| EM 2026

Birmingham Tag 1 | Die Athlet:innen in den Vorrunden

© Jan Papenfuß
Saisonhöhepunkt der europäischen Leichtathletik: Vom 10. bis 16. August geht es bei der EM um Medaillen, Titel und Bestleistungen. 114 deutsche Athletinnen und Athleten stellen sich im Alexander Stadium von Birmingham der europäischen Konkurrenz. Wie das DLV-Team in den Vorrunden abgeschnitten hat und es seine Resultate einschätzt, lesen Sie hier.
mbn/js/pas

EM 2026 Birmingham  Zeitplan LIve-Ergebnisse Livestream

Frauen U20

100 Meter | Vorläufe

Chelsea Kadiri ohne Windglück

Die nackten Zahlen sagen manchmal nicht alles: Mit 11,47 Sekunden verpasste Chelsea Kadiri (Sprintteam Wetzlar) das 100-Meter-Halbfinale als 18. der Vorläufe recht deutlich um 16 Hundertstelsekunden. Allerdings fand ihr Rennen bei Windstille statt, bei den anderen beiden Läufen unterstütze der Wind mit 1,8 und sogar 3,2 Meter pro Sekunde von hinten. Das macht über 100 Meter schnell eine oder zwei Zehntelsekunden aus. Denn nur die zwölf schnellsten Sprinterinnen der drei Vorläufe schafften es in die nächste Runde, unabhängig von der Platzierung im Rennen

Für die 21-jährige Chelsea Kadiri war es der erste Auftritt auf der ganz großen Bühne. In ihrem Rennen reichten 11,47 Sekunden zu Platz fünf. Der Sieg in ihrem Rennen ging an die Belgierin Rani Rosius (11,17 sec). Die schnellste Vorlaufzeit erzielte Boglarka Takacs. Die Ungarin lief bei 3,2 Metern pro Sekunde Rückenwind 10,93 Sekunden. Gina Lückenkemper (SCC Berlin) und Rebekka Haase (Sprintteam Wetzlar) steigen am Sonntagabend im Halbfinale in die EM ein.

Stimme zum Wettbewerb

Chelsea Kadiri (Sprintteam Wetzlar):
„Der Lauf war nicht gut, ich habe wenig davon mitbekommen, habe aber im Rennen alles probiert. Aber ich bin trotzdem stolz auf mich, dass ich hier als noch sehr junge Athletin starten durfte. Hoffentlich stehe ich in ein paar Jahren hier und kann dann mit den Großen aus meinen Jahrgängen mitlaufen.“

100 Meter | Halbfinals

Zeit: 21:10 Uhr
Deutsche Starterinnen: Rebekka Haase, Chelsea Kadiri, Gina Lückenkemper


100 Meter Hürden | Vorläufe

Zeit: 20:35 Uhr
Deutsche Starterinnen: Lia Flotow, Rosina Schneider


400 Meter Hürden | Vorläufe

Zeit: 13:35 Uhr
Deutsche Starterinnen: Vanessa Baldé


3.000 Meter Hindernis | Vorläufe

Zeit: 22:00 Uhr
Deutsche Starterinnen: Olivia Gürth, Gesa Krause, Lea Meyer


Dreisprung | Qualifikation

Zeit: 20:55 Uhr
Deutsche Starterinnen: Ruth Hildebrand, Caroline Joyeux, Kira Wittmann


Kugelstoß | Qualifikation

DLV-Trio geschlossen im Finale

Die 18.000 Plätze im Alexander Stadium von Birmingham waren noch etwas spärlich besetzt, doch die Favoritinnen im Kugelstoßen der Frauen zeigten sich davon in der Qualifikation unbeeindruckt. Insbesondere Olympiasiegerin Yemisi Mabry (MTG Mannheim) präsentierte sich am frühen Montagvormittag hoch konzentriert und stieß die vier Kilogramm schwere Kugel direkt im ersten Versuch auf 19,25 Meter. Damit übertraf sie nicht nur souverän die geforderte Qualifikationsweite (18,20 m) für das Finale am Abend, sondern zeigte auch den weitesten Stoß der gesamten Konkurrenz und konnte wertvolle Körner für den Medaillenkampf sparen.

Eine Zitterpartie wurde der Wettkampf hingegen für Katharina Maisch (LV 90 Erzgebirge). Die 19-Meter-Stoßerin startete mit einem ungültigen Versuch in die Qualifikation. Und auch den zweiten Stoß konnte sie zwar weit hinaus stoßen, aber nicht halten. Nachdem sie mit dem Fuß aus dem Ring treten musste, gab es erneut die rote Fahne. Der dritte Versuch war ihre letzte Chance, sich ins Finale zu retten. Und wenngleich dieser nur bei 17,64 Meter landete, war er gültig und reichte für Rang elf – das kleine „q“ war ihr somit sicher.

