| Diamond League Xiamen

Mohamed Abdilaahi bestätigt als Zweiter seine Top-Form

© Marta Gorczynska for Diamond League AG
In einem turbulenten und am Ende taktischen 5.000-Meter-Rennen ist Mohamed Abdilaahi am Samstag beim Diamond League-Meeting in Xiamen auf Platz zwei gelaufen. Jeweils die zweitbeste Leistung der Geschichte gab es im Hürdensprint und Speerwurf der Frauen.
Jan-Henner Reitze

Mit dem ersten Sieg eines DLV-Langstrecklers bei einem Diamond League-Meeting und einem deutschen Rekord (7:25,77 min) über 3.000 Meter hatte Mohamed Abdilaahi (Cologne Athletics) am vergangenen Wochenende in Keqiao (China) der internationalen Konkurrenz bewiesen, dass er eine neue Leistungsklasse erreicht hat. Am Samstag bei der zweiten Station der Diamond-League-Saison im chinesischen Xiamen bestätigte der 27-Jährige über 5.000 Meter, dass er in einem solchen Feld ganz vorne mitmischen kann und blieb als Zweiter (12:57,90 min) zum zweiten Mal in seiner Karriere unter 13:00,00 Minuten.

In dem Rennen hätte durchaus eine noch schnellere Zeit rauskommen können. Auf den ersten beiden Kilometern schlugen die Tempomacher wie geplant eine Pace in Richtung Europarekord (12:44,27 min) an. Nachdem sie ihren Job erledigt hatten, war es einzig Mohamed Abdilaahi, der an der Spitze das Tempo weiter hochhielt. Als bei der 3.000-Meter-Marke (7:45,08 min) kein Konkurrent bereit war, sich an der Tempoarbeit zu beteiligen, ließ sich der DLV-Athlet zurückfallen. Statt eines Rekordversuchs ging es plötzlich um die Taktik. 

Dieses Umschalten gelang dem deutschen Rekordler, der zunächst in der Spitzengruppe mitlief, auf den Schlussrunden dann noch Kräfte freisetzen konnte und nur knapp hinter dem Sieger Addisu Yihune (12:57,32 min) ins Ziel spurtete. Auch angesichts des Rennverlaufs war das erneut eine starke Leistung und eine wertvolle Erfahrung auch mit Blick auf anstehende Meisterschaftsrennen wie etwa bei der EM in Birmingham (Großbritannien; 10 bis 16. August). Auf dem Weg dorthin ist die Direkt-Norm (13:08,00 min) abgehakt. Der dritte Platz in Xiamen ging ebenfalls nach Äthiopien an Biniam Mehary (12:58,51 min).

Imke Onnen über 1,88 Meter, Podium für Shanice Craft in Reichweite 

Einen ukrainischen Doppelsieg im Hochsprung der Frauen führte Yuliia Levchenko mit einem Sprung über 1,99 Meter an. Iryna Gerashchenko meisterte 1,97 Meter. Imke Onnen (Cologne Athletics) startete als Neunte mit 1,88 Metern in ihren Sommer. Als Sieger bei 8,46 Metern landete Weitsprung-Olympiasieger Miltiádis Tentóglou (Griechenland).

Diskuswerferin Shanince Craft (SV Halle) fehlten nur 31 Zentimeter zum Podest. Die 33-Jährige belegte mit 63,96 Metern Rang sechs. 64,27 Meter brachten Jorinde van Klinken (Niederlande) als Dritte aufs Podium. Eine Klasse für sich war wieder einmal Valarie Sion (USA; 68,45 m), die sich vor der Chinesin Bin Feng (65,03 m) den Sieg sicherte.

Ein enger Fight, wie schon in der Vorwoche über 300 Meter Hürden, zu Gunsten von Alison dos Santos (46,72 sec) war die mit Hürden gespickte Stadionrunde. Weltrekordler Karsten Warholm (Norwegen; 46,82 sec) musste sich um eine Zehntel geschlagen geben, blieb zum frühen Zeitpunkt der Saison aber auch schon unter 47,00 Sekunden.

Das Kugelstoßen der Männer entschied der Jamaikaner Rajindra Campbell (22,34 m) für sich, der als einziger Athlet die Kugel über die 22-Meter-Marke beförderte. Es folgten der US-Amerikaner Jordan Geist (21,52 m) und der dreimalige Olympiasieger Ryan Crouser (ebenfalls USA; 21,41 m).

