| U18-EM 2026

Rieti Tag 3 | Die DLV-Talente in den Vorrunden

© Jan Papenfuß
Weiter geht's bei der U18-EM! Der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) ist mit 72 jungen Athletinnen und Athleten nach Rieti (Italien) gereist. Wie die DLV-Talente am Samstag in den Vorrunden abgeschnitten haben, lesen Sie hier.
Svenja Sapper

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Weibliche U18

200 Meter | Halbfinale

DLV-Sprinterinnen scheiden aus

In den Vorläufen hatten die beiden deutschen 200-Meter-Sprinterinnen starke Leistungen gezeigt, im Halbfinale ließen die Kräfte dann doch ein wenig nach. Sanja Kropf (TSV Burghaslach) fand nicht so gut in ihr Rennen wie im Vorlauf und belegte in 24,74 Sekunden Rang acht. Isabella Tikovsky (LG Sempt), die auf der Innenbahn starten musste, sprintete im zweiten Halbfinale mit 24,68 Sekunden auf Platz sechs. 

Für den Finaleinzug wären Zeiten unterhalb der 24 Sekunden notwendig gewesen. Die beste Leistung zeigte die Britin Shaiya Kenion mit 23,50 Sekunden. So schnell sind die beiden DLV-Athletinnen in ihrer Karriere noch nicht gelaufen. Mitnehmen können sie die Freude über den Halbfinaleinzug beim ersten internationalen Einsatz und im Fall von Isabella Tikovsky die im Vorlauf erzielte Bestzeit von 24,27 Sekunden. 
 


100 Meter Hürden | Vorlauf

Erstes Ausrufezeichen von Delisha Domingos

Delisha Benelisa Domingos (TuS Lichterfelde) untermauerte in ihrem Vorlauf eindrucksvoll, warum sie zu den Favoritinnen zählt: In 13,13 Sekunden fehlten schon in Runde eins nur vier Hundertstel zu ihrer deutschen U18-Bestzeit. Damit dominierte sie das Rennen vor Viktorie Tácnerová aus Tschechien, die nach 13,57 Sekunden ins Ziel sprintete. "Ich habe mein Statement gesetzt und so kann's weitergehen", gab die Berlinerin zu Protokoll. "Druck verspüre ich gar nicht, ich mache einfach mein Ding. Mein Ziel ist es, meine Bestzeit zu brechen." Schneller waren in der Vorrunde lediglich Alessia Succo (Italien; 12,91 sec) und Nina Hejcíková (Tschechien; 12,96 sec). 

Ins Halbfinale begleiten wird sie Teamkollegin Thalia Rabe. Die Gladbeckerin sprintete in ihrem Rennen nach 13,66 Sekunden als Dritte ins Ziel und holte sich damit ebenfalls ein großes Q. "Aufgeregt bin ich eigentlich nie vor Rennen, heute auch nicht", sagte sie. Mit dem Lauf bin ich nicht ganz zufrieden. "Ich bin nicht so gut ins Laufen gekommen. Es war ein Traum, im Nationaltrikot starten zu dürfen, und ich freue mich sehr, dass dieser Traum in Erfüllung gegangen ist." Für die nächste Runde hat sie sich eine neue "PB" vorgenommen, bislang steht ihre Bestzeit bei 13,44 Sekunden. 
 


400 Meter Hürden | Halbfinale

Lina Oberschachtsiek kämpft sich auf Platz vier in ihrem Lauf

Trotz starker Konkurrenz und der Tatsache, dass sie bereits ein 400-Meter-Hürden-Rennen in den Beinen hatte, präsentierte sich Lina Oberschachtsiek (SSF Bonn) in ihrem Halbfinale noch einmal stark. In 1:01,32 Minute kämpfte sie sich auf Rang vier. Jedoch waren die Top Drei weit enteilt, Rang drei belegte die Italienerin Kalidjatou Sella Bance mit 59,20 Sekunden. Solche Zeiten ist Lina Oberschachtsiek in ihrer Karriere noch nicht gelaufen. Mit Platz 14 insgesamt konnte sie aber zufrieden sein. 

