Andreas Almgren und Agnes Ngetich haben sich am Sonntag bei der Straßenlauf-WM über die Halbmarathon-Distanz durchgesetzt. Die Kenianerin verbesserte dabei den Weltrekord für reine Frauenrennen um eine Sekunde. Der Schwede unterbot auf dem Weg zum Sieg seinen eigenen Europarekord deutlich.
Andreas Almgren ist der neue Halbmarathon-Weltmeister. Der 31-jährige Schwede überraschte am Sonntag bei den Titelkämpfen in Kopenhagen (Dänemark) die Favoriten und gewann mit einer Europarekordzeit von 58:06 Minuten seinen ersten globalen Titel. Andreas Almgren ist der erste europäische Halbmarathon-Weltmeister seit 30 Jahren. 1996 hatte der Italiener Stefano Baldini den Titel gewonnen.
Im Rennen der Männer passierte eine elfköpfige Spitzengruppe die 10-Kilometer-Marke nach flotten 27:53 Minuten. Das Tempo blieb zunächst relativ konstant, jedoch waren bei Kilometer 15 (41:47 min) nur noch vier Athleten in der ersten Gruppe übrig: Nicholas Kipkorir (Kenia), Tadese Worku (Äthiopien), Joshua Cheptegei (Uganda) und Andreas Almgren. In der Folge fiel zunächst Worku zurück.
Andreas Almgren pulverisiert eigenen Europarekord
Als der fast durchgehend Führungsarbeit leistende Kipkorir dann das Tempo bei 20 Kilometern nochmals verschärfte und schon fast in einen Sprint überging, war auch Cheptegei geschlagen. Doch Almgren blieb an den Fersen von Kipkorir und lief rund 150 Meter vor dem Ziel vorbei und zu seinem größten Sieg bisher. Die letzten 1,0975 Kilometer legte der 10.000-Meter-Europameister in 2:46 Minuten zurück, für den 5-Kilometer-Abschnitt von 16 bis 21 Kilometer benötigte er erstaunliche 13:23 Minuten.
Mit seiner Siegzeit von 58:06 verbesserte Andreas Almgren seinen eigenen Europarekord gleich um 35 Sekunden. Der Schwede hält auch die kontinentalen Rekorde über 10 km (26:45 min) und 5.000 m (12:44,27 min). In Kopenhagen gewann er vor Nicholas Kipkorir (58:11 min), Joshua Cheptegei (58:26 min) und Tadese Worku (58:35 min). Der Kenianer Gideon Rono blieb als Fünfter mit 58:57 Minuten auch noch unter 59:00 Minuten.
Weltrekord für reine Frauenrennen
Keine Überraschungen gab es im Rennen um den WM-Titel bei den Frauen. Hier setzte sich die favorisierte Agnes Ngetich mit einem Start-Ziel-Sieg souverän durch. Die 25-jährige Kenianerin, die Anfang des Jahres auch schon bei der Cross-WM triumphiert hatte, löste sich frühzeitig von ihren Konkurrentinnen und lag bei fünf Kilometern mit 15:12 Minuten bereits zehn Sekunden vor einer elfköpfigen Gruppe. Nach zehn Kilometern (30:39 min) war der Abstand auf 26 Sekunden angewachsen und die Lücke vergrößerte sich weiter.
Am Ende lief Agnes Ngetich nur noch gegen die Uhr. Mit 65:15 Minuten hatte sie schließlich die „Women Only“-Bestzeit um eine Sekunde unterboten. 2020 hatte ihre Landsfrau Peres Jepchirchir bei der WM in Gdynia (Polen) in 65:16 Minuten triumphiert. Es gibt nur sehr wenige Halbmarathonrennen, bei denen die Frauen separat von den Männern und der Masse des Feldes laufen.
In Kopenhagen hatte Agnes Ngetich im Ziel einen Vorsprung von 50 Sekunden auf ihre Landsfrau Veronica Loleo (66:05 min). Florence Niyonkuru (Ruanda) folgte als Dritte in 66:08 Minuten vor Daisilah Jerono (Kenia; 66:13 min). Beste Europäerin war die Belgierin Chloé Herbiet, die mit 68:44 Minuten Platz 19 belegte.
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