| EM 2026

Sophie Weißenberg begeistert als Fünfte in hochklassigem Siebenkampf

© Jan Papenfuß
Sophie Weißenberg hat am Freitag und Samstag bei der EM in Birmingham den bisher besten Siebenkampf ihres Lebens absolviert. Mit neuer Bestleistung von 6.496 Punkten landete sie in einer hochklassigen Konkurrenz auf Platz fünf. Vanessa Grimm und Sandrina Sprengel beendeten einen Siebenkampf mit Höhen und Tiefen auf den Plätzen 14 und 15.
Svenja Sapper

EM 2026 Birmingham  Mehrkampf-Rechner LIve-Ergebnisse LIVESTREAM

Tag 2

800 Meter

Gold für O'Connor, Siebenkampf-Bestleistung und Platz fünf für Weißenberg

Gleich zwei Duelle standen im finalen 800-Meter-Rennen im Fokus: Das von Kate O'Connor (Irland) und Emma Oosterwegel (Niederlande) um den Titel. Und jenes von Sofie Dokter (Niederlande) und der Jahresbesten Annik Kälin (Schweiz) um Bronze. Vor allem Emma Oosterwegel machte vom Startschuss weg ernst und forcierte das Tempo. Ihre irische Kontrahentin heftete sich an ihre Fersen, im Wissen, dass sie die Niederländerin nicht ziehen lassen durfte. Ein paar Meter dahinter ließ Sofie Dokter Annik Kälin nicht aus den Augen. Emma Oosterwegel bog als Führende auf die Schlussrunde ein, dann zog die Italienerin Sveva Gerevini vorbei. Auf der Zielgeraden legte die Niederländerin noch einen Schlussspurt hin und startete einen letzten Angriff. In 2:10,87 Minuten gewann sie den Lauf, gefolgt von Gerevini (2:11,11 min).

Doch dann war auch schon O'Connor im Ziel. In 2:11,74 Minuten war Kate O'Connor dicht genug an ihrer Konkurrentin drangeblieben, um sich den Titel zu sichern – mit Landesrekord von 6.751 Punkten. Oosterwegel durfte als Silbermedaillengewinnerin über eine neue Bestleistung von 6.713 Zählern jubeln. Bronze ging an Sofie Dokter, die in 2:12,90 Sekunden nur drei Hundertstel hinter Annik Kälin ins Ziel gekommen war. 6.664 Zähler sammelte die Bronzemedaillengewinnerin, 6.630 Punkte von Kälin reichten nicht für eine Medaille. Erst einmal, 2010 in Barcelona (Spanien), war EM-Bronze mit einer höheren Punktzahl vergeben worden, damals an Jennifer Oeser (TSV Bayer 04 Leverkusen; 6.683 pt). 

Sophie Weißenberg (TSV Bayer 04 Leverkusen) konnte über 800 Meter nach zwei langen, emotionalen und kräftezehrenden Tagen nicht mehr mit der Konkurrenz mithalten. 2:21,22 Minuten reichten aber, um Platz fünf zu verteidigen – und das mit einer neuen Bestleistung von 6.496 Punkten. Eine bemerkenswerte Leistung nach ihrer schweren Achillessehnenverletzung und ein EM-Happy-End. Denn 2022 und 2024 hatte die Leverkusenerin den EM-Siebenkampf jeweils vorzeitig beenden müssen. Ihre Teamkolleginnen Vanessa Grimm (Königsteiner LV; 2:16,17 min) und Sandrina Sprengel (VfB Stuttgart; 2:17,41 min) waren im ersten Lauf gestartet. Sie belegten nach einem Siebenkampf mit Höhen und Tiefen die Ränge 14 (Grimm; 6.119 pt) und 15 (Sprengel; 6.057 pt). 

