| Hallen-WM 2026

Torun Tag 1 | Die DLV-Athletinnen und -Athleten in den Vorrunden

© Torben Flatemersch
Am Freitag ist die Hallen-WM in Torun (Polen) gestartet. Am ersten Tag der Meisterschaften stehen die Mittelstrecken-Vorläufe auf dem Programm. Wie sich die deutschen Läuferinnen und Läufer über 800 und 1.500 Meter präsentiert haben, lesen Sie hier von Disziplin zu Disziplin.
Martin Neumann

Hallen-WM 2026 TORUN Zeiten Livestreams Live-Ergebnisse

Frauen

1.500 Meter | Halbfinals

Nele Weßel scheidet im Taktik-Poker aus

Nach einem extrem langsamen Beginn – 3:02 Minuten bei 1.000 Metern – ging es im ersten 1.500-Meter-Halbfinale der Hallen-WM richtig zur Sache. In einem lang gezogenen Spurt wurden die finalen zweieinhalb Runden absolviert. Nele Weßel (Königsteiner LV) musste dabei eine kleine Lücke zum führenden Quintett reißen lassen. Diese konnte sie bis zum Zielstrich nicht mehr schließen.

Mit 4:19,92 Minuten lief die Deutsche Hallenmeisterin über 3.000 Meter auf Rang sechs. Nur die ersten Drei der drei Halbfinals qualifizierten sich für das Finale am Sonntag, über die Zeit gab es keine weiteren Final-Tickets. Somit hatte zunächst auch keine Läuferin Interesse, für das Tempo zu sorgen. Auf den ersten 1.000 Metern ging es mehr darum, sich eine gute Position für den langen Endspurt zu erarbeiten.

Den schnellsten Endspurt legte im Halbfinale von Nele Weßel die Französin Agathe Guillemot hin. Sie siegte in 4:16,25 Minuten vor Nikki Hiltz (USA; 4:16,32 min) und Ludovica Cavalli (Italien; 4:16,45 min). Nicht ins Finale schaffte es die Britin Jemma Reekie mit 4:11,61 Minuten im zweiten Halbfinale. Die 28-Jährige war 2024 in Glasgow zu Hallen-WM-Silber über 800 Meter gelaufen.

Stimme zum Wettbewerb:

Nele Weßel (Königsteiner LV)
„Ich habe damit gerechnet, dass es langsam wird. Aber nicht so extrem langsam. Es wollte niemand Tempo machen, sondern wie ich schnell loslaufen und sich eine gute Position innen sichern. So gab es natürlich einige Rangeleien und weniger freies Laufen. Leider war ich nicht richtig dran, als es dann losging. Bei diese Weltklasseniveau wird es dann natürlich schwierig. Ich nehme aus dem Rennen aber viel mit. Dass ich mich noch mehr durchsetzen und dass ich weiter an meinem Speed arbeiten muss. Jetzt gilt es das Positive aus der Hallensaison mitzunehmen und sich daran zu orientieren. Das ist extrem wichtig für die nächsten großen Rennen und Meisterschaften.“


Männer

800 Meter | Vorläufe

DLV-Duo verpasst Halbfinale nur um Hundertstel

Bei seiner Premiere in der A-Nationalmannschaft hatte Malik Skupin-Alfa (LG Offenburg) das Glück nicht auf seiner Seite. Im schnellen dritten 800-Meter-Vorlauf der Hallen-WM lief der 21-Jährige am Freitag zwar „nur“ auf Platz fünf. Doch seine 1:46,60 Minuten waren noch bis zum letzten, dem sechsten, Vorlauf gut genug, um sich über die Zeitregel einen Platz im Halbfinale am Samstag zu sichern. Doch da der Drittplatzierte in diesem Rennen schneller war, verpasste Malik Skupin-Alfa das Halbfinale denkbar knapp. Zwei Hundertstel fehlten ihm lediglich zum Weiterkommen.

