morgen Abend greife ich an. Ich will im Finale in den Endkampf kommen und sechs Versuche machen." Die beste Weite der Qualifikation ging mit 16,76 Metern auf das Konto der Niederländerin Emma le Blansch. 

Nicht nach Wunsch lief es für Lisa Hinrichsen (Eintracht Frankfurt), für die Weiten jenseits der 15 Meter aber auch noch kein Selbstläufer sind. Für sie gingen 13,93 Meter in die Ergebnisliste ein. Die 16-Jährige konnte dennoch lächeln. "Ich hatte mir natürlich das Finale gewünscht, aber es hat trotzdem Spaß gemacht. Es war aufregend, hier starten zu dürfen, und einiges war auch anders als gewohnt, vor allem im Callroom. Ich habe Erfahrung gesammelt und neue Leute kennengelernt, das kann ich für die Zukunft mitnehmen. Nächstes Mal mache ich es besser!" Woran es diesmal gelegen hatte, dass die Kugel nicht weiter fliegen wollte, hatte die Frankfurterin schon kurz nach dem Wettkampf analysiert: "Ich war viel zu langsam und habe die Kugel nicht getroffen." 
 


Diskuswurf | Qualifikation

Emmy Pfouga kratzt an ihrer Bestleistung

Kurzarbeit verrichtete in der Diskuswurf-Qualifikation Emmy Pfouga. Die Darmstädterin, die im September erst 16 Jahre alt wird, feuerte ihre Scheibe auf Anhieb auf 51,46 Meter. Damit fehlten nur 36 Zentimeter zur Bestleistung. "Das kam ziemlich unerwartet, ich dachte nicht, dass der Wurf so weit geht", staunte sie. "Die Hitze macht einem schon zu schaffen, aber mit einem nassen Handtuch und der Kühlweste ging es dann. Natürlich war ich nervös, wie vor jedem Wettkampf. Aber als ich im Ring stand, war ich relativ entspannt, denn Nervosität kann ich mir hier nicht leisten." 

Fürs Finale hat sich die 15-Jährige Großes vorgenommen: "Es ist ein großes Ziel, aber ich träume davon, Europameisterin zu werden. Entsprechend soll es im Finale noch mal viel weiter gehen. Ich werde 54 oder 55 Meter werfen müssen, um eine Chance zu haben." Ordentlich vorgelegt hat in der Qualifikation Marina Hadjicosta aus Zypern. Sie führte die Reihe der Qualifikantinnen mit 54,44 Metern an. Damit war sie die einzige Athletin, die in der Qualifikation weiter warf als Emmy Pfouga.

Einen schwarzen Tag erwischte hingegen Marlene Sack (Hallesche LAF). Die Deutsche U18-Vizemeisterin stand nach zwei ungültigen Versuchen mit dem Rücken zur Wand. Und auch der dritte Wurf ging ins Netz. Die 16-Jährige schlug die Hände vors Gesicht und musste das Resultat erst einmal verdauen. Trost gab’s vom Trainerteam um Franz Pfrepper, der in Rieti die Diskuswerferinnen betreut. Vor zwei Wochen hatte die Hallenserin bei den Deutschen U18-Meisterschaften mit 49,04 Metern Bestleistung geworfen. Auf das Wissen um diese Stärke muss sie sich jetzt besinnen – und dann fliegt die Scheibe im nächsten Wettkampf hoffentlich wieder wie gewünscht!


Hammerwurf | Qualifikation

Knappes Aus für Charlotte Jochmann

63,50 Meter waren für die Finalqualifikation im Hammerwurf gefordert. Eine Weite, die Charlotte Jochmann (LAZ Rhede) in ihrer jungen Karriere bereits übertroffen hat, die aber bei Weitem nicht selbstverständlich ist. Und leider traf sie am Donnerstagvormittag ihre drei Würfe nicht optimal. Nach 57,34 Metern zum Auftakt steigerte sie sich im zweiten Durchgang auf 60,07 Meter. Dabei blieb es. 

