Den Grundstein hatte sie bereits am Freitag gelegt, am Samstag knüpfte Svea Funck an ihre starke Vorstellung im Siebenkampf der weiblichen U20 an und gab die Führung bis zum Schluss nicht mehr aus der Hand. Als jüngste Athletin im Feld dominierte die U18-Athletin mit neuer Bestleistung bereits in der Altersklasse, der sie offiziell erst im nächsten Jahr angehört. Bei der männlichen Jugend U20 ging der Titel nicht minder souverän an David Kleinschrodt.
Die Windverhältnisse im Erika-Fisch-Stadion von Hannover machten es den Mehrkämpfern und Mehrkämpferinnen am Samstag nicht einfach. Im Weitsprung profitierten davon allerdings die Siebenkämpferinnen in der weiblichen U20. Sowohl U20-WM-Teilnehmerin Elenor Servatius (TSV Bayer 04 Leverkusen; 5,66 m) als auch die erst 17 Jahre alte U18-Vize-Europameisterin Svea Funck (TV Jahn Walsrode; 5,63 m) brachten bei noch zulässigem Rückenwind von +2,0 m/s direkt im ersten Versuch ihre besten Weiten in die Grube und blieben das führende Duo im Siebenkampf. Direkt dahinter folgte Julika Struve (LG Rendsburg/Büdelsdorf), die bei 1,1 m/s Rückenwind ebenfalls 5,63 Meter weit sprang und weiterhin auf dem Bronzerang lag.
Beeindruckend war dann die Vorstellung von Svea Funck, EYOF-Siegerin des Vorjahres, im Speerwurf. Denn obwohl die Jüngste im Feld noch nicht häufig mit dem schweren Speer geworfen hat, ließ sie ihr 600 Gramm schweres Arbeitsgerät so weit fliegen wie keine andere Athletin der Konkurrenz. Mit 45,39 Metern hielt sie Elenor Servatius (43,91 m) im Gesamtergebnis nach sechs Disziplinen weiterhin auf Abstand. Mit 4.786 Punkten ging sie in die abschließenden 800 Meter, die Leverkusenerin folgte mit 4.631 Punkten vor Lokalmatadorin Savanna-Sara Wölfer (TK Hannover; 4.310 pt), die sich als Dritte im Speerwurf (43,48 m) in der sechsten Disziplin noch vor Julika Struve (4.286 pt) geschoben hatte.
Svea Funck packt 145 Punkte drauf
Gemeinsam im dritten von drei 800-Meter-Läufen am Start, ging es für das Führungs-Trio auf die finalen zwei Stadionrunden. Und eines war klar: Svea Funck wollte den Titel auf keinen Fall noch in der letzten Disziplin verlieren. In 2:20,31 Minuten lief sie als Erste über die Ziellinie. Damit war auch klar, dass sie das Kunststück vollendet und als U18-Athletin tatsächlich Gold in der Altersklasse U20 gewonnen hatte. Zugleich schraubte sie ihre Bestleistung von Anfang Mai um satte 145 Zähler auf 5.605 Punkte nach oben.
„Die persönliche Bestleistung über die Hürden hat mich schon sehr gefreut, in den anderen Disziplinen musste ich mich aber immer wieder rankämpfen und habe gemerkt, dass die Saison schon ziemlich lang ist. Die Umstellung bei der Hürdenhöhe oder dem Gewicht der Wurfgeräte habe ich schon gemerkt, aber Probleme hatte ich damit nicht. Bei der Kugel fehlt noch ein bisschen die Kraft, aber ich fand es cool, das dieses Jahr schon einmal gemacht zu haben, damit ich nächstes Jahr direkt durchstarten kann“, sagte die Deutsche U20-Meisterin. Elenor Servatius reichte eine 800-Meter-Zeit von 2:25,76 Minuten, um sich Silber zu sichern. Mit 5.378 Punkten hatte sie in der Gesamtaddition noch einen souveränen Vorsprung auf die drittplatzierte Savanna-Sara Wölfer (5.078 pt), die über 800 Meter mit 2:24,14 Minuten sogar noch etwas schneller war als die Athletin aus Leverkusen.
David Kleinschrodt feiert Start-Ziel-Sieg
Bei der männlichen U20 hatte sich David Kleinschrodt (LG Steinlach-Zollern) schon am Freitag einen Vorsprung von mehr als 250 Punkten erarbeitet. Diesen gab er am zweiten Zehnkampf-Tag nicht mehr aus der Hand und feierte einen souveränen Sieg. Nach Disziplinsiegen über 110 Meter Hürden (14,41 sec) und im Diskuswurf (43,79 m) hätte ihn wohl nur noch ein „Salto Nullo“ im Stabhochsprung stoppen können.
Doch auch da meisterte der 19-Jährige 4,30 Meter und steigerte seine persönliche Bestleistung um 30 Zentimeter. Nach 49,58 Meter im Speerwurf reichten ihm 4:39,94 Minuten um den Sieg mit 7.619 Punkten perfekt zu machen. Damit steigerte David Kleinschrodt seine Bestleistung gleich um 270 Punkte. „Der Stabhochsprung war das Highlight meines Tages. Danach war der dritte Versuch im Speerwurf auch noch sehr wichtig nach zwei etwas missglückten Würfen. So konnte ich mein Ziel von 7.600 Punkten noch angreifen. Die waren mein Ziel“, sagte David Kleinschrodt.
Im Windschatten des Württembergers sicherte sich Lennox Lewis Giesen (TSV Bayer 04 Leverkusen) dank seines starken zweiten Tages Silber. Wichtige Punkte auf dem Weg aufs Podest sammelte er im Stabhochsprung mit 4,50 Metern und als bester 1.500-Meter-Läufer mit 4:21,16 Minuten. So kam der 17-Jährige auf starke 7.333 Punkte. Seine U18-Bestleistung steigerte er zwei Tage vor seinem 18. Geburtstag damit um fast 200 Zähler. Bronze ging mit 7.150 Punkten an Quentin Roth (SSV Ulm 1846). Der nach Tag eins auf Platz liegende Ernst Bruno Eltz (SV Halle) verlor an Tag zwei an Boden und wurde mit 6.966 Punkten Fünfter.