Und auch die Jüngste im DLV-Trio hatte Grund zur Freude. Mit 17,71 Metern sortierte sich U23-Europameisterin Nina Chioma Ndubuisi (SG Schorndorf 1846) in der Addition der beiden Qualifikationsgruppen auf Rang neun ein und zog ebenfalls in das Finale ein. Somit dürfen alle drei deutschen Kugelstoßerinnen am Montagabend noch einmal in den Ring und um die Medaillen und Platzierungen der Top zwölf kämpfen. Dieses haben mit einem großen „Q“ und somit den geforderten 18,20 Metern auch die stark einzuschätzende Weltmeisterin Jessica Schilder (Niederlande; 19,00 m), die Portugiesinnen Auriol Domingo (18,76 m) und Jessica Inchude (18,57 m) sowie die WM-Zweite Jorinde van Klinken (Niederlande; 18,65 m) und die Schwedinnen Fanny Roos (18,72 m) und Axelina Johansson (18,29 m).

Stimmen zum Wettbewerb

Yemisi Mabry (MTG Mannheim):
"Ich habe mir von Anfang an gesagt, dass ich Gas gebe, und mir nichts anderes erlaubt. Ich wollte locker in den Stoß reingehen und das ist mir auch ganz gut gelungen und stimmt mich optimistisch für heute Abend. Bis dahin wird noch ein bisschen gelesen und Musik gehört – einfach Ruhe. Die Anlage ist sehr schön und das Publikum recht nah dran, das kann man gut hören. Das ist bestimmt gut für heute Abend. Wie weit es im Finale geht? Lassen wir uns überraschen!"

Katharina Maisch (LV 90 Erzgebirge):
"Die Qualifikation habe ich mir anders vorgestellt. Ich dachte eigentlich, dass ich den ersten Stoß mache, das große Q stehen habe und Abfahrt. Mit zwei ungültigen Versuchen habe ich dann schon sehr gebibbert und bin froh, dass es jetzt gereicht hat. Ich freue mich, dass wir zu dritt im Finale stehen und die deutsche Fahne nach oben halten. Jetzt geht es ins Hotel, schnell etwas essen, schlafen, sich frisch machen und dann wieder hier stehen."

Nina Ndubuisi (SG Schorndorf 1846):
"Ich bin sehr zufrieden. Der erste Wettkampf um 10:30 Uhr – das ist immer noch mal eine Nummer. Ich habe das als Aufwachen und Reinkommen gesehen. Heute Abend geht es dann noch mal richtig los und ich hoffe, dass dann auch eine weitere Weite da steht. Die Top Acht zu erreichen, das wäre super. Ich will so stoßen, dass ich sagen kann, dass ich alles gegeben habe."


Hammerwurf | Qualifikation

Zeit: 20:10 Uhr (Gruppe A), 21:38 Uhr (Gruppe B)
Deutsche Starterinnen: Jada Julien (A), Aileen Kuhn (A), Samantha Borutta (B)

Männer

400 Meter | Vorläufe

Thorben Finke macht das Halbfinale klar

Er biss, fightete um jede Hundertstel und belohnte sich im 400-Meter-Vorlauf mit dem Einzug ins Halbfinale. Denn 45,79 Sekunden reichten für Thorben Finke (SV Sigiltra Sögel) souverän zum Halbfinaleinzug. Dabei war das nach seinem Rennen – dem ersten von dreien – noch gar nicht klar. Mit Platz vier in dem Lauf hieß es zittern. Doch da im zweiten Lauf nur ein Langsprinter schnelle war, konnte der Deutsche Vizemeister mit dem Halbfinale am Dienstag planen.

Für den Niedersachsen war die Zeit in Birmingham die drittbeste seiner noch jungen Karriere. Die beste Zeit der Vorläufe lieferte Patrik Simon Enyingi ab. Der Ungar stürmte im Rennen von Thorben Finke nach 44,87 Sekunden ins Ziel. Der Emsländer erreichte in der Endabrechnung der drei Rennen Rang acht. Im Halbfinale am Dienstag wird dann auch der Deutsche Meister Jean Paul Bredau (VfL Wolfsburg) ins Geschehen eingreifen.

