| Mehrkampf-DM 2026

Hannover am Freitag | Svea Funck und David Kleinschrodt legen Grundstein für den Titel

Porträt der lachenden Siebenkämpferin Svea Funck in einem blauen Trikot mit der Startnummer 1625 © Iris Hensel
Mit Svea Funck und David Kleinschrodt haben sich zwei im Vorfeld favorisierte Mehrkampf-Talente die Halbzeitführung bei der Mehrkampf-DM in Hannover gesichert. Die U18-Vize-Europameisterin hat sich im Duell mit Elenor Servatius ein Polster von 135 Punkten erarbeitet, David Kleinschrodt hat sogar schon 262 Punkte Vorsprung. Deutlich enger geht es in der U16 zu.
Svenja Sapper

Mehrkampf-DM 2026 

U20: Tag 1

Svea Funck holt sich die Halbzeit-Führung

Die jüngste Athletin im Siebenkampf-Feld der weiblichen U20 liegt zur Halbzeit in Führung. Den Grundstein dafür legte U18-Vize-Europameisterin Svea Funck (TV Jahn Walsrode) schon in der ersten Disziplin: Die 17-Jährige war über die für sie noch ungewohnt hohen Hürden in 13,83 Sekunden klar die Schnellste und stellte damit einmal mehr ihr Hürden-Talent, das sie sicher von Mutter Annette Funck geerbt hat, unter Beweis. Auch mit der schweren Kugel kam sie mit 11,05 Metern recht gut zurecht. Über 200 Meter gingen zum Tagesabschluss 25,45 Sekunden in die Wertung ein.

Im Hochsprung, eigentlich eine Paradedisziplin der Niedersächsin, konnte jedoch ihre wohl stärkste Kontrahentin glänzen: Elenor Servatius. Die U20-WM-Teilnehmerin aus Leverkusen überquerte 1,71 Meter und stellte damit eine neue Saisonbestleistung auf. Svea Funck, deren Bestleistung bei 1,78 Metern steht, musste sich diesmal mit 1,68 Metern begnügen. Da Elenor Servatius im Hürdensprint (14,52 sec) und über 200 Meter (26,14 sec) jedoch nicht ganz mit der Lokalmatadorin mithalten konnte, beträgt der Vorsprung der U18-Vize-Europameisterin, die bislang 3.277 Zähler auf dem Konto hat, schon 135 Punkte.

Wenn Elenor Servatius morgen im Weitsprung und Speerwurf ähnliche Leistungen abrufen kann wie Mitte Juni in Filderstadt-Bernhausen, als sie mit Bestleistungen von 5,97 Metern und 44,88 Metern geglänzt hatte, kann sie ihrer zwei Jahre jüngeren Kontrahentin, die noch nicht häufig mit dem schweren Speer geworfen hat, im Kampf um den Titel noch gefährlich werden. Rang drei hat momentan Julika Struve (LG Rendsburg/Büdelsdorf; 3.075 pt) inne, auch Sophie Henrikje von Seck (MTV Lübeck; 3.018 pt) und Frieda Stengel (LG Stadtwerke München; 3.016 pt) haben zur Halbzeit mehr als 3.000 Punkte gesammelt.

David Kleinschrodt unangefochten

Noch deutlicher fällt der Abstand zwischen den Top Zwei in der männlichen U20 aus. David Kleinschrodt (LG Steinlach-Zollern) startete mit der zweitbesten 100-Meter-Zeit von 11,02 Sekunden, zugleich neue Bestzeit, in den Zehnkampf und übernahm nach einem weiten Satz auf 7,25 Metern im Weitsprung (angeschoben von +3,0 Meter/Sekunde Rückenwind) die Führung. Damit konnte er sogar den Deutschen U20-Meister im Weitsprung Ernst Bruno Eltz (SV Halle; 7,11 m) in Schach halten. Der Hallenser rangiert nach dem ersten Zehnkampf-Tag mit 3.728 Punkten auf Platz zwei.

3.990 Punkte hat der Führende zur Halbzeit auf dem Konto. In vier von fünf Disziplinen zählte der Württemberger zu den drei besten Athleten im Feld. Im Hochsprung strich er mit 1,89 Metern als Fünftbester ebenso viele Punkte ein wie der Drittplatzierte. Zum Tagesabschluss war mit 49,58 Sekunden über 400 Meter die nächste Bestleistung fällig. So kann er dem zweiten Tag positiv entgegenblicken. "Vor den 100 Metern war ich schon richtig aufgeregt, aber es ging gut los und perfekt weiter", berichtete David Kleinschrodt. "Ab dem Kugelstoßen hat es angefangen zu schütten, aber da habe ich es irgendwie geschafft, die Kugel zu treffen. Ich schaue morgen von Disziplin zu Disziplin und dann werden wir sehen, wo es hingeht."

