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Julian Weber visiert in Bochum-Wattenscheid sechsten DM-Titel in Serie an

Julian Weber beim Abfeuern seines Speers © ISTAF / Kenny Beele
Nach zehn Monaten ohne Wettkampf hat sich Speerwerfer Julian Weber vergangene Woche in Luzern stark zurückgemeldet. Auch bei den Deutschen Meisterschaften in Bochum-Wattenscheid hat er sich weite Würfe vorgenommen.
Svenja Sapper

Die vergangenen Monate waren für Speerwerfer Julian Weber (USC Mainz) nicht einfach. „Ich war wie ein Tiger im Käfig, der raus und spielen will“, sagt der Europameister von München 2022. „Ich wollte unbedingt zeigen, was in mir steckt.“ Das ist ihm am zurückliegenden Donnerstag in Luzern (Schweiz) gelungen. Dort flog sein Speer im ersten Wettkampf seit der WM in Tokio (Japan) auf 87,04 Meter.

„Das war ein extrem guter Saisoneinstieg, über den ich überrascht war“, so Julian Weber. „Ich musste in der Vorbereitung auf vieles verzichten.“ Beschwerden hatten den 31-Jährigen in den vergangenen Monaten immer wieder zurückgeworfen. „Ich hatte keine größere Verletzung, aber es gab immer wieder kleine Probleme, die mich ausgebremst haben“, erklärt Julian Weber. „Deshalb bin ich vernünftig geblieben und habe erst wieder einen Wettkampf bestritten, als ich bereit dazu war, auch wenn mich das Warten fast kirre gemacht hat.“

Umso mehr brennt er nun auf die Deutschen Meisterschaften in Bochum-Wattenscheid am kommenden Wochenende (25./26. Juli). Der Seriensieger ist seit 2021 bei Deutschen Meisterschaften ungeschlagen. Am Wochenende könnte er also den sechsten Titel in Folge klarmachen. Es wäre ein ganz besonderer für den 31-Jährigen. Denn damit würde er mit Klaus Wolfermann gleichziehen. Der Speerwurf-Olympiasieger von München 1972, der im Dezember 2024 verstorben ist, hatte zwischen 1969 und 1974 ebenfalls vier deutsche Meistertitel nacheinander abgeräumt.

Über Wattenscheid nach Birmingham

Noch ist Julian Weber nicht zu 100 Prozent belastbar. Daher hofft der 31-Jährige, im Lohrheidestadion frühzeitig mit einer Top-Weite aufzutrumpfen, um dann wie schon in Luzern zur besseren Belastungssteuerung einige Würfe auslassen zu können. Um optimal für die nationalen Titelkämpfe vorbereitet zu sein, absolviert er aktuell ein Mini-Trainingslager in Potsdam.

Am Samstag um 18:30 Uhr geht es in Wattenscheid um den Titel. Schärfster Rivale von Julian Weber könnte Thomas Röhler (LC Jena) sein. Der Olympiasieger von 2016 hat sich in diesem Jahr mit 83,33 Metern stark zurückgemeldet und die EM-Norm schon abgehakt. „Ich freue mich für Thomas“, sagt Julian Weber, der es bedauert, dass mit dem Weltmeister von 2017 Johannes Vetter (LG Offenburg) ein weiterer großer Name fehlen wird. „Ich hatte wirklich gehofft, dass es klappt“, so Julian Weber. „Ich würde mich freuen, wenn sich noch ein Speerwerfer für die EM qualifiziert und wir zu dritt nach Birmingham fahren.“  

Das große Ziel des 31-Jährigen bleibt eine Medaille bei den kontinentalen Titelkämpfen. Nach Gold in München und Silber in Rom (Italien) wäre es die dritte in Folge. Mit seinem Wurf in Luzern hat sich Julian Weber an die Spitze der europäischen Bestenliste katapultiert. Er weiß aber auch: „Es kann immer jemand kommen, der weit werfen kann. Auch die anderen Athleten versuchen, ihre Form so aufzubauen, dass sie in Birmingham weit werfen.“ Nach dem guten Saisoneinstieg soll es auch bei Julian Weber noch deutlich weiter gehen. Wichtig ist nun Wettkampfpraxis. So kann er in Bochum-Wattenscheid einen ersten Schritt in Richtung EM-Edelmetall machen. 

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