| EM 2026

Birmingham Tag 4 | Die DLV-Athlet:innen in den Vorrunden

© Paul Grünewald
Saisonhöhepunkt der europäischen Leichtathletik: Vom 10. bis 16. August geht es bei der EM um Medaillen, Titel und Bestleistungen. 114 deutsche Athletinnen und Athleten stellen sich im Alexander Stadium von Birmingham der europäischen Konkurrenz. Wie das DLV-Team in den Vorrunden am Donnerstag abgeschnitten hat und es seine Resultate einschätzt, lesen Sie hier.
mbn/svs/js

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Frauen

400 Meter | Halbfinale

Zeit: 13:45 Uhr
Deutsche Starterin: Johanna Martin


800 Meter | Halbfinale

Smilla Kolbe verpasst Finale nur knapp

Mit einer persönlichen Bestleistung von 1:57,80 Minuten im Vorlauf ging es für Smilla Kolbe (Eintracht Frankfurt) ins Halbfinale über 800 Meter. Inmitten eines starken Feldes um die Olympiasiegerin Keely Hodgkinson (Großbritannien) und Femke Broeders-Bol (Niedelrande) hängte sich die 24-Jährige mutig an die Fersen der Favoritinnen und zeigte in Birmingham erneut einen beeindruckenden Auftritt. Erst auf der Zielgeraden musste sie noch ihre Trainingskollegin Valentina Rosamilia (Schweiz) vorbeiziehen lassen und auf die Auswertung eines Foto-Finish mit der Französin Clara Liberman warten, um zu wissen, ob sie den Einzug ins Finale über die Zeit geschafft hat. Und schließlich war es genau jene, die nicht nur mit einer Bestleistung (1:58,19 min), sondern auch mit dem letzten Final-Ticket belohnt wurde. Smilla Kolbe blieb der undankbare neunte Platz, sie verpasste das Finale um nur zwei Hundertstelsekunden.

An der Spitze waren es wie zu erwarten Keely Hodgkinson (1:57,38 min) und Femke Broeders-Bol (1:57,46 min), die sich ein großes „Q“ sicherten. Ebenso wie im ersten der beiden Halbfinal-Läufe auch die Britin Jemma Reekie (1:58,61 min) und Anaïs Bourgoin (1:58,84 min) aus Frankreich. In diesem war auch Mitfavoritin Audrey Werro am Start, die in diesem Jahr bereits mit 1:53,98 Minuten überzeugte und auf Platz drei der ewigen Weltbestenliste rangiert. Doch kurz bevor es auf die Zielgerade ging, kam die Schweizerin noch in der Kurve zu Fall. Um sich die Möglichkeit einer Finalteilnahme aufgrund von Fremdeinwirkung offen zu halten, beendete sie das Rennen noch. Und tatsächlich gab es für sie – gleichermaßen wie für die mit ihr gestürzte Litauerin Gabija Galvydyte – ein "qR". Beide Athletinnen dürfen ebenfalls im Finale starten. 

Stimme zum Wettbewerb:

Smilla Kolbe (Eintracht Frankfurt)
„Es ist crazy zu sehen, dass es jetzt so knapp nicht gereicht hat.Das war meine erste EM und ich wusste vorher gar nicht, was ich zu erwarten habe. Dass ich jetzt zu den schnellsten Frauen Europas gehöre, darauf kann ich absolut stolz sein. Ich habe hier die besten zwei Rennen meiner Karriere gemacht. Natürlich ist es etwas ärgerlich, dass es am Ende so knapp war, aber ich bin trotzdem sehr stolz. Für die Zukunft kann ich ganz viel Motivation mitnehmen. Es war schön zu sehen, was die schnellsten Frauen aus einem herausbringen können. Das finde ich sehr cool und inspirierend“


Hochsprung | Qualifikation

Christina Honsel mit weißer Weste im Finale

Mit viel Vorfreude ging es für Hochspringerin Christina Honsel (TSV Wattenscheid 01) in die Qualifikation am Donnerstagvormittag. Nachdem die Zwei-Meter-Springerin aufgrund von Fußproblemen bisher eine schwierige Saison hatte und auch auf die Deutschen Meisterschaften verzichten musste, lief es zuletzt im Training wieder besser und die Formkurve zeigte nach oben. Dies bestätigte sich dann auch in Birmingham. Als eine von insgesamt 15 Athletinnen, die über die geforderten 1,91 Meter für den Einzug ins Finale schwangen, überquerte die 29-Jährige jede Höhe jeweils im ersten Versuch und sammelte zugleich viel Selbstvertrauen für das Finale. In diesem trifft sie unter anderem auf die Favoritinnen um Weltrekordlerin Yaroslava Mahuchikh (Ukraine), Maria Żodzik aus Polen sowie die junge Serbin Angelina Topic.

