Mehr als 1.600 Athletinnen und Athleten aus 49 Nationen: Das Alexander Stadium von Birmingham empfängt vom 10. bis 16. August die besten Leichtathletinnen und Leichtathleten Europas. Wer sind die Favoriten? Die Hoffnungsträger? Und mit welchen Erwartungen gehen die DLV-Athleten in diese Titelkämpfe? Wir werfen einen Blick voraus. Heute: die Entscheidungen in den Sprüngen und Würfen der Männer sowie im Zehnkampf.
Hochsprung
Einschalten zum Zentimeter-Krimi!
Eins scheint garantiert: Einen klaren Hochsprung-Europameister wird es in Birmingham nicht geben. Zu dicht beisammen liegt die kontinentale Elite. Die Top 6 der aktuellen Sommersaison trennen nur drei Zentimeter. Mit 2,33 Metern hat sich Oleh Doroshchuk einen kleinen Vorsprung auf die Konkurrenz erarbeitet. Der Ukrainer meisterte mit 2,32 Metern auch die zweitbeste Höhe des Sommers. Allerdings bestritt der Welt- und Europameister unterm Hallendach erst drei Wettkämpfe in der Sommersaison.
Dahinter folgen mit 2,31 Metern die britische Hoffnung Kimai Jack sowie ein Quartett mit Saisonbestleistungen von 2,30 Metern. Zu diesem zählt auch Tobias Potye (Munich Athletics). Der Deutsche Meister meisterte im Juni in Essen diese Weltklassehöhe, musste aber die DM in Bochum-Wattenscheid nach einer Kollision mit dem Ständer und der daraus resultierenden Kopfverletzung vorzeitig beenden. Auch Roman Petruk (Ukraine), Jan Stefela (Tschechien) und Matteo Sioli (Italien) haben in den vergangenen Wochen 2,30 Meter überflogen.
Mit Falk Wendrich (LAZ Soest) ist ein zweiter deutscher Hochspringer in Birmingham am Start. Der 31-Jährige feiert bei der EM sein Debüt bei einer großen Freiluftmeisterschaft. Mit 2,23 Metern sortiert er sich im Mittelfeld der Meldeliste ein. Der Soester überflog wie Tobias Potye seine Saisonbestleistung in Essen. Geht es für ihn in der Qualifikation in ähnliche Höhen, ist ein Finalplatz nicht außer Reichweite.
Titelverteidiger: Gianmarco Tamberi (Italien; 2,37 m)
Jahresbester: Oleh Doroshchuk (Ukraine; 2,33 m)
DLV-Starter: Tobias Potye (Munich Athletics), Falk Wendrich (LAZ Soest)
Stabhochsprung
Bo Kanda Lita Baehre rechtzeitig in Top-Form
Der Großmeister des Stabhochsprungs zeigte in diesem Sommer seine menschliche Seite. Erst eine Niederlage beim Heimspiel in Stockholm, dann das vorzeitige Aus vor drei Wochen in London aufgrund von Muskelproblemen. Doch hat Armand Duplantis diese Probleme überwunden, ist er natürlich Top-Favorit auf den Titel – es wäre der vierte EM-Titel in Folge für den Weltrekordler. Bei seinem ersten EM-Triumph 2018 im Berliner Olympiastadion übertraf er mit 6,05 Metern erstmals die Sechs-Meter-Marke. 135 weitere Sechs-Meter-Sprünge sollten folgen. Eindrucksvoller kann man eine Favoritenrolle nicht definieren.
Doch die Konkurrenz schläft nicht. Zu dieser zählt nach seinem 5,90-Meter-Sprung in Madrid auch wieder Bo Kanda Lita Baehre (Düsseldorf Athletics). Der EM-Zweite von München hat sich damit in er Weltelite zurückgemeldet und reist als Nummer sechs der Meldeliste nach Birmingham. Dass sein 5,90-Meter-Sprung kein Ausrutscher war, bewies der Düsseldorfer zudem mit den 5,82 Metern zuvor in Hof. Mit glatten 6,00 Metern als Saisonbestleistung gehen Emmanouil Karalis (Griechenland) und der Norweger Sondre Guttormsen in Birmingham auf Medaillenjagd. Das französische Duo Baptiste Thiery (5,93 m) und Thibaut Collet (5,91 m) folgt nur wenige Zentimeter dahinter.