Stimme zum Wettbewerb

Thorben Finke (SV Sigiltra Sögel):
„Ich bin schnell und mutig losgerannt. Auf der Gegengerade gab’s etwas Gegenwind, der hat schon ordentlich gebremst. So wurde es hinten raus richtig hart. Ich habe gefightet uns alles gegeben. Es war das bisher drittbeste Rennen meiner Karriere und passt gut zu meinen bisherigen Saisonleistungen, wobei die 45,08 Sekunden bei der DM natürlich außergewöhnlich waren. Vor dem Rennen war ich schon ziemlich nervös, aber es war ja auch mein erstes EM-Rennen. Im Halbfinale werde ich alles geben und versuchen, an die Leistung von der DM anzuknüpfen.“


800 Meter | Vorläufe

Alexander Stepanov stürmt ins Halbfinale

Im zweiten 800-Meter-Vorlauf traf Alexander Stepanov (VfL Sindelfingen) auf extrem schnelle Konkurrenz. Mit seinen 1:45,13 Minuten rangierte der Deutsche Meister nur auf Platz sechs der Meldeliste. Doch der 21-Jährige konnte sich auf seinen extrem starken Spurt verlassen. Eingangs der Zielgerade lag Alexander Stepanov auf Rang drei. Exakt dieser Platz garantierte den direkten Einzug ins Halbfinale – und der Sindelfinger gab diese nicht mehr her. Mit 1:46,27 Minuten schnappte er sich das begehrte „Q“ und hielt Titelverteidiger Gabriel Tual (Frankreich; 1:46,33 min) knapp auf Distanz.

Knapp vor Alexander Stepanov liefen Lokalmatador Max Burgin (Großbritannien; 1:45,80 min) und der Schwede Andreas Kramer (1:46,05 min) ins Ziel. Eine souveräne Vorstellung zeigte auch Mark English (Irland). Europas Nummer eins entschied seinen Vorlauf in 1:46,96 Minuten für sich und wird im Halbfinale am Mittwoch sicherlich noch eine Schippe drauflegen können.

Stimme zum Wettbewerb

Alexander Stepanov (VfL Sindelfingen):
„Ich habe alles reingelegt. Das musste ich auch. Denn die 800 Meter sind wahrscheinlich der am besten besetzte Laufwettbewerb bei der EM. Als auf der zweiten Runde das Tempo angezogen wurde, musste ich mitgehen. Es hat mich überrascht, dass es so schon so früh so schnell wurde. Aber ich hatte eine gute Position, die ich verteidigen konnte. Jetzt freue ich mich aufs Halbfinale.“


Weitsprung | Qualifikation

Freud und Leid im "Windsprung" - kein Finale für deutsche Springer

Die Qualifikation im Weitsprung der Männer hielt alles bereit, was im Sport dazugehört: ungefilterte Emotionen, beeindruckende Leistungen der Favoriten, manch eine Zitterpartie und leider auch das vorzeitige Aus nach Verletzung von zwei Athleten, die durchaus mit um die Medaillen hätten springen können. Einer von ihnen ist der Deutsche Meister Simon Batz (MTG Mannheim). Bereits im Einspringen spürte er ein Ziehen im Beuger und konnte gar nicht erst zu seinem ersten Versuch antreten. Nur wenige Minuten später wiederholten sich die Bilder – ausgerechnet der Weltmeister Mattia Furlani (Italien) verließ die Grube mit schmerzverzerrtem Gesicht und musste gar mit dem Rollstuhl aus dem Stadion geschoben werden.

In einem von starkem Rückenwind geprägten Wettkampf abgeliefert haben indes andere Top-Springer sowie einige Youngsters. Insgesamt acht Athleten landeten jenseits der acht Meter – die direkte Qualifikationsweite für das Finale am Dienstagabend lag bei 8,15 Metern. Mit einem großen „Q“ den Sprung in die Top Zwölf schafften unter anderem der erst 21-jährige Francesco Ettore Inzoli (Italien; 8,34 m), der Dritte der U20-EM 2025 Luka Boškovic (Serbien; 8,33 m), Olympiasieger und Titelverteidiger Miltiadis Tentoglou (Griechenland; 8,26 m), der sprungtalentierte Bulgare Bozhidar Saraboyukov (8,20 m) sowie der Spanier Eusebio Cáceres (8,24 m). Und auch Siebenkampf-Hallenweltrekordler Simon Ehammer (Schweiz; 8,26 m), der bei der EM auf den Weitsprung setzt und keinen Zehnkampf bestreiten wird, qualifizierte sich mit 8,10 Metern als Siebter für das Finale.

