Saisonhöhepunkt der europäischen Leichtathletik: Vom 10. bis 16. August geht es bei der EM um Medaillen, Titel und Bestleistungen. 114 deutsche Athletinnen und Athleten stellen sich im Alexander Stadium von Birmingham der europäischen Konkurrenz. Wie das DLV-Team in den Vorrunden abgeschnitten hat und es seine Resultate einschätzt, lesen Sie hier.
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Frauen
100 Meter | Vorläufe
Chelsea Kadiri ohne Windglück
Die nackten Zahlen sagen manchmal nicht alles: Mit 11,47 Sekunden verpasste Chelsea Kadiri (Sprintteam Wetzlar) das 100-Meter-Halbfinale als 18. der Vorläufe recht deutlich um 16 Hundertstelsekunden. Allerdings fand ihr Rennen bei Windstille statt, bei den anderen beiden Läufen unterstützte der Wind mit 1,8 und sogar 3,2 Meter pro Sekunde von hinten. Das macht über 100 Meter schnell eine oder zwei Zehntelsekunden aus. Denn nur die zwölf schnellsten Sprinterinnen der drei Vorläufe schafften es in die nächste Runde, unabhängig von der Platzierung im Rennen.
Für die 21-jährige Chelsea Kadiri war es der erste Auftritt auf der ganz großen Bühne. In ihrem Rennen reichten 11,47 Sekunden zu Platz fünf. Der Sieg in ihrem Rennen ging an die Belgierin Rani Rosius (11,17 sec). Die schnellste Vorlaufzeit erzielte Boglarka Takacs. Die Ungarin lief bei 3,2 Metern pro Sekunde Rückenwind 10,93 Sekunden. Gina Lückenkemper (SCC Berlin) und Rebekka Haase (Sprintteam Wetzlar) steigen am Sonntagabend im Halbfinale in die EM ein.
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Chelsea Kadiri (Sprintteam Wetzlar):
„Der Lauf war nicht gut, ich habe wenig davon mitbekommen, habe aber im Rennen alles probiert. Aber ich bin trotzdem stolz auf mich, dass ich hier als noch sehr junge Athletin starten durfte. Hoffentlich stehe ich in ein paar Jahren hier und kann dann mit den Großen aus meinen Jahrgängen mitlaufen.“
100 Meter | Halbfinals
DLV-Duo verpasst Finale
Bei dieser EM sollte es nicht sein: Das 100-Meter-Finale der Frauen findet ohne deutsche Beteiligung statt. In den drei Halbfinals verpassten Gina Lückenkemper (SCC Berlin) und Rebekka Haase (Sprintteam Wetzlar) den Sprung ins Finale. Für Gina Lückenkemper wurden auf der Innenbahn im Halbfinale 11,28 Sekunden gestoppt. Das reichte für die 29-Jährige, die in den vergangenen Wochen mit den Nachwirkungen eines Zeckenbisses zu kämpfen hatte, nicht für das Finale.
In der Endabrechnung lief Gina Lückenkemper auf Rang 15, der letzte Finalplatz ging mit 11,12 Sekunden an die Schweizerin Salomé Kora. Rebekka Haase (Sprintteam Wetzlar), die sich wie Gina Lückenkemper direkt für das Halbfinale qualifiziert hatte, lief mit 11,36 Sekunden in ihrem Rennen auf Rang sieben. Den Titel im 100-Meter-Finale am Montagabend sicherte sich Lokalmatadorin Amy Hunt mit 11,00 Sekunden.
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Gina Lückenkemper (SCC Berlin):
„Ich habe nach der DM ja keinen Hehl daraus gemacht, dass mich der Zeckenbiss länger begleitet hat. Die Beule am Hinterkopf ist nach sechs Wochen immer noch nicht weg. Mein Gleichgewichtssystem hat einen echt krassen Treffer erlitten, was mich etwas orientierungslos auf der Laufbahn zurückgelassen hat. Dadurch war ich bedeutend langsamer auf den ersten 30 Meter. Und das holt man am Ende dann nicht mehr auf. Klar ist es ärgerlich, wenn man bei einer EM schon einmal ganz oben stand. Aber nach den letzten Wochen musste ich mit realistischen Zielen in die EM gehen. Jetzt steht am Wochenende die Staffel an, da werden die Karten neu gemischt.“
Rebekka Haase (Sprintteam Wetzlar):
„Man fühlt sich etwas, als hätte ich einen Elfmeter verschossen. Ich weiß, dass ich schneller laufen kann – und das nervt natürlich ungemein. Heute war leider nicht viel Gutes dabei. Ich freue mich trotzdem auf die Staffel, denn wir wissen, was wir da abliefern können. Das haben wir schon bei vielen Meisterschaften gezeigt und wollen es am Wochenende wieder tun.“
100 Meter Hürden | Vorläufe
Rosina Schneider fliegt zur PB, auch Lia Flotow im Halbfinale
Alle drei deutschen Hürdensprinterinnen stehen im EM-Halbfinale am Dienstag, für das die Deutsche Meisterin Franziska Schuster (TSV Bayer 04 Leverkusen) schon vorab qualifiziert war. Rosina Schneider (TV Sulz) ließ im dritten Vorlauf am Montagabend keinen Zweifel daran, dass sie in absoluter Top-Form ist. In ihrem Rennen stürmte sie der Konkurrenz auf und davon und mit 12,76 Sekunden nicht nur zu einer neuen Bestzeit, sondern auch zur besten Zeit der drei Vorläufe. Im Ziel feierte Rosina Schneider ihren Lauf mit einem lauten Jubelschrei. Ihre Bestzeit steigerte die 21-Jährige um eine Hundertstelsekunde.