Platz drei ist aktuell hart umkämpft: Quentin Roth (SSV Ulm 1846) liegt mit 3.684 Punkten nur wenige Zähler vor dem mit 49,40 Sekunden schnellsten 400-Meter-Sprinter Matthias Zierer (TSV Plattling; 3.675 pt). Dahinter lauert der gute Stabhochspringer und schnelle 1.500-Meter-Läufer Lennox Lewis Giesen (TSV Bayer 04 Leverkusen; 3.646 pt). Drei weitere Athleten haben ebenfalls die 3.600 Punkte übertroffen.

U16: Tag 1

Wenige Punkte trennen die Top Zwei

Deutlich knapper als in der U20 geht es in den Sieben- und Neunkämpfen der U16 zu. Einzig Anni Marcard (VfL Sindelfingen), mit 3.845 Punkten jahresbeste deutsche Siebenkämpferin der U16, hat sich in der W14 mit 2.309 Punkten etwas von der Konkurrenz um die zweitplatzierte Victoria Otto (TV Kalkum-Wittlaer; 2.225 pt) abgesetzt und sogar mehr Punkte eingesackt als die besten W15-Siebenkämpferinnen. Mit 11,55 Sekunden über 80 Meter Hürden und 12,49 Sekunden über 100 Meter ebneten zwei Disziplinsiege der Sindelfingerin den Weg zur Halbzeitführung. Zudem hat die starke Weitspringerin mit einer Bestleistung von 5,92 Metern in der ersten Disziplin am zweiten Tag noch ein Ass im Ärmel. Rang drei in der W14 hat derzeit Mia Franck (TSV Eddelak; 2.197 pt) inne.

In der W15 trennen die Top Zwei nur sieben Punkte: Lenya Wolf (LA-Team Alzenau; 2.245 pt) liegt knapp vor Elma Neumann (SC Potsdam; 2.238 pt). Beide konnten ebenfalls in den Sprints glänzen: Lenya Wolf gewann die 80 Meter Hürden in 11,75 Sekunden, Elma Neumann entschied die 100 Meter in 12,55 Sekunden für sich. Noch geringer ist der Abstand zwischen den aktuell Dritt- und Viertplatzierten Lina Näkel (LG Kreis Ahrweiler; 2.211 pt) und Mia Brungart (LG Weserbergland; 2.209 pt). Bei ihrem bisher besten Siebenkampf im Juni in Pfaffenhofen hatte Lenya Wolf im Weitsprung und über 800 Meter deutlich zu kämpfen. Sie wird also am zweiten Tag alles geben müssen, um den Angriff der Konkurrenz abzuwehren.

Heißer Titelkampf

Heiß umkämpft sind auch die Titel in der M15 und M14. Unter anderem mit einem starken Kugelstoß-Resultat von 14,97 Metern hat sich M15-Mehrkämpfer Rafael Hesse (LAZ Soest) nach vier Disziplinen mit 2.480 Punkten die Führung gesichert. Nur 19 Zähler dahinter folgt jedoch schon Luc Emil Drews (SV Halle), der den Rückstand dank 1,83 Metern im Hochsprung deutlich verkürzen konnte. Weitere sieben Zähler dahinter lauert Marik Julian Scholz (TSV Bayer 04 Leverkusen), der vor allem mit 6,30 Metern im Weitsprung fleißig Punkte sammelte. Auch Luis Karl Busch (LG Fichtelgebirge; 2.437 pt) befindet sich noch in Schlagdistanz, der Jahresbeste Simon Thelen (Kieler TB) musste hingegen nach den 100 Metern aufgeben.

Im Neunkampf der M14 führt der als Jahresbester angereiste Max Weber (USC Mainz; 2.294 pt), der keinen Disziplinsieg einfuhr, aber in allen vier bisher absolvierten Disziplinen gute Leistungen zeigte. Ende Mai hatte er in Limburgerhof mit 5.011 Zählern die 5.000-Punkte-Marke geknackt – als bislang einziger deutscher M14-Athlet in diesem Jahr. In Hannover konnte er sich vor allem mit 3,40 Metern im Stabhochsprung, der anstelle des Hochsprungs am ersten Tag ausgetragen wurde, deutlich gegenüber seinem besten Neunkampf verbessern, bei dem er nur 3,00 Meter überquert hatte.

Auf den Plätzen zwei und drei lauern Lukas Bruns (TSG Reken; 2.249 pt) und Jakob Gils (Hamburger SV; 2.238 pt). Gut möglich, dass am Samstag auch Felix von Burski (TV Neustadt), angereist als Deutschlands Nummer zwei und aktuell mit 2.179 Punkten Vierter, noch in den Medaillenkampf eingreifen kann.

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