Damit belegte sie Rang sieben in ihrer Gruppe. Die fünftplatzierte Italienerin Veronica Peroni schaffte es mit 60,86 Metern noch ins Finale, die DLV-Athletin leider nicht. So überwog nach der Qualifikation bei Charlotte Jochmann die Enttäuschung. Es bleibt zu hoffen, dass die 17-Jährige gestärkt aus dieser Erfahrung hervorgehen und sich mit der Zeit der Stolz auf den ersten internationalen Einsatz einstellen wird. Beste Hammerwerferin der Qualifikation war mit europäischer Jahresbestleistung von 68,05 Metern die Ukrainerin Milaniia Kokhan, bei der das Hammerwurf-Talent in der Familie liegt: Ihr Bruder Mykhaylo Kokhan ist amtierender Olympia-Dritter. 

 


Siebenkampf | Tag 1

Geburtstagskind Svea Funck nach vier Bestleistungen auf Platz zwei

Zum Auftakt in den Siebenkampf bescherte sich Svea Funck (TV Jahn Walsrode) das schönste Geschenk zu ihrem 17. Geburtstag selbst. In 13,43 Sekunden schraubte sie ihre erst elf Tage alte Bestzeit über 100 Meter Hürden um 13 Hundertstel nach unten. Nur die Finnin Alisa Launonen, zugleich die einzige 6.000-Punkte-Athletin im Feld, war mit 13,33 Sekunden noch ein wenig schneller. Und auch im Hochsprung war das Geburtstagskind im Flow: Mit 1,78 Metern egalisierte Svea Funck ihre Bestleistung und übernahm die Führung. 2.013 Punkte hat sie nach zwei Disziplinen auf dem Konto, Launonen lauert mit 1.991 Zählern dicht dahinter. Sie war mit 1,75 Metern zweitbeste Hochspringerin. 

Die zweite deutsche Starterin Elisabeth Nawroth (TSV Gomaringen) bewegte sich zwischen Freude und Frust. Mit Bestzeit von 14,25 Sekunden und dem Laufsieg über 100 Meter Hürden startete sie gut in den Siebenkampf. Dann wollte aber im Hochsprung die Latte schon bei 1,60 Metern nicht mehr liegenbleiben. Kein zufriedenstellendes Ergebnis für die 17-Jährige, die in Bestform schon 1,74 Meter gemeistert hat. Diesen Rückschlag gilt es jetzt schnellstmöglich abzuhaken und sich für die nächste Disziplin zu motivieren. Denn im Kugelstoßen zählt die 15-Meter-Stoßerin zu den besten Athletinnen im Feld. Vor ihrer Paradedisziplin rangiert Elisabeth Nawroth mit 1.644 Punkten auf Platz 19. 

Deutliche Steigerung im Kugelstoßen

Im Kugelstoßen machte Svea Funck genau dort weiter, wo sie am Vormittag aufgehört hatte: mit einer neuen Bestleistung! Im ersten Versuch schlug die Kugel bei 12,01 Metern ein. Ein solider Stoß zum Reinkommen und die ideale Ausgangslage, um anschließend Vollgas zu geben. Und das gelang: Im zweiten Durchgang gelang dem Geburtstagskind mit 13,30 Metern der erste „13er“ ihrer Karriere – eine deutliche Steigerung ihrer Bestmarke von 12,63 Metern. Und in Runde drei konnte sie sogar noch ein paar Zentimeter drauflegen: 13,45 Meter!

Damit verteidigte die Niedersächsin auch ihre Führung. 2.770 Punkte hat sie bislang gesammelt und ihren Vorsprung auf Alisa Launonen (2.724 pt), die 13,08 Meter stieß, sogar etwas ausgebaut. Auf Platz drei hat sich die zweitbeste Kugelstoßerin der Konkurrenz geschoben. Fleur Favre (Niederlande) hat dank 15,16 Metern im Kugelstoßen nun 2.689 Zähler auf dem Konto.

Elisabeth Nawroth konnte sich mit einer soliden Kugelstoß-Leistung wieder aus dem Hochsprung-Tief herausarbeiten. Mit 14,35 Metern war sie die viertbeste Kugelstoßerin im Feld und liegt mit 2.461 Punkten auf Platz zehn.