Nach ihrem Rennen – dem zweiten Vorlauf – musste Lia Flotow (1. LAV Rostock) noch ein wenig zittern. Zwar kam sie nach einem etwas verpassten Start noch stark auf, doch 12,95 Sekunden bedeuteten lediglich Rang fünf in ihrem Rennen. Und nur die zwölf schnellsten Hürdensprinterinnen der drei Läufe erreichten das Halbfinale. In der Endabrechnung lief Lia Flotow auf Rang neun und kam bei ihrer ersten großen Meisterschaft gleich eine Runde weiter. Den letzten Platz im Halbfinale sicherte sich die Italienerin Elena Carraro mit 13,01 Sekunden. Halbfinale und Finale werden Dienstagabend ausgetragen.
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Rosina Schneider (TV Sulz):
„Diese Zeit wäre ich auch gern im Halbfinale gelaufen, aber vielleicht kann ich da noch was draufpacken. Mit der Bestleistung bin ich super happy. Ich habe mir in den vergangenen Wochen ein tolles Niveau erarbeitet. Das will ich in den kommenden Rennen weiter beweisen.“
Lia Flotow (1. LAV Rostock):
„Ich habe am Start etwas gezuckt, darum war der Start nicht so gut. Danach war ich etwas geschockt und bin einfach nur an die anderen rangelaufen. Die Zeit war am Ende ja noch ganz gut. Als der dritte Lauf mit Rosina dann durch war, wusste ich, dass es reichen wird.“
400 Meter Hürden | Vorläufe
Vanessa Baldé läuft auf den undankbaren 13. Platz
Vanessa Baldé (Hamburger SV) hat den Einzug ins Halbfinale über 400 Meter Hürden knapp verpasst. Die 23-Jährige belegte im zweiten von drei Vorläufen in 56,52 Sekunden Rang fünf und musste anschließend auf die Zeitschnellsten-Regelung hoffen. Nach dem dritten Vorlauf stand fest: 18 Hundertstelsekunden fehlten ihr zum Weiterkommen. Den letzten Halbfinalplatz sicherte sich Martha Rasmussen (Dänemark; 56,34 sec).
Die schnellste Zeit aller Vorläufe erzielte Lena Pressler (Österreich; 54,97 sec). Für Vanessa Baldé endet damit zwar die EM-Reise, bei ihrem ersten Auftritt im Alexander Stadium nahm sie aber vor allem wertvolle internationale Erfahrung mit. Im Rennen selbst kostete sie nach eigener Einschätzung ein früher Wechsel des Hürdenbeins wichtige Zeit. Die zweite deutsche Starterin Eileen Demes (TV 1861 Neu-Isenburg) steigt als eine der zwölf Besten auf der "Road to Birmingham" erst im Halbfinale in den Saisonhöhepunkt in Birmingham ein.
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Vanessa Baldé (Hamburger SV):
„Es war sehr schön, hier zu laufen. Ich war natürlich ein bisschen aufgeregt, aber die Leute haben so gejubelt und die Atmosphäre war richtig toll. Natürlich hatte ich mir ein bisschen mehr erhofft. Im Rennen habe ich mein Hürdenbein schon sehr früh gewechselt und war dadurch an den folgenden Hürden zu nah dran. Das hat Zeit gekostet. Ich nehme trotzdem ganz viel Erfahrung mit und es motiviert mich, in den nächsten Jahren noch mehr zu geben. Ich lerne daraus und mache es beim nächsten Mal besser.“
3.000 Meter Hindernis | Vorläufe
DLV-Trio läuft souverän ins Finale
Auf Rang zwei und drei der Meldeliste das Finale sicher im Visier, absolvierten Gesa Krause (Silvesterlauf Trier) und Lea Meyer (VfL Löningen) den ersten von zwei Vorläufen von Beginn an der Spitze. Gemeinsam mit der Französin Flavie Renouard liefen sie konstant ihre Runden, setzten sich ab etwa der Hälfte des Rennens als Trio etwas von der Konkurrenz ab und sicherten sich auf Rang eins und zwei souverän das Finalticket. Die 9:32,21 Minuten von Meyer und die 9:32,27 Minuten von Krause waren zudem die zwei besten Zeiten, die in der Qualifikation auf die Bahn gebracht wurden. Drittschnellste Läuferin war die Siegerin aus dem zweiten Vorlauf, die Lokalmatadorin und als Jahresbeste klare Mitfavoritin Elise Thorner (9:32,40 min).
