| U20-WM 2026

Eugene Tag 5 | Die DLV-Talente in den Finals

© Kai Peters
Endspurt in Eugene (USA): Am Sonntag finden bei der U20-WM die letzten Finals statt, neun davon mit deutscher Beteiligung. Hier lesen Sie, wie sich die DLV-Talente über 400 Meter Hürden, 1.500 Meter und 3.000 Meter Hindernis sowie im Dreisprung, Hammerwurf und in den Staffel-Entscheidungen präsentiert haben.
Svenja Sapper

Live-Ergebnisse Livestream  Das DLV-Team

Weibliche U20

1.500 Meter

Lera Miller läuft in ihrem zweiten WM-Finale in die Top Sechs

Es gibt nicht viele Athletinnen, die von sich behaupten können, gleich zweimal in U20-WM-Finals gestanden zu haben. Lera Miller (VfL Löningen) gehört jedoch dazu. Die Deutsche U20-Meisterin bestritt das Finale gemeinsam mit ihrer Löninger Trainingskameradin Paula Terhorst. Sie hatte sich vorgenommen, in ihrem zweiten U20-WM-Finale besser abzuschneiden als im ersten. Vor zwei Jahren in Lima (Peru) war sie Elfte geworden. Die 19-Jährige entschied sich für eine mutige Renngestaltung und blieb in Schlagdistanz zur Spitze. 

Nach 800 Metern verschärften die Favoritinnen aus Kenia, Äthiopien und den USA das Tempo. Lera Miller fiel auf Platz elf zurück. Doch sie gab nicht auf und legte eine schnelle Schlussrunde hin, in der sie gleich fünf Athletinnen noch einsammeln konnte. Lediglich die Top Vier, die die Medaillen unter sich ausmachten, waren schon enteilt. In 4:23,05 Minuten lief Lera Miller auf Platz sechs und war damit zugleich beste Europäerin. Paula Terhorst ging das Finale diesmal defensiver an, konnte sich auf der Schlussrunde aber auch noch ein paar Plätze nach vorn arbeiten. Mit 4:25,45 Minuten landete sie als viertbeste Europäerin auf Rang zwölf und konnte das bei ihrer ersten Meisterschaft auf Weltebene als Erfolg verbuchen. Bei den U18- und U20-Europameisterschaften hatte sie, damals noch über 800 Meter, das Finale noch verpasst. 

Den Titel holte sich die Kenianerin Josephine Sembeyo Mancha in 4:16,73 Minuten, nur vier Hundertstel vor der US-Amerikanerin Claire Stegall. Die zweite Kenianerin Caren Chepchirchir komplettierte das Podium in 4:17,50 Minuten. 

Stimmen zum Wettbewerb: 

Lera Miller (VfL Löningen)
Es war echt nicht schnell am Anfang, das hatte ich gar nicht so erwartet. Ich dachte, es wird ein schnelles Rennen. Wenn es am Anfang langsam ist, kannst du auch keine schnelle Zeit mehr laufen. Von der Platzierung her bin ich recht zufrieden. Beste Europäerin, darüber freue ich mich schon sehr. Ich bin echt zufrieden, wie ich mich am Anfang positioniert habe: erst mal vorne mitlaufen, Rangeleien aus dem Weg gehen. Klar, als andere vorbeigezogen sind, war es schon schwierig, dranzubleiben. Aber die Mädels sind einfach mega stark. Ich habe am Ende noch mal das Bestmögliche rausgeholt. Deshalb kann ich zufrieden sein. 

Paula Terhorst (VfL Löningen)
Ich war glücklich, dass ich ins Finale gekommen bin. Deshalb hatte ich nichts zu verlieren. Ich fand das Rennen sehr, sehr unruhig. Die ersten drei Runden war da viel Geschubse. Einige sind gestürzt, ich war mehrmals kurz davor. Aber ich kann mir nichts vorwerfen. Vielleicht hätte ich die letzte Runde noch ein bisschen mehr beißen können. 
 