Svea Funck beschenkt sich mit nächster Bestzeit

Zum Tagesabschluss bereitete sich Svea Funck das nächste Geburtstagsgeschenk: In 24,85 Sekunden blieb sie über 200 Meter zum ersten Mal unter 25 Sekunden. Sie sprintete damit die drittschnellste Zeit im Feld. Mit Bestzeit war diesmal Alisa Launonen (24,06 sec) nicht zu schlagen, die mit 3.699 Punkten die Führung zurückeroberte. Svea Funck folgt dahinter mit 3.671 Zählern. Sie liegt damit satte 156 Punkte gegenüber ihrer Bestleistung (5.837 pt) aus Bernhausen im Plus. 

Die 200 Meter zählen nicht zu den großen Stärken von Elisabeth Nawroth, und so verlor sie mit 26,26 Sekunden einige Punkte auf die Konkurrenz. Mit 3.236 Zählern belegt sie aktuell Rang elf. Die 17-Jährige haderte vor allem mit dem Hochsprung und hofft am zweiten Tag auf einige Erfolgserlebnisse. 

Stimmen zum Wettbewerb: 

Svea Funck (TV Jahn Walsrode)
Heute sind wirklich alle meine Geburtstagswünsche in Erfüllung gegangen. Vier PBs am ersten Tag – das kann ich noch gar nicht glauben! Vor allem über das Kugelstoßen habe ich mich heute sehr gefreut. Am Anfang war noch viel Nervosität dabei, deshalb war ich froh, dass ich über die Hürden gleich so gut im Wettkampf angekommen bin und die Konzentration auch da war. Ich schaue gerade auf gar nichts, keine Punkte, keine Platzierung, die kann ich sowieso nicht beeinflussen. Die anderen sind auch wirklich gut. Ich versuche, einfach meine Leistung zu zeigen. Für morgen habe ich mir vorgenommen, Spaß zu haben, und vielleicht springt ja noch eine Bestleistung heraus. 

Elisabeth Nawroth (TSV Gomaringen)
Ich habe versucht, Spaß zu haben, aber das ist schwierig, wenn die Dinge nicht so laufen, wie man es sich vorgenommen hat. Der Start über die Hürden war sehr gut, das hat sich auch gut angefühlt. Über den Hochsprung war ich sehr unglücklich. Kugel war ganz okay, 200 jetzt wieder nicht so. Ich versuche, morgen noch ein paar PBs aufzustellen und wieder ein bisschen was gutzumachen.

 

Männliche U18

100 Meter | Vorlauf

Sidwell Njikam souverän, Ilja Reimchen mit dem Quäntchen Glück

Bei der U18-DM in Bochum-Wattenscheid hatte Sidwell Njikam (ABC Ludwigshafen) seine Bestzeit von 10,70 auf 10,57 Sekunden gesteigert. An diese Vorleistung konnte er im EM-Vorlauf anknüpfen: In 10,65 Sekunden sicherte er sich das dritte von drei großen Qs in seinem Lauf, den Eliah Andersson aus Schweden in 10,52 Sekunden für sich entschied. "Am Start war ich ein bisschen unruhig, konnte aber im Mittelteil gut aufholen", analysierte der DLV-Sprinter. Aufgeregt war er bei seinem internationalen Debüt gar nicht. "Ich war völlig gelassen. Ich weiß, was ich kann. Ich hoffe, in Zukunft darf ich noch mehr große Rennen machen." 