Ebenfalls souverän ins Finale gelaufen ist auch die dritte deutsche Hindernisläuferin. In 9:32,65 Minuten kam Olivia Gürth (Silvesterlauf Trier) kontrolliert als Sechste der Qualifikation ins Ziel. Für das Finale dürfte das Tempo dann deutlich schärfer sein, doch das DLV-Trio zeigt sich optimistisch und betrachtete den Verlauf mehr als Pflichtaufgabe denn als große Herausforderung. Ebenfalls im Finale steht auch die Titelverteidigerin Alice Finot (Frankreich).
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Gesa Krause (Silvesterlauf Trier)
Der Vorlauf heute war einfach die Aufgabe, die man lösen muss. Die 9:30 Minuten sind mit Blick auf die Vorleistungen einfach das, was man laufen muss, um sich für das Finale zu qualifizieren. Das ist manchmal auch ein bisschen Mathematik und es ist angenehmer, einen Vorlauf ohne Blessuren von vorne weg zu laufen. Im Finale heißt es dann, so weit wie möglich nach vorn zu laufen. Wir sind beide Anwärterinnen, um aufs Podium zu laufen. Es gibt aber noch vier oder fünf weitere Läuferinnen, die definitiv die Möglichkeit haben, das auch zu schaffen. Deswegen ist das eine schwierige Aufgabe, die dann jede auf ihre eigene Art und Weise versuchen muss, anzugehen. Da ist alles offen. Deswegen heißt es jetzt, sich optimal vorzubereiten und dann das Beste draus zu machen.
Lea Meyer (VfL Löningen)
Wir wissen beide, dass ein Vorlauf immer etwas Risiko ist. Und weil wir beide fit sind, kann man ab einem bestimmten Zeitpunkt auch etwas Druck machen und sich ein bisschen freilaufen, um gut durchzukommen.
Olivia Gürth (Silvesterlauf Trier)
Es war so, wie ich es mir erhofft hatte: Dass die Britin die Führungsarbeit übernimmt und die Gruppe entzerrt. Im Finale will ich Gesa und Lea als Orientierung nehmen und werde versuchen, mich so lange wie möglich nicht abschütteln zu lassen, um hinten raus dann die ein oder andere Überraschung zu landen.
Dreisprung | Qualifikation
Kira Wittmann mit Bestleistung ins Finale
Mit Bestleistung ins EM-Finale: Dieses Kunststück ist nicht nur der Italienerin Erika Giorgia Anoeta Saraceni (14,50 m), U20-Europameisterin aus dem vergangenen Jahr, gelungen, sondern auch der Deutschen Meisterin Kira Wittmann (Hannover 96). Im zweiten Versuch kam sie im Hop-Step-Jump auf 14,26 Meter und zog als Vierte der Qualifikation souverän in das Finale ein. Noch in der Mixed Zone hatte die 26-Jährige Freudentränen in den Augen. Insgesamt sicherten sich sieben Athletinnen das große „Q“, darunter auch die mitfavorisierte Belgierein Ilona Masson (14,35 m), die EM-Zweite von 2024 Tuğba Danışmaz (Türkei; 14,23 m) sowie die mittlerweile 36 Jahre alte frühere Weitsprung-Weltmeisterin Ivana Spanovic (14,21 m) aus Serbien und die Schwedin Maja Åskag (14,21 m). Eine herbe Enttäuschung musste indes die europäische Jahresbeste Diana Ana Maria Ion (Rumänien) hinnehmen, die keinen ihrer drei Versuche gültig aufs Brett brachte – keine Weite, kein Finale, kein Edelmetall.
