Joshua Hartmann hat sich am Samstag bei der Kurpfalz-Gala in Weinheim mit 10,20 Sekunden über 100 Meter zurückgemeldet. Es war für den Sprinter die beste Zeit seit April 2025. Kevin Kranz wurde zeitgleich Zweiter. Im Hürdensprint freute sich ein Leverkusener Trio über einen gelungenen Saisoneinstieg. Einige U18- und U20-Talente durften über Normen für die internationalen Höhepunkte jubeln.
Nach dem 100-Meter-Zieleinlauf bei der Kurpfalz-Gala in Weinheim stieß Joshua Hartmann (ASV Köln) am Samstag einen lauten Freudenschrei aus. Dabei stand zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht fest, dass er gewonnen hatte – denn das war mit bloßem Auge nicht auszumachen. Sowohl für den Kölner als auch für Kevin Kranz (Sprintteam Wetzlar) wurden 10,20 Sekunden gestoppt, vier Tausendstel gaben den Ausschlag zugunsten von Joshua Hartmann. Beide knackten damit die Leistungsbestätigungsnorm für die EM in Birmingham (Großbritannien; 10. bis 16. August), die bei eben diesen 10,20 Sekunden steht.
„Ich bin einfach nur froh, dass ich heute diese Leistung abrufen und hier gesund rausgehen konnte“, sagte Joshua Hartmann. „Die letzten Monate waren wirklich sehr hart.“ Der Deutsche 200-Meter-Rekordler hat sich kürzlich der Trainingsgruppe von Marco Airale im norditalienischen Padua angeschlossen. Das große Ziel: die Qualifikation für die EM über 100 und 200 Meter und langfristig ein Finaleinzug bei den Olympischen Spielen 2028 in Los Angeles (USA).
Nachwuchs-Sprinter schnell unterwegs
Ebenfalls nur einen Hauch hinter den Top Zwei: Deniz Almas. Der Wattenscheider wurde bei seinem Saisoneinstieg in 10,21 Sekunden Dritter. Rang vier ging an den 200-Meter-Europameister aus der Schweiz, Timothé Mumenthaler (10,26 sec), der anschließend die 200 Meter in 20,67 Sekunden gewann. Als Fünfter im Konzert der Großen feierte U18-Europameister Jakob Kemminer (LAC Quelle Fürth) über 100 Meter einen gelungenen Saisoneinstieg. Mit 10,27 Sekunden gab’s gleich zum Auftakt eine neue Bestzeit für den 19-Jährigen, dessen Ziel für den Sommer der Start bei der U20-WM in Eugene (USA; 5. bis 9. August) ist.
Zur U18-EM nach Rieti (Italien; 16. bis 19. Juli) möchte Adrian Fliedner (VfL Altenstadt). Mit 10,59 Sekunden über 100 und 21,30 Sekunden über 200 Meter unterbot der noch nicht einmal 16-Jährige gleich zwei Normen. Ebenfalls unter der Rieti-Norm blieb Sprinterin Lisa Fischer (TSG Niefern), die auf 11,78 Sekunden im Vorlauf im Finale windunterstützte 11,67 sec (+2,6 m/sec) folgen ließ.
Bei den Frauen gewann die jüngste Starterin des A-Finales: Chelsea Kadiri (Sprintteam Wetzlar; 11,31 sec). Über 200 Meter setzte sich Talea Prepens (TV Cloppenburg) durch. Die Olympia-Vierte im Zweierbob feierte mit windunterstützten (+2,1 m/sec) 11,37 Sekunden über 100 und 23,29 Sekunden über 200 Meter ein gelungenes Comeback auf der Sprintbahn. „Ich bin super happy mit dem Einstand und hoffe, dass die Saison so weitergeht“, sagte sie. „Es war mir sehr wichtig, dass ich technisch gut laufe. Bei den 200 Metern kann ich hintenraus noch etwas mehr Druck machen, das ist das Ziel für die nächsten Wettkämpfe.“ Als schnellste U20-Sprinterin knackte Anne Böcker (TSV Bayer 04 Leverkusen) in 23,91 Sekunden die U20-WM-Norm.
Leverkusener Hürden-Trio mit schnellstem Saisoneinstieg
Über den bislang besten Saisoneinstieg freute sich ein Leverkusener Hürden-Trio. Im Finale über 100 Meter Hürden kam es erwartungsgemäß zum Duell zwischen der Hallen-WM-Siebten Marlene Meier und der U23-EM-Vierten von 2023 Franziska Schuster (beide TSV Bayer 04 Leverkusen). In 13,06 Sekunden hatte Schuster bei leichtem Rückenwind (+0,9 m/sec) die Nase vorn, auch Marlene Meier war mit 13,19 Sekunden so schnell wie noch nie zuvor im ersten Rennen der Saison. Gleiches war zuvor schon ihrem Vereinskollegen Stefan Volzer gelungen, der über 110 Meter Hürden in 13,89 Sekunden siegte.
„Als ich gesehen habe, dass wir 30 Grad haben werden, dachte ich: Perfekt! Diese Bedingungen muss man nutzen“, erklärte Franziska Schuster. „Ich bin sehr zufrieden. Es hat mega Spaß gemacht, hier gemeinsam mit Marlene einzusteigen. Ich weiß, wenn sie da ist, habe ich die Konkurrenz, die ich brauche.“ Dritte wurde mit Bestzeit von 13,49 Sekunden U20-Athletin Daryl Ndasi (Munich Athletics), die damit die U20-WM-Norm, die sie zuvor bereits erbracht hatte, noch einmal bestätigte.
Hochsprung-Youngster überzeugen
Den Hochsprung dominierte der Nachwuchs: Jacob Thomä (Eintracht Frankfurt), erst im ersten U20-Jahr, hatte die Konkurrenz mit 2,15 Metern im Griff. Mit jeweils 2,12 Metern folgten Marlon Gräfe (LG Region Karlsruhe), Rostyslav Kaperyz (Ukraine) und Keon Schmidt-Gothan (Munich Athletics), der damit ebenfalls die U20-WM-Norm abhakte.
Bei den Frauen waren für die U23-EM-Dritte Joana Herrmann (SV Teuto Riesenbeck; 1,85 m) erst die 1,88 Meter zu hoch. Dahinter überzeugten auch Ella Obeta (1,83 m) mit einem Resultat nur einen Zentimeter unter Bestleistung und Blessing Enatoh (beide LG Nord Berlin; 1,81 m) mit dem besten Ergebnis seit ihrer schweren Achillessehnenverletzung.
Im Weitsprung sorgte mit Yanni Sampson (7,94 m) ein Gast aus Belgien für die beste Weite. Bei den Frauen lag im Zentimeterkrimi Helena Börner (LAC Erdgas Chemnitz) mit 6,37 Metern knapp vor Caroline Klein (TSV Bayer 04 Leverkusen; 6,36 m). Siebenkämpferin Vanessa Grimm (Königsteiner LV) verbuchte eine Woche vor dem Mehrkampf-Meeting in Götzis (Österreich) mit 6,07 Metern ein solides Ergebnis.
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