| EM 2026

Owen Ansah sprintet auf den Bronze-Rang

Owen Ansah mit Bronzemedaille und Deutschlandfahne © Stefan Mayer
Nerven wie Drahtseile: Owen Ansah hat am Dienstag bei den Europameisterschaften in Birmingham Bronze über 100 Meter gewonnen. Es war die erste deutsche EM-Medaille über dir kürzeste EM-Strecke seit 40 Jahren. Eine Verletzung vereitelte den Hattrick von Titelverteidiger Lamont Marcell Jacobs.
Redaktion

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Der Deutsche Rekordhalter ist der EM-Bronzemedaillengewinner von Birmingham (Großbritannien): Owen Ansah (Hamburger SV) hat sich am Dienstag nach einem schwachen Start noch bis auf den dritten Platz des EM-Finales über 100 Meter nach vorn gekämpft. In einem engen Finish ließ er in 10,19 Sekunden knapp den Niederländer Elvis Afrifa (10,22 sec) hinter sich. Es ist das erste Mal seit 1986, dass ein deutscher Athlet in dieser prestigeträchtigen Disziplin auf das EM-Podium sprinten konnte. Damals holte Steffen Bringmann in Stuttgart für die DDR Silber.

An der Spitze jubelte ein britisches Duo über einen Doppelsieg: Romell Glave (10,09 sec) machte aus seiner EM-Bronzemedaille aus 2024 dieses Mal Gold. Mit seinen ersten Zeiten unter der Zehn-Sekunden-Marke hatte der 26-Jährige in dieser Saison seine starke Form bereits unter Beweis gestellt. Für den ehemaligen Hallen-Weltmeister und amtierenden Hallen-Europameister über 60 Meter Jeremiah Azu gab es in 10,16 Sekunden Silber. 

Einer war zu diesem Zeitpunkt schon nicht mehr im Rennen: der zweimalige Europameister und Titelverteidiger Lamont Marcell Jacobs (Italien). Bereits vor dem Startschuss konnte man beobachten, dass der Olympiasieger von 2021 mit Schmerzen im rechten Bein zu kämpfen hatte. Die extra Dehn-Einheiten in den Katakomben trugen ihn nur bis