Für die zwei weiteren DLV-Springerinnen reichte die Qualifikationsweite jeweils nicht für den Sprung unter die Top zwölf. Während Caroline Joyeux (LG Nord Berlin; 13,98 m) ihren besten Versuch direkt im ersten Durchgang landete, war es bei der Deutschen U23-Meisterin Ruth Hildebrand (TSV Bayer 04 Leverkusen) der zweite Versuch, der bei einer Tagesbestweite von 13,90 Meter gemessen wurde. Somit sortierten sie sich in der Addition der beiden Qualifikationsgruppen auf Rang 14 und 17 in die Ergebnisliste ein.
Stimmen zum Wettbewerb:
Kira Wittmann (Hannover 96)
Ich bin gerade noch etwas aufgebracht und weiß gar nicht, wohin mit mir. Mit einem großen „Q“ heute hier rauszugehen und Bestleistung zu springen – was will man mehr? Wow, ich stehe im EM-Finale! Der Sprung hat sich gut angefühlt. Ich habe direkt auf die Anzeigetafel geschaut und gehofft, dass er in der Region von 14,10 oder 14,15 Meter war. Dass es jetzt so weit war, das hätte ich nicht gedacht. Aber umso besser. Im Finale will ich auf jeden Fall die Stimmung mitnehmen, da gehe ich all in. Gern möchte ich noch einmal so eine Weite anbieten und freue mich auf das Finale.
Caroline Joyeux (LG Nord Berlin)
Der Anlauf lief heute sehr unrund, vor allem im zweiten und dritten Versuch. Der Start war sehr gut und sehr hoffnungsvoll, danach habe ich aber dumme Fehler gemacht, die nicht hätten sein müssen. Ich habe mich durchgekämpft und bin nicht ganz gesund angereist – ich habe Rückenprobleme, die sehr schmerzhaft sind. Dann spielen der Kopf und der Körper natürlich eine Rolle. Eigentlich wollte ich hier um eine Medaille mitkämpfen. Das hat sich nun erledigt. Aber ich versuche, positiv nach vorne zu schauen und nächstes Jahr wieder neu anzugreifen.
Ruth Hildebrand (TSV Bayer 04 Leverkusen)
Ich habe ein lachendes und ein weinendes Auge. Weil 13,90 Meter normalerweise für ein EM-Finale reichen – und hier nicht. Das war eine super starke Quali und die Mädels haben starke Weiten gezaubert. Das war meine zweitbeste Weite und ich wäre gern im Finale gewesen. Jetzt nehme ich die Erfahrung mit und dann schauen wir mal, wohin die Reise geht. Hoffentlich werde ich noch etwas besser und konstanter.
Kugelstoß | Qualifikation
DLV-Trio geschlossen im Finale
Die 18.000 Plätze im Alexander Stadium von Birmingham waren noch etwas spärlich besetzt, doch die Favoritinnen im Kugelstoßen der Frauen zeigten sich davon in der Qualifikation unbeeindruckt. Insbesondere Olympiasiegerin Yemisi Mabry (MTG Mannheim) präsentierte sich am frühen Montagvormittag hoch konzentriert und stieß die vier Kilogramm schwere Kugel direkt im ersten Versuch auf 19,25 Meter. Damit übertraf sie nicht nur souverän die geforderte Qualifikationsweite (18,20 m) für das Finale am Abend, sondern zeigte auch den weitesten Stoß der gesamten Konkurrenz und konnte wertvolle Körner für den Medaillenkampf sparen.
Eine Zitterpartie wurde der Wettkampf hingegen für Katharina Maisch (LV 90 Erzgebirge). Die 19-Meter-Stoßerin startete mit einem ungültigen Versuch in die Qualifikation. Und auch den zweiten Stoß konnte sie zwar weit hinaus stoßen, aber nicht halten. Nachdem sie mit dem Fuß aus dem Ring treten musste, gab es erneut die rote Fahne. Der dritte Versuch war ihre letzte Chance, sich ins Finale zu retten. Und wenngleich dieser nur bei 17,64 Meter landete, war er gültig und reichte für Rang elf – das kleine „q“ war ihr somit sicher.
Und auch die Jüngste im DLV-Trio hatte Grund zur Freude. Mit 17,71 Metern sortierte sich U23-Europameisterin Nina Chioma Ndubuisi (SG Schorndorf 1846) in der Addition der beiden Qualifikationsgruppen auf Rang neun ein und zog ebenfalls in das Finale ein. Somit dürfen alle drei deutschen Kugelstoßerinnen am Montagabend noch einmal in den Ring und um die Medaillen und gute Platzierungen der Top zwölf kämpfen. Das Finale mit einem großen „Q“ und somit den geforderten 18,20 Metern erreicht haben auch die stark einzuschätzende Weltmeisterin Jessica Schilder (Niederlande; 19,00 m), die Portugiesinnen Auriol Domingo (18,76 m) und Jessica Inchude (18,57 m) sowie die WM-Zweite Jorinde van Klinken (Niederlande; 18,65 m) und die Schwedinnen Fanny Roos (18,72 m) und Axelina Johansson (18,29 m).