Teamkollegin Tessa Haacks (SC Rönnau 74) tat sich deutlich schwerer. In 1:03,04 Minuten kämpfte sie sich in ihrem Lauf über die Linie, hat aber ihr großes Ziel mit dem Halbfinal-Einzug erreicht. Für Furore sorgte einmal mehr die Tschechin Linda Botkova, die ihren eigenen Meisterschaftsrekord aus dem Vorlauf auf 56,78 Sekunden schraubte. 

Männliche U18

200 Meter | Halbfinale

20,86 Sekunden: Timur Ilik trumpft mit DLV-U18-Bestzeit auf

Timur Ilik (LAC Quelle Fürth) konnte gar nicht mehr aufhören zu jubeln. "Ja, ja, ja!", schrie er seine Freude heraus. 20,86 Sekunden zeigte die Anzeigetafel an. Für den erst 16-Jährigen ein Meilenstein in mehr als nur einer Hinsicht. Zum einen hatte er damit sein Halbfinale gewonnen und das Final-Ticket gelöst. Zum anderen war er zum ersten Mal unter 21 Sekunden geblieben und hatte die 19 Jahre alte DLV-U18-Bestzeit von Robert Hering (TuS Jena; 20,96 sec) gebrochen. Und zum Dritten geht er nach der Disqualifikation des Briten Ethan Heggarty wegen einer Bahnübertretung als Halbfinal-Schnellster ins Finale.

"Es fühlt sich sehr, sehr gut an, ich bin dem Team sehr dankbar. Das Rennen ist optimal gelaufen", sagte er. Bis zum Schluss gepusht hatte ihn der Brite Bronson Hearn-Smith, der in 20,89 Sekunden ebenfalls einen starken Eindruck hinterließ. Auch der Pole Bartosz Pytlik (20,99 sec) unterbot noch die 21 Sekunden. 

Nicht untergehen soll die starke Leistung von Danilo Hübner (LAC Berlin). Obwohl er die ungünstige Außenbahn erwischt hatte, sprintete er in 21,27 Sekunden zu einer neuen Bestzeit und auf Rang drei in seinem Lauf. Für ein Final-Ticket reichte das jedoch nicht, der noch 15 Jahre alte Berliner landete bei seiner ersten internationalen Meisterschaft auf Rang zwölf. "Die Bestzeit war mein Ziel", sagte er. "Ich wusste, dass auf Bahn sieben ein schneller Athlet läuft, an den wollte ich mich ranklemmen. Ich bin stolz auf meine Entwicklung, am Anfang der Saison war ich noch eine Sekunde langsamer."
 


110 Meter Hürden | Vorlauf

Ein großes und ein kleines Q

Ganz souverän eine Runde weiter ging es für Luca Koch (LAC Erdgas Chemnitz). Der Deutsche U18-Meister musste sich mit 13,53 Sekunden in seinem Rennen nur dem Finnen Pyry Heiskanen (13,40 sec) geschlagen geben. Insgesamt erzielte er die achtschnellste Zeit der Vorrunde. "Genau so hatte ich mir das erhofft", bilanzierte er. "Das Rennen war bis zur vierten Hürde gut, danach bin ich ein bisschen gestrauchelt. Alles in allem war es aber ein solider Lauf." Der 17-Jährige musste auf der Innenbahn laufen. "Das fand ich nicht so gut, dann hat man niemanden neben sich, der einen ziehen kann", meinte er. "Bei mir war außerdem das Problem, dass am Start alles nass war, da bin ich etwas mit den Füßen weggerutscht."

Jakob Windmüller (SC Frankfurt (Oder)) durfte in seinem Rennen eine neue U18-Weltbestzeit miterleben. Die Zeit von 12,96 Sekunden ging auf das Konto des Niederländers Eljahro Philipsen, im Sog der starken Konkurrenz lief auch der DLV-Athlet in 13,80 Sekunden neue Bestzeit und wurde Fünfter. Das bescherte ihm ein kleines q. "Das ist schon ein besonderes Erlebnis", sagte er. "Ich bin happy mit der neuen PB, das war mein Ziel."


400 Meter Hürden | Halbfinale

Erik Siepmann erkämpft sich den Finalplatz

Am Freitag war Erik Siepmann (MTV Wittmund) souverän zum Vorlaufsieg gecruist. Für den Finaleinzug musste er am Samstag etwas härter arbeiten. Denn auch die Konkurrenz konnte noch einen Zahn zulegen. "Ich habe die neunte Hürde mit meinem schlechteren Bein überquert", erläuterte der 17-Jährige. "Und die Hitze war schon ganz schön krass." Doch mit einem starken Finish reichte es doch für den zweiten Platz in 52,41 Sekunden und somit für das große Q. Laufsieger war der Franzose Judicael Sauvaget in Bestzeit von 52,31 Sekunden. 