Stimmen zum Wettbewerb

Sophie Weißenberg (TSV Bayer 04 Leverkusen): 
"Ich würde definitiv sagen, dass es der bisherige Wettkampf meines Lebens war. Es war ja auch persönliche Bestleistung. Ich glaube trotzdem, dass es noch nicht alles ist, was ich zeigen kann. Aber jetzt bin ich einfach nur zufrieden. In einem Comeback-Jahr zweimal PB zu machen, wer traut sich schon, so weit zu denken? Die Müdigkeit hat sich über 800 Meter extrem bemerkbar gemacht. Ich bin zwar ganz gut über die Pause gekommen, aber ich habe schon gespürt, wie müde ich bin. Mein Körper hat gezittert, hat einfach nur nach Schlaf geschrien. Mir war übel. Ich war froh, dass ich es ins Ziel geschafft habe. Natürlich wäre ich gern schneller gelaufen, aber es ist, wie es ist. Ich habe alles gegeben und kann mir nichts vorwerfen. Ich konnte die Ehrenrunde so sehr genießen, es ist so schön, mit den ganzen Mädels hier noch mal auf der Bahn zu stehen. Ich habe mir die letzten Jahre so gewünscht, wieder dabei und Teil der Mehrkampf-Familie zu sein. Alle haben mir gratuliert und waren stolz auf mich, ich habe so viele liebe Nachrichten bekommen."

Vanessa Grimm (Königsteiner LV): 
"Die 800 Meter waren auch verdammt hart. Es hat mich echt gewundert, dass wir die ersten 200 Meter so langsam angegangen sind. Ich habe auf den letzten 100 Metern noch mal ganz gut gekämpft. Es war nicht die Zeit, die ich mir vorgestellt habe, aber ich kann schon verhältnismäßig zufrieden sein. Mein Wettkampf hatte viele Höhen und Tiefen. Der Weitsprung hat am meisten reingehauen, das hat viele Punkte gekostet. Wenn der normal gelaufen wäre, könnte ich ganz zufrieden aus dem Siebenkampf rausgehen. Insgesamt habe ich wieder viel mitgenommen, viel gelernt und werde mit meinem Trainer jetzt Pläne schmieden, wie wir es schaffen, die nächsten Jahre noch konstanter zu werden und noch was draufzupacken."

Sandrina Sprengel (VfB Stuttgart): 
"Ich kann den Wettkampf noch nicht wirklich in Worte fassen. Ich brauche noch ein bisschen Zeit, um das zu verarbeiten. Ich kann nicht wirklich behaupten, dass ich stolz auf mich sein kann, durchgezogen zu haben, auch wenn ich schon von der ein oder anderen Person gehört habe, dass sie stolz auf mich sind. Vielleicht hilft mir das auf meinem Weg, ein bisschen selbstbewusster mit mir umzugehen. Ich mache jetzt erst mal Offseason, versuche, dem Körper die Ruhe zu geben, die er braucht. Nächstes Jahr wird dann neu angegriffen, dann gucke ich, dass ich da weitermachen kann, wo ich letztes Jahr aufgehört habe."


Speerwurf

Vierkampf um die Medaillen, Sophie Weißenberg dicht dahinter

Die stärksten Speerwerferinnen des führenden Sextetts haben sich im Kampf um die Medaillen in die Poleposition gebracht: Emma Oosterwegel (51,49 m) und Kate O'Connor (50,16 m). Die Irin geht damit auf Goldkurs liegend in die 800 Meter. Sie hat 5.812 Punkte auf dem Konto, Oosterwegel als Zweitplatzierte 5.761 Zähler. Über 800 Meter müsste die Niederländerin etwa dreieinhalb Sekunden aufholen, mit Bestzeiten von 2:08,67 Minuten (Oosterwegel) beziehungsweise 2:09,56 Minuten (O'Connor) sind beide über 800 Meter ähnlich stark einzuschätzen. 

Eine Saison-Bestleistung zum richtigen Zeitpunkt gelang Sofie Dokter. Die Niederländerin beförderte ihren Speer auf 46,20 Meter und zog damit an Annik Kälin (44,39 m) vorbei. Über 800 Meter liegt der Vorteil nach Bestzeiten ebenfalls eher bei Sofie Dokter, die momenten 5.741 Punkte auf dem Konto hat. Kälin folgt mit 5.707 Zählern auf Platz vier, knapp vor Sophie Weißenberg, die mit soliden 44,34 Metern fast ebenso weit warf wie die Schweizerin und bislang 5.689 Punkte eingestrichen hat. Allerdings ist sie mit einer Bestzeit von 2:15,37 Minuten nicht ganz so schnell wie ihre Kontrahentinnen. Adrianna Sulek-Schubert verabschiedete sich nach nur 36,19 Metern aus dem Medaillenrennen und ist mit 5.483 Punkten auf Rang sieben zurückgefallen. 