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Yemisi Mabry (MTG Mannheim):
"Ich habe mir von Anfang an gesagt, dass ich Gas gebe, und mir nichts anderes erlaubt. Ich wollte locker in den Stoß reingehen und das ist mir auch ganz gut gelungen und stimmt mich optimistisch für heute Abend. Bis dahin wird noch ein bisschen gelesen und Musik gehört – einfach Ruhe. Die Anlage ist sehr schön und das Publikum recht nah dran, das kann man gut hören. Das ist bestimmt gut für heute Abend. Wie weit es im Finale geht? Lassen wir uns überraschen!"
Katharina Maisch (LV 90 Erzgebirge):
"Die Qualifikation habe ich mir anders vorgestellt. Ich dachte eigentlich, dass ich den ersten Stoß mache, das große Q stehen habe und Abfahrt. Mit zwei ungültigen Versuchen habe ich dann schon sehr gebibbert und bin froh, dass es jetzt gereicht hat. Ich freue mich, dass wir zu dritt im Finale stehen und die deutsche Fahne nach oben halten. Jetzt geht es ins Hotel, schnell etwas essen, schlafen, sich frisch machen und dann wieder hier stehen."
Nina Ndubuisi (SG Schorndorf 1846):
"Ich bin sehr zufrieden. Der erste Wettkampf um 10:30 Uhr – das ist immer noch mal eine Nummer. Ich habe das als Aufwachen und Reinkommen gesehen. Heute Abend geht es dann noch mal richtig los und ich hoffe, dass dann auch eine weitere Weite da steht. Die Top Acht zu erreichen, das wäre super. Ich will so stoßen, dass ich sagen kann, dass ich alles gegeben habe."
Hammerwurf | Qualifikation
Aileen Kuhn mit 70er-Wurf im Finale
Für den sicheren Einzug in das Hammerwurf-Finale waren stolze 71,50 Meter gefordert. Eine Weite, die am Montagabend allerdings nur drei Athletinnen anbieten konnten. In der Gruppe A vorgelegt hatten die dänische Landesrekordhalterin Katrine Koche Jacobsen (72,62 m) sowie die Norwegerin Beatrice Nedberge Llano (72,09 m). Alle weiteren Werferinnen mussten sich noch etwas gedulden und darauf warten, was die Konkurrenz in der Gruppe B zu später Stunde noch im Alexander Stadium von Birmingham anzubieten hatte. Eine von ihnen war auch die Deutsche Meisterin Aileen Kuhn (Eintracht Frankfurt), die den Hammer nach einem ungültigen ersten Versuch auf 70,14 Meter weit warf und sich vorerst auf Rang vier einsortierte. In der Endabrechnung sollte diese Weite reichen, als Siebte war das Ticket ins Finale am Mittwoch gelöst.
In diesem trifft sie auf das favorisierte Duo aus Finnland Silja Kosonen (72,02 m) und Krista Tervo (70,42 m). Mit 67.62 Metern auf dem undankbaren 13. Platz knapp am Einzug ins Finale vorbeigeschrammt ist Samantha Borutta (Eintracht Frankfurt). Der letzte Finalplatz ging an die Griechin Stamatia Alexandra Scarvelis (68,49 m). Dies war am Montagabend auch für Jada Julien (LV 90 Erzgebirge) zu weit. Mit 64,66 Metern schloss sie die Qualifikation auf Platz 22 ab.
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Aileen Kuhn (Eintracht Frankfurt)
Ich hätte gern über die gelbe Linie geworfen, weil das auf jeden Fall in meinen Möglichkeiten war. Und auch weil es im Einwerfen noch ganz gut ging. Im Wettkampf bin ich dann etwas fest geworden, aber es war trotzdem gut. Meine Trainerin Kathrin [Klaas] hat mir eben schon gut zugeredet, dass es wahrscheinlich auf jeden Fall für das Finale reichen wird. Dort muss ich einfach ein bisschen lockerer bleiben. So wie im Einwerfen, da ist das immer noch etwas besser. Weil man sich da immer so ein bisschen selbst an den Hammerweg nimmt. Ich würde gern meine Bestweite angreifen und denke, dass 73 Meter für mich möglich sind.
Samantha Borutta (Eintracht Frankfurt)
Wir haben vor ein, zwei Wochen etwas an der Technik umgestellt. Das hat im Training auch schon ganz gut geklappt. Deswegen bin ich hier hergekommen und wollte etwas riskieren. Weil ich im Training gesehen habe, dass es damit auch weiter geht. Die 70 Metern sind dann für mich kein Problem. Im Wettkampf kommt dann natürlich noch die Aufregung dazu. Dennoch bin ich stolz auf meinen 13. Platz.