Auf Rang 21 und 25 mit jeweils nur einer gültigen Weite den Sprung ins Finale verpasst haben die beiden deutschen Starter Simon Plitzko (TSG Bergedorf; 7,60 m) und Kevin Brucha (TLV Germania Überruhr; 7,47 m). Ärgerlich war dabei insbesondere der dritte und letzte Versuch vom DM-Zweiten Brucha, der zwar weit hinausging, aber am Brett übertreten und somit ungültig war.

Stimmen zum Wettbewerb

Kevin Brucha (TLV Germania Überruhr)
"Am Ende sind es gute sieben Meter, die dastehen. Aber das Potenzial war da, vor allem im letzten Sprung. Da bin ich dann reingekommen. Das ist meine erste internationale Meisterschaft bei den Senioren und deswegen denke ich, dass es nicht das Richtige wäre, das jetzt zu verbissen zu sehen. Ich hatte unglaublich viel Spaß dabei – trotz der nicht optimalen Weite."

Simon Plitzko (TSG Bergedorf)
"Ich bin nicht ganz unzufrieden, weil die ungültigen Versuche gezeigt haben, wie weit ich springen kann. Es hat auf jeden Fall viel Spaß gemacht – auch mit den Zuschauern und dem Maskottchen, das da die ganze Zeit herum gesprungen ist."

Simon Batz (MTG Mannheim)
"Ich habe beim Einspringen eine Anlaufkontrolle gemacht und dann habe ich mir beim Absprung in den Beuger einen reingezogen. Ich habe gerade ganz viele Gefühle – von Wut über Trauer. Ich bin in der besten Form, die ich je hatte, angereist und hätte sicherlich vorne mitmischen können. Jetzt muss ich das erst einmal verarbeiten und dann muss es weitergehen."


Kugelstoß | Qualifikation

Zeit: 13:40 Uhr
Deutsche Starter: Georg Harpf, Eric Maihöfer


Hammerwurf | Qualifikation

Merlin Hummel und Sören Klose machen es spannend

Merlin Hummel und Sören Klose (beide Eintracht Frankfurt) haben den Einzug ins Hammerwurf-Finale geschafft, mussten dafür aber bis zum Ende der EM-Qualifikation am Montagmittag bangen. Merlin Hummel war bereits in Gruppe A am Vormittag an der Reihe und startete mit einem ungültigen Versuch. Anschließend ließ der Vize-Weltmeister von 74,77 und 75,49 Meter folgen. Damit verfehlte der 24-Jährige die geforderte Qualifikationsweite von 78,00 Metern und musste anschließend auf die Ergebnisse der zweiten Gruppe warten.

In Gruppe B gelang Sören Klose gleich im ersten Versuch mit 75,80 Metern seine beste Weite. Auch für ihn reichte es damit nicht zum großen „Q“. Nach Abschluss beider Gruppen stand jedoch fest, dass sich die beiden Frankfurter über die Platzierung für das Finale der besten zwölf qualifiziert haben. Sören Klose belegte Rang acht, Merlin Hummel Rang zehn. Die beste Leistung der Qualifikation erzielte Volodymyr Myslyvchuk (Ukraine; 79,61 m) knapp vor Bence Halász (Ungarn; 79,58 m). Ebenfalls weit vorn landeten Yann Chaussinand (Frankreich; 77,45 m), Mykhaylo Kokhan (Ukraine; 77,40 m) und Pawel Fajdek (Polen; 77,35 m).

Stimmen zum Wettbewerb

Merlin Hummel (Eintracht Frankfurt):
„Ich hatte heute nicht den Fokus, den ich sonst habe, und bin nicht richtig in den Wettkampf reingekommen. Nach dem zweiten Versuch habe ich gemerkt, dass irgendetwas nicht passt. Bein Einwerfen habe ich aber gesehen, dass die Form da ist. Ich muss mir jetzt nicht einreden, dass ich das Werfen verlernt habe. Das Finale ist dann wieder ein komplett anderer Wettkampf.“

Sören Klose (Eintracht Frankfurt):
„So hatte ich mir die Qualifikation nicht vorgestellt. Der erste Versuch war direkt mein bester, eigentlich hatte ich gehofft, mich danach noch zu steigern. Technisch hat heute nicht alles gepasst, vor allem die Spannung im Körper und die Aktivität in den Beinen haben gefehlt. Umso mehr freue ich mich, dass die 75,80 Meter fürs Finale gereicht haben. Heute Abend werde ich noch etwas Krafttraining machen und ein paar technische Dinge durchgehen, damit es morgen besser läuft.“

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