Nach seinem WM-Debüt 2023 in Budapest feiert Gillian Ladwig (Schweriner SC) nun seine EM-Premiere. Der 27-Jährige kam in diesem Sommer bisher auf 5,62 Meter. Seine Bestleistung steht seit 2022 sogar bei 5,72 Metern. Vielleicht muss man in der EM-Qualifikation genau in diesen Höhenbereich kommen, um in Birmingham eine realistische Finalchance zu haben.
Titelverteidiger: Armand Duplantis (Schweden; 6,10 m)
Jahresbester: Armand Duplantis (6,13 m)
DLV-Starter: Gillian Ladwig (Schweriner SC), Bo Kanda Lita Baehre (Düsseldorf Athletics)
Weitsprung
Geballte Weltklasse am Start
Die besten Weitspringer der Welt kommen in diesem Jahr aus Europa: Olympiasieger und Titelverteidiger Miltiadis Tentoglou (Griechenland; 8,66 m), Siebenkampf-Hallenweltrekordler Simon Ehammer (Schweiz; 8,51 m) und das bulgarische „Sprung-Wunder“ Bozhidar Saraboyukov (8,49 m), der 2026 im Hochsprung 2,28 Meter meisterte und im Dreisprung auf 16,61 Meter flog, führen die Weltjahresbestenliste und damit auch die europäische Bestenliste an. Dahinter folgen mit Weltmeister Mattia Furlani (Italien; 8,43 m) und dem Deutschen Meister Simon Batz (MTG Mannheim; 8,29 m) zwei weitere Athleten mit Weltklasseweiten.
Der Mannheimer kann auf ein breites Fundament bauen. Seine drei letzten Wettkämpfe beendete der Olympia-Sechste mit Acht-Meter-Weiten. Bei der DM in Bochum-Wattenscheid landeten alle drei gültigen Versuche jenseits der acht Meter. In dieser Form ist ein Ausreißer immer möglich. Das hat nicht zuletzt die neue Bestleistung von 8,29 Metern bei der DM gezeigt. Ins Medaillenrennen will auch Gerson Baldé eingreifen. Der Hallenweltmeister aus Portugal flog vor zwei Wochen auf windunterstützte 8,42 Meter. Seine „reguläre“ Saisonbestleistung liegt bei 8,20 Metern.
Mit Kevin Brucha (TLV Germania Überruhr; 8,04 m) und Simon Plitzko (TSG Bergedorf; 7,92 m) feiern zwei junge Weitspringer ihr Debüt auf großer internationaler Bühne. Kevin Brucha sprang im sechsten Versuch bei der DM in Bochum-Wattenscheid seine Bestleistung von 8,04 Metern und reist damit in guter Form nach Birmingham. Das gilt auch für Simon Plitzko, der bei der DM auf windunterstützte 8,00 Meter kam. Bei der starken kontinentalen Konkurrenz wird für viele Springer schon die Qualifikation das Finale.
Titelverteidiger: Miltiadis Tentoglou (Griechenland; 8,65 m)
Jahresbester: Miltiadis Tentoglou (8,66 m)
DLV-Starter: Simon Batz (MTG Mannheim), Kevin Brucha (TLV Germania Überruhr), Simon Plitzko (TSG Bergedorf)
Dreisprung
Die Titelkandidaten kommen aus Italien und Portugal
Zwei Dreispringer haben sich in dieser Saison für den Titel empfohlen: Andy Diaz Hernandez (Italien; 17,87 m) und Pedro Pichardo (Portugal; 17,71 m). Das Duo führt die Meldeliste mit einem Stück Vorsprung an. Der Portugiese stand schon 2022 in München ganz oben auf dem EM-Podest und möchte diesen Triumph sehr gern wiederholen. Allerdings steht ein kleines Fragezeichen hinter seiner Form. Denn bisher hat der Portugiese in diesem Sommer nur einen Wettkampf bestritten. Deutlich öfter hat sich Andy Diaz Hernandez gezeigt. Der Hallen-Weltmeister landete bei vier seiner fünf Wettkämpfe jenseits der 17,50-Meter-Marke.