Für den zweiten deutschen Starter Colin Schäfer (Erfurter LAC) war nach dem Halbfinale Endstation. Der 17-Jährige musste auf der ungewohnten Innenbahn laufen ("Das war schon schwierig, weil die Kurven da sehr eng sind") und wurde Siebter. Mit 53,92 Sekunden fehlte dennoch nicht viel zur Vorlaufzeit (53,75 sec) und zum Hausrekord (53,68 sec). "Ganz zufrieden bin ich nicht", sagte Colin Schäfer, "aber ich drücke meinem Freund Erik die Daumen." Dieser wird im Finale auf starke Konkurrenz um den spanischen Halbfinal-Schnellsten Tristan Luño (51,46 sec) treffen. 
 


Dreisprung | Qualifikation

Bestleistungen bringen zwei Finaltickets

Sowohl Felix Remmele (TSV 1891 Bürstadt) als auch Paul Klingenhof (TSV St. Peter Ording) konnten nach der Qualifikation zufrieden von dannen ziehen. Denn beide lösten ein Finalticket – was nach einem Blick auf die Meldeleistungen nicht als selbstverständlich angesehen werden darf. Für Paul Klingenhof wurden nach soliden 14,31 Metern zum Auftakt im zweiten Durchgang 14,99 Meter gemessen. Damit egalisierte er seine Bestleistung aus der Hallensaison und qualifizierte sich als Siebter fürs Finale. Sein Teamkollege flog im dritten Durchgang auf 14,81 Meter und belegte damit Rang elf in der Qualifikation. 

"Wir mussten heute früh relativ früh raus, aber das war gar nicht so anstrengend, dafür hat die Aufregung gesorgt", erzählte Paul Klingenhof. "Bei meinem besten Sprung bin ich schneller losgelaufen und musste wesentlich weniger trippeln. Daran möchte ich im Finale anknüpfen." Felix Remmele freute sich vor allem darüber, dass er die Bestleistung diesmal bei gültigem Wind erzielt hatte. Bei der U18-DM hatte der Wind den ersten 15-Meter-Sprung einkassiert. "Ich bin sehr glücklich darüber, es in dem Feld ins Finale geschafft zu haben. Vor dem dritten Sprung lautete mein Mantra, das Brett mehr zu attackieren, das konnte ich dann sehr gut umsetzen."
 


Kugelstoß | Qualifikation

Clesio de Carvalho geht selbstbewusst ins Finale

Clesio de Carvalho (LG Steinlach-Zollern), der im Kugelstoßen zu den Favoriten zählt, wurde dieser Rolle in der Qualifikation vollauf gerecht. Gleich im ersten Durchgang konnte er mit 19,64 Metern die für die Qualifikation geforderten 18,80 Meter deutlich übertreffen. "Ich habe mir vorher Mut zugesprochen und dann hat das geklappt", berichtete er anschließend. Gute Tipps gegeben hatten ihm außerdem Heimtrainer Artur Hoppe, seine Familie und sein Trainingskollege, U23-Europameister Tizian Lauria (VfL Sindelfingen), mit denen der Nachwuchs-Athlet am Tag vor dem Wettkampf noch telefoniert hatte. Der einzige 20-Meter-Stoß der Konkurrenz ging auf das Konto des Polen Adrian Dral (20,03 m), auch der Italiener Antony del Pioluogo konnte mit 19,58 Metern überzeugen. 

Der zweite deutsche Starter Paul Fleischer (MTG Mannheim) tat sich dagegen schwer. Er verbuchte zunächst zwei ungültige Stöße und konnte im dritten Durchgang dann immerhin noch einen gültigen Versuch in die Wertung retten. Mit 15,82 Metern war der Stoß jedoch deutlich zu kurz, um in den Kampf um die Finalplätze eingreifen zu können. Dafür waren schlussendlich 17,55 Meter gefordert. 


