Beim Diamond League-Meeting in Lausanne hat 800-Meter-Europameisterin Audrey Werro am Freitagabend ihren Landsleuten den erhofften Heimsieg beschert - auf den letzten Metern kam Femke Broeders-Bol aber immer näher ran. Über 3.000 Meter Hindernis trennte Olivia Gürth und Lea Meyer nur eine Hundertstel.
Es sah lange nach dem nächsten deutlichen Alleingang aus, als die Schweizerin Audrey Werro am Freitagabend beim Diamond League-Meeting in Lausanne (Schweiz) auf die Zielgrade des 800-Meter-Rennens einbog. Unter dem Jubel ihrer Landsleute auf den Rängen war die Europameisterin die erste Runde in etwa 55 Sekunden angegangen und stürmte ihrer nächsten Topzeit entgegen. Auf den letzten 50 Metern war die 22-Jährige mit einer Bestzeit von 1:53,80 Minuten diesmal aber nicht die schnellste Athletin.
Obwohl sie zwischenzeitlich in Rempeleien verwickelt war, kam Femke Broeders-Bol (Niederlande) immer näher. Die Umsteigerin von den 400-Meter-Hürden kommt in ihrer ersten Saison auf neuer Strecke immer besser in Fahrt und lief in 1:55,41 Minuten als Zweite ins Ziel. Das bedeutete wieder Bestzeit und einen neuen niederländischen Landesrekord, den die 26-Jährige erst bei ihrem Bronzelauf bei der EM (1:55,54 min) eingestellt hatte.
Audrey Werro rettete einen Vorsprung von acht Hundertsteln und einen Heimsieg in 1:55,33 Minuten ins Ziel. Es war noch nicht das letzte Duell der beiden Ausnahmeathletinnen in diesem Sommer. Als nächstes will beim Diamond League-Meeting in Zürich (Schweiz) am kommenden Donnerstag (27. August) zusätzlich auch noch Olympiasiegerin Keely Hodgkinson (Großbritannien) mitmischen. Das Männerrennen in Lausanne entschied Olympiasieger Emmanuel Wanyonyi (Kenia; 1:42,19 min) für sich.
Olivia Gürth im Fotofinish vor Lea Meyer
In der Schlussrunde über 3.000 Meter Hindernis setzte sich Olympiasiegerin Winfred Yavi (Bahrain) endgültig von Weltmeisterin Faith Cherotich (Kenia) ab und lief in 9:00,04 Minuten zum Sieg. Die Kenianerin kam als Zweite (9:01,90 min) ins Ziel, vor Marwa Bouzayani (Tunesien; 9:05,55 min).
Europameisterin Gesa Felicitas Krause (Silvesterlauf Trier) hängte sich in der Anfangsphase an die Spitzengruppe, die beim ersten Kilometer knapp über 3:00,00 Minuten durchging, verlor im weiteren Verlauf aber den Anschluss und beendete das Rennen schließlich vorzeitig. Die EM-Dritte Olivia Gürth (Silvesterlauf Trier) kam in 9:22,47 Minuten als Neunte ins Ziel, nur eine Hundertstel vor der EM-Vierten Lea Meyer (VfL Löningen; 9:22,48 min). Beste Europäerin in dem Rennen war die Britin Elise Thorner (9:18,29 min) als Achte.
Masai Russell trotz kühlen Bedingungen
Die Olympiasiegerin im Hürdensprint Masai Russell (USA) trommelte trotz kühler Temperaturen mit 12,27 Sekunden eine Topzeit auf die Bahn, gefolgt von Europameisterin Nadine Visser (Niederlande; 12,42 se).
Ebenfalls auf den zweiten Platz sprintete 200-Meter-Europameisterin Amy Hunt (Großbritannien; 22,32 sec) hinter der US-Amerikanerin Kayla White (22,18 sec). Die zweimalige Weltmeisterin Shericka Jackson (Jamaika) zog sich in dem Rennen eine Verletzung zu. Bei den Männern stürmte Olympiasieger Letsile Tebogo (Botswana; 19,87 sec) vorne weg.
Nächster Sieg für Miltiadis Tentoglou
Weitsprung-Europameister Miltiadis Tentoglou (Griechenland) war auch in Lausanne mit einem windunterstützten Sprung (+2,1 m/sec) auf 8,24 Meter nicht zu schlagen. Dreisprung-Europameister Andy Diaz (Italien; 17,20 m) musste sich diesmal mit Rang drei zufrieden geben. Ganz vorne landete der EM-Zweite Pedro Pablo Pichardo (Portugal; 17,44 m), nur einen Zentimeter vor Yasser Triki (Algerien; 17,43 m).
Bei seinem dritten Sieg in der laufenden Diamond League-Saison hatte Speerwerfer Rumesh Tharanga Pathirage (Sri Lanka; 88,14 m) gerade einmal neun Zentimeter Vorsprung auf den Olympiasieger von 2021 Neeraj Chopra (Indien; 88,05 m). Der zweimalige Weltmeister Anderson Peters (Grenada; 86,69 m) wurde Dritter.
Rai Benjamin läuft Konkurrenz davon
Außerhalb der Diamond League-Kategorie bestritt Weltmeister Rai Benjamin (USA) sein erstes Saisonrennen über 400 Meter Hürden und demonstrierte seine Stärke: Der 29-Jährige spulte die Runde in 46,67 Sekunden ab. Eigentlich konzentriert sich der US-Amerikaner in diesem Sommer auf die 400 Meter flach, über die er sich schon auf 44,05 Sekunden gesteigert hat. Owe Fischer-Breiholz (Königsteiner LV) war als Siebter in 48,70 Sekunden etwa so schnell unterwegs wie im EM-Finale (48,56 sec).
Im B-Lauf über 800 Meter der Frauen musste Smilla Kolbe (Eintracht Frankfurt) zum Schluss drei Athletinnen passieren lassen. Die Deutsche Meisterin lief in 2:00,98 Minuten als Vierte durchs Ziel. Siegerin Raevyn Rogers (USA; 1:59,77 min) und Joceline Wind (Schweiz; 1:59,87 min) blieben unter 2:00,00 Minuten. Im B-Lauf der Männer steigerte Florian Zittel (Cologne Athletics) seine Bestzeit als Vierter um anderthalb Sekunden auf 1:48,72 Minuten, das Rennen gewann der Schweizer Anton Broggini (1:47,47 min).
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