Jada Julien (LV 90 Erzgebirge)
Es war eine sehr schöne Erfahrung, bei den Großen zu starten. Man freut sich einfach, daran teilnehmen zu können, und es war von der Saison her jetzt ein bisschen das i-Tüpfelchen. Deswegen freue ich mich trotzdem, auch wenn ich mit dem Ergebnis nicht so ganz zufrieden bin. Technisch gab es ein paar Baustellen ich habe auch zwei Würfe an das Netz gehauen, was ein paar Meter wegnimmt. Aber es ist jetzt so gelaufen und ich muss es so mitnehmen. Meine Saison ist jetzt vorbei. Nächstes Jahr würde ich gern wieder 70 Meter weit werfen.
Männer
400 Meter | Vorläufe
Thorben Finke macht das Halbfinale klar
Er biss, fightete um jede Hundertstel und belohnte sich im 400-Meter-Vorlauf mit dem Einzug ins Halbfinale. Denn 45,79 Sekunden reichten für Thorben Finke (SV Sigiltra Sögel) souverän zum Halbfinaleinzug. Dabei war das nach seinem Rennen – dem ersten von dreien – noch gar nicht klar. Mit Platz vier in dem Lauf hieß es zittern. Doch da im zweiten Lauf nur ein Langsprinter schneller war, konnte der Deutsche Vizemeister mit dem Halbfinale am Dienstag planen.
Für den Niedersachsen war die Zeit in Birmingham die drittbeste seiner noch jungen Karriere. Die beste Zeit der Vorläufe lieferte Patrik Simon Enyingi ab. Der Ungar stürmte im Rennen von Thorben Finke nach 44,87 Sekunden ins Ziel. Der Emsländer erreichte in der Endabrechnung der drei Rennen Rang acht. Im Halbfinale am Dienstag wird dann auch der Deutsche Meister Jean Paul Bredau (VfL Wolfsburg) ins Geschehen eingreifen.
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Thorben Finke (SV Sigiltra Sögel):
„Ich bin schnell und mutig losgerannt. Auf der Gegengerade gab’s etwas Gegenwind, der hat schon ordentlich gebremst. So wurde es hinten raus richtig hart. Ich habe gefightet und alles gegeben. Es war das bisher drittbeste Rennen meiner Karriere und passt gut zu meinen bisherigen Saisonleistungen, wobei die 45,08 Sekunden bei der DM natürlich außergewöhnlich waren. Vor dem Rennen war ich schon ziemlich nervös, aber es war ja auch mein erstes EM-Rennen. Im Halbfinale werde ich alles geben und versuchen, an die Leistung von der DM anzuknüpfen.“
800 Meter | Vorläufe
Alexander Stepanov stürmt ins Halbfinale
Im zweiten 800-Meter-Vorlauf traf Alexander Stepanov (VfL Sindelfingen) auf extrem schnelle Konkurrenz. Mit seinen 1:45,13 Minuten rangierte der Deutsche Meister "nur" auf Platz sechs der Meldeliste. Doch der 21-Jährige konnte sich auf seinen extrem starken Spurt verlassen. Eingangs der Zielgerade lag Alexander Stepanov auf Rang drei. Exakt dieser Platz garantierte den direkten Einzug ins Halbfinale – und der Sindelfinger gab diese nicht mehr her. Mit 1:46,27 Minuten schnappte er sich das begehrte „Q“ und hielt Titelverteidiger Gabriel Tual (Frankreich; 1:46,33 min) knapp auf Distanz.
Knapp vor Alexander Stepanov liefen Lokalmatador Max Burgin (Großbritannien; 1:45,80 min) und der Schwede Andreas Kramer (1:46,05 min) ins Ziel. Eine souveräne Vorstellung zeigte auch Mark English (Irland). Europas Nummer eins entschied seinen Vorlauf in 1:46,96 Minuten für sich und wird im Halbfinale am Mittwoch sicherlich noch eine Schippe drauflegen können.