Auf den Plätzen 14 und 17 gehen Vanessa Grimm (5.243 pt) und Sandrina Sprengel (5.198 pt) in die abschließende Disziplin. Die Hessin konnte sich mit Saisonbestleistung von 43,87 Metern wieder etwas aus dem Tief nach dem Weitsprung herauskämpfen. Die Stuttgarterin kam nicht über 40,84 Meter hinaus, kämpft sich aber weiterhin durch einen sehr schwierigen Mehrkampf. 

Stimmen nach sechs Disziplinen

Sophie Weißenberg (TSV Bayer 04 Leverkusen): 
"Über den Weitsprung habe ich mich natürlich extrem gefreut. Das ist alles emotional ganz schön anstrengend, Speerwurf war der einzige kleine "Downer", aber es waren schwierige Bedingungen vor allem für mich. Ich stelle den Speer immer gern ein bisschen höher an, dafür ist Gegenwind eine komplette Katastrophe. Dafür habe ich es noch ganz gut gerettet. Ich bin wirklich sehr, sehr, sehr müde. Für die 800 Meter habe ich noch gar nichts mit meinem Trainer besprochen. Ich will jetzt gut durchkommen und dann schauen wir, was noch geht." 

Vanessa Grimm (Königsteiner LV): 
"Weitsprung war natürlich der Ausreißer nach unten, leider. Ich hatte mir viel, viel mehr erhofft, das war deutlich unter Wert und ich war schon sehr enttäuscht. Aber ich bin froh, dass ich es relativ gut abhaken und Saisonbestleistung werfen konnte. Ich hätte trotzdem noch gern ein bisschen weiter geworfen, aber es war auch nicht so ganz einfach mit dem Wind. Das ist schon sehr ungewohnt, dass man bei einer Meisterschaft so starken Wind hat. Für die 800 Meter nehme ich mir vor, einfach alles zu geben, und danach ist es vorbei." 


Weitsprung

Sophie Weißenberg bei Flugshow mittendrin

Die führenden Athletinnen starteten mit einer Flugshow in den zweiten Siebenkampf-Tag. Als Erste aus dem Kreis der Top Sechs jubelte Kate O’Connor: Die Irin flog auf die neue Bestmarke von 6,55 Metern – fünf Zentimeter weiter als je zuvor. Kurz danach nahm Sophie Weißenberg Anlauf. Sie erwischte den Absprung optimal und flog ebenfalls weiter denn je: 6,56 Meter! Die neue Bestleistung kassierte der Rückenwind von +2,4 Meter/Sekunde ein, der für den Ausgang dieses Wettkampfes jedoch keine Rolle spielt. Im zweiten Durchgang drückte Weitsprung-Spezialistin Annik Kälin dem Wettkampf ihren Stempel auf. Auf einen ungültigen Sprung zum Auftakt ließ sie 6,81 Meter folgen.

In Runde drei drehten die Niederländerinnen auf: Sofie Dokter steigerte sich auf 6,51 Meter. Und Emma Oosterwegel, die nach 6,18 Metern im Gesamt-Klassement etwas zurückgefallen war, flog auf die neue Bestmarke von 6,50 Metern. Mit dem Rücken zur Wand stand im letzten Durchgang die Gesamt-Führende Adrianna Sulek-Schubert, die zwei ungültige Sprünge verbucht hatte. Dann jedoch sprang sie mit viel Luft am Brett noch 6,23 Meter. Ein ähnliches Resultat ging für Sandrina Sprengel in die Ergebnislisten ein. Ihr bester Sprung wurde mit 6,20 Metern gemessen – ein solides Resultat. Vanessa Grimm vergoss jedoch Tränen der Enttäuschung: Die Athletin vom Königsteiner LV kam nach einem guten ersten Tag im Weitsprung nicht über 5,84 Meter hinaus.

