Für die herausragende Leistung bei der Marathon-DM in Hannover hat am Sonntag Domenika Mayer gesorgt. Die Regensburgerin siegte zum dritten Mal in Serie und schraubte dabei ihren eigenen Streckenrekord auf 2:21:26 Stunden – Platz zwei in der ewigen deutschen Bestenliste. Bei den Männern gewann Tom Thurley seinen ersten DM-Titel.
Mit einer Portion Selbstvertrauen ging Domenika Mayer (LG Telis Finanz Regensburg) am Sonntag den ADAC Hannover-Marathon an, bei dem auch die Deutschen Marathon-Meisterschaften ausgetragen wurden. "Ich möchte meine persönliche Bestleistung deutlich verbessern", hatte sie im Vorfeld angekündigt. Und die 35-Jährige machte von Beginn an ernst. Keine ihrer Kontrahentinnen konnte dem hohen Tempo folgen – und das, obwohl mit Fabienne Königstein (Hannover 96) eine der stärksten deutschen Marathonläuferinnen mit im Rennen war. Die beiden hängten auch die internationale Konkurrenz ab.
Die Halbmarathonmarke passierte Domenika Mayer nach 1:10:31 Stunden, knapp eine Minute später folgte in 1:11:25 Stunden Fabienne Königstein. So lief die Regensburgerin ungefährdet ihrem insgesamt vierten Sieg in Hannover, davon der dritte in Folge, entgegen. Eine Zeit nicht weit weg vom Deutschen Rekord, den seit 2008 Irina Mikitenko mit 2:19:19 Stunden hält, schien zu diesem Zeitpunkt noch in Reichweite. Auf den letzten zehn Kilometern wurde die Führende dann etwas langsamer.
Ihr Resultat konnte sich dennoch sehen lassen: In 2:21:26 Stunden pulverisierte Domenika Mayer ihren eigenen Streckenrekord, der zuvor bei 2:23:50 Stunden gelegen hatte. Auch ihre Bestzeit von 2:23:16 Stunden unterbot sie deutlich und reihte sich damit hinter Irina Mikitenko auf Platz zwei der ewigen deutschen Bestenliste ein. "Ich freue mich, die Nummer zwei in der Bestenliste zu sein, ich freue mich, die Zeit so abgerufen zu haben und ich freue mich, hier in Hannover gelaufen und Deutsche Meisterin geworden zu sein!", jubelte Domenika Mayer. "Die Stimmung war super! Manchmal war es so laut, dass ich mich selbst gar nicht gespürt habe."
Fabienne Königstein mit starker Zeit
Mit der zweitbesten Zeit ihrer Karriere konnte auch Fabienne Königstein zufrieden sein. Für die 33-Jährige, die in Magdeburg lebt, aber seit diesem Jahr für Hannover 96 startet, wurden 2:24:31 Stunden gestoppt, nur im vergangenen Jahr beim Berlin-Marathon (2:22:17 h) war sie schon einmal schneller. "Es war wahnsinnig hart heute. Ich habe am Anfang viel riskiert, denn bei Meisterschaften geht es um den Titel. Ich wollte Meni nicht so weit weglaufen lassen. Dementsprechend war die zweite Hälfte schon sehr hart. Aber ich bin glücklich, nach der kurzen Vorbereitungszeit eine solche Zeit gelaufen zu sein", erklärte sie. Seit ihrem starken Rennen in Berlin hatte sie mit Verletzungen gekämpft.
Dritte beim Hannover-Marathon wurde die Äthiopierin Almaz Negede Fekade (2:30:25 h), die sich knapp vor der Kenianerin Cecilia Michael Wayua (2:30:36 h) durchsetzte. DM-Bronze ging an die Gesamt-Fünfte Katharina Saathoff (Braunschweiger Laufclub), die in 2:30:52 Stunden ihre Bestzeit um mehr als drei Minuten nach unten schraubte. Lange auf Bronzekurs gelegen hatte Laura Hottenrott (Düsseldorf Athletics), sie musste aber rund zehn Kilometer vor dem Ziel aussteigen.
Tom Thurley führt Münchner Doppelsieg an
Bei den Männern blieb der Kampf um den DM-Titel lange spannend. Anfangs führte Johannes Motschmann (SCC Berlin) das Feld an. Tom Thurley und Erik Hille (beide Munich Athletics) ließen den Favoriten jedoch nicht ziehen. Und als der Berliner, der im Vorfeld von Hüftproblemen ausgebremst worden war, das Rennen nach 25 Kilometern vorzeitig beenden musste, entwickelte sich ein Münchner Duell um den Titel.
Nach der 30-Kilometer-Marke konnte Thurley seinen Vereinskollegen schließlich abschütteln und lief zum Titel. Das i-Tüpfelchen: eine neue Bestzeit von 2:11:02 Stunden. Damit blieb er 17 Sekunden unter seinem alten Hausrekord vom Frankfurt-Marathon. "Es ist genau das, was ich mir vorgenommen habe. Persönliche Bestzeit, mein erster deutscher Meistertitel – mehr hätte ich heute nicht erreichen können", sagte der Deutsche Meister dem NDR.
Hille holte in 2:12:22 Stunden Silber, Bronze ging an Lorenz Baum (LAV Stadtwerke Tübingen; 2:16:38 h). Gesamtschnellster war mit 2:07:53 Stunden der Kenianer Maru Kibet. Zweiter wurde Godwin Katakura aus Simbabwe (2:08:47 h) vor dem Äthiopier Asnake Dubre Negawo (2:10:23 h). Tom Thurley kam als Gesamt-Sechster ins Ziel.
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