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Alexander Stepanov (VfL Sindelfingen):
„Ich habe alles reingelegt. Das musste ich auch. Denn die 800 Meter sind wahrscheinlich der am besten besetzte Laufwettbewerb bei der EM. Als auf der zweiten Runde das Tempo angezogen wurde, musste ich mitgehen. Es hat mich überrascht, dass es so schon so früh so schnell wurde. Aber ich hatte eine gute Position, die ich verteidigen konnte. Jetzt freue ich mich aufs Halbfinale.“
Weitsprung | Qualifikation
Freud und Leid im "Windsprung" – kein Finale für deutsche Springer
Die Qualifikation im Weitsprung der Männer hielt alles bereit, was im Sport dazugehört: ungefilterte Emotionen, beeindruckende Leistungen der Favoriten, manch eine Zitterpartie und leider auch das vorzeitige Aus nach Verletzung von zwei Athleten, die durchaus um die Medaillen hätten mitspringen können. Einer von ihnen ist der Deutsche Meister Simon Batz (MTG Mannheim). Bereits im Einspringen spürte er ein Ziehen im Beuger und konnte gar nicht erst zu seinem ersten Versuch antreten. Nur wenige Minuten später wiederholten sich die Bilder – ausgerechnet der Weltmeister Mattia Furlani (Italien) verließ die Grube mit schmerzverzerrtem Gesicht und musste gar mit dem Rollstuhl aus dem Stadion geschoben werden.
In einem von starkem Rückenwind geprägten Wettkampf abgeliefert haben indes andere Top-Springer sowie einige Youngsters. Insgesamt acht Athleten landeten jenseits der acht Meter – die direkte Qualifikationsweite für das Finale am Dienstagabend lag bei 8,15 Metern. Mit einem großen „Q“ den Sprung in die Top Zwölf schafften unter anderem der erst 21-jährige Francesco Ettore Inzoli (Italien; 8,34 m), der Dritte der U20-EM 2025 Luka Boškovic (Serbien; 8,33 m), Olympiasieger und Titelverteidiger Miltiadis Tentoglou (Griechenland; 8,26 m), der sprungtalentierte Bulgare Bozhidar Saraboyukov (8,20 m) sowie der Spanier Eusebio Cáceres (8,24 m). Und auch Siebenkampf-Hallenweltrekordler Simon Ehammer (Schweiz; 8,26 m), der bei der EM auf den Weitsprung setzt und keinen Zehnkampf bestreiten wird, qualifizierte sich mit 8,10 Metern als Siebter für das Finale.
Auf Rang 21 und 25 mit jeweils nur einer gültigen Weite den Sprung ins Finale verpasst haben die beiden deutschen Starter Simon Plitzko (TSG Bergedorf; 7,60 m) und Kevin Brucha (TLV Germania Überruhr; 7,47 m). Ärgerlich war dabei insbesondere der dritte und letzte Versuch vom DM-Zweiten Brucha, der zwar weit hinausging, aber am Brett übertreten und somit ungültig war.
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Kevin Brucha (TLV Germania Überruhr)
"Am Ende sind es gute sieben Meter, die dastehen. Aber das Potenzial war da, vor allem im letzten Sprung. Da bin ich dann reingekommen. Das ist meine erste internationale Meisterschaft bei den Senioren und deswegen denke ich, dass es nicht das Richtige wäre, das jetzt zu verbissen zu sehen. Ich hatte unglaublich viel Spaß dabei – trotz der nicht optimalen Weite."
Simon Plitzko (TSG Bergedorf)
"Ich bin nicht ganz unzufrieden, weil die ungültigen Versuche gezeigt haben, wie weit ich springen kann. Es hat auf jeden Fall viel Spaß gemacht – auch mit den Zuschauern und dem Maskottchen, das da die ganze Zeit herum gesprungen ist."
Simon Batz (MTG Mannheim)
"Ich habe beim Einspringen eine Anlaufkontrolle gemacht und dann habe ich mir beim Absprung in den Beuger einen reingezogen. Ich habe gerade ganz viele Gefühle – von Wut über Trauer. Ich bin in der besten Form, die ich je hatte, angereist und hätte sicherlich vorne mitmischen können. Jetzt muss ich das erst einmal verarbeiten und dann muss es weitergehen."
Kugelstoß | Qualifikation
Eric Maihöfer zieht souverän ins Finale ein
Erst ein lauter Schrei, dann bereits die lachende Gewissheit: Titelverteidiger Leonado Fabbri ließ in der Qualifikation keinen Zweifel daran, auch in Birmingham wieder ganz oben auf dem Podium zu landen. Direkt im ersten Versuch wuchtete der konstant 22 Meter stoßende Italiener sein Arbeitsgerät auf 21,29 Meter und konnte die Wettkampftasche wieder packen. Und auch der Tscheche Tomáš Stanek (20,66 m), Dritter der EM 2022 in München, übertraf die für das Finale geforderten 20,60 Meter und gilt als möglicher Medaillenkandidat. Zu den drei weiteren Athleten, die am Montagmittag die 20-Meter-Marke übertrafen, gehören der Italiener Nick Ponzio (20,48 m), Wictor Petersson (20,47 m) aus Schweden und der Serbe Armin Sinancevic (20,20 m).
