| Hallen-DM 2026

Die Stimmen der Deutschen Meister:innen von Dortmund am Freitag

Der deutsche Langstreckenläufer Florian Bremm jubelt im Ziel. © Theo Kiefner
Bestleistung für Kugelstoßerin Yemisi Ogunleye, 20-Meter-Premiere von Georg Harpf und zwei spannende 3.000-Meter-Finals: Der erste Tag der Hallen-DM in Dortmund hielt am Freitagabend zahlreiche Highligjts parat. Was die neuen Deutschen Hallenmeister:innen sowie weitere Medaillengewinner:innen nach ihren Erfolgen in der Helmut-Körnig-Halle gesagt haben, lesen Sie hier.
Sophie Ritter

Hallen-DM 2026 Dortmund

Yemisi Ogunleye (MTG Mannheim) | Siegerin Kugelstoß (20,37 m)
Ich freue mich gerade so sehr: persönliche Bestleistung, Hallenmeistertitel und die 20-Meter-Marke geknackt. Ich fühle mich sehr erschöpft und müde, aber bin froh, dass ich persönliche Bestleistung stoßen konnte. Ich bleibe gelassen und hoffe, dass ich auf diesem Level bleiben kann.

Katharina Maisch (LV 90 Erzgebirge) | Zweite Kugelstoß (18,73 m)
Ich habe heute sehr konstant gestoßen, leider hat der Ausreißer nach oben ein bisschen gefehlt. Dem trauere ich natürlich ein bisschen hinterher. Trotzdem freue ich mich sehr für Julia Ritter und für Yemisi Ogunleye, das ist schon eine richtig starke Leistung. Mein Plan war heute den zweiten Platz zu holen, weil Yemisi ist einfach eine Nummer zu groß. Ich wollte Bestleistung stoßen und die 19 Meter bestätigen. Das hat leider nicht geklappt.

Julia Ritter (TV Wattenscheid 01) | Dritte Kugelstoß (18,13 m)
Ich bin sehr zufrieden. Ich hatte wirklich einen schwierigen Winter hinter mir und habe wieder vom Drehstoß auf das Angleiten umgestellt. Der Stoß heute war ein Befreiungsschlag. Ich habe eben selbst gemerkt, wie emotional das ist. Da sind ein paar Tränen geflossen. Der erste Versuch war von der Weite her eigentlich schon okay, damit hätte ich leben können. Aber ich habe ihn technisch nicht richtig getroffen. Trotzdem wusste ich: da geht heute was. Dass dann so ein Stoß dabei rauskommt, ich bin einfach unfassbar glücklich. Ich kann es kaum in Worte fassen. Nach diesem schweren Winter mit so vielen Rückschlägen bedeutet mir das extrem viel. Ich weiß gerade gar nicht, was ich sagen soll.

Florian Bremm (Franconia Athletics) | Sieger 3.000 m (7:42,05 min)
Es war ein geiles Rennen und hat super viel Spaß gemacht. Gewinnen macht natürlich immer Spaß. Ich fand auch den Rennverlauf richtig gut, weil es im Großen und Ganzen so aufgegangen ist, wie ich es mir vorgestellt habe. Es ist schade, dass Robert ausgestiegen ist. Ich hoffe sehr, dass es nichts Ernstes ist und er sich nicht verletzt hat. Ein fitter Robert ist extrem stark und für mich kaum zu schlagen. Das weiß ich auch. Ich habe mir vorgenommen, von Anfang an die Initiative zu übernehmen. Bei einem Feld von 22 Läufern wollte ich dem Gedränge aus dem Weg gehen und direkt für ein hohes Tempo sorgen, ungefähr bis 800 Meter. Danach habe ich gehofft, dass jemand anderes übernimmt. Das hat Frederik Ruppert dann auch gemacht. Er hat ordentlich aufs Tempo gedrückt und es fast geschafft, mich abzuschütteln. Aber auf den letzten 400 Metern bin ich stärker und habe mich auch gut gefühlt.

Frederik Ruppert (LAV Stadtwerke Tübingen) | Zweiter 3.000 m (7:46,81 min)
Ich bin ganz zufrieden. Ich bin mit dem Ziel reingegangen, eine gute Belastung zu laufen und auch die Führung zu übernehmen. Dass ich das im Endspurt dann so durchziehen konnte, ist auf jeden Fall ein Fortschritt zum letzten Jahr. Wie gesagt, für mich war das heute eher eine Durchlaufstation. Dafür hat es, schon sehr gut gepasst. Ich bin natürlich in erster Linie Hindernisläufer und das bleibt auch so. Mit meiner Bestzeit von 8:01 Minuten kann man sich denken, dass da noch eine Schallmauer wartet. Da würde ich mich gerne weiter herantasten und schauen, was möglich ist. Ob es klappt, ist eine andere Sache - aber man braucht ja Ziele. Außerdem habe ich mir für dieses Jahr vorgenommen, mich auch auf den längeren Strecken auszuprobieren.