Annik Kälin (4.955 pt) ist dank ihrer Klasse im Weitsprung zurück an der Spitze des Gesamt-Klassements – mit einem Pünktchen Vorsprung auf Sofie Dokter. Auch Kate O’Connor (4.949 pt) und Sophie Weißenberg (4.938 pt) sitzen der Schweizerin im Nacken. Beide liegen am deutlichsten im Plus: Die Irin nimmt mit 125 Punkten mehr als beim Hausrekord (6.714 pt) die 6.800-Punkte-Marke ins Visier, die Leverkusenerin hat 162 Punkte mehr gesammelt als in Götzis – für sie könnten 6.600 Punkte in Reichweite sein. Auf den Plätzen fünf und sechs rangieren Sulek-Schubert (4.889 pt) und Oosterwegel (4.872 pt), die in den letzten beiden Disziplinen stark einzuschätzen ist. Sandrina Sprengel ist mit 4.515 Punkten nun als 15. an Vanessa Grimm vorbeigezogen, die mit 4.501 Zählern einen Platz hinter ihrer Teamkollegin liegt.
 

Tag 1

100 Meter Hürden

Annik Kälin dominiert, Sophie Weißenberg pulverisiert Bestzeit

Alle drei deutschen Siebenkämpferinnen saßen im zweiten der drei Hürdenläufe im Startblock. Am besten fand Sophie Weißenberg (TSV Bayer 04 Leverkusen) ins Rennen. Die 28-Jährige stürmte gemeinsam mit Beatrice Juskeviciute (Litauen) und Sveva Gerevini (Italien) vorneweg. Die Litauerin gewann den Lauf in 13,09 Sekunden, die Italienerin folgte in 13,16 Sekunden – und dann sprintete Sophie Weißenberg ins Ziel und schlug ungläubig die Hände über dem Kopf zusammen, als ihre Zeit auf dem Monitor aufleuchtete: 13,19 Sekunden! Ihre Bestzeit vom Mehrkampf-Meeting in Götzis (Österreich), bei dem sie auch ihren Siebenkampf-Hausrekord aufgestellt hatte, schraubte sie gleich um 21 Hundertstel nach unten. Ein Raketenstart in den Siebenkampf von Birmingham! 

Auch Vanessa Grimm (Königsteiner LV) konnte zufrieden sein: In 13,47 Sekunden fehlten ihr nur acht Hundertstel zur Bestzeit. Die dritte deutsche Siebenkämpferin hingegen vergrub das Gesicht in den Händen: Sandrina Sprengel (VfB Stuttgart), die WM-Fünfte von Tokio, erwischte keinen guten Start in den Siebenkampf: Sie trat in die zweite Hürde, kam aus dem Tritt, hielt sich zwar auf den Beinen, aber der Rhythmus war dahin. In 14,03 Sekunden überquerte sie die Ziellinie. 

Im letzten der drei Läufe waren die schnellsten Hürdensprinterinnen unterwegs. Als Laufsiegerin wurde die Schweizerin Annik Kälin ihrer Rolle als Favoritin vollauf gerecht: In 12,59 Sekunden war sie bei (zu) starkem Rückenwind von 3,3 Meter/Sekunde noch eine Hundertstel schneller als in Ratingen. Dort hatte sie ihren Schweizer Rekord, zugleich Weltjahresbestleistung, auf 6.819 Punkte geschraubt. Auch die Niederländerinnen Emma Oosterwegel (12,98 sec) und Sofie Dokter (13,01 sec), die ebenfalls zu den Favoritinnen zählen, waren schnell wie nie. Sophie Weißenberg hat sich nach der ersten Disziplin auf Rang acht eingereiht. 


