| Team-WM Gehen

Platz vier! Leo Köpp geht in der Weltspitze mit

Geher Leo Köpp mit schwarzer Mütze lächelt bei der Team-EM Gehen in Podebrady. © Stefan Kellerer
Für das stärkste deutsche Resultat bei der Team-WM der Geher in Brasilia hat am Sonntag Leo Köpp gesorgt. Der Berliner ging auf der neuen Halbmarathon-Distanz mutig mit den Favoriten mit und blieb auch dann in der Spitzengruppe, als die meisten anderen Geher abreißen lassen mussten. Als Vierter erzielte er das beste Ergebnis seiner Karriere auf internationalem Parkett.
Svenja Sapper

Die Premiere des Halbmarathon-Gehens bei der Team-WM der Geher in Brasilien war für Leo Köpp (LG Nord Berlin) ein voller Erfolg. Das aus 84 Athleten bestehende Feld blieb auf den ersten Kilometern noch dicht beisammen, die Favoriten um den Weltmeister und Olympia-Zweiten über 20 Kilometer Caio Bonfim (Brasilien) und den zweimaligen Weltmeister und Weltrekordler Toshikazu Yamanishi (Japan) belauerten sich anfangs. Auch Leo Köpp war von Beginn an gut im Feld positioniert, das sich auf den Ein-Kilometer-Rundkurs durch Brasiliens Hauptstadt machte. 

Die Spitzengruppe umfasste nach sieben Kilometern, also etwa einem Drittel der Strecke, noch 36 Athleten. Von Kilometer zu Kilometer fielen immer mehr Athleten zurück, nach 15 Kilometern bestand der erste Pulk nur noch aus 14 Gehern. Doch während etwa der WM-Dritte über 20 Kilometer Paul McGrath (Spanien) oder der frühere Weltmeister Eider Arévalo (Kolumbien) schon beträchtlichen Rückstand auf die Führenden hatten, konnte Leo Köpp noch immer mithalten. Und auch als die Führungsgruppe bei Kilometer 19 auf sieben Athleten geschrumpft war, blieb er dran. 

An der 20-Kilometer-Marke machte vor Heimpublikum Caio Bonfim ernst. Doch der EM-Dritte aus Italien Francesco Fortunato und auch der Olympia-Sechste aus Äthiopien Misgana Wakuma wollten ihn nicht ziehen lassen. Auf der Schlussrunde griff Fortunato an. Seinem Tempovorstoß konnten die Kontrahenten nicht mehr folgen. In 1:27:25 Stunden holte er sich den Titel, der Meisterschaftsrekord war bei der erstmaligen Austragung der neuen Geher-Distanz reine Formsache. 

Bestes internationales Resultat der Karriere

Im Kampf um Silber fing Wakuma mit 1:27:33 Stunden noch Caio Bonfim ab. Für den Lokalmatador gab es mit 1:27:36 Stunden Bronze. Als Vierter ging nur 14 Sekunden hinter dem Drittplatzierten Leo Köpp jubelnd über die Ziellinie und war gleich erster Gratulant der Medaillengewinner. Mit den Japanern Kento Yoshikawa (1:28:00 h) und Toshikazu Yamanishi (1:28:18 h) sowie Jordy Rafael Jimenez Arrobo (1:28:00 h), der sich zwischen den beiden einreihte, ließ er starke Konkurrenz hinter sich. 

Der Berliner freute sich sichtlich über sein starkes Resultat: Bislang waren der achte Rang bei der EM 2024 und Platz elf bei der WM 2025 (jeweils über 20 Kilometer) sowie Rang acht bei der U20-WM 2016 (im 10.000 Meter Bahngehen) seine besten Platzierungen auf internationalem Parkett gewesen. In Brasilia bestritt er seinen ersten Wettkampf auf der neuen Distanz. 

Die Medaillen in der Mannschaftswertung räumten im Halbmarathon-Gehen Japan (20 Punkte), Spanien (39) und China (51) ab. Für die Teamwertung zählen jeweils drei Athleten einer Nation, die Einzel-Platzierungen werden addiert und die Mannschaft mit den wenigsten Punkten gewinnt das Preisgeld von 15.000 US-Dollar für den Sieg.

Karl Junghannß bester Deutscher im Marathon-Gehen

Im Marathon-Gehen feierte der Japaner Hayato Katsuki einen Start-Ziel-Sieg. Der WM-Dritte über 35 Kilometer dominierte auf dem Zwei-Kilometer-Rundkurs von Anfang an und ließ sich nicht mehr einholen. In 3:04:58 Stunden siegte er ungefährdet vor David Hurtado (Kolumbien; 3:05:57 h) und Kazuya Iwai (Japan; 3:06:03 h). Als bester Europäer sortierte sich der Olympiasieger von 2021 und Weltrekordler über 35 Kilometer Massimo Stano (Italien) auf Rang fünf ein. 

Bester Deutscher war – wie schon bei der "Generalprobe" in Dudince (Slowakei) Anfang März – Karl Junghannß (RACE Erfurt). Mit 3:12:10 Stunden ging er auf Platz elf. Die weiteren deutschen Teilnehmer Christopher Linke und Johannes Frenzl (beide Eintracht Frankfurt) kamen in 3:18:59 beziehungsweise 3:19:23 Stunden auf den Plätzen 27 und 29 ins Ziel. Damit belegte das deutsche Trio in der Mannschaftswertung mit 67 Punkten Rang sieben, die Medaillen holten sich Japan (13), Italien (20) und Spanien (41). 

Bei den Frauen jubelte Ecuador in der Einzel- und in der Mannschaftswertung. Paula Milena Torres gewann in 3:24:37 Stunden vor der Italienerin Sofia Fiorini (3:25:42 h) und ihrer Landsfrau Nathaly Leon (3:31:47 h). Insgesamt schafften es vier Athletinnen aus Ecuador in die Top Ten, so setzten sich die Südamerikanerinnen mit 12 Punkten knapp gegen Italien durch, für die neben Fiorini auch die viertplatzierte Federica Curiazzi (3:32:21 h) punktete. Bronze ging mit 28 Punkten an die Gastgeber. 

Die kompletten Resultate finden Sie in unserer Ergebnisrubrik...

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