| U20-WM 2026

Eugene Tag 4 | Die DLV-Talente in den Vorrunden

© Kai Peters
Saison-Höhepunkt für die U20-Talente: Vom 5. bis 9. August finden in Eugene, Oregon (USA) die U20-Weltmeisterschaften statt. 70 deutsche Nachwuchs-Athletinnen und -Athleten stellen sich im weltberühmten Hayward Field der internationalen Konkurrenz. Wie die DLV-Talente am Samstag in den Vorrunden abgeschnitten haben und wie sie ihre Resultate einschätzen, lesen Sie hier.
Svenja Sapper

Live-Ergebnisse Livestream  Das DLV-Team

Weibliche U20

400 Meter Hürden | Halbfinale

Rebekka Feirle explodiert

Als sie auf die Zielgerade einbog, lag Rebekka Feirle (LG Östl. Bodenseekreis) noch auf Platz vier. Doch dann setzte sie zum Endspurt an. Zuerst überholte sie die Japanerin Rachel Gardner, dann Kei-Mahri Hanna aus den Bahamas, und nachdem sie das letzte Hindernis überquert hatte, schloss sie auf zur führenden Südafrikanerin Tumi Ramokgopa. Beinahe hätte die Deutsche U20-Meisterin die Erste der Meldeliste sogar noch überholt. Für beide wurden 56,80 Sekunden gestoppt, die Südafrikanerin lag schlussendlich fünf Tausendstel vorn. Rebekka Feirle schraubte ihre Bestzeit (57,43 sec) damit um mehr als sechs Zehntelsekunden nach unten. 

"So richtig kann ich es noch nicht glauben", gestand sie anschließend. "Ich wusste, dass es drin ist. Auch, dass ich die Zeit in den Beinen habe. Aber so richtig habe ich trotzdem nicht damit gerechnet, obwohl ich fest an mich geglaubt habe. Ich bin sehr, sehr stolz, dass es so funktioniert hat." Die 19-Jährige machte in ihrem Rennen noch Verbesserungspotenzial aus. "Der Rhythmus war im Vorlauf auf jeden Fall schöner. Aber ich bin einfach weitergerannt. Ich habe wie immer auf meine letzten 100 Meter vertraut. Ich weiß, dass ich da immer noch Körner habe, und im Endeffekt ist es so aufgegangen, wie ich es mir erträumt habe." Schneller war in den Halbfinals nur Mariam Kareem, die in 56,39 Sekunden Landesrekord für die Vereinigten Arabischen Emirate lief. 

Die zweite deutsche Starterin Lynn Pöppelmann fand nicht so gut in ihr Halbfinale. Schon der Start geriet mit einer Reaktionszeit von 0,348 Sekunden eher schwerfällig. Die noch 17-Jährige kämpfte sich trotzdem durch und lief in 59,27 Sekunden als Achte ins Ziel. "Das hatte ich mir anders vorgestellt." Ob sie ihren U20-WM-Einsatz dennoch genießen könne? "Auf jeden Fall!"  


4x100 Meter | Vorlauf

Start-Ziel-Sieg für DLV-Auswahl

Wohl dem, der in einem WM-Vorlauf über 4x100 Meter gleich zwei Einzel-Finalistinnen einsetzen kann. Diesen Luxus konnte das DLV-Quartett voll und ganz ausnutzen. Die Siebte über 100 Meter Emma Goretzka (LAC Berlin) brachte das Quartett auf Anhieb in Führung. Die Neunte des 100-Meter-Finals Lena Anochili (Hamburger SV) gab auf der Geraden mächtig Gas. Anschließend spielte 200-Meter-Halbfinalistin Mia Besser (SC DHfK Leipzig) ihre Kurvenstärke aus. Und die U18-Europameisterin über 100 Meter Hürden Delisha Benelisa Domingos (TuS Lichterfelde) sprintete leichtfüßig mit riesigem Vorsprung ins Ziel: In 44,09 Sekunden hatte das DLV-Team fast eine Sekunde Vorsprung auf Trinindad & Tobago und Kanada, die beide mit 45,03 Sekunden ebenfalls das Finalticket lösten. 

Kurioses ereignete sich im letzten Vorlauf: Das US-Team verpasste trotz 43,67 Sekunden den Endlauf. Australien, Jamaika und die USA schienen sich abgesetzt zu haben, als die nigerianische Schlussläuferin Renecia Edwards den Turbo zündete und sich zwei Hundertstel vor der US-Amerikanerin Naija Sizemore ins Ziel warf. Noch flinker waren Australien mit Kontinentalrekord (43,44 sec) und Jamaika (43,61 sec), die damit als klare Medaillen-Anwärterinnen ins Finale gehen. Auch die Schweizerinnen hinterließen als Siegerinnen des ersten Vorlaufs in 43,99 Sekunden einen guten Eindruck. 
 