Hochsprung

Sophie Weißenberg setzt Höhenflug fort

Sophie Weißenberg machte im Hochsprung da weiter, wo sie im Hürdensprint aufgehört hatte: Die Leverkusenerin floppte erstmals seit ihrer schweren Achillessehnenverletzung über 1,80 Meter und kam damit sechs Zentimeter höher als bei ihrer Bestleistung in Götzis. Auf weitere Versuche verzichtete die 28-Jährige, die damit fünftbeste Hochspringerin im Siebenkampf-Feld war und sich im Gesamt-Klassement auf Rang drei (2.074 pt) geschoben hat. 20 Punkte dahinter sortiert sich Annik Kälin ein, die 1,71 Meter überquerte und damit etwas unter ihrer Ratingen-Leistung (1,75 m) blieb. Auf den Plätzen fünf und sechs folgen mit jeweils 1,74 Metern Emma Oosterwegel (2.030 pt) und Sofie Dokter (2.026 pt). 

Vor Sophie Weißenberg liegen die beiden einzigen Athletinnen, die 1,86 Meter meisterten: Adrianna Sulek-Schubert (Polen; 2.135 pt) und nur einen Punkt dahinter Kate O'Connor (Irland). Beide waren mit 13,29 beziehungsweise 13,30 Sekunden über die Hürden ebenfalls gut in den Siebenkampf gestartet, vor allem die Irin zählt als amtierende WM-Zweite und frischgebackene Commonwealth-Games-Siegerin ohnehin zu den großen Favoritinnen. Auch die zweimalige Weltmeisterin Katarina Johnson-Thompson begeisterte bei ihrem Heimspiel die Fans: Sie überquerte im Hochsprung 1,83 Meter, hat aber im Hürdensprint mit 14,00 Sekunden viele Punkte eingebüßt – genau wie U20-Europameisterin Jana Koscak, die ebenfalls 1,83 Meter meisterte, aber mit 14,30 Sekunden einen schlechten Start erwischt hat. 

Das gleiche Schicksal hatte im Hürdensprint Sandrina Sprengel ereilt. Im Hochsprung hatte die WM-Fünfte noch mit dieser Enttäuschung zu kämpfen. Mit 1,71 Metern tastete sie sich wieder ran. Auch für Vanessa Grimm gingen nach einer Zitterpartie 1,71 Meter in die Wertung ein: Schon bei ihrer Einstiegshöhe von 1,65 Metern musste sie zweimal Anlauf nehmen, bei 1,71 Meter dreimal. Damit blieben immerhin nicht allzu viele Punkte im Vergleich zu ihrem besten Siebenkampf in Götzis liegen. Dort hatte sie 1,77 Meter überquert. In die Abendsession gehen die beiden auf den Plätzen 16 (Grimm; 1.922 pt) und 23 (Sprengel; 1.841 pt) liegend. 

Stimmen nach zwei Disziplinen

Sophie Weißenberg (TSV Bayer 04 Leverkusen):
„Ich habe diese Hürden-Zeit gar nicht erwartet! Man hofft natürlich darauf, dass es gut läuft. Aber ich wollte in erster Linie Spaß haben und mein Bestes geben. Dass es jetzt sowas geworden ist … unglaublich! Im Hochsprung wollte ich meine Saisonbestleistung steigern, insgeheim habe ich mir 1,80 Meter gewünscht und bin super happy, dass die liegen geblieben sind. Dass ich als Dritte in die Pause gehe, interessiert mich ehrlich gesagt gar nicht. Nach zwei Disziplinen kann noch ganz, ganz viel passieren. Es geht um meine persönliche Leistung. Damit möchte ich zufrieden sein. Dann werden wir sehen, was dabei rauskommt, das ist aber nebensächlich.“

Vanessa Grimm (Königsteiner LV):
„Mit der Hürde bin ich schon zufrieden. Da habe ich mein Niveau bestätigt, das war im Bereich meiner beiden schnellsten Zeiten jemals – ein super Einstieg! In den Hochsprung bin ich heute sehr schwer reingekommen. Das Einspringen war total schwierig und der Wettkampf dann auch. Das tut mir auch leid für Freunde und Familie, die mitgefiebert haben. Es war nicht optimal, aber ich glaube, ich habe das Bestes rausgeholt, was heute ging. Das Stadion ist ganz cool, die Stimmung ist super. Als ich an der Hürde stand, habe ich echt Lust auf den Wettkampf bekommen. Und auch der Hochsprung hat trotz der Fehlversuche Spaß gemacht.“