400 Meter Hürden

Rebekka Feirle legt noch eine Schippe drauf

Man muss es sich auf der Zunge zergehen lassen: Rebekka Feirle (LG Östl. Bodenseekreis) ist mit einer Bestzeit von 57,43 Sekunden nach Eugene angereist. Zurück nach Deutschland fliegen wird sie am Montag mit einem neuen Hausrekord von 56,39 Sekunden. Damit hat sie sich um sage und schreibe eine Sekunde verbessert. Diese neue Bestmarke führte sie in einem Finale der Rekorde auf Rang fünf. Zur U20-Weltmeisterin krönte sich die Rumänin Alexandra Stefania Uta in der Top-Zeit von 55,33 Sekunden vor Tumi Ramokgopa aus Südafrika (55,88 sec), die tags zuvor schon Silber über 100 Meter Hürden gewonnen hatte. 

Dahinter bejubelten Eleni Iakovaki (Griechenland; 55,99 sec), die amtierende U18-Europameisterin über 400 Meter flach, und Mariam Kareem (56,27 sec) aus den Vereinigten Arabischen Emiraten neue Landesrekorde. Und auch Rebekka Feirle schrieb ein Stück deutsche Leichtathletik-Geschichte: Die 19-Jährige kam bis auf drei Zehntelsekunden an den 30 Jahre alten Deutschen U20-Rekord von Ulrike Urbansky (SC Magdeburg) aus dem Jahr 1996 heran. Seither war keine deutsche U20-Athletin mehr schneller gewesen. In der ewigen deutschen U20-Bestenliste reihte sich die Deutsche U20-Meisterin, die sich nach dem Rennen sofort wieder aus der Mixed Zone verabschiedete, um sich auf das Staffel-Finale vorzubereiten, auf Platz vier ein. 
 


4x100 Meter

Trotz Krampf auf Platz fünf

Das 4x100-Meter-Finale begann mit einem zurückgeschossenen Startschuss wegen Fehlstart. Es traf ausgerechnet Nigeria, die als Drittbeste der Vorläufe zu den Medaillen-Kandidatinnen zählten. Beim zweiten Startversuch klappte dann alles. Jamaika war schnell auf und davon, dahinter mischten neben Australien und der Schweiz, die schon im Vorlauf überzeugt hatten, auch die DLV-Sprinterinnen mit. Das deutsche Quartett ging in identischer Besetzung wie im Vorlauf ins Rennen: Die Einzel-Finalistinnen Emma Goretzka (LAC Berlin) und Lena Anochili (Hamburger SV) starteten, 200-Meter-Halbfinalistin Mia Besser (SC DHfK Leipzig) stürmte durch die Kurve. 

Sie wechselten in aussichtsreicher Position auf U18-Hürdentalent Delisha Benelisa Domingos (TuS Lichterfelde): Jamaika und die Schweiz waren enteilt, dahinter kämpften Australien, Deutschland und Belgien um die weiteren Medaillen. Delisha Domingos sprintete explosiv los und verschaffte sich gegenüber der australischen Schlussläuferin Emilia Reid einen Vorteil. Dann wurde ihr Lauf jedoch unrund, ein Krampf bremste die U18-Europameisterin über die Hürden aus. So musste sie Belgien und Australien vorbeiziehen lassen. In 44,31 Sekunden wurde es Platz fünf. Jamaika gewann mit Weltjahresbestzeit von 42,89 Sekunden vor der Schweiz (43,36 sec) und den Belgierinnen, die in 43,91 Sekunden Landesrekord sprinteten. 

Nach dem Zieleinlauf eilte das medizinische Team herbei, auch Emma Goretzka lief sofort zu ihrer Teamkollegin. Delisha Domingos konnte aber bald wieder aufstehen und normal laufen. Die vier Athletinnen trösteten sich gegenseitig und ermunterten sich damit, dass sie trotz des Zwischenfalls noch auf einem starken fünften Platz gelandet waren. 
 


4x400 Meter 

DLV-Langsprinterinnen verkaufen sich als Fünfte teuer

Mit der fünftbesten Zeit hatte sich das DLV-Quartett für das Finale qualifiziert und als Fünfte verließen sie das Hayward Field – mit einer noch etwas besseren Zeit als am Vortag. Das Trainerteam hatte in der Aufstellung noch einmal Veränderungen vorgenommen: Eni Kuske (TSV Zirndorf), im Vorlauf noch Schlussläuferin, rückte auf Position eins, Ida Carlotta Schröder übernahm dafür die Rolle der dritten Läuferin und den Abschluss machte nur rund eine Stunde nach ihrem Einzel-Finale Hürdenläuferin Rebekka Feirle. Die Deutsche U20-Meisterin Luna Fischer (VfL Eintracht Hannover) war wie im Vorlauf als Zweite im Einsatz. 