4x400 Meter | Vorlauf

DLV-Quartett stürmt zum Laufsieg

"Das war so geil!", lautete die einhellige Meinung der vier DLV-Langsprinterinnen nach ihrem Rennen. Und in der Tat hätte es für das deutsche Quartett nicht besser laufen können: Startläuferin Ida Carlotta Schröder (Hamburger SV) sorgte direkt für einen optimalen Auftakt. Sie ging das Rennen auf der Außenbahn schnell an und wechselte etwa zeitgleich mit Slowenien und Jamaika als Erste. Nach einem starken Wechsel konnte Luna Fischer (VfL Eintracht Hannover) direkt als Führende durchstarten. 

Sie legte los wie die Feuerwehr und sortierte sich nach der Kurvenvorgabe auf Platz eins ein. Einzig die Jamaikanerin Kristen Herbert konnte folgen. Beim Wechsel auf Hannah Schwind (Post-Sportverein Trier) hatten Deutschland und Jamaika bereits einen Vorsprung auf die Verfolgerinnen herausgelaufen. Hannah Schwind setzte sich gemeinsam mit der Jamaikanerin Davine Dickenson weiter von der Konkurrenz ab. Diese übernahm die Führung, Hannah Schwind blieb ihr aber dicht auf den Fersen.

Schlussläuferin Eni Kuske (TSV Zirndorf) machte schließlich den sprichwörtlichen Sack zu: Sie ließ die Jamaikanerin Shanika Lindsay stehen und stürmte auf und davon. In 3:34,35 Minuten sicherte sich das deutsche Quartett den Sieg. Jamaika (3:35,93 min) wurde noch von der starken Schlussläuferin Sloweniens, Masa Medjimurec, abgefangen. Für das slowenische Quartett gab es in 3:35,60 Minuten einen neuen U20-Rekord. Fürs Finale qualifizierten sich alle drei Staffeln. Die Schnellsten der Vorrunde waren bereits im ersten Lauf die US-Amerikanerinnen in 3:32,66 Minuten gewesen, das deutsche Team lief die fünftbeste Zeit. 
 


Dreisprung | Qualifikation

Antonia Bronnert: Hop, Step, Finale

Mit 13,75 Metern ist Antonia Bronnert (VfL Löningen) als Nummer drei der Welt nach Eugene gereist. Nachdem sie bei den Deutschen Jugendmeisterschaften jedoch verletzt passen musste, begleitete ein wenig Unsicherheit ihren WM-Auftritt. Diese sollte sich jedoch als unbegründet herausstellen. Gleich im ersten Versuch brachte sie mit 13,21 Metern –  nicht weit weg von der Qualifikationsmarke, die bei 13,35 Metern angesetzt war – eine gute Weite in die Wertung. Im zweiten Durchgang konnte sie die geforderte Marke mit 13,43 Metern abhaken. 

"Ich bin sehr zufrieden!", bilanzierte sie. "Ehrlich gesagt hat sich der erste Versuch total schlecht angefühlt. Deswegen war ich überrascht, dass doch so eine gute Weite rauskam. Und dann hatte man ein Gefühl für die Anlage, dann wusste ich, was ich jetzt noch wo rausholen kann." Ihr zweiter Sprung führte sie schließlich auf Rang drei der Qualifikation hinter Daria Vrinceanu aus Rumänien (13,60 m) und Johanna Sundén aus Schweden, die mit 13,58 Metern Bestleistung sprang. Auf dieser Weite will die Löningerin im Finale aufbauen. "Ich habe im Jump noch einiges liegen lassen. Mein Traum fürs Finale ist eine neue Bestleistung, aber ich denke erst einmal Schritt für Schritt. Ich will auf jeden Fall sechs Versuche machen und vor allem Spaß haben." 

Für den Einzug in die Top 12 waren exakt 13 Meter gefordert. Mit dieser Weite qualifizierte sich Shi'eana Hall aus den USA. Die Weltjahresbeste Viktoria Angelova aus Bulgarien tat sich mit 13,03 Metern eher schwer. Brenda Džiliana Apsite aus Lettland, auf dem Papier Nummer zwei der Welt, schied mit 12,74 Metern aus. Damit landete sie knapp vor Lotta Edzards (SCC Berlin). Die Berlinerin, die in den USA studiert, traf ihre Sprünge nicht optimal. 12,68 Meter, 12,66 Meter, 12,66 Meter – dreimal landete die 19-Jährige, die bei der Jugend-DM mit 13,35 Metern Bestleistung gesprungen war, quasi im selben "Loch". Mehr als Platz 24 war damit leider nicht drin. 

Männliche U20

4x100 Meter | Vorlauf

Mit starker Zeit ab ins Finale! 