Kopfschüttelnd verließ der Deutsche U18-Meister Ilja Reimchen (TV Wattenscheid 01) den Zielbereich, ehe er in der Mixed Zone davon erfuhr, dass es doch fürs Halbfinale gereicht hatte. In 10,74 Sekunden hatte er in seinem Rennen nur Rang sechs belegt, aber den in der Breite schnellsten Lauf erwischt, den der Franzose Dylan Telo mit 10,55 Sekunden gewann. "Ich hatte vor dem Rennen noch Muskelkater, mein Körper hat sich schwach angefühlt, ich konnte nicht richtig durchbeschleunigen", sagte er. "20 Meter vor dem Ziel habe ich nach links geguckt und gesehen: Da sind fünf Leute vor mir ..." Zum Glück hat der Wattenscheider im Halbfinale die Chance, eine Schippe draufzulegen und zu zeigen, was er kann. Die Reihe der Halbfinal-Qualifikanten führte Timotej Nemcek mit slowakischer U18-Bestleistung von 10,41 Sekunden an. 
 


400 Meter | Vorlauf

Jonathan Perner erstmals unter 48 Sekunden, auch Niklas Stephan weiter

Erschöpft, aber hochzufrieden erschien Langsprinter Jonathan Perner (Recklinghäuser LC) nach seinem Vorlauf in der Mixed Zone. "Das hat sich richtig gut angefühlt und ich konnte das Rennen genau so gestalten, wie ich wollte", frohlockte er. "Auf der Gegengeraden hätte ich vielleicht noch ein bisschen mehr Tempo machen können, aber sonst war's super!" Der Lohn für das starke Rennen: Platz zwei in seinem Lauf hinter dem Briten Lucas Cameron (47,93 sec), der Halbfinaleinzug und mit 47,96 Sekunden auch eine neue Bestzeit, erstmals unter 48 Sekunden. 

Ein wenig länger zittern musste Niklas Stephan (SV Lok Blankenburg). Der Deutsche U18-Meister landete in seinem Rennen mit 48,65 Sekunden auf Rang fünf und verpasste damit die direkten Qualifikationsränge um einen Platz. Erleichterung brachte jedoch in der Mixed Zone die Information, dass der im dritten Lauf gestartete DLV-Athlet zu diesem Zeitpunkt der erste von vier Zeitschnellsten war – und dabei blieb es auch. "Das Rennen war nicht so, wie ich es mir erhofft hatte. Ich habe die Hitze schon gespürt, meine Beine waren ziemlich schwer. Ich hoffe, dass ich noch mal zeigen kann, was ich draufhabe." 
 


800 Meter | Vorlauf

Ole Steinbach stürmt zum Vorlaufsieg

Auf der Außenbahn gestartet, sortierte sich Ole Steinbach im ersten Vorlauf gleich weit vorne ein. Eingangs der zweiten Runde, als die Läufer noch dicht beieinander lagen, musste der Dresdner im Getümmel kurz aufpassen. Doch er behauptete sich gut und hielt sich außen aus den Rangeleien heraus. Als der Brite Magnus Riddell auf der Gegengeraden das Tempo verschärfte, ging er mit und übernahm die Führung. Auf der Zielgeraden wehrte er alle Attacken ab und konnte sich sogar umdrehen, ehe er nach 1:56,49 Minuten als Erster ins Ziel lief. 

"Das wollte ich mir nicht nehmen lassen", verriet der 16-Jährige anschließend. "Es war ein super Rennverlauf für mich und hat Spaß gemacht. Die Atmosphäre ist natürlich extrem geil. Besser hätte ich es mir nicht wünschen können." Ole Steinbach fiel nicht nur mit seiner starken Leistung auf, sondern auch mit pink gefärbten Haaren – das Ergebnis einer Wette. "Mit meinen Trainingskollegen Lennox Gyulai und Elias Morgenstern habe ich schon vor zwei Jahren gewettet, dass ich mir die Haare pink färbe, wenn ich mal international starte", erzählte der Mittelstreckler lachend. "Wettschulden sind Ehrenschulden!" Schnellster im Vorlauf war mit 1:51,56 Minuten der Türke Emre Çinaragaç. 


Hochsprung | Qualifikation

Jan Ungeheuer springt ins Finale

2,08 Meter waren im Hochsprung für die direkte Final-Qualifikation gefordert. So hoch musste jedoch kein Athlet springen. Eine gelungene Qualifikation absolvierte Jan Ungeheuer (TK Grevenbroich). Einen kritischen Moment musste er überstehen: Bei 2,01 Metern fiel die Latte zweimal. Im dritten Anlauf meisterte er die Höhe jedoch. "Ich war beim ersten Versuch meilenweit drüber und habe nur mit meinen Füßen gerissen. Ich wusste, dass ich das auf jeden Fall schaffe", blickte er später zurück. 