Hinter dem favorisierten Duo wollen die beiden Italiener Andrea Dallavalle (17,42 m) und Simone Biasutti (17,32 m) ihre gute Ausgangslage in Edelmetall ummünzen. Bei seiner achten EM startet Dimitrios Tsiamis. Der 44-jährige Grieche sprang vor 20 Jahren seine Bestleistung von 17,55 Metern. Mit 16,59 Metern zählt er immer noch zur erweiterten europäischen Spitze. Nicht dabei ist Titelverteidiger Jordon Diaz (Spanien; 18,18 m). Der Olympiasieger hat seit der WM-Qualifikation 2025 keinen Wettkampf bestritten. Deutsche Dreispringer sind in Birmingham nicht am Start.
Titelverteidiger: Jordan Diaz (Spanien; 18,18 m)
Jahresbester: Andy Diaz Hernández (Italien; 17,87 m)
DLV-Starter: keine
Kugelstoß
Leonado Fabbri hat den Dreh raus
Sechs Wettkämpfe mit Weiten jenseits der 22 Meter: Hinter Titelverteidiger Leonado Fabbri liegt eine bisher extrem starke Sommersaison. Die Krönung soll in Birmingham mit der erfolgreichen Titelverteidigung folgen. Die Ausgangsposition könnte für den Italiener besser nicht sein. Mit 22,74 Metern liegt die Nummer eins der Welt fast anderthalb Meter vor seinem Landsmann Zane Weir (21,42 m), Konrad Bukowieck (Polen; 21,34 m) und dem dritten starken Italiener Nick Ponzio (21,23 m). Ebenfalls Hoffnungen auf Edelmetall macht sich die britische Hoffnung Scott Lincoln (21,16 m).
Für das junge deutsche Duo ist die 21-Meter-Marke (noch) ein wenig entfernt. Allerdings hat speziell Eric Maihöfer (VfL Sindelfingen) eine starke Saison hingelegt. Im Juni und Juli bestritt der Deutsche Meister acht Wettkämpfe und blieb nur bei einem unter der 20-Meter-Marke. Eine starke Basis, die in Stuttgart in der neuen Bestleistung von 20,63 Metern gipfelte. Damit belegt der 24-Jährige in der Meldeliste Rang neun.
Ebenfalls in Stuttgart stieß Georg Harpf (LG Stadtwerke München) mit 20,29 Metern seine Saisonbestleistung. Weitere 20-Meter-Wettkämpfe gelangen dem Deutschen Hallenmeister (in Dortmund stieß er 20,46 m) allerdings nicht. Damit wäre die EM-Qualifikation am Montagmittag genau der richtige Zeitpunkt für den nächsten 20-Meter-Stoß.
Titelverteidiger: Leonardo Fabbri (Italien; 22,45 m)
Jahresbester: Leonardo Fabbri (22,74 m)
DLV-Starter: Georg Harpf (LG Stadtwerke München), Eric Maihöfer (VfL Sindelfingen)
Diskuswurf
Deutsches Trio mit guten Aussichten
Man glaubt es kaum: Aber in der langen Geschichte von Europameisterschaften gab es noch keinen 70-Meter-Diskuswurf. Das könnte sich Birmingham ändern. Denn das weitläufige Stadion lässt weite Würfe zu. Außerdem sind Europas Diskus-Asse in diesem Jahr in bestechender Form. Gleich acht Werfer mit Bestleistungen über 70 Meter sind am Start. Die Meldeliste führt der Deutsche Meister Steven Richter (LV 90 Erzgebirge) mit 74,00 Metern an. Wie so viele Disziplinkollegen erzielte er seinen Hausrekord auf der „Segelwiese“ in Ramona. Darum ist er nicht automatisch als klarer Medaillenkandidat zu betrachten.
Anders Mykolas Alekna: Der Weltrekordhalter aus Litauen hat sich nach einer überstandenen Brustmuskelverletzung stark zurückgemeldet. Bei allen drei Starts (alle nicht in Ramona) übertraf er die 70-Meter-Marke und liegt mit 72,65 Metern auf Rang zwei der Meldeliste knapp vor Titelverteidiger Kristjan Ceh (Slowenien; 72,61 m) und Lokalmatador Lawrence Okoye (Großbritannien; 71,88 m). Auch mit Weltmeister Daniel Stahl (Schweden; 69,85 m), der in diesem Jahr nicht in Ramona warf, ist zu rechnen.