Dahinter folgten Lokalmatador Scott Lincoln (19,96 m) und der Deutsche Meister Eric Maihöfer (VfL Sindelfingen; 19,90 m), der diese Weite direkt im ersten Versuch zeigte und zwei ungültige Versuche folgen ließ. Ebenfalls im Finale dabei sein werden auch die zum Favoritenkreis zählenden Konrad Bukowiecki (Polen) und Zane Weir (Italien). Das letzte Finalticket wurde mit 19,54 Metern an Eric Favors aus Irland vergeben. Direkt dahinter sortierte sich Georg Harpf (LG Stadtwerke München) ein, für den nach einer Weite von 19,45 Meter im ersten Versuch zwei ungültige Stöße ins Protokoll eingingen.
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Eric Maihöfer (VfL Sindelfingen)
Die Qualifikation lief gut, ich bin weiter. Der letzte Stoß war noch mal ein Tick weiter gewesen, aber leider ungültig. Aber da schaue ich, dass ich das heute Abend dann schaffe. Ich hatte mir vorgenommen, ins Finale zu kommen. Das habe ich geschafft. Jetzt heißt es, heute Abend ganz befreit zu stoßen und was dann am Ende dran steht, da muss ich schauen, ob ich damit zufrieden sein kann. Ich hoffe, dass im Finale wieder die 20 vor dem Komma stehen wird.
Georg Harpf (LG Stadtwerke München)
Eigentlich hatte der Wettkampf mit einem guten Stoß gut angefangen. Dann wollte ich noch mal was drauflegen, aber im zweiten Versuch war es technisch nicht so gut und im dritten Versuch wollte ich etwas zu viel und konnte den Stoß nicht mehr halten. Was ich noch lernen muss, ist einfach etwas ruhiger zu bleiben und auch bei solchen Meisterschaften einen guten Mittelweg zu finden, um technisch sauber zu stoßen und gleichzeitig die Spannung zu halten.
Hammerwurf | Qualifikation
Merlin Hummel und Sören Klose machen es spannend
Merlin Hummel und Sören Klose (beide Eintracht Frankfurt) haben den Einzug ins Hammerwurf-Finale geschafft, mussten dafür aber bis zum Ende der EM-Qualifikation am Montagmittag bangen. Merlin Hummel war bereits in Gruppe A am Vormittag an der Reihe und startete mit einem ungültigen Versuch. Anschließend ließ der Vize-Weltmeister 74,77 und 75,49 Meter folgen. Damit verfehlte der 24-Jährige die geforderte Qualifikationsweite von 78,00 Metern und musste anschließend auf die Ergebnisse der zweiten Gruppe warten.
In Gruppe B gelang Sören Klose gleich im ersten Versuch mit 75,80 Metern seine beste Weite. Auch für ihn reichte es damit nicht zum großen „Q“. Nach Abschluss beider Gruppen stand jedoch fest, dass sich die beiden Frankfurter über die Platzierung für das Finale der besten zwölf qualifiziert haben. Sören Klose belegte Rang acht, Merlin Hummel Rang zehn. Die beste Leistung der Qualifikation erzielte Volodymyr Myslyvchuk (Ukraine; 79,61 m) knapp vor Bence Halász (Ungarn; 79,58 m). Ebenfalls weit vorn landeten Yann Chaussinand (Frankreich; 77,45 m), Mykhaylo Kokhan (Ukraine; 77,40 m) und Pawel Fajdek (Polen; 77,35 m).
Stimmen zum Wettbewerb
Merlin Hummel (Eintracht Frankfurt):
„Ich hatte heute nicht den Fokus, den ich sonst habe, und bin nicht richtig in den Wettkampf reingekommen. Nach dem zweiten Versuch habe ich gemerkt, dass irgendetwas nicht passt. Bein Einwerfen habe ich aber gesehen, dass die Form da ist. Ich muss mir jetzt nicht einreden, dass ich das Werfen verlernt habe. Das Finale ist dann wieder ein komplett anderer Wettkampf.“
Sören Klose (Eintracht Frankfurt):
„So hatte ich mir die Qualifikation nicht vorgestellt. Der erste Versuch war direkt mein bester, eigentlich hatte ich gehofft, mich danach noch zu steigern. Technisch hat heute nicht alles gepasst, vor allem die Spannung im Körper und die Aktivität in den Beinen haben gefehlt. Umso mehr freue ich mich, dass die 75,80 Meter fürs Finale gereicht haben. Heute Abend werde ich noch etwas Krafttraining machen und ein paar technische Dinge durchgehen, damit es morgen besser läuft.“