Anschließend überquerte der Deutsche U18-Vizemeister 2,05 Meter im ersten Versuch und zählte damit zu den besten Athleten der Qualifikation. "Es war ganz gut heute, mit der Hitze habe ich kein Problem", resümierte er. "Von mir aus kann es so bleiben." Fürs Finale hat sich der 17-Jährige eine neue Bestleistung vorgenommen. Bislang steht sein Hausrekord bei 2,08 Metern. 

Weniger gut verlief der Wettkampf für Jannik Gerhardy (Troisdorfer LG), der nicht ins Fliegen kam: Schon bei 1,84 Metern musste er in den zweiten Versuch, bei 1,96 Metern dann erneut. Bei 2,01 Metern war Endstation. Somit wird der 17-Jährige leider nicht im Finale dabei sein. 
 


Stabhochsprung | Qualifikation

Ein Sprung reicht DLV-Duo zum Finaleinzug

Mit deutlich weniger Aufwand als gedacht zogen die beiden deutschen Stabhochspringer in ihr erstes internationales Finale ein. Sowohl Jonathan Hummel (LG Leinfelden-Echterdingen) als auch Fynn Linus Fahrland (SC Potsdam) mussten nur bei ihrer Einstiegshöhe von 4,70 Metern zum Stab greifen, dann war das kleine q bereits sicher. Denn nur 13 Athleten meisterten diese Höhe. "Ich war etwas nervös, weil man bei der Einstiegshöhe immer nervös ist", meinte Fynn Linus Fahrland. "Aber dann habe ich schnell gemerkt, dass alles läuft. Es macht Spaß, hier springen zu dürfen!" 

"Es war weniger Aufwand als erwartet", sagte Jonathan Hummel. "Ich dachte, dass wir mindestens 4,85 Meter springen müssen. Wenn die Konkurrenz so schnell schlappgemacht hat, kann es sein, dass wir im Finale deutlich bessere Chancen haben als gedacht. Zwei Medaillen für Deutschland wären schon cool. Ich will mir aber auch nicht so viel Druck machen." Beide bedankten sich bei den Coaches Anastasija Steinbeck und David Faltenbacher, die sie mit Kühlwesten und Eis versorgt hatten. 
 


Diskuswurf | Qualifikation

Großes Q für beide DLV-Starter

Der eine konnte gleich im ersten Durchgang die geforderte Weite von 56,00 Metern übertreffen, der andere machte es spannend. Das Ergebnis war aber für beide DLV-Diskuswerfer identisch: John Christian Schochardt (SC Neubrandenburg) und Lance Listner (LAC Erdgas Chemnitz) stehen im Finale! Der Neubrandenburger startete mit einem ungültigen Versuch, warf dann 54,43 Meter und ließ in Runde drei 59,42 Meter folgen. Das bescherte ihm das große Q und schlussendlich die zweitbeste Weite der Qualifikation. Die beste erzielte in Gruppe B der Schwede George Cederqvist (60,37 m). 

"Ich bin froh, dass es letztlich geklappt hat", befand er. "Aber es hat ganz schön lange gedauert, bis ich endlich so geworfen habe wie üblich. Ich habe noch mal meine Kraft zusammengenommen und bin richtig draufgegangen. Das erste Mal bei einem internationalen Wettkampf wollte ich vorsichtig sein und erst mal sichere Würfe machen. Jetzt weiß ich, dass ich das eigentlich gar nicht brauche." 

In Gruppe B schaffte dann auch Lance Listner den Einzug ins Finale. Ihm reichte ein Wurf, um das Final-Ticket zu buchen, seine Scheibe flog auf Anhieb auf 58,26 Meter. Damit war er hinter dem Tschechen Jan Valenta (59,00 m) der viertbeste Werfer des Abends. 

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