Speerwurf | Qualifikation

Speerwerfer mit 66-Meter-Weiten im Finale

Das Speerwurf-Finale wird am Sonntag mit doppelter deutscher Beteiligung stattfinden. Beide DLV-Athleten meisterten die Qualifikation souverän. Als Erster war Oliver Zeno Ispan (LG Stadtwerke München) im Einsatz. Im ersten Durchgang wollte der Speer des 17-Jährigen noch nicht fliegen wie gewünscht, 59,73 Meter wurden gemessen. In Runde zwei hinterließ der Speer dann bei 66,10 Metern seinen Abdruck im Rasen, knapp unterhalb der direkten Qualifikationsmarke von 67,00 Metern. Als Vierter seiner Gruppe konnte sich der Münchner seiner Sache somit relativ sicher sein. "Das war technisch noch nicht auf dem Niveau wie gewünscht, aber das kann ich dann hoffentlich im Finale zeigen", sagte er. "Aufgeregt war ich schon, im Grunde ist die Quali ja der wichtigere Wettkampf."

Nach der zweiten Qualifikationsgruppe war das Finale mit doppelter deutscher Beteiligung perfekt: Quentin Albers (SC Potsdam) steigerte sich von 63,67 über 65,30 auf 66,47 Meter und holte sich als Sechster der Qualifikation ebenfalls souverän ein q. 
 


Zehnkampf | Tag 1

Deutsche Zehnkämpfer auf Bestleistungskurs

Nach dem ersten 100-Meter-Lauf der Zehnkämpfer ballte Vincent Armstroff (SV Halle) die Faust: In 11,42 Sekunden gewann er nicht nur das Rennen, sondern schraubte zudem seine Bestleistung um neun Hundertstel nach unten. Kurz danach legte auch Magnus Vieth (Hannover 96) einen guten Auftakt hin: Mit 11,28 Sekunden fehlten nur drei Hundertstel zum Hausrekord. Der war dafür im Weitsprung fällig! Der Hannoveraner flog auf 6,92 Meter und damit einen Zentimeter weiter als beim Qualifikationswettkampf in Bernhausen. Für Vincent Armstroff gingen gleich zweimal 6,68 Meter in die Wertung ein, ein solides Ergebnis. 

Im Kugelstoßen bewegte sich Magnus Vieth weiterhin im Bestleistungsbereich: Seine Bestmarke steht bei 14,53 Metern, auf 14,50 Meter wuchtete er die Kugel. In diesen Regionen bewegte sich auch Vincent Armstroff (14,40 m), der in Bestform schon die 15 Meter geknackt hat. Die beiden deutschen Zehnkämpfer verabschiedeten sich auf den Plätzen sechs (Vieth; 2.353 pt) und acht (Armstroff; 2.261 pt) in die Mittagspause. In Führung liegt der Franzose Andrea Jolevot (2.487 pt), der schon über 100 Meter mit 10,67 Sekunden geglänzt hatte. Es folgen Oliver Downs (Großbritannien; 2.428 pt) und Aleksander Metsmaker (Estland; 2.416 pt). 

Am Abend purzeln die Bestmarken

Im Hochsprung durften gleich beide DLV-Athleten neue Bestleistungen bejubeln: Vincent Armstroff konnte mit 1,82 Metern gleich fünf Zentimeter auf seinen Hausrekord draufpacken. Deren vier waren es bei Magnus Vieth, der über 1,76 Meter floppte. Und auch über 400 Meter setzte sich der Bestleistungsregen fort: Magnus Vieth musste sich in seinem Lauf mit 50,58 Sekunden nur dem Briten Oliver Downs (50,23 sec) geschlagen geben. Vincent Armstroff wurde im selben Rennen mit 51,19 Sekunden Vierter. Dem Tschechen Sebastián Andrejev gelang mit 48,60 Sekunden eine neue Meisterschaftsbestleistung im Rahmen eines Zehnkampfes. 

Auf Platz eins liegt weiterhin der Franzose Andrea Jovelot (3.972 pt), dem Sebastián Andrejev mit 3.931 Punkten mittlerweile dicht auf die Pelle gerückt ist. Magnus Vieth übernachtet mit 3.734 Zählern auf Rang sechs und hat damit schon 101 Punkte mehr auf dem Konto als bei seiner Bestleistung in Bernhausen. Vincent Armstroff auf Platz neun (3.666 pt) befindet sich ebenfalls mit 56 Punkten im Plus gegenüber seiner Bestleistung. 

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