Mit vier 68-Meter-Wettkämpfen legt auch Henrik Janssen (SC Magdeburg; 68,54 m) eine starke Saison hin. Der 28-Jährige hat sich ein starkes Fundament erarbeitet, auf das er bauen kann. Auch in Stadien kommt der WM-Achte von 2023 gut zurecht. So gewann er Ende Juni in Hengelo mit 68,21 Metern. Eine Achterbahnsaison erlebt Marius Karges (Eintracht Frankfurt). In Ramona steigerte er seine Bestleistung auf 69,47 Meter. Danach blieben 65-Meter-Weiten jedoch aus. Doch dass der U23-EM-Dritte große Weiten im Arm hat, konnte er bereits beweisen.
Titelverteidiger: Kristjan Ceh (Slowenien; 68,08 m)
Jahresbester: Steven Richter (LV 90 Erzgebirge; 74,00 m)
DLV-Starter: Henrik Janssen (SC Magdeburg), Steven Richter (LV 90 Erzgebirge) Marius Karges (Eintracht Frankfurt)
Hammerwurf
DLV-Duo trifft auf geballte Weltelite
Der Hammerwurf der Männer hat in den vergangenen Jahren international eine beachtliche Entwicklung genommen. Waren 80-Meter-Würfe vor wenigen Jahren nur selten an der Tagesordnung, gehen die Top-Plätze aktuell regelmäßig mit 80-Meter-Weiten weg. Diese Entwicklung spiegelt sich auch in der EM-Meldeliste wider. Obwohl Olympiasieger Ethan Katzberg als Kanadier natürlich fehlt, haben in diesem Jahr gleich sieben EM-Starter – und ihrer Karriere bereits neun – die 80-Meter-Marke übertroffen.
Mittendrin: Vize-Weltmeister Merlin Hummel (Eintracht Frankfurt). Mit der Weltklasseweite von 81,74 Metern rangiert der Deutsche Meister „nur“ auf Rang fünf der Meldeliste. Das zeigt, wie schwierig es sein wird, in Birmingham den richtigen Dreh fürs EM-Podium zu finden. Letztmals gewann übrigens vor 20 Jahren mit Markus Esser ein deutscher Hammerwerfer eine EM-Medaille. Die Bronze-Plakette erhielt er allerdings erst mit neun Jahren Verspätung nach einer Doping-Disqualifikation.
Das Top-Feld wird angeführt von Yann Chaussinand (Frankreich; 82,44 m) und dem Ukrainer Mykhaylo Kokhan (82,38 m). Die Top sieben liegen dabei nur knapp anderthalb Meter auseinander. Zwischen Gold und geplatzten Träumen ist im EM-Finale damit vieles möglich. Nicht unterschätzen sollte man bei Europameisterschaften auch Wojciech Nowicki: Der Pole gewann die letzten drei EM-Titel, allerdings ist er mit einer Saisonbestleistung von 75,27 Metern lediglich Außenseiter.
Der zweite deutsche Starter Sören Klose (Eintracht Frankfurt) hat sich 2026 nach Verletzungspause stark zurückgemeldet. Bei den Deutschen Meisterschaften steigerte er sich auf 78,18 Meter und hat damit den Anschluss an die europäische Spitze hergestellt. Gelingt ihm in der Qualifikation ein ähnlicher Wurf, könnte dieser für den Finaleinzug gut sein.
Titelverteidiger: Wojciech Nowicki (Polen; 80,95 m)
Jahresbester: Yann Chaussinand (Frankreich; 82,44 m)
DLV-Starter: Merlin Hummel (Eintracht Frankfurt), Sören Klose (Eintracht Frankfurt)
Speerwurf
Julian Weber in der Poleposition
Erster Wettkampf der Saison und gleich die Nummer eins in Europa: Nach einigen kleineren gesundheitlichen Problemen stieg Speerwerfer Julian Weber (USC Mainz) Mitte Juli in Luzern mit starken 87,04 Metern in die Saison ein. Damit rangiert er in der europäischen Jahresbestenliste auf Rang eins. Damit ist der Deutsche Meister ein Medaillenkandidat für die EM. Wie es sich anfühlt, bei der EM ganz oben zu stehen, durfte der 31-Jährige schon vor vier Jahren in München erleben.