Olivia Gürth steigt mit 9:35,82 Minuten ein

Zu Beginn des Rennens über 3.000 Meter Hindernis, das auf einen Weltrekord abzielen sollte, lief Weltmeisterin Faith Cherotich den Wavelights und der Tempomacherin davon. Nach den ersten beiden Runden pendelte sich die Kenianerin dann auf einem Tempo um drei Minuten pro Kilometer ein. Im Schlepptau hatte sie die Olympiasiegerinnen von 2024 Winfred Yavi (Bahrain; 8:51,54 min) und 2021 Peruth Chemutai (Uganda; 8:52,53 min), die aber auch auf der Schlussrunde nicht mehr vorbeiziehen konnten und als Zweite und Dritte ins Ziel kamen. Die Siegerin hieß wie schon in der Vorwoche in Keqiao Faith Cherotich. Ihre Siegerzeit war mit 8:51,06 Minuten diesmal eine halbe Sekunde schneller. 

Olivia Gürth (Silvesterlauf Trier) hatte das Rennen am vergangenen Wochenende noch vorzeitig beendet. Diesmal zog die 23-Jährige durch und kam in 9:35:82 Minuten als 15. ins Ziel. Eine ähnliche Zeit hatte sie im vergangenen Jahr beim Saisonauftakt in Doha (Katar; 9:35,21 min) erreicht. Zur Bestätigungsnorm (9:35,70 min) für die EM fehlte nur ein Wimpernschlag.

Yan Ziyi gelingt zweitbester Speerwurf der Geschichte

Im Speerwurf der Frauen, mit dem das Diamond League-Programm des Tages begonnen hatte, stieß U20-Weltrekordlerin Yan Ziyi (China) in neue Sphären vor. Die 18-Jährige feuerte im ersten Versuch vor heimischem Publikum 71,74 Meter raus. Nur Barbora Spotakova (Tschechische Republik) hat bei ihrem Weltrekord-Wurf 2008 in Stuttgart mit 72,28 Metern noch weiter geworfen.

Die Chinesin ist erst die sechste Athletin, die in der Geschichte des 1999 veränderten Frauenspeers die 70 Meter übertroffen hat. Ihre Bestleistung steigerte die souveräne Siegerin um fast sechs Meter. Nach ihrem Spitzenwurf beendete die U20-Weltmeisterin den Wettkampf und verzichtete auf weitere Versuche. Zuletzt hatte die Polin Maria Andrejczyk 2021 mit 71,40 Metern die 70 Meter übertroffen. Die Olympia-Zweite von Tokio (Japan) belegte diesmal Rang vier (62,51 m). Rang zwei ging an Sigrid Borge (Norwegen; 65,00 m) vor Adiana Vilagos (Serbien; 63,64 m).

Auch Masai Russell setzt sich auf Rang zwei der ewigen Bestenliste

Der Abschluss-Wettbewerb des Tages waren die 100 Meter Hürden der Frauen. Und auch hier kratzte eine Athletin am Weltrekord. Olympiasiegerin Masai Russell (USA) stürmte nach 12,14 Sekunden ins Ziel. Nur Weltrekordlerin Tobi Amusan (12,12 sec) war in der Geschichte noch zwei Hundertstel schneller, die Nigerianerin belegte diesmal Rang zwei (12,28 sec). Hallen-Weltrekordlerin Devynne Charlton (Bahamas) lag auf der ersten Streckenhälfte vorn und steigerte ihren Landesrekord als Dritte um eine weitere Hundertstel auf 12,37 Sekunden. 

Über 200 Meter blieb die Weltmeisterin der Jahre 2022 und 2023 Shericka Jackson (Jamaika; 21,87 sec) unter der 22,00-Sekunden-Marke und siegte vor Shaunae Miller-Uibo (Bahamas; 22,04 sec). Die beiden hatten sich schon vergangene Woche in Keqiao als Erst- und Zweitplatzierte stark zurückgemeldet. 

Die 110 Meter Hürden der Männer gewann der US-Amerikaner Jamal Britt (13,07 sec). Die 400 Meter entschied Weltmeister Collen Kebinatshipi (Botswana; 43,92 sec) für sich. Über 100 Meter der Männer lag Ferdinand Omanyala (Kenia; 9,94 sec) deutlich in Front.

Die Resultate finden Sie in unserer Ergebnisrubrik.

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