Mit einem Befreiungsschlag im fünften Durchgang auf 81,30 Meter hat sich Merlin Hummel am Dienstag bei der EM in Birmingham wie schon bei der EM im Vorjahr Silber gesichert. Eine Klasse für sich war der neue Europameister Bence Halasz. Einen starken sechsten Platz belegte Sören Klose.
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Anders als bei der WM im Vorjahr, als der Wettkampf von Anfang an wie am Schnürrchen lief und mit Silber endete, hat Merlin Hummel (Eintracht Frankfurt) am Dienstagabend bei der EM in Birmingham (Großbritannien) starke Nerven gebraucht, um sich wieder einen Platz auf dem Podium zu sichern. Solide 79,08 Meter zum Auftakt bedeuteten zwischenzeitlich nur Rang fünf und bis zum fünften Durchgang konnte sich der Vize-Weltmeister nicht steigern. Schon in der Qualifikation am gestrigen Montag hatte sich der DLV-Athlet schwer getan.
Dann fand der 24-Jährige aber noch die für einen Wurf über 80,00 Meter nötige Mischung aus Angriff und Kontrolle. Das 7,26-Kilo-Gerät schlug bei 81,30 Metern ein. Damit war die nächste Silbermedaille perfekt. Nicht zu schlagen war an diesem Abend der Ungar Bence Halasz, der schon sieben internationale Medaillen aber noch nie einen großen Titel geholt hat. Das änderte sich dank einer starken Serie, die der 29-Jährige mit dem Landesrekord von 84,25 Metern krönte. Bronze mit 79,49 Metern sicherte sich Mykhaylo Kokhan (Ukraine).
Der abschließende Versuch des zweiten DLV-Athleten im Hammerwurf-Finale war zwar ungültig. Aber als Sören Klose (Eintracht Frankfurt) danach als Sechstplatzierter aus dem Ring ging, löste sich die Anspannung, der 24-Jährige strahlte. Mit 78,13 Metern war er in seiner Comeback-Saison bis auf fünf Zentimeter an seine Bestleistung von den Deutschen Meisterschaften herangekommen, nachdem im Vorjahr verletzungsbedingt keine Wettkämpfe möglich waren.
Stimmen zum Wettbewerb:
Merlin Hummel (Eintracht Frankfurt):
"Es war wie bei der WM. Ich war fokussiert. Ich hatte die ganze Zeit den Gedanken im Kopf: Du schaffst das. Nach der Quali gestern habe ich mich zurückgekämpft. Ich habe mit allen in meinem Team gesprochen, Trainerin, Physio, Freundin. Dafür bin ich sehr dankbar. Die Erwartungen von mir selbst und der Öffentlichkeit waren groß und ich habe mich zurückgekämpft. Ich bin sehr dankbar, wie schnell ich an diesem Punkt angekommen bin, an dem ich jetzt stehe. Vor drei Jahren habe ich noch gedacht: Weltspitze, das ist vielleicht in fünf Jahren möglich."
Sören Klose (Eintracht Frankfurt):
"Ich bin ein ganz bisschen hin und hergerissen. Hätte ich meinen fünften Versuch ein bisschen besser durchgezogen, wäre eine neue PB möglich gewesen werden. Aber mit 78 Metern habe ich eine Weite geliefert, die ich vorher nur bei den Deutschen Meisterschaften gezeigt habe. Ich habe für mich mein Bestes rausgeholt und bin EM-Sechster geworden. Ich weiß, was ich drauf habe. Es bei so einem großen umzusetzen, ist nicht einfach. Es ist der sechste Platz rausgekommen. Da ich mich den 80 Metern annähere, werde ich noch den ein oder anderen Wettkampf bestreiten. Ich möchte in den Club der 80er rein und ich bin auf dem richtigen Weg dorthin."