Sandrina Sprengel (VfB Stuttgart):
„Mir sind während des Hochsprungs schon noch oft die Tränen gekommen. Ich wäre gern höher gesprungen, aber jetzt arbeite ich mich aus diesem Tief wieder raus. Die Plätze ganz vorn sind vermutlich jetzt außer Reichweite, das ist super schade. Trotzdem gilt: Abgerechnet wird erst nach sieben Disziplinen – und ich habe noch fünfmal die Chance, an meine Bestleistungen ranzukommen.“


Kugelstoß

14-Meter-Stöße für DLV-Trio

Beste Kugelstoßerin im Kreis der deutschen Siebenkämpferinnen war erwartungsgemäß Vanessa Grimm. Gleich im ersten Durchgang wuchtete sie ihr Arbeitsgerät auf 14,94 Meter. Eine solide Weite für die 29-Jährige, die in Götzis sogar 15,41 Meter gestoßen hat. Mit der drittbesten Weite der Konkurrenz hat sie sich nun in die Top Acht (2.779 pt) nach vorn gearbeitet. Auch Sandrina Sprengel gelang gleich im ersten Versuch eine gute Weite. Mit 14,30 Metern stieß sie einen Zentimeter weiter als bei ihrem besten Siebenkampf und machte mit nunmehr 2.655 Punkten (Rang 20) einige Plätze gut. 

Sophie Weißenberg steigerte sich von Stoß zu Stoß. Nach einem vorsichtigen Start mit 12,79 Metern steigerte sie sich auf 13,58 Meter und schließlich auf 14,04 Meter. Damit packte sie im Vergleich zu Götzis 26 Punkte drauf. Erst einmal hat sie weiter gestoßen – im Jahr 2019. In der Gesamtwertung verteidigte die Leverkusenerin mit nunmehr 2.871 Punkten Rang drei hinter Adrianna Sulek-Schubert (2.972 pt), die mit 14,65 Metern erneut glänzen konnte, und Kate O'Connor (13,96 m | 2.925 pt).

Nur einen Punkt hinter Sophie Weißenberg lauert Sofie Dokter, die mit 14,75 Metern Bestleistung stieß. Auch Emma Oosterwegel überzeugte mit 14,26 Metern. Annik Kälin blieb mit 13,59 Metern knapp hinter ihrer Ratingen-Leistung (14,00 m) zurück. Hinter Emma Oosterwegel (2.841 pt) ist sie nun Sechste (2.821 pt). Die besten Kugelstoßerinnen im Feld waren Jessica Barreira aus Portugal mit 15,02 Metern und Anastasia Ntragkomirova aus Griechenland mit 14,98 Metern, die in der Gesamtwertung auf den Plätzen neun (2.768 pt) und 14 (2.716 pt) liegen. 
 


200 Meter

Gelungener Tagesabschluss für deutsche Siebenkämpferinnen

Im ersten der drei 200-Meter-Läufe waren zwei deutsche Siebenkämpferinnen am Start. Und beide konnten anschließend zufrieden von dannen ziehen. Sandrina Sprengel kämpfte auf der Zielgeraden mit der Belgierin Noor Vidts um den Laufsieg. Diese setzte sich schließlich in 24,14 Sekunden durch. Doch auch die Stuttgarterin kam in 24,34 Sekunden bis auf fünf Hundertstel an ihre Saisonbestzeit heran. Als Vierte des Laufs kam in 24,63 Sekunden Vanessa Grimm ins Ziel – auch für sie eine solide Zeit. Die Hessin hat mittlerweile genau 3.700 Zähler auf dem Konto und liegt damit auf Platz zwölf. Sandrina Sprengel rangiert nach zwei guten Leistungen am ersten Nachmittag mit 3.603 Punkten auf Platz 19. 

