Endspurt im Lohrheidestadion: Am dritten Tag der Deutschen U16- und U20-Meisterschaften in Bochum-Wattenscheid werden die letzten Medaillen vergeben. Hier lesen Sie, welche Athletinnen und Athleten sich bei den Entscheidungen am Sonntag durchgesetzt haben.
| WEIBLICHE U16 |
Um in den Medaillenkampf im Speerwurf einzugreifen, waren Weiten über 40 Meter gefragt. Gleich fünf Werferinnen knackten diese Marke. Und eine kam sogar der 50-Meter-Marke sehr nahe. Das war Miriam Ertl (LG Sempt). Sie glänzte mit zwei Spitzenweiten. Nach dem fünften Versuch auf 48,09 Meter war die Freude bereits riesengroß. Getoppt nur noch vom sechsten Durchgang, als sie ihren Speer auf 49,10 Meter segeln ließ. Mit persönlicher Bestmarke wie deutscher Jahresbestleistung gewann sie die Goldmedaille. „Die Weiten kamen völlig überraschend, sie haben sich nicht mal im Training angekündigt. Ich war davor bei 46 Metern“, sagte eine sichtlich emotionale Siegerin.
Ihr Wettkampf begann keinesfalls optimal. „Der erste Versuch war knapp ungültig und natürlich wurde ich ein bisschen nervös.“ Nach nur 34 Metern im zweiten Wurf folgten im dritten Durchgang glücklicherweise 41 Meter, die für den Endkampf reichten.
Zwischen den Versuchen sprach sich die spätere Siegerin immer wieder Mut zu: „Bei mir bleiben, locker bleiben, ich pack das schon Ich möchte einfach zeigen, was ich kann.“ Und das tat Miriam Ertl dann auch mit dem goldenen Ende. Mit 42,41 Metern holte Malina Joana Richter (LC Eilenburger Land) Silber, Bronze sicherte sich Julia Bungic (TV Rendel; 42,21 m).
Am Schnellsten durch den Hürdenwald ging es für Maxima Gioia Minchella (LC Jena). Im Finale toppte sie nochmals ihre erst im Halbfinale aufgestellte Bestzeit von 11,53 Sekunden, sprintete 11,38 Sekunden und durfte im Ziel über den Deutschen Meistertitel jubeln. „Ich bin richtig erstaunt und stolz. Ich freue mich riesig“, sagte ein sichtlich sprachlose Siegerin. Vom Start bis ins Ziel gelang ihr ein sauberer Lauf auf der blauen Bahn. „Am Start habe ich erstmal versucht ganz ruhig zu bleiben, bis das Startsignal kam. Dann schnell aus dem Startblock, nicht so nah ran an die Hürden und zwischendurch schnell treten“, beschrieb sie ihren Weg zum Titel. Auf den weiteren Medaillen-Plätzen folgten Klara Schlemer (TSV Bad Endorf; 11,58 sec) und Olivia Wolf (LG Kindelsberg Kreuztal; 11,67 sec).
| Männliche U16 |
Erst blinkte auf der Anzeige hinter dem Namen von Arne Otto (Erfurter LAC) eine Zeit von 10,26 Sekunden auf. Nur wenige Sekunden später wurde die Zeit auf 10,25 Sekunden nach unten korrigiert. Das war zugleich die Siegerzeit über 80 Meter Hürden. Aber noch weit mehr als das. Nämlich die Einstellung der deutschen U16-Bestleistung. Im Vorjahr hatte diese Zeit bereits sein Trainingspartner Ole Jannis Gratz (Erfurter LAC) bei den Deutschen U16-Meisterschaften in Ulm egalisiert. Nun war Arne Otto genauso schnell.
„Wenn ich ehrlich sein soll, letztes Jahr als Ole Gratz die Zeit gelaufen ist, dachte ich mir die Wochen danach, vielleicht kann ich das“, erzählte der Sieger, der im Vorfeld der Meisterschaften dann aber doch nicht mit einer solchen Leistung gerechnet hatte. „Ein großer Traum hat sich erfüllt“, so Arne Otto, der im gleichen Atemzug ein paar Worte an seinen Kurrenten Fabian Stadie (SG Egelsbach 1874 e.V.) richtete. Dieser war im Finale gestürzt. „Schade natürlich für ihn. Ich denke, für ihn wäre im Finale auch viel gegangen.“ Mit persönlichen Bestzeiten gingen Silber und Bronze an Marik Julian Scholz (TSV Bayer 04 Leverkusen; 10,60 sec) und Matthias Deml (TV Geisenfeld; 10,64 sec).