Am zweiten Tag der World Athletics Ultimate Championships in Budapest hat Weltmeisterin Melissa Jefferson-Wooden am Samstag die 100 Meter der Frauen gegen Olympiasiegerin Julien Alfred gewonnen. Über 800 Meter ließ Audrey Werro erneut Keely Hodgkinson und Femke Broeders-Bol hinter sich. Collen Kebinatshipi steigerte sich auf 43,39 Sekunden über 400 Meter, Emil Agyekum zog ins Finale über 400 Meter Hürden sein.
Die Finals über 100 Meter setzten am Samstag den Schlusspunkt am zweiten Tag der World Athletics Ultimate Championships in Budapest (Ungarn). Bei den Frauen traten mit Melissa Jefferson-Wooden (USA) und Julien Alfred (St. Lucia) die aktuelle Weltmeisterin und die aktuelle Olympiasiegerin gegeneinander an. Mit dem zweitschnellsten Rennen ihrer Karriere setzte sich Melissa Jefferson-Wooden in 10,62 Sekunden am Ende klar durch, verfehlte ihre Bestzeit aus dem WM-Finale im Vorjahr nur um eine Hundertstelsekunde und sicherte sich die Siegprämie von 150.000 US-Dollar.
Julien Alfred, die sich zuletzt in Zürich (Schweiz) dank starkem Finish und mit Landesrekord (10,70 sec) knapp gegen ihre US-Konkurrentin durchgesetzt hatte, konnte diesmal auf den letzten Metern nicht mehr zulegen und wurde Zweite (10,74 sec), was immer noch eine Prämie von 75.000 US-Dollar bedeutet. Mit Sha'Carri Richardson (USA; 10,76 sec) sprintete die Weltmeisterin von 2022 auf Rang drei.
Bei den Männern hinterließ Kenneth Bednarek (USA) einen bärenstarken Eindruck, der in 9,85 Sekunden Weltmeister Oblique Seville (Jamaika; 9,90 sec) hinter sich. Er nimmt am Abschlusstag der Premiere des neuen Formats am Sonntag (13. September) noch die 200 Meter in Angriff. Über 100 Meter kam mit Ronnie Baker (9,93 sec) ein weiterer US-Amerikaner auf Rang drei.
Audrey Werro bleibt unangefochten
Das Aufeinandertreffen der aktuell drei besten Athletinnen über 800 Meter endete wie schon bei der EM. Audrey Werro (Schweiz), mit einer Bestzeit von 1:53,70 Minuten die schnellste Läuferin über diese Distanz seit mehr als 40 Jahren, führte das Feld in 57,83 Sekunden durch die erste Runde, gefolgt von Femke Broeders-Bol (Niederlande) und Olympiasiegerin Keely Hodgkinson (Großbritannien). Die Schlussrunde legte die Schweizerin fast in der identischen Zeit (58,05 sec) zurück, gab ihre Position nicht mehr ab und triumphierte in 1:55,88 Minuten. Keely Hodgkinson (1:56,26 min) schob sich auf der Schlussgeraden noch auf Rang zwei vor Femke Broeders-Bol (1:56,74 min).
Wie schon in Brüssel (Belgien), wo sie sich zur Diamond League-Siegerin krönte, war die Polin Klaudia Kazimierska die stärkste Athetlin über 1.500 Meter. Im Spurt um den Sieg wehrte die 25-Jährige in 3:57,55 Minuten den Angriff der Britin Georgia Hunter-Bell (3:57,72 min) ab. Bei der EM hatte es noch die umgekehrte Reihenfolge gegeben. Rang drei sicherte sich Nikki Hiltz (USA; 3:58,16 min).
Paulino, Kebinatshipi und Tentóglou auch in Budapest vorn
Über 400 Meter gab es Favoritensiege. Bei den Frauen spielte Olympiasiegerin Marileidy Paulino (Dominikanische Republik) einmal mehr ihre Stärke auf der Zielgeraden aus. Die 29-Jährige konnte es sich sogar erlauben, auf den letzten Metern nicht mehr voll durchzuziehen. So blieb die Uhr (49,07 sec) knapp über 49 Sekunden stehen, die sie in diesem Sommer schon siebenmal unterboten hatte. Europameisterin Henriette Jæger (Norwegen) lief in starken 49,28 Sekunden auf Rang zwei vor der WM-Achten Nickisha Pryce (Jamaika; 49,56 sec).
Im Finale der Männer zog Weltmeister Collen Kebinatshipi (Botswana) vom Start weg auf und davon. Der 22-Jährige stürmte nach 43,39 Sekunden zum Sieg und steigerte damit seinen Landesrekord um eine weitere Hundertstelsekunde. Nur vier Athleten waren jemals noch schneller, zum Weltrekord von Wayde van Niekerk (Südafrika; 43,03 sec) fehlen noch 36 Hundertstel. Mit klarem Abstand in 44,15 Sekunden wurde 400-Meter-Hürden-Olympiasieger Raj Benjamin (USA) Zweiter, der anderthalb Stunden später (47,49 sec) auch noch ins Finale über seine bisherige Spezialstrecke einzog, das auch der EM-Zweite Emil Agyekum (SCC Berlin; 47,75 sec) erreichte. Auf Rang drei über 400 Meter flach lief der WM-Zweite Jereem Richards (Trinidad & Tobago; 44,23 sec).
Nur einen Zentimeter Vorsprung hatte Miltiádis Tentóglou (Griechenland) im Weitsprung. Mit 8,35 Metern, bei denen der zweimalige Olympiasieger am Brett knapp zwölf Zentimeter verschenkte, gewann der 28-Jährige vor dem Bulgaren Bozhidar Saraboyukov (8,34 m). Wie alle Drittplatzierten wird auch Simon Ehammer (Schweiz; 8,07 m) mit einem Preisgeld von 40.000 US-Dollar belohnt.
Haruka Kitaguchi bezwingt angeschlagene Yan Ziyi, auch Sandi Morris überrascht
Eine Überraschung brachte der Speerwurf der Frauen. Die 2026 bisher ungeschlagene Chinesin Yan Ziyi legte im ersten Durchgang 68,05 Meter vor. Eine Weite, die in diesem Sommer bisher nur die 18-Jährige selbst übertroffen hatte. Aber dann kam der zweite Versuch von Olympiasiegerin Haruka Kitaguchi, angereist mit einer Jahresbestweise von 65,44 Metern.
Die Japanerin warf den Speer auf 68,92 Meter und steigerte ihren drei Jahre alten Landesrekord (67,38 m) um mehr als anderthalb Meter. Der Sieg war damit perfekt, denn die chinesische U20-Weltrekordlerin verzichtete angeschlagen auf ihre beiden abschließenden Versuche, nachdem sie im zweiten Durchgang 63,95 Meter erzielt hatte. Flor Dennis Ruiz (Kolumbien) belegte den dritten Rang (64,84 m).
Auch im Stabhochsprung setzte sich eine erfahrene Athletin durch, die zuletzt 2022 mit ihrem zweiten Hallen-WM-Titel einen großen Sieg gefeiert hatte. Sandi Morris (USA) stand schon bei 4,80 Metern unter Druck, die sie erst im dritten Versuch meisterte. Über 4,90 Meter flog die 34-Jährige dann im zweiten Versuch. Diese Höhe meisterte ihre 13 Jahre jüngere Landsfrau Hana Moll erst im dritten Anlauf und landete damit nach ihrem Sieg im Diamond League-Finale diesmal auf Rang zwei. Europameisterin Angelica Moser (Schweiz; 4,85 m) wurde Dritte.