Die nächste Top-Leistung lieferte Sophie Weißenberg ab. Die 28-Jährige startete im letzten und schnellsten Lauf. Mit einem starken Finish stürmte sie hinter Disziplinsiegerin Sofie Dokter (23,05 sec) auf Platz zwei ins Ziel. In 23,39 Sekunden sprintete sie, angetrieben von +2,4 Meter/Sekunde Rückenwind, die zweitbeste Zeit ihrer Karriere. Im Gesamt-Klassement zog einzig Sofie Dokter an der aktuell besten DLV-Siebenkämpferin vorbei, die mit 3.911 Punkten gegenüber ihrer Bestleistung um satte 110 Punkte im Plus liegt.

Auch die anderen führenden Siebenkämpferinnen waren flink unterwegs: Adrianna Sulek-Schubert verteidigte mit 23,84 Sekunden knapp ihre Poleposition (3.968 pt) vor Sofie Dokter (3.944 pt), Kate O'Connor komplettiert nach 23,79 Sekunden mit 3.926 Zählern die Top Drei. Nahezu gleich schnell waren über 200 Meter Emma Oosterwegel (23,55 sec) und Annik Kälin (23,54 sec) unterwegs, die auf den Plätzen fünf (3.865 pt) und sechs (3.846 pt) noch immer klare Medaillen-Anwärterinnen sind. Kälin kann vor allem im Weitsprung, Oosterwegel im Speerwurf viele Punkte gutmachen, beide sind zudem starke 800-Meter-Läuferinnen. 

Stimmen zu Tag 1

Sophie Weißenberg (TSV Bayer 04 Leverkusen): 
"Ich realisiere noch gar nicht so richtig, wie gut dieser Tag war. Ich habe mir vorgenommen, von Disziplin zu Disziplin zu gehen. Und ich will die Punktzahl jetzt auch nicht größer machen, als sie ist: Es kommen noch drei Disziplinen, da kann alles passieren, in beide Richtungen. Aber natürlich bin ich happy. Die 14 Meter waren für mich total wichtig. Ich habe mich schon ganz gut eingestoßen. Und irgendwie habe ich immer so ein Ding, dass ich den ersten Stoß total versemmele. Dann stehe ich da und denke mir: Jetzt habe ich nur noch zwei. Dass ich mich auf 14 Meter retten konnte, hat mich wahnsinnig gefreut. Ich habe 2019 PB gestoßen und seither nie wieder 14 Meter bis zu dieser Saison. Das freut mich total. Ich habe meinen 200-Meter-Lauf gerade noch mal gesehen. Dass ich vor allem hinten noch mal zulegen konnte, freut mich mega. Ich hätte auch nicht gedacht, dass noch eine 23,39 möglich ist. Ich freue mich auf morgen. Und egal was passiert, bin ich stolz auf mich, diesen ersten Tag so gut gemeistert zu haben. Das ist für mich schon ein Sieg. Ich hätte nicht gedacht, dass ich mich bei meinem Comeback hier schon so zeigen kann."

Vanessa Grimm (Königsteiner LV): 
"Das war ein solider Tag. Ich bin zufrieden, vor allem mit dem Kugelstoßen. Es freut mich, dass ich da meine Klasse zeigen konnte und in dem Feld Dritte geworden bin. Über 200 Meter muss ich schauen, dass ich im nächsten Jahr schneller werde. Aber für heute und im Vergleich zu meinen letzten Meisterschaften war das eine gute Leistung. Es motiviert mich, dass hier so viel los ist. Man sieht, dass Emil [Agyekum] hier mit der Fahne rumläuft und dass das Stadion komplett voll ist."

Sandrina Sprengel (VfB Stuttgart): 
"Ich habe in der Mittagspause einen Powernap gemacht, meine Gedanken sortiert und dann einfach noch mal neu angefangen. Wir waren eben auf dem Weg zum 200-Meter-Start, da kam Emil uns mit der Fahne entgegen. Mit Kugelstoßen und 200 Meter bin ich zufrieden, das war beides noch mal wirklich okay. Ich versuche einfach, morgen dranzubleiben, es kommen noch drei Disziplinen."

EM 2026 Birmingham  Mehrkampf-Rechner LIve-Ergebnisse LIVESTREAM

Teilen
#TrueAthletes – TrueTalk

Hier finden Sie alle Folgen des Podcasts des Deutschen Leichtathletik-Verbandes!

Zum Podcast
Jetzt Downloaden
DM-Tickets