| Berlin-Marathon

Laufsport-Legende Kenenisa Bekele kehrt nach Berlin zurück

Der äthiopische Langstreckler durchläuft ein Zielband mit der Aufschrift Berlin-Marathon 2019. © SCC Events
Einer der bis heute größten Läufer schnürt beim Berlin-Marathon noch einmal die Wettkampfschuhe: Der dreimalige Olympiasieger Kenenisa Bekele startet am 27. September in der deutschen Hauptstadt. Der mittlerweile 44-Jährige wollte bereits vergangenes Jahr in Berlin laufen. Bei den Frauen haben Europameisterin Alisa Vainio und die Düsseldorferin Laura Hottenrott ihre Startzusage gegeben.
Jörg Wenig

Kenenisa Bekele wird am 27. September beim Berlin-Marathon starten. Dies gaben die Veranstalter des Rennens bekannt. Die äthiopische Laufsport-Legende ist in diesem Jahr bisher noch bei keinem Rennen an den Start gegangen. Im Alter von 44 Jahren wird Kenenisa Bekele kaum noch in das Rennen um den Sieg eingreifen können, doch eine gute Leistung ist ihm zuzutrauen. Kenenisa Bekele hat den BMW Berlin-Marathon in seiner einmaligen Karriere zweimal gewonnen und dabei jeweils die damaligen Weltrekorde nur um wenige Sekunden verpasst. 2016 siegte er in 2:03:03 Stunden und 2019 erreichte er 2:01:41 Stunden. Wäre er vor sieben Jahren nur zwei Sekunden schneller gewesen, hätte er als erster Läufer der Sportgeschichte die Weltrekorde über 5.000 Meter, 10.000 Meter und im Marathon zeitgleich gehalten.

Mit dem Äthiopier kehrt der vielleicht größte Läufer aller Zeiten noch einmal zurück in die deutsche Hauptstadt. Zumindest bezogen auf die Bahnstrecken und den Crosslauf ist er die Nummer eins. Kenenisa Bekele hielt die Weltrekorde über 5.000 Meter (12:37,35 min) und 10.000 Meter (26:17,53 min) länger als jeder andere Läufer zuvor in der Geschichte: rund 15 Jahre. Über 5.000 Meter gewann Bekele bei den Olympischen Spielen 2008 sowie den Weltmeisterschaften 2009 Gold, über 10.000 Meter bei den Olympischen Spielen 2004 und 2008 sowie bei den Weltmeisterschaften 2003, 2005, 2007 und 2009. Hinzu kommen elf Goldmedaillen bei Cross-Weltmeisterschaften.

Mit 41 Jahren noch Zweiter in London

Bereits vor einem Jahr plante Kenenisa Bekele einen Start beim Berlin-Marathon, musste dann jedoch passen, weil er nicht die entsprechende Form erreichte. In New York kam er dann Anfang November nicht ins Ziel. Vor zweieinhalb Jahren gelang ihm im Alter von 41 Jahren fast eine Sensation. Er lag in der Schlussphase des hochkarätigen London-Marathons in Führung. Am Ende wurde er Zweiter, stellte mit 2:04:15 Stunden den heute noch gültigen Masters-Weltrekord (Altersklasse ab 40 Jahre) auf und wurde daraufhin für die Olympischen Spiele nominiert.

In Paris kam er dann im Sommer 2024 aber nur auf Platz 39. Erstmals seit den Spielen könnte er in Berlin am 27. September wieder das Ziel eines Marathons erreichen. Nach der verletzungsbedingten Absage von Weltrekordler Sabastian Sawe (Kenia) ist Kenenisa Bekele nun der schnellste Läufer auf der Berliner Startliste.

Europameisterin Alisa Vainio und Laura Hottenrott starten

Zwei späte Ergänzungen gibt es auch im Elitefeld der Frauen. Mit Alisa Vainio startet die Marathon-Europameisterin. Die Finnin lief vor einem Monat bei den Titelkämpfen in Birmingham zu einem überlegenen Sieg in der EM-Rekordzeit von 2:22:26 Stunden. Vor zehn Tagen siegte sie außerdem bei den finnischen Meisterschaften mit 2:27:47 Stunden. Vor einem Jahr war sie als beste Europäerin Fünfte bei der WM in Tokio und stellte dann drei finnische Landesrekorde in Folge auf. Zuletzt steigerte sie sich bei ihrem Sieg in Sevilla im Februar auf 2:20:39 Stunden. Damit hat sie die frühere Weltrekordlerin Ingrid Kristiansen (Norwegen; 2:21:06 min) als schnellste skandinavische Läuferin aller Zeiten abgelöst.

Auch Laura Hottenrott (Düsseldorf Athletics) wird trotz des kurzen zeitlichen Abstands zur EM beim Berlin-Marathon starten. Sie war im August in Birmingham als beste deutsche Läuferin 16. in 2:31:15 Stunden. Mit ihrer Bestzeit von 2:24:32 Stunden ist Laura Hottenrott die schnellste deutsche Läuferin auf der Berliner Startliste.

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