Doch die Konkurrenz für den Mainzer ist stark. Gleich 13 Speerwerfer mit Saisonbestleistungen von mehr als 82 Metern sind gemeldet. Dazu zählen auch Rio-Olympiasieger Thomas Röhler (LC Jena; 83,33 m) und der Deutsche Vizemeister Nick Thumm (VfB Stuttgart; 82,03 m). Der Stuttgarter bewies zuletzt aufsteigende Form. Thomas Röhler konnte sich in diesem Sommer im 80-Meter-Bereich stabilisieren. Genau diese Basis könnte in der Qualifikation in Birmingham entscheidend sein.
Erster Verfolger von Julian Weber ist der Tscheche Jakub Vadlejch. Der Titelverteidiger kam in dieser Saison bisher auf 85,24 Meter. Allerdings bestritt der 35-Jährige seit acht Wochen keine Wettkämpfe und musste Mitte Juni das Diamond-League-Meeting in Doha (Katar) vorzeitig beenden. Als Europas Nummer drei geht der Pole Marcin Krukowski (83,73 m) in den Wettkampf.
Titelverteidiger: Jakub Vadlejch (Tschechien; 88,65 m)
Jahresbester: Julian Weber (USC Mainz; 87,04 m)
DLV-Starter: Thomas Röhler (LC Jena), Nick Thumm (VfB Stuttgart), Julian Weber (USC Mainz)
Zehnkampf
Leo Neugebauer bei EM-Premiere gleich Favorit
Er ist Weltmeister und Olympia-Zweiter: Doch eine EM hat Leo Neugebauer (VfB Stuttgart) noch nicht bestritten. Das wird sich in Birmingham ändern. Und der Stuttgarter ist gleich in der Favoritenrolle. Mit 8.730 Punkten führt Deutschlands „Sportler des Jahres“ die Meldeliste deutlich an. „Das Selbstvertrauen stimmt, daher gehe ich mich sehr viel Zuversicht in die EM“, sagte Leo Neugebauer in der Woche vor der EM.
Erster Verfolger von Weltmeister ist der Europameister von 2022: Niklas Kaul (USC Mainz). Mit 8.528 Punkten rangiert er auf Platz zwei der Meldeliste. Erwischt der 28-Jährige einen soliden ersten Tag, kann er mit seinem zweiten starken Tag jederzeit ins Medaillenrennen eingreifen. Vor seiner Premiere auf großer Bühne steht Amadeus Gräber (Eintracht Frankfurt). Der 21-Jährige sammelte in Götzis 8.345 Punkte und gehört dabei zu den zahlreichen Anwärtern auf eine Top-10-Platzierung.
Nicht dabei ist Götzis-Sieger Simon Ehammer (Schweiz), der Hallen-Weltrekordler im Siebenkampf konzentriert sich auf den Weitsprung. Sven Roosen (Niederlande), Olympia-Vierter von Paris 2024, zog sich bei den nationalen Meisterschaften im Weitsprung eine Verletzung zu und verpasst die Titelkämpfe in Birmingham. Gemeldet sind Titelverteidiger Johannes Erm (Estland) und Hallen-Europameister Sander Skotheim (Norwegen). Beide haben in diesem Jahr noch keinen Zehnkampf bestritten, testeten aber zuletzt in Einzeldisziplinen. So kam Sander Skotheim bei den norwegischen Meisterschaften auf 45,85 Meter im Diskuswurf, 2,08 Meter im Hochsprung, 7,47 Meter im Weitsprung und 5,00 Meter im Stabhochsprung. Ergebnisse, die das Potenzial des Norwegers unterstreichen.
Titelverteidiger: Johannes Erm (Estland; 8.764 pt)
Jahresbester: Simon Ehammer (Schweiz; 8.778 pt)
DLV-Starter: Amadeus Gräber (Eintracht Frankfurt), Niklas Kaul (USC Mainz), Leo Neugebauer (VfB Stuttgart)