Im letzten und abschließenden Wettbewerb der Europameisterschaften in Birmingham hat die deutsche 4x400-Meter-Staffel der Männer am Sonntag Rang sieben belegt. Thilo Traue, Jean Paul Bredau, Thorben Finke und Florian Kroll kamen im Finale in 3:02,45 Minuten ins Ziel. In einem engen Rennen um die Medaillen setzte sich Italien vor Belgien und den Niederlanden durch.
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Das DLV-Quartett ging am Sonntag bei der EM in Birmingham (Großbritannien) auf Bahn neun mit Thilo Traue (LG Stadtwerke München), Jean Paul Bredau (VfL Wolfsburg), Thorben Finke (SV Sigiltra Sögel) und Florian Kroll (LG Osnabrück) ins Rennen. Der Osnabrücker rückte im Finale neu in die Mannschaft und übernahm die Rolle des Schlussläufers.
Auf der äußersten Bahn lief Thilo Traue zunächst frei und ohne direkte Orientierung zur Konkurrenz. Auf der Gegengeraden machte sich der Gegenwind bemerkbar, auf den letzten Metern versuchte der Startläufer, den Abstand zum Feld möglichst gering zu halten. Anschließend übernahm Jean Paul Bredau. Der EM-Fünfte im Einzel über 400 Meter musste beim Wechsel den weiten Weg nach außen nehmen und kämpfte darum, den Anschluss an die vor ihm laufenden Staffeln wiederherzustellen.
Italien setzt sich im Kampf um Gold durch
Auch Thorben Finke übernham in einer schwierigen Ausgangsposition. Das Feld hatte sich zu diesem Zeitpunkt bereits auseinandergezogen, der 21-Jährige hielt den Kontakt zu den vor ihm liegenden Staffeln jedoch aufrecht. Beim letzten Wechsel nahm Schlussläufer Florian Kroll die Verfolgung auf, zog auf der Schlussrunde noch am Schweizer Haydn Brotschi vorbei und brachte die deutsche Staffel schließlich nach 3:02,45 Minuten auf Rang sieben ins Ziel.
An der Spitze hatten sich Italien und Belgien einen kleinen Vorsprung erarbeitet, dahinter blieben die Niederländer in Schlagdistanz. Bis auf die letzten Meter blieb der Kampf um die Medaillen offen. Italien setzte sich schließlich in 2:59,16 Minuten durch und gewann in einem Duell auf der Zielgeraden Gold, Belgien holte in 2:59,19 Minuten Silber, Bronze ging mit 2:59,49 Minuten an die Niederlande. Gleich fünf Staffeln blieben unter drei Minuten.
Das Niveau war damit deutlich höher als vor zwei Jahren, damals hatte das DLV-Quartett in Rom (Italien) mit 3:00,82 Minuten Bronze gewonnen. Diesmal hätte selbst der Deutsche Rekord (2:59,86 min), den 1986 eine Mannschaft mit dem langjährigen 400-Meter-Europarekordler Thomas Schönlebe aufgestellt hatte, nur zu Platz sechs gereicht.
Stimmen zum Wettbewerb:
Thilo Traue (LG Stadtwerke München):
„Hinten raus bin ich ein bisschen mehr eingegangen, als mir lieb war. Ich hatte gehofft, zeigen zu können, was geht, aber es kann nicht jedes Rennen Bestzeit sein. Trotzdem bin ich sehr zuversichtlich, dass wir das in Zukunft deutlich besser auf die Bahn bringen und die Drei-Minuten-Marke angreifen können. Die Atmosphäre war unglaublich, es hat super viel Spaß gemacht. Es war mein erster Einsatz im Nationaltrikot und ich bin sehr dankbar für diese Erfahrung.“
Jean Paul Bredau (VfL Wolfsburg):
„Wir haben die Medaille der Mixed-Staffel noch auf dem Aufwärmplatz gesehen, das hat uns natürlich zusätzlich motiviert. Am Ende hat man aber gesehen, dass vorne in Europa richtig die Post abgeht. Momentan sind wir noch nicht in der Lage, da ganz mitzulaufen. Das wollen wir in den nächsten Jahren ändern und alles dafür geben, vorne konkurrenzfähig zu sein.“
Thorben Finke (SV Sigiltra Sögel):
„Ich hatte natürlich gehofft, in einer etwas besseren Position ins Rennen zu kommen. So musste ich erst einmal hinterherlaufen und wollte den Anschluss auf keinen Fall verlieren. Ich habe versucht, bis zum Ende dranzubleiben und auf den letzten Metern noch einmal zu zünden. Den Wind habe ich im Rennen eigentlich kaum wahrgenommen – die Bedingungen waren schließlich für alle Staffeln gleich.“
Florian Kroll (LG Osnabrück):
„Die Jungs haben das vorne gut gemacht, gerade Thorben hat noch einmal den Anschluss hergestellt. Dadurch konnte ich mich am Schweizer orientieren. Es war einfach ein geiles Gefühl, bei dieser Atmosphäre zu laufen. Im Deutschlandtrikot ist es sowieso immer etwas Besonderes.“