Eine wertvolle Erfahrung auf internationaler Bühne war die Qualifikation für die beiden Nachwuchsspringerinnen Anna-Elisabeth Ehlers (TSV Bayer 04 Leverkusen) und Dorothea Gantert (SpVg Laatzen). Während die auch im Siebenkampf aktive Ehlers zunächst alle Höhen im ersten Versuch überspringen konnte, waren 1,88 Meter dann zu hoch. Mit übersprungenen 1,84 Meter sortierte sie sich im Gesamtklassement auf Rang 22 ein. Höhengleich, aber mit einem Fehlversuch bei 1,84 Meter im Gepäck, kam die Deutsche Meisterin bei ihren ersten Europameisterschaften der Aktiven auf Platz 25.

Stimmen zum Wettbewerb:

Christina Honsel (TV Wattenscheid 01)
„Ich bin in den Wettkampf sehr zuversichtlich reingegangen und wusste, dass ich in einer Qualifikation bei internationalen Meisterschaften abliefern kann – egal, was vorher war. Das kann ich dann ganz gut ausblenden. Ich hatte eine innere Ruhe, die mir geholfen hat, da durch zu kommen. Es ist noch nicht wieder alles in Ordnung, aber ich konnte springen und ich bin souverän gesprungen. Im Finale möchte ich mir die Ruhe und Leichtigkeit beibehalten und dann ist alles offen.“

Anna-Elisabeth Ehlers (TSV Bayer 04 Leverkusen)
„Es hat total viel Spaß gemacht und ist etwas ganz anderes als in einem Siebenkampf. Die Stimmung hier ist toll und ich kann mich nicht beschweren. Ich war heute Morgen unglaublich aufgeregt und positiv nervös. Ich bin mit ganz viel Vorfreude herangegangen. Im Wettkampf war es bis 1,88 Meter wirklich ganz toll, danach hat es dann an Feinheiten gelegen. Aber an sich bin ich zufrieden.“

Dorothea Gantert (SpVg Laatzen)
„Es war sehr aufregend und etwas ganz anderes als eine Jugendmeisterschaft. Ich bin sehr glücklich, dabei gewesen zu sein. Ich hatte einen relativ guten Anfang. Ab 1,84 Meter habe ich dann ein bisschen Nerven bekommen. Die 1,88 Meter wären sicherlich drin gewesen, das ist ein bisschen schade“

Männer

200 Meter | Vorläufe

Joshua Hartman läuft locker ins Halbfinale

Drei deutsche Sprinter hatten sich im Vorfeld für einen Start über 200 Meter qualifiziert, in den Vorläufen musste allerdings nur Joshua Hartmann (ASV Köln) ran. Während der Deutsche Meister und EM-Dritte über 100 Meter Owen Ansah (Hamburger SV) und der 21-jährige Kameron Horton (Cologne Athletics) in der Top 12 der „Road to Birmingham“ bereits für das Halbfinale gesetzt waren, absolvierte der deutsche Rekordhalter Hartmann am Donnerstagvormittag einen Auftakt über die halbe Stadionrunde.

Und diese Zusatzaufgabe löste er mit einem kontrollierten und lockeren Rennen direkt im ersten von drei Vorläufen. Gut aus der Kurve gekommen, zog er das Tempo auf den letzten 50 Metern noch einmal an, ohne aber wertvolle Körner für den Abend zu verpulvern. In 20,61 Sekunden gewann er seinen Lauf vor dem Norweger Kenny Emi Tijani-Ajayi, der in 20,70 Sekunden Bestleistung lief. Entscheidend für den Einzug ins Finale war jedoch nicht die Platzierung, sondern eine Zeit unter den besten 13. Mit der zweitschnellsten Zeit aller drei Vorläufe gab es für Joshua Hartmann das sichere „q“, einzig der Italiener Filippo Dezza (20,60 sec) war noch etwas flotter unterwegs.

Stimme zum Wettberwerb:

Joshua Hartmann (ASV Köln)
„Das war sehr locker und hat sich gut angefühlt. Ich freue mich auf die nächste Runde heute Abend. Für mich war es ein Vorteil, hier schon einmal gelaufen zu sein, um reinzukommen und ein bisschen wach zu werden. Das Ziel ist jetzt das große „Q“ für das Finale.“

200 Meter | Halbfinals

Zeit: 21:05 Uhr
Deutsche Starter: Owen Ansah, Kameron Horton, Joshua Hartmann


3.000 Meter Hindernis | Vorläufe

Zeit: 12:30 Uhr
Deutsche Starter: Karl Bebendorf, Niklas Buchholz, Frederik Ruppert


Speerwurf | Qualifikation

Zeit: 14:48 Uhr (Gruppe A), 16:10 Uhr (Gruppe B)
Deutsche Starter: Nick Thumm (A), Julian Weber (A), Thomas Röhler (B)

 

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