Im Einzel hatte sich Jakob Kemminer (LAC Quelle Fürth) nach seinem Halbfinal-Aus mächtig geärgert. Nach dem Staffel-Rennen am Samstagmittag hatte er dann wieder Grund zum Jubeln: Der Deutsche U20-Rekordler ballte triumphiertend die Faust. Zuvor hatte sich auf den letzten Metern des dritten von vier Vorläufen ein spannendes Finish abgespielt, bei dem Jakob Kemminer genau wie der Brite James Arminio den belgischen Schlussläufer Sam van Dooren noch abfangen konnte. In 39,38 Sekunden ging der Laufsieg an Großbritannien, das deutsche Quartett sicherte sich eine Hundertstelsekunde dahinter Rang zwei – wichtig, denn bei vier Vorläufen gab es nur zwei große Qs pro Lauf.

Es war die stärkste Zeit einer deutschen U20-Staffel über 4x100 Meter seit dem Jahr 2019 – und dafür war eine rundum starke Mannschaftsleistung verantwortlich. Florian Reichl (VfL Sindelfingen), der im Einzel und in der Mixed-Staffel noch nicht zum Einsatz gekommen war, legte einen starken Start hin und wechselte als Dritter auf Einzel-Starter Lennox Schmidt (SCC Berlin), der die Enttäuschung über das Vorlauf-Aus im Einzel in Stärke umwandelte und die schnellste Zeit aller Sprinter an Position zwei auf die Bahn trommelte.

Anschließend fegte der Deutsche U20-Meister Alvin Mawumba (TV Wattenscheid) durch die Kurve und schickte Jakob Kemminer auf die Schlussgerade. Hinter den überlegenen US-Amerikanern (38,87 sec) und der Schweiz mit U20-Landesrekord (39,32 sec) sowie den Briten erzielte das deutsche Quartett die viertbeste Zeit der Vorrunde. Allerdings liegen die fürs Finale qualifizierten Staffeln dicht beieinander. Auch die Belgier, so knapp geschlagen von der DLV-Auswahl, schafften es mit 39,45 Sekunden und dem einzigen kleinen q ins Finale. 


4x400 Meter | Vorlauf

DLV-Langsprinter schnappen sich das große Q

Die "Formel" war simpel: Pro Vorlauf sichern sich drei Nationen das Finalticket. Somit war die Marschroute für das deutsche Quartett klar. Als Erster war wie schon in der Mixed-Staffel Amir Bilal Chaib Cuti (TSV Marktoberdorf) im Einsatz. Er wechselte genau auf dem wichtigen dritten Platz liegend auf Einzelstarter Tjark Schult (LG Flensburg), der diese Position behaupten konnte. Vorneweg stürmte Frankreich, gefolgt von Botswana. Dahinter duellierte sich das DLV-Quartett mit Sri Lanka. Milan Stadler (Königsteiner LV) musste den dritten Platz zunächst abgeben, blieb aber in Schlagdistanz, sodass Schlussläufer Michal Fatyga (SC Neubrandenburg) noch einmal durchstarten konnte. 

Er zog am Ende deutlich am Schlussläufer von Sri Lanka, Thisen Ranvidu Omaththa vorbei und sicherte in 3:08,88 Minuten den dritten Platz ab. Für Sri Lanka wurden 3:09,68 Minuten gestoppt. Im Kampf um den Laufsieg fing Botswana (3:08,22 min) noch die sechs Hundertstel langsameren Franzosen ab. Mit Weltjahresbestleistung trumpften die Heim-Favoriten auf: Die USA gewannen den letzten Vorlauf in 3:04,55 Minuten. 


Diskuswurf | Qualifikation

Max Louis Emmrich muss drei ungültige Versuche hinnehmen

60,50 Meter waren im Diskuswurf für die direkte Final-Qualifikation gefordert. Die Bestmarke von Max Louis Emmrich (LV 90 Erzgebirge) steht bei 58,21 Metern. So war schon von vornherein klar, dass es mit dem Finaleinzug schwierig werden würde, insbesondere da in Gruppe A gleich sieben Athleten die Qualifikationsweite übertrafen. 

In Gruppe B startete der Deutsche U20-Meister mit einem ungültigen Versuch. Und leider blieb es nicht der einzige: In allen Versuchen segelte der Diskus und landete bei einer ordentlichen Weite. Doch jedes Mal hob der Kampfrichter schon die rote Fahne, bevor der Diskus überhaupt auf dem Rasen gelandet war. Max Louis Emmrich war jedes Mal auf die Ringkante getreten. So gingen für ihn leider drei "X" in die Ergebnisliste ein. Ein Schicksal, das er mit dem Neuseeländer Austin McDougall teilte. 

In Gruppe B knackten weitere sechs Athleten die Qualifikationsmarke, sodass gar nicht mehr mit kleinen qs aufgefüllt wurde – das Finale wird mit 13 Athleten steigen. Das Feld der Finalisten führte der Österreicher Stefan Gaisbauer an, der mit 63,11 Metern Bestleistung warf. 


Live-Ergebnisse Livestream  Das DLV-Team

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