Marc Tortell (Athletics Team Karben) | Dritter 3.000 m (7:50,09 min)
Eigentlich bin ich absolut zufrieden. Es war ein bisschen eine Wundertüte, weil ich mich eigentlich auf die 10 Kilometer vorbereitet habe und seit September nur zwei Mal Spikes an hatte und das war diese Woche. Deshalb wusste ich nicht genau, in welche Richtung es heute geht. Ich habe schon auf die Medaillen geschaut. Ich laufe vielleicht ein bisschen unter dem Radar, weil ich kaum Hallenrennen gemacht habe. Umso glücklicher bin ich jetzt. Ich glaube, mehr als Platz drei war heute einfach nicht drin. Von daher bin ich super happy.

Nele Weßel (Königsteiner LV) | Siegerin 3.000 m (9:01,35 min)
Ich freue mich heute auf jeden Fall mehr über den Titel als über die Zeit. Ich glaube nicht, dass die Zeit heute am Limit war, da wäre definitiv noch mehr drin gewesen. Ich bin am Anfang relativ langsam angegangen, aber es ging in erster Linie gar nicht um die Zeit, sondern um die Platzierung. Der Plan heute ist voll aufgegangen. Wir haben es genau so besprochen: gute Position einnehmen, lange mitlaufen und hinten raus attackieren. Dass es dann so aufgeht, ist natürlich mega.

Vanessa Mikitenko (Silvesterlauf Trier) | Zweite über 3.000 m (9:03,18 min)
Ich freue mich über die Zeit und die Medaille. Aber vor allem darüber, wo ich gerade im Winter stehe. Ich bin jetzt ungefähr auf dem gleichen Stand wie im letzten Jahr im Sommer - das ist ein richtig gutes Zeichen mit Blick auf den nächsten Sommer. Ich schreibe gerade noch mein Abitur, das darf man auch nicht vergessen. Unter den Umständen bin ich wirklich sehr zufrieden. Der Wettkampf heute war tatsächlich erstmal mein letztes Rennen. Ich hatte sogar kurz mit dem Gedanken gespielt, ihn auszulassen, weil ich krank war. Aber das soll keine Ausrede sein: Ich weiß, dass man unter solchen Umständen trotzdem Leistung bringen kann. Wie sich die letzten Tage dann angefühlt haben, ist etwas anders. Ich bin am Ende sehr zufrieden und ich würde lügen, wenn ich sagen würde, ich hätte mir nicht noch ein bisschen mehr erhofft. Aber ich bin noch jung und weiß, dass noch viel kommt.

Elena Burkard (LG farbtex Nordschwarzwald) | Dritte 3.000 m (9:04,38 min)
Die letzten 200 Meter waren ganz klar ein taktischer Fehler. Ich dachte kurz, ich lasse sie vorbeiziehen, um von hinten noch einmal attackieren zu können. Aber Nele war einfach viel zu schnell - und ich hatte vorher schon in zu viel Tempoarbeit investiert. Ein Stück bin ich schon enttäuscht, weil ich es hinten raus anders lösen wollte. Aber so ist der Sport, Fehler gehören dazu. Ich hatte zuletzt wirklich richtig gute Rennen, und über Platz drei bei einer deutschen Meisterschaft kann man am Ende auch nicht meckern.

Georg Harpf (LG Stadtwerke München) | Sieger Kugelstoß (20,46 m)
Ich bin gerade einfach nur glücklich. Die Weite kann ich noch gar nicht so richtig gut einordnen. Das klingt vielleicht klischeehaft, aber ich kann es wirklich noch gar nicht ganz fassen, weil es so ein großer Sprung war mit dieser persönlichen Bestleistung. Es fühlt sich einfach unglaublich gut an. Der Plan war tatsächlich, die 20 Meter anzugreifen und zu schauen, was dann möglich ist. Dass es am Ende so aufgeht, ist natürlich umso schöner.

Lukas Schober (SG Freital-Weißig) | Zweiter Kugelstoß (19,27 m)
Mein Plan war, die super Stimmung hier mitzunehmen. Wir hatten eine richtig coole Anlage, es hat einfach alles gepasst. Da wollte ich einfach mein Bestes abrufen und schauen, was möglich ist. Ich habe mit dem dritten Platz heute schon geliebäugelt, das kann ich nicht bestreiten. Aber dass es hier so gut läuft und ich persönliche Bestleistung stoße - Wahnsinn. Gerade auch bei der starken Konkurrenz.

Lasse Schulz (TV Plieningen) | Dritter Kugelstoß (19,14 m)
Ich habe schon mit einer Medaille spekuliert, weil vom Starterfeld einige starke Leute gefehlt haben. Dadurch war es dieses Mal etwas offener als sonst. Dass es am Ende aber so aufgegangen ist, ist natürlich schön. Es war insgesamt ein guter Wettkampf. Bis zum letzten Versuch war alles solide, aber ich hatte noch nicht ganz einen rausgehauen. Dass ich es dann im letzten Durchgang richtig gut hinbekommen habe, freut mich umso mehr. Es wurde ordentlich Stimmung gemacht - das hat man im Ring gespürt.

Hallen-DM 2026 Dortmund

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