Wie erwartet waren es die USA und Australien, die als Erste wechselten. Doch auch Eni Kuske startete gut und schickte Luna Fischer als Fünfte ins Rennen. Die Hannoveranerin musste Sloweniens U20-Weltmeisterin über 800 Meter Ziva Remic vorbelassen, zog dafür an der Jamaikanerin Kristen Herbert vorbei und blieb auf Position fünf. Ida Schröder klemmte sich an die Fersen der Slowenin und blieb in Position. Rebekka Feirle hatte trotz der Doppelbelastung schon wieder frische Beine und brachte den Stab in 3:34,08 Minuten ins Ziel. Die USA siegten in U20-Weltjahresbestzeit von 3:29,15 Minuten vor Australien (3:31,39 min) und Großbritannien (3:32,08 min). 

Stimme zum Wettbewerb: 

Luna Fischer (VfL Eintracht Hannover)
Platz fünf der Welt, das hört sich wirklich gut an! Wir sind alle total dankbar, dass Rebekka trotz ihres Finallaufes zur Verfügung stand. Sie hat das echt super gemacht! 


Dreisprung

Antonia Bronnert schnuppert an der Medaille

Für das Dreisprung-Finale hatte sich Antonia Bronnert (VfL Löningen) gewünscht, sechs Versuche zu absolvieren. Sprich: In die Top Sechs zu kommen. Diese Hoffnung erfüllte sich. Die 19-Jährige schnupperte sogar an einer Medaille. Dabei startete der Wettkampf mit Sprüngen auf 13,08 und 13,17 Metern nicht so gut wie in der Qualifikation. Auf einen ungültigen dritten Versuch folgten schließlich 13,34 Meter. Damit zog sie mit den beiden Spanierinnen Ana Estrelia de Leon und Naida Calonge gleich, die zu diesem Zeitpunkt die Plätze zwei und drei innehatten. 

Mit 13,40 Metern, der drittbesten Weite ihrer Karriere, schob sich Antonia Bronnert im fünften Durchgang auf Platz zwei hinter der führenden Rumänin Daria Vrinceanu (13,70 m). Doch auch die Konkurrenz hatte noch nicht alle Karten auf den Tisch gelegt. Allen voran U18-Europameisterin Viktoria Angelova. Die Bulgarin, die sich mit 13,14 Metern gerade so in den Endkampf gerettet hatte, flog auf 13,91 Meter und schnappte sich doch noch Gold. Und auch Ana Estrelia de Leon konnte noch einmal kontern. Mit 13,58 Metern sicherte sie sich Bronze, für Antonia Bronnert blieb Platz vier. Ein starkes Resultat insbesondere im Anbetracht dessen, dass sie bei den Deutschen Meisterschaften noch eine Verletzung ausgebremst hatte und sich in der kurzen Zeit wieder in Topform gebracht hat. 
 


Hammerwurf

Gold und Bronze! Clara Hegemann und Nova Kienast räumen ab

Gleich zwei deutsche Hammerwerferinnen stehen bei der U20-WM in Eugene auf dem Podium. Am Sonntag krönte sich Clara Hegemann zur U20-Weltmeisterin. Teamkollegin Nova Kienast steigerte ihre Saisonbestleistung um drei Meter und gewann Bronze. Beide haben schon in den vergangenen Jahren für deutsche Erfolge im Hammerwurf gesorgt. Zum Bericht...

Männliche U20

3.000 Meter Hindernis

Levin Saveur in den Top Ten der Welt

Der Einzug ins WM-Finale war für Levin Saveur (LG Stadtwerke München) schon ein Erfolg gewesen. Im Endlauf zeigte er auf Anhieb, dass er sich nicht verstecken würde, und blieb dran an der Spitzengruppe. Der Spanier Bakr El Asri, als Schnellster gemeldet, bestimmte das Tempo. Den ersten Kilometer legten die Athleten, darunter auch Levin Saveur, in 2:58 Minuten zurück. Dann verschärften die Kenianer Emmanuel Lemiso Someki und Nicholas Kitum Losiwareng das Tempo. Bakr El Asri und sein Landsmann Marti Torregrossa konnten folgen. Levin Saveur hatte etwas Mühe. 

