| Trainerlegende verstorben

Die Leichtathletik trauert um Gerd Osenberg

Der verstorbene Trainer Gerd Osenberg zusammen mit Heike Henkel, Ulrike Nasse-Meyfarth und Heide Ecker-Rosendahl. © TSV Bayer 04 Leverkusen
Im Alter von 89 Jahren ist Gerd Osenberg verstorben. Der Leverkusener Erfolgstrainer prägte mehrere Athleten- und Trainergenrationen. Unvergessen bleiben die Olympischen Spiele 1972 in München, als die von ihm betreuten Athletinnen fünf Medaillen gewannen.
mbn/pm

Die deutsche Leichtathletik-Familie trauert um Gerd Osenberg. Der langjährige Cheftrainer des TSV Bayer 04 Leverkusen ist am Montag im Alter von 89 Jahren verstorben. Gerd Osenberg prägte nicht nur den Leverkusener Verein, sondern die gesamte deutsche Leichtathletik. Er wirkte in der olympischen Kernsportart über viele Jahrzehnte und war Mentor mehrerer Trainergenerationen. „Wir trauern um einen ganz großen Trainer. Gerd Osenberg hat Athletengenerationen geprägt, war ein Vorbild für die Jugend und seine Erfolge als Trainer suchen seinesgleichen. Die ganze deutsche Leichtathletikfamilie in Gedanken bei der Familie von Gerd Osenberg“, sagte Jochen Schweitzer, Aufsichtsratsvorsitzender des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV).

Gerd Osenberg kam 1965 nach Leverkusen und prägte dort eine Ära. Zunächst beim TuS 04 Leverkusen und später beim TSV Bayer 04 Leverkusen. Seine Athletinnen und Athleten gewannen elf olympische Medaillen, darunter vier goldene. Gerd Osenberg verstand es wie kaum ein anderer, Talente zu erkennen, Potenziale zu entwickeln und Menschen zu inspirieren. Seine Begeisterungsfähigkeit, seine Kreativität und sein psychologisches Feingefühl machten ihn zu einem Trainer, der weit über den sportlichen Erfolg hinaus Spuren hinterließ.

Fünf olympische Medaillen 1972 in München

Zu den größten Namen, die Gerd Osenberg trainierte, zählen Heide Ecker-Rosendahl, Liesel Westermann, Ellen Wessinghage, Ulrike Nasse-Meyfarth und Heike Henkel. Sie alle feierten unter seiner Anleitung internationale Erfolge und wurden zu Aushängeschildern der deutschen Leichtathletik. Allein bei den Olympischen Spielen 1972 in München betreute Osenberg sieben Athletinnen, die gemeinsam zweimal Gold, zweimal Silber und einmal Bronze gewannen: eine bis heute außergewöhnliche Leistung für einen Vereinstrainer. Auch im DLV war Gerd Osenberg als Trainer tätig.

Für seine herausragenden Verdienste wurde Gerd Osenberg unter anderem mit dem Bundesverdienstkreuz sowie dem Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen ausgezeichnet. Doch Auszeichnungen waren ihm nie das Wichtigste. Sein größter Antrieb war stets die Freude an der Entwicklung junger Menschen und die Liebe zur Leichtathletik. Auch nach seinem Ausscheiden als Cheftrainer blieb er seinem Verein und dem Sport eng verbunden und gab seine Erfahrung bis ins hohe Alter weiter.

Der Deutsche Leichtathletik-Verband und seine 19 Landesverbände sprechen der Familie und Freunden von Gerd Osenberg ihr tief empfundenes Beileid aus und wünschen ihnen Kraft in dieser schwierigen Zeit.

Foto: Heike Henkel, Ulrike Nasse-Meyfarth und Heide Ecker-Rosendahl (v.li.) mit ihrem Erfolgscoach Gerd Osenberg.

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