Im Rahmen der Deutschen Meisterschaften in Bochum-Wattenscheid werden am Samstag und Sonntag auch die deutschen U20-Meistertitel über 4x400 Meter und 3x800 Meter (weibliche Jugend) beziehungsweise 3x1.000 Meter (männliche Jugend) vergeben. Welche Teams sich im Titelkampf durchsetzen konnten, lesen Sie hier!
Sonntag
Kölner Trio knackt 29 Jahre alten Deutschen U20-Rekord
Die drei Mittelstreckler vom TuS Köln rrh. verbindet mehr als nur das gemeinsame Rennen in der Staffel: Jan Emanuel Merheim und Finn Jakob Merheim sind Zwillingsbrüder und beide für die U20-WM in Eugene (USA; 5. bis 9. August) nominiert. Und Trainingspartner Lasse Block verhalf vor zwei Wochen in einem spektakulären 800-Meter-Finale bei der U20-DM im Lohrheidestadion Jan Emanuel Merheim zur U20-WM-Norm. Dieses Trio ging im dritten Zeitlauf über 3x1.000 Meter der männlichen U20 ins Rennen.
Es wurde zu einem Triumphlauf für die drei Kölner, die schon vor dem letzten Wechsel der Konkurrenz deutlich enteilt waren. Und als Lasse Block sich auf die Schlussrunde machte, war klar: Es geht nicht mehr nur um den Sieg, sondern es geht auch um den Deutschen U20-Rekord. Im Jahr 1997 hatte ein Trio vom Erfurter LAC mit 7:17,17 Minuten Maßstäbe gesetzt. Einer der drei Läufer: kein Geringerer als der spätere 800-Meter-Olympiasieger Nils Schumann.
Diese Marke löschten Finn Jakob Merheim, Jan Emanuel Merheim und Lasse Block nun aus den Rekordlisten. In 7:15,55 Minuten holten sie sich den klaren Sieg und ließen sich feiern. "Oh, wie ist das schön" schallte es aus dem Stadion-Lautsprecher, die Haupttribüne feierte mit Standing Ovations. Es war ein stark besetztes Rennen, in dem auch die zweitplatzierten Dresdner Elias Morgenstern, Lennox Gyulai und der Deutsche U18-Meister über 800 Meter Ole Steinbach mit 7:18,01 Minuten eine erstklassige Zeit hinlegten. Bronze holten Aik Straub, Theo Gröver und Karl Luis Eickmeyer von der LG Olympia Dortmund. Das Trio hatte in 7:33,66 Minuten den ersten Zeitlauf gewonnen.
Leni Hirt bringt den Titel ins Ziel
Drei Staffeln setzten sich im letzten Zeitlauf über 3x800 Meter von der Konkurrenz ab: die LG farbtex Nordschwarzwald, der TSV Bayer 04 Leverkusen 2 und die Startgemeinschaft Framersheim/Katzenelnbogen/Ochtendung. Nachdem Nele Schaber und Victoria Skrzos gut vorgelegt hatten, übernahm als Schlussläuferin der LG farbtex Nordschwarzwald Leni Hirt das Staffelholz. Die 18-Jährige hatte vor zwei Wochen bei den Deutschen U20-Meisterschaften im Lohrheidestadion den 800-Meter-Titel gewonnen und sich für die U20-WM qualifiziert, war also prädestiniert für den Posten in der Staffel.
Sie konnte ihre Stärke ausspielen und sich von der Konkurrenz lösen. In 6:38,39 Minuten liefen die Nordschwarzwälderinnen zu Gold, Silber schnappte sich der TSV Bayer 04 Leverkusen mit Fiona Bünder, Janette Busch, die tags zuvor schon in der 4x400-Meter-Staffel im Einsatz gewesen war, und Finja Faßbender. Das Trio brachte 6:42,22 Minuten auf die Bahn und landete damit vor der Startgemeinschaft Framersheim/Katzenelnbogen/Ochtendung (6:45,54 min), die sich in der Besetzung Lucie Biehl, Henriette Panter und Franziska Schulz über Bronze freuen durfte.
Samstag
Hamburgerinnen machen den Titel klar
Die Entscheidung um den Titel über 4x400 Meter in der weiblichen U20 fiel im letzten von drei Zeitläufen. Denn dieser entpuppte sich als der mit Abstand schnellste. Lange lag das Quartett von Eintracht Frankfurt in Front. Doch auf der Schlussrunde hatte der Hamburger SV noch ein Ass im Ärmel – und das hieß Ida Carlotta Schröder. Die für die 4x400-Meter-Staffel bei der U20-WM in Eugene (USA) nominierte Langsprinterin übernahm das Staffelholz und machte sich auf die Verfolgung der Frankfurterinnen.
Nika Lilith Bremer, Lina Marie Schönemann und Fridaous Nitsche hatten für den HSV gut vorgelegt, und so konnte Ida Carlotta Schröder die Attacke setzen und in deutscher Jahresbestzeit von 3:46,32 Minuten den Sieg klarmachen. Auf den letzten Metern legte auch Leverkusens Schlussläuferin Janette Busch, Dritte der U20-DM über 400 Meter Hürden, noch einen starken Spurt hin. So sicherten sich Anni Pfeiffer, Isabella Brauc, Lene Pfeiffer und Janette Busch mit 3:46,86 Minuten Silber.
Bronze brachten mit einer starken Teamleistung Sonja Schwab, Finja Ponndorf, Mara Pilkowski und Julia Badenhausen in 3:49,19 Minuten ins Ziel. Die Top Drei hatten deutlichen Vorsprung auf die folgenden Staffeln, Platz vier ging an die Siegerinnen des zweiten Laufes, den SC Krefeld 1905 (3:52,46 min).
SSV Ulm legt stark vor
Über 4x400 Meter der männlichen U20 fiel schon im ersten der drei Zeitläufe die deutsche Jahresbestzeit von 3:23,03 Minuten. Denn das Quartett des TSV Bayer 04 Leverkusen dominierte das Rennen in 3:19,05 MInuten. Diese Zeit sollte zu Platz vier reichen. Im zweiten Lauf lieferten sich der SSV Ulm 1846 und Eintracht Frankfurt ein packendes Duell, das die Ulmer schließlich in 3:16,29 Minuten für sich entschieden. Für das Quartett aus Frankfurt wurden 3:18,18 Minuten gestoppt.
So stieg vor dem dritten Lauf die Spannung: Würden die Titelverteidiger von der Startgemeinschaft Recklinghausen/Hamm die Zeit der Ulmer unterbieten? Schlussläufer Jonathan Perner, der vergangene Woche erst bei der U18-EM in Rieti (Italien) das Halbfinale über 400 Meter erreicht hatte, gab auf den letzten Metern noch einmal alles und machte den Laufsieg klar. In 3:19,04 Minuten war das Quartett mit Anthony Ratayczak, Patrizio Paschek, Nick Bo Sluyter und Jonathan Perner allerdings nicht ganz so schnell wie die beiden Staffeln aus dem zweiten Lauf. So gewannen sie Bronze, eine Hundertstel vor Leverkusen.
Gold ging an die schnellen Ulmer Nils Noel Zeller, Felix Schmidt, Maximilian Schmidt und Quentin Roth, über Silber durften sich die "Adlerträger" Luca Barowski, Jannik Elias Gutmann, Jan de Weerth und Oskar Krauss freuen.