Eingangs des letzten Kilometers lag er an Position elf und biss sich an dieser Position fest. Zwischenzeitlich war er Neunter, schlussendlich lief der Münchner In 8:50,91 Minuten als Zehnter über die Ziellinie. Damit war er zufrieden. Bakr El Asri triumphierte mit U20-Europarekord von 8:28,35 Minuten, Silber und Bronze gingen nach Kenia: Emmanuel Lemiso Someki landete in 8:32,81 Minuten vor Nicholas Kitum Losiwareng, der in 8:38,05 Minuten Bronze holte. 

Stimme zum Wettbewerb: 

Levin Saveur (LG Stadtwerke München)
Für meine erste Weltmeisterschaft kann ich echt zufrieden sein. Ich war als Neunter gemeldet und jetzt bin ich im Finale Zehnter geworden. Das ist eigentlich genau das, was man sich vorgestellt hat. Ich wäre gern eine bessere Zeit gelaufen. Das war aber nicht drin. Top Ten der Welt hört sich gut an, darüber kann ich mich nicht beschweren. Ich war besser als letztes Jahr bei der Europameisterschaft. 


4x100 Meter

DLV-Sprinter in neuer Besetzung auf Platz sieben

Auf ihren eingeplanten Schlussläufer mussten die DLV-Sprinter über 4x100 Meter leider verzichten: Jakob Kemminer (LAC Quelle Fürth) hatte sich im Vorlauf an einer Kante im Innenraum den Fuß gestoßen und musste leider passen. So rückte Ben Tröster (TSV Bayer 04 Leverkusen) in die Rolle des Schlussläufers, die anderen drei Positionen waren wie am Vortag durch Florian Reichl (VfL Sindelfingen), Lennox Schmidt (SCC Berlin) und Alvin Mawumba (TV Wattenscheid 01) besetzt. 

Und auch ohne den Deutschen U20-Rekordler legte das Quartett ein schnelles Rennen hin: In 39,79 Sekunden belegten sie zunächst Rang acht, nach der Disqualifikation der Schweiz wurde das Resultat zu Platz sieben korrigiert. Nachdem Zeiten unter 40 Sekunden in den beiden Vorjahren kein Selbstläufer waren, stellten die Sprinter damit ihr gestiegenes Niveau unter Beweis. 

Die USA sorgten indes mit einem Weltrekord für Furore: In 38,16 Sekunden war das Quartett um Doppel-Sieger Tate Taylor schneller als je eine U20-Staffel davor. Großbritannien musste für Silber U20-Europarekord (38,90 sec) laufen. Und Jamaika holte in 39,01 Sekunden Bronze. 

Stimmen zum Wettbewerb: 

Alvin Mawumba (TV Wattenscheid 01)
Das Ergebnis ist okay. Vielleicht hätten wir ein bisschen mehr rausholen können. 

Ben Tröster (TSV Bayer 04 Leverkusen)
Ich freue mich, dass ich bei einer Weltmeisterschaft laufen durfte. Für das Team war es aber natürlich eine Schwächung, dass Jakob nicht laufen konnte, das muss man ganz klar sagen. Dass die Schweizer disqualifiziert wurden, tut mir leid, die kenne ich ganz gut. 
 


4x400 Meter

DLV-Quartett landet auf Platz neun

Im Vorlauf hatte das DLV-Team als Dritter das Finalticket gelöst. Da war aber schon ersichtlich gewesen, dass an einigen Staffeln im Finale kein Vorbeikommen sein wird. Und so kam es auch. Frankreich, die USA und Australien stürmten vorneweg. Amir Bilal Chaib Cuti wechselte als Achter. Tjark Schult (LG Flensburg) lieferte sich mit Emmanuel Uriga aus Simbabwe einen Kampf um die Plätze acht und neun. Diese Ausgangslage bedeutete zugleich, dass das DLV-Team ganz außen wechseln musste, sodass die Läufer einige Extrameter gehen mussten. Milan Stadler (Königsteiner LV) und Michal Fatyga (SC Neubrandenburg) blieben dran an Simbabwe, konnten aber nicht vorbeiziehen. In 3:12,63 Minuten verpassten sie knapp die Top Acht. 

Einen Heimsieg zum Abschluss feierten in 3:01,39 Minuten die USA. Silber holte sich mit Afrikarekord (3:02,76 min) das Quartett aus Südafrika, über Bronze durfte mit nationalem Rekord von 3:04,80 Minuten Frankreich jubeln. 
 

Live-Ergebnisse Livestream  Das DLV-Team

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