Taktisch hatte der Offenburger alles richtig gemacht und sich lange Zeit auf Position drei laufend alle Chancen auf das Weiterkommen offengehalten. Jeweils die ersten beiden der sechs Vorläufe sowie sechs weitere Zeitschnellste zogen ins Halbfinale ein.

Auch der Deutsche Hallenmeister Alexander Stepanov (VfL Sindelfingen) war dicht dran am Halbfinale. Obwohl der 21-Jährige mit seinem Rennen nicht zufrieden war, fehlten ihm mit 1:46,75 Minuten nur 17 Hundertstel zum Weiterkommen. Er musste immer wieder im Rennen antreten, um sich eine bessere Position zu sichern. Doch die Konkurrenten machten immer wieder „die Tür zu“. So fehlten dem Sindelfinger auf der Zielgeraden die nötigen Körner zum Weiterkommen. Die schnellsten Zeiten der Vorläufe liefen Eliott Crestan (Belgien; 1:45,51 min) und Mohamed Attaoui (Spanien; 1:45,75 min), die im Vorlauf mit Malik Skupin-Alfa ganz nach vorn liefen.

Stimmen zum Wettbewerb:

Malik Skupin-Alfa (LG Offenburg)
„Die Zeit ist okay. Ich habe mich gut im Rennen gefühlt, aber hinten raus hat es leider nicht mehr ganz gereicht. Ich habe in dieser Hallensaison viel Erfahrung gesammelt, das kommt mir bestimmt für den Sommer zugute.“

Alexander Stepanov (VfL Sindelfingen)
„Ich bin richtig enttäuscht von dem Rennen und von meiner Leistung. Wahrscheinlich ist die Form nicht mehr so da wie noch vor ein paar Wochen. Ich musste immer wieder antreten, um in eine bessere Position zu kommen. Das ist mir leider nicht gelungen, weil ich immer wieder eingebaut wurde. Das hat richtig viel Kraft gekostet.“


1.500 Meter | Halbfinals

Robert Farken fehlt der nächste Gang

Im ersten 1.500-Meter-Halbfinale mit Robert Farken (SG Motor Gohlis-Nord Leipzig) wollte es ein Läufer nicht auf ein taktisches Rennen ankommen: Rok Markelj. Der Slowene schlug von Beginn an ein hohes Tempo an und führte zwischenzeitlich mit acht Sekunden Vorsprung. Doch dieser schmolz auf den letzten drei Runden merklich zusammen. Als die Glocke für die finalen 200 Metern ertönte, hatte das Feld den „Ausreißer“ eingefangen.

So war der Spurt um die drei Final-Tickets eröffnet. Robert Farken ging als Vierter auf die entscheidenden 150 Meter. Doch der WM-Sechste von Tokio konnte die Position nicht mehr gutmachen. Mit 3:41,79 Minuten lief der Leipziger auf Platz fünf des Halbfinals. An der Spitze schafften es Federico Riva (Italien; 3:40,52 min), Adam Spencer (Australien; 3:40,79 min) und der US-Amerikaner Nathan Green (3:40,97 min) ins Finale am Sonntag. Duch den harten Schnitt im Halbfinale verpasste auch der junge Norweger Hakon Moe Berg (3:39,29 min) den Einzug ins Finale.

Stimme zum Wettbewerb:

Robert Farken (SG Motor Gohlis-Nord Leipzig)
„Ich habe einfach zu viele Fehler gemacht, wie ein Anfänger. Auf den ersten 1.000 Metern hat die Position gar keine Rolle gespielt. Denn es war klar, dass es erst auf den letzten 500 Metern entschieden wird. Ich habe genau das Gegenteil gemacht, habe mich da total verausgabt, Wahnsinn. Denn drei Runden vor Schluss wussten wir auch, dass wir den Slowenen noch einholen werden und dass man nur unter die Top 3 der Gruppe kommen muss. Meine Position in der letzten Runde war auch gut mit Rang vier. Aber ich konnte einfach keinen Gang mehr hochschalten, das war gar nichts. Dabei habe ich durchaus das Selbstbewusstsein, dass ich auch in einem so unrhythmischen Rennen weiterkommen muss.“

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