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Erster Aufgalopp der deutschen Sprint-Elite in Weinheim

Sprinter Joshua Hartmann streckt lächelnd beide Daumen nach oben. © Stefan Mayer
Die schnelle Bahn im Sepp-Herberger-Stadion lockt am Samstag einige der besten deutschen Sprinterinnen und Sprinter nach Weinheim. Unter anderem der Deutsche 200-Meter-Rekordler Joshua Hartmann sowie zwei Mitglieder der Rekordstaffel von Gaborone hoffen auf starke Zeiten.
Svenja Sapper

Die schnelle Bahn von Weinheim ist traditionell ein gutes Pflaster für die deutschen Sprinterinnen und Sprinter. So finden sich auch in diesem Jahr in der Meldeliste einige bekannte Namen. Über 100 Meter treffen gleich zwei Deutsche Rekordler aufeinander: Kevin Kranz (Sprintteam Wetzlar), der die nationale Bestmarke über 60 Meter hält, und Joshua Hartmann (ASV Köln), Inhaber des 200-Meter-Rekordes.

Hinzu kommen weitere deutsche Top-Sprinter. Einer davon ist der zweimalige Deutsche Meister Deniz Almas (TV Wattenscheid 01). Er stellte seine 100-Meter-Bestzeit 2020 im Weinheimer Sepp-Herberger-Stadion auf. Mit Marvin Schulte (ASV Köln) ist zudem neben Kranz ein weiteres Mitglied des DLV-Quartetts, das Anfang Mai bei den World Relays den Deutschen 4x100-Meter-Rekord knackte und Bronze holte, mit von der Partie. Ein erlesenes Starterfeld, das Hoffnung auf Top-Zeiten schürt.

Über 200 Meter kommt ein Gast aus der Schweiz dazu, der bereits mit einer internationalen Goldmedaille dekoriert ist: Timothé Mumenthaler (PB 20,27 sec). Der amtierende 200-Meter-Europameister ist der neue Trainingspartner von Joshua Hartmann, der sich kürzlich der Gruppe von Marco Airale im norditalienischen Padua angeschlossen hat – und mit seinem Deutschen Rekord von 20,02 Sekunden den besseren Hausrekord mitbringt. Ebenfalls schon unter 21 Sekunden geblieben ist Jakob Kemminer (LAC Quelle Fürth). Der U18-Europameister über 100 Meter stellt sich über beide Sprintdistanzen der älteren Konkurrenz.

Talea Prepens vom Eiskanal wieder auf die Sprintbahn

Bei den Frauen kehrt Talea Prepens (TV Cloppenburg) auf die Leichtathletikbahn zurück. Die frühere U18-Weltmeisterin über 200 Meter erreichte im Februar als Bob-Anschieberin Platz vier bei den Olympischen Winterspielen. Nun ist sie wieder über 100 und 200 Meter im Einsatz. Auf der halben Stadionrunde blieb sie vor zwei Jahren bei der EM schon unter 23 Sekunden.

Herausgefordert wird die 24-Jährige von Viola John (LG Brillux Münster) und Chelsea Kadiri (Sprintteam Wetzlar). Beide gewannen im Vorjahr U23-EM-Bronze mit der Staffel und standen kürzlich bei den World Relays in Botswana im DLV-Aufgebot. Ebenfalls doppelt gemeldet ist Lisa Nippgen (VfB Stuttgart). Die 29-Jährige ist am zurückliegenden Sonntag in Pliezhausen über 80 und 150 Meter gut in die Saison gestartet.

Das vielleicht spannendste Duell steht über 100 Meter Hürden bevor, und es ist eines zwischen zwei Trainingskolleginnen: Franziska Schuster und Marlene Meier (beide TSV Bayer 04 Leverkusen). Mit 12,92 Sekunden (Schuster) und 12,93 Sekunden (Meier) sind beide auf dem Papier fast gleich schnell. Im direkten Duell hatte meist Marlene Meier die Nase vorn. Hinter der 24-Jährigen liegt die erfolgreichste Hallensaison ihrer Karriere: Die Leverkusenerin verteidigte ihren Hallen-DM-Titel über 60 Meter Hürden und feierte als Siebte der Hallen-WM ihren bislang größten Erfolg.

Luka Herden führt Weitsprung-Feld an

Neben den Sprints stehen in Weinheim auch Wettbewerbe im Hoch- und Weitsprung auf dem Programm. Bei den Männern nimmt mit Luka Herden (LG Brillux Münster) der Deutsche Hallen-Vizemeister Anlauf. Er hat sich in der Hallensaison auf 8,18 Meter gesteigert. Er misst sich mit zwei Youngstern: Steven Freund (LAC Erdgas Chemnitz), eigentlich Dreisprung-Spezialist, und Julian Holuschek (Eintracht Frankfurt), der 2025 als Deutscher Hallenmeister überraschte.

Bei den Frauen startet neben der EM-Finalistin von 2022 Merle Homeier (Hannover 96) Siebenkämpferin Vanessa Grimm (Königsteiner LV), die eine Woche vor dem Mehrkampf-Meeting im österreichischen Götzis noch einen Weitsprung-Test absolviert. Im Hochsprung sind einige vielversprechende Talente gemeldet, allen voran die U23-EM-Dritte Joana Herrmann (SV Teuto Riesenbeck), die in Bestform schon über 1,91 Meter gefloppt ist. Zu ihren Kontrahentinnen zählen die U20-EM-Vierte Ella Obeta (LG Nord Berlin) und die Deutsche Jugend-Hallenmeisterin Florentine Toppe (Munich Athletics), die den Weg zur U20-WM in Eugene (USA; 5. bis 9. August) einschlagen will.

Das gilt auch für zahlreiche Talente, die in den Sprint- und Sprungdisziplinen antreten. Zum Beispiel Sprinterin Anne Böcker (TSV Bayer 04 Leverkusen). Die U20-EM-Fünfte ist über 100 und 200 Meter die Gejagte in der weiblichen U20. Ein weiterer Name, den man sich merken sollte: Adrian Fliedner (VfL Altenstadt). Der Nachwuchs-Sprinter gehört mit noch nicht ganz 16 Jahren noch dem jüngeren U18-Jahrgang an, hat sich aber kürzlich in Friedberg schon auf 10,61 Sekunden über 100 und 21,38 Sekunden über 200 Meter gesteigert. Für ihn dürfte die Teilnahme an der U18-EM in Rieti (Italien; 16. bis 19. Juli) in diesem Jahr das große Ziel sein. So könnte die Kurpfalz-Gala auch in diesem Jahr einigen Talenten den Weg aufs internationale Parkett ebnen.

Foto: Joshua Hartmann ist für die 100 und 200 Meter gemeldet. 

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