| Hannover

DM am Donnerstag | Marec Metzger überrascht als Deutscher Stabhochsprung-Meister

© Theo Kiefner
Der erste Titel bei den 126. Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften ging am Donnerstag überraschend an Marec Metzger: Der Stabhochspringer kam mit den windigen Bedingungen am Opernplatz von Hannover am besten zurecht und meisterte als Einziger 5,40 Meter.
Svenja Sapper / Birte Grote

Vor toller Kulisse auf dem Opernplatz von Hannover, aber bei starkem Wind ermittelten die Stabhochspringer am Donnerstag im Rahmen der "Finals 2026" ihren Deutschen Meister. Wie herausfordernd die Bedingungen waren, zeigte sich schon bei der Einstiegshöhe: Gleich drei Athleten mussten bei 5,00 Metern die Segel streichen. Auch bei den folgenden Höhen wurde kräftig ausgesiebt.

Einer, dem die Bedingungen wenig auszumachen schienen, war Marec Metzger (TSV Gräfelfing): Der Deutsche U23-Meister überwand seine Einstiegshöhe von 5,20 Metern mühelos, ließ 5,30 Meter aus und meisterte auch 5,40 Meter im ersten Anlauf. Dass das schon der Sprung zu Gold sein sollte, konnte er zu diesem Zeitpunkt jedoch noch nicht vorhersehen. 

Eben diese 5,40 Meter hatte Gold-Favorit Bo Kanda Lita Baehre (Düsseldorf Athletics) als Einstiegshöhe gewählt. Für den 5,90-Meter-Springer eigentlich eine machbare Aufgabe. Gleich zweimal schraubte er sich scheinbar deutlich über die Latte, bevor diese dann doch noch fiel. Der Abstand zur Latte stimmte nicht und so ging für den Favoriten leider kein gültiger Sprung in die Wertung ein. Dasselbe Schicksal hatte bei 5,30 Metern übrigens auch Titelverteidiger Gillian Ladwig (Schweriner SC) und Louis Pröbstle (MTG Mannheim) ereilt, 

Erst die Bestleistung ist zu hoch

So wurden Silber und Bronze an die beiden 5,30-Meter-Springer vergeben. Fabio Wünsche (SC Potsdam) überwand diese Höhe, die nur zwei Zentimeter unterhalb seiner Saisonbestleistung liegt, gleich im ersten Anlauf und belohnte sich dafür mit Silber. Bronze ging an Constantin Rutsch (LG Olympia Dortmund), der 5,30 Meter im zweiten Versuch schaffte. Vierter wurde Zehnkämpfer Amadeus Gräber (Eintracht Frankfurt), der nur hauchdünn an der neuen Bestleistung scheiterte. 5,20 Meter hatte er zuvor im ersten Versuch übersprungen. 

Marec Metzger probierte sich anschließend noch an 5,50 Metern. Damit hätte er seinen Hausrekord egalisiert, das gelang aber diesmal noch nicht. Mit dem Titel im Gepäck konnte er das aber verschmerzen und bereitete sich sechs Tage nach seinem 22. Geburtstag selbst das schönste Geschenk. Und mit vielen begeisterten Zuschauern an der Anlage gelang auch ein stimmungsvoller Auftakt in die 126. Deutschen Meisterschaften, die am Freitag mit dem Stabhochsprung der Frauen an selber Stelle und am Samstag und Sonntag mit den weiteren Entscheidungen im Lohrheidestadion von Wattenscheid fortgesetzt werden.  

Stimmen zum Wettbewerb: 

Marec Metzger (TSV Gräfelfing)
Der erste deutsche Meistertitel – unfassbar! Es ist noch mal etwas anderes, als in den Jugendklassen zu gewinnen. Ich bin einfach froh, dass ich heute zeigen konnte, was in mir steckt. Ich bin gerade ziemlich konstant, was das Springen angeht. Deshalb war ich mir auch sicher, dass ich die 5,30 Meter auslassen kann und direkt auf 5,40 Meter gehe. Ich war überzeugt von mir selbst und bin froh, dass ich es auch beweisen konnte und nicht umsonst gepokert habe. Wir hatten einen schönen Wettkampf, die Temperaturen waren super. Auf dem Steg zu springen ist grundsätzlich immer schön, der hat einen schönen "Bounce", man ist schnell. In der Stadt ist der Wind manchmal ein bisschen komisch, das hat man heute auch gesehen. Mich hat der Wind beim Einspringen auch ein bisschen beeinträchtigt, aber im Wettkampf habe ich das gut hinbekommen. Grundsätzlich finde ich solche Stege in der Stadtmitte immer unfassbar schön und freue mich jedes Mal auf solche Wettkämpfe. Glückwunsch an die anderen beiden und schade für Bo, dass es bei ihm nicht so gut geklappt hat. 

Fabio Wünsche (SC Potsdam)
Der Wettkampf war anspruchsvoll, es waren echt viele Windböen. Aber ich habe das Beste draus gemacht. Die Kulisse war super, es waren viele Menschen da und das Wetter ist dann noch besser geworden. Auch wenn es nicht so hoch ging, war es superschön. 

Constantin Rutsch (LG Olympia Dortmund)
Sehr, sehr geiler Wettkampf hier in Hannover vor einer endgeilen Kulisse, es hat riesig Spaß gemacht! Die Höhen sind leider nicht so, wie sie sein sollten bei einer Deutschen Meisterschaft. Aber wir haben uns alle hingestellt und haben es versucht. Am Ende stehen wir drei da. Ich freue mich riesig über meine Medaille! 

DM 2026

Teilen
#TrueAthletes – TrueTalk

Hier finden Sie alle Folgen des Podcasts des Deutschen Leichtathletik-Verbandes!

Zum Podcast
Jetzt Downloaden
DM-Tickets