| Diamond League-Finale Brüssel

Brüssel Tag 2 | Broeders-Bol kommt Werro noch näher, Agyekum kratzt am Podest

© Dan Vernon
Am zweiten Tag des Diamond League-Finals in Brüssel hat Audrey Werro am Samstag die 800 Meter gewonnen, allerdings war Dauerkonkurrentin Femke Broeders-Bol so nah an der Schweizerin dran wie noch nie. Über 400 Meter Hürden lief Emil Agyekum auf Rang vier.
Jan-Henner Reitze

Sechsmal sind Audrey Werro (Schweiz) und Femke Broeders-Bol (Niederlande) in diesem Sommer über 800 Meter gegeneinander angetreten, immer ist die Schweizerin als Siegerin von der Bahn gegangen. So war es auch am Samstagabend beim Diamond League-Finale in Brüssel (Belgien). Allerdings rettete die Europameisterin in 1:54,75 Minuten gerade einmal sechs Hundertstel Vorsprung ins Ziel. 

Die Umsteigerin von den 400 Metern Hürden aus den Niederlanden Femke Broeders-Bol (1:54,81 min) ist ihrer Dauerkonkurrentin damit so nahe gekommen wie noch nie. In Lausanne (Schweiz) hatten bereits nur acht Hundertstel zwischen den beiden Athletinnen gelegen. Auf der Jagd nach dem ältesten Weltrekord in einer olympischen Disziplin (1:53,28 min) deuten sich weitere spannende Rennen an.

Über 1.500 Meter wird Klaudia Kazimierska immer schneller. Die EM-Zweite aus Polen steigerte ihren Landesrekord auf 3:54,05 Minuten und ließ unter anderem die Kenianerin Dorcus Ewoi (3:54,72 min) und die Olympia-Zweite Jessica Hull (Australien; 3:54,73 min) hinter sich.

Emil Agyekum fehlen drei Tausendstel zum Podest

Eine Klasse für sich über 400 Meter Hürden der Männer war Alison dos Santos (Brasilien), der in Zürich (Schweiz) in 45,80 Sekunden den Weltrekord (45,94 sec) von Karsten Warholm (Norwegen) unterboten hatte. Der Brasilianer hatte in Brüssel in 46,70 Sekunden mehr als eine Sekunde Vorsprung auf seine Konkurrenz. Karsten Warholm hatte auf einen Start verzichtet.

Der US-Amerikaner Trevor Bassitt (48,03 sec) wurde Zweiter vor dem nächsten Brasilianer Matheus Lima (48,18 sec). Mit einem starken Finish hätte es Emil Agyekum (SCC Berlin) fast noch aufs Podest geschafft. Zeitgleich mit dem Drittplatzierten wurde der deutsche Rekordler auf Rang vier gesetzt. Nur drei Tausendstel trennten die beiden Athleten.

Nach ihrem Weltrekord-Lauf ebenfalls in Zürich (12,09 sec) legte Hürden-Olympiasiegerin Masai Russell (USA) mit 12,20 Sekunden die nächste Top-Zeit auf die Bahn. Hallen-Weltrekordlerin Devynne Charlton (Bahamas) steigerte ihren Landesrekord über 100 Meter Hürden als Zweite auf 12,33 Sekunden. Tina Clayton (Jamaika; 10,93 sec) triumphierte über 100 Meter flach. Die 400 Meter dominierte Olympiasiegerin Marileidy Paulino (Dominikanische Republik; 48,64 sec). Genauso souverän über 200 Meter der Männer stürmte Kenneth Bednarek (USA; 19,62 sec) vorne weg.

Karl Bebendorf auf Rang neun

Die 3.000 Meter Hindernis der Männer waren lange eine taktische Angelegenheit. Die größten Reserven konnte der Äthiopier Gemechu Godana mobilisieren. Der Afrikameister stürmte mit einem Schluss-Kilometer unter 2:35,00 Minuten zum Sieg (8:08,67 min). Der zweimalige Olympiasieger Soufiane El Bakkali (Marokko; 8:10,03 min) musste sich erneut mit Rang zwei zufriedengeben. Karl Bebendorf (Dresdner SC 1898) wurde in dem stark besetzten Feld Neunter (8:18,63 min).

Über 5.000 Meter blieben gleich sechs Athleten unter 12:50,00 Minuten. Mit Asien-Rekord von 12:45,70 Minuten spurtete Birhanu Balew (Bahrain) zum Sieg. Egide Ntakarutimana stellte als Zweiter (12:46,73 min) einen Landesrekord für Burundi auf und kam vor dem Kenianer Cornelious Kemboi (12:47,29 min) ins Ziel.  

Rajindra Campbell übertrifft 23-Meter-Marke

Wie schon am Freitag im Wettbewerb der Frauen brachte auch das Kugelstoßen der Männer Topweiten. Als fünfter Athlet in der Geschichte übertraf der Olympia-Dritte Rajindra Campbell die 23,00-Meter-Marke (23,08 m) und steigerte seinen jamaikanischen Landesrekord (22,59 m) um knapp einen halben Meter. Die US-Amerikaner Jordan Geist (22,23 m) und Joe Kovacs (22,09 m) sowie Europameister Leonardo Fabbri (Italien; 22,03 m) mussten sich trotz 22-Meter-Weiten klar geschlagen geben.  

Im Speerwurf setzten sich mit Ziyi Yan (China; 68,42 m) und Rumesh Tharanga Pathirage (Sri Lanka; 89,04 m) die Athletin und der Athlet durch, die in diesem Sommer an die Weltspitze aufgestiegen sind. Im Hochsprung bezwang Eleanor Patterson (Australien; 2,01 m) Weltrekordlerin Yaroslava Mahuchikh (Ukraine; 1,99 m). Stabhochsprung-Siegerin Hana Moll (USA) steigerte ihre Bestleistung um einen Zentimeter auf 4,91 Meter.

Die Resultate finden Sie in unserer Ergebnisbrubrik.

 

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