Zum erst zweiten Mal in der Geschichte der Europameisterschaften haben 6,94 Meter nicht zu einer Weitsprung-Medaille gereicht. Mit dieser Weite belegte Malaika Mihambo am Sonntag in Birmingham Rang fünf, zur Europameisterin krönte sich die Italienerin Larissa Iapichino. Gold und Rang fünf trennten nur sechs Zentimeter. Das Finale war wie die Qualifikation von starkem Rückenwind geprägt, der die Springerinnen zu Top-Weiten trieb.
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In der Qualifikation der EM in Birmingham (Großbritannien) hatte es Malaika Mihambo (LG Kurpfalz) noch spannend gemacht. Ganz anders im Finale: Die Titelverteidigerin stand als erste Springerin am Anlauf und flog, angetrieben von +3,3 Meter/Sekunde Rückenwind, auf Anhieb auf 6,94 Meter. In der Geschichte der Europameisterschaften hatte diese Weite nur ein einziges Mal nicht zu einer Medaille gereicht: 1998 in Budapest (Ungarn), als Heike Drechsler mit 7,16 Metern vor Fiona May (Italien; 7,11 m) und Lyudmila Galkina (Russland) siegte.
Mit Hallen-Europameisterin Larissa Iapichino (Italien) war die Tochter der damaligen Medaillengewinnerin Fiona May als zweite Springerin im Einsatz und konnte die Weite von Malaika Mihambo direkt kontern: Exakt 7,00 Meter wurden gemessen, ebenfalls bei starkem Rückenwind von +2,1 Meter/Sekunde. Kurz darauf flog Großbritanniens Heimfavoritin und Commonwealth-Games-Siegerin Jazmin Sawyers auf 6,95 Meter und verdrängte Malaika Mihambo auf Rang drei.
Auch die Drittplatzierte von 2024 Agate de Sousa (Portugal; 6,84 m) und die Französin Hilary Kpatcha (6,83 m) boten schon im ersten Durchgang starke Weiten an. Und in Runde zwei konnte sich Kpatcha auf 6,98 Meter (+2,5 m/sec) steigern und übernahm Rang zwei. Auch Jazmin Sawyers packte noch einmal einen Zentimeter drauf. Im dritten Durchgang flog dann auch Agate de Sousa auf 6,96 Meter. So fiel Malaika Mihambo, die in den Durchgängen zwei bis vier ungültige Sprünge verbuchte, auf Rang fünf zurück, gerade einmal sechs Zentimeter hinter der Gold-Weite.
Larissa Iapichino triumphiert auch im Freien
Nach dem vierten Sprung von Jazmin Sawyers wurde es noch einmal laut im Alexander Stadium. Denn die Commonwealth-Games-Siegerin landete ganz dicht an der Sieben-Meter-Marke. Mit 6,99 Metern (+2,2 m/sec) schob sich die 32-Jährige auf den Silberrang. Die Führungsweite von Larissa Iapichino blieb hingegen unangetastet. Auch die anderen Springerinnen konnten sich in den letzten beiden Versuchen, in denen der Wind nicht mehr ganz so stark von hinten wehte, nicht mehr steigern.
Malaika Mihambo gelangen noch zwei gültige Sprünge, die jedoch mit 6,70 und 6,86 Metern nicht weit genug waren, um noch in den Medaillenkampf einzugreifen. So fehlten der 32-Jährigen im einem der stärksten Weitsprung-Finals der jüngeren Vergangenheit trotz der Weltklasse-Weite von 6,94 Metern vier Zentimeter zum Podium. Larissa Iapichino krönte sich nach ihrem Triumph bei der Hallen-EM 2025 auch im Freien zur Europameisterin, über Silber und Bronze durften sich Jazmin Sawyers und Hilary Kpatcha freuen.
Stimme zum Wettbewerb
Malaika Mihambo (LG Kurpfalz):
„So ist der Sport. Manchmal gewinnt man, manchmal verliert man. Für mich ist es schade, weil ich weiß, dass ich nicht mit dem besten Sprung in die Wertung gegangen bin. Da wäre noch mehr drin gewesen. Und daher ist das jetzt ein bisschen schwerer, es zu akzeptieren, wie es ist. Aber letztendlich kann ich nicht sagen, dass ich einen schlechten Wettkampf gemacht habe. Es waren kleine Details, die heute nicht ganz gepasst haben und das hat dazu geführt, dass es nicht gereicht hat. Wenn man den Leistungssport mit Leidenschaft macht, dann gibt man immer auch einen Teil von sich selbst und daher tut es auch weh, wenn es mal nicht reicht. Gleichzeitig weiß ich aber auch, was das für ein Privileg ist, heute hier zu stehen und traurig zu sein, dass ich jetzt nur Fünfte bei einer EM geworden bin.“