| Hannover

DM am Freitag | Großes Kino von Anjuli Knäsche auf dem Opernplatz

© Theo Kiefner
In einem spektakulären Stabhochsprung-Wettkampf hat sich Anjuli Knäsche am Freitagnachmittag den DM-Titel geholt. Die Stuttgarterin überflog vor 4.000 begeisterten Fans auf dem Opernplatz Hannover über 4,55 Meter. Auf Platz zwei überraschte mit zweifacher Bestleistung die Deutsche U20-Meisterin Anna Hiesinger.
Martin Neumann / Birte Grote

DM 2026

Angefeuert von 4.000 Leichtathletik-Fans auf dem Opernplatz Hannover nahm Anjuli Knäsche (VfB Stuttgart) am Freitagnachmittag bei 4,45 Metern zum ersten Mal Anlauf. Die 32-Jährige erwischte den Sprung optimal und katapultierte sich unter dem ohrenbetäubenden Jubel der Zuschauer über diese Höhe. Die Stuttgarterin ballte die Faust, denn es war klar: Der vierte DM-Titel ihrer Karriere war ihr nicht mehr zu nehmen. Und damit nicht genug: Anjuli Knäsche meisterte im Anschluss im dritten Versuch auch noch 4,55 Meter – großes Stabhochsprung-Kino auf dem Opernplatz. Erst die neue Bestleistung von 4,65 Metern war am Freitagnachmittag zu hoch.

Dass die Stuttgarterin in Top-Form ist, hatte sie erst vergangene Woche bei den „BW Finals“ unter Beweis gestellt. Da hatte sie nach zehn Jahren ihre Bestleistung wieder verbessert, von 4,55 auf 4,60 Meter. Diese starke Form stellte sie in Hannover erneut unter Beweis. Bis einschließlich 4,45 Meter benötigte sie nur jeweils einen Versuch. In der europäischen Jahresbestenliste liegt sie mit 4,60 Metern in der europäischen Freiluft-Jahresbestenliste aktuell auf Platz sechs. Die letzte Deutsche Meisterin, die beim DM-Sieg höher gesprungen war, verfolgte in Hannover den Wettbewerb als Trainerin: Lisa Ryzih (ABC Ludwigshafen) siegte 2017 mit 4,60 Metern.

Anna Hiesinger steigert sich um 20 Zentimeter

Nach ihrem ersten Versuch über 4,30 Meter klatschte Anna Hiesinger (LAZ Ludwigsburg) in die Hände und sprintete von der Matte. Denn gerade hatte die Deutsche U20- und U23-Meisterin ihre Bestleistung um zehn Zentimeter gesteigert. Doch damit nicht genug. Im dritten Anlauf schraubte sich die 18-Jährige über 4,40 Meter – damit steigerte sie ihre Bestleistung am Freitagnachmittag gleich um 20 Zentimeter. Erst 4,45 Meter waren für die 18-Jährige zu hoch. Damit reist sie in Top-Form zur U20-WM Anfang August nach Eugene (USA).

Bronze ging mit eingestellter Saisonbestleistung von 4,30 Metern an Sarah Vogel (Eintracht Frankfurt). Nach einem ungültigen Versuch über 4,40 Meter versuchte sich die Frankfurterin an der EM-Bestätigungsnorm von 4,45 Metern. Doch in Hannover sollte es nicht klappen. Rang vier und fünf gingen an Titelverteidigerin Friedelinde Petershofen (SV Werder Bremen) und Chiara Sistermann (TSV Gräfelfing), die ebenfalls 4,30 Meter im ersten Anlauf meisterten.

Stimmen zum Wettbewerb

Anjuli Knäsche (VfB Stuttgart):
Ich bin absolut happy mit dem Wettkampf. Die Kulisse hier in Hannover war bombastisch. Die Kulisse hat dazu animiert, diesen Extra-Schritt zu machen. Ich freue mich total auf Birmingham und bin bereit, noch einmal Bestleistung zu springen.

Anna Hiesinger (LAZ Ludwigsburg):
Es war ein so unfassbar schöner Wettkampf. Alle haben geklatscht und waren voll im Geschehen dabei. Ich bin so unfassbar stolz auf meinen Wettkampf mit den zwei Bestleistungen. Nach zwei Knie-Operationen bin ich zurückgekommen und möchte mich bei meinem Trainer Stephan Munz, Anjuli Knäsche und dem gesamten Team in Stuttgart bedanken. Ohne euch hätte ich es nicht geschafft. Danke!

Sarah Vogel (Eintracht Frankfurt):
Mein Wettkampf war sehr zufriedenstellend. Ich lag die ganze Woche krank im Bett, darum glänzt meine Bronzemedaille heute golden für mich. Es war so ein tolles Erlebnis, bei diesem schönen Wettkampf heute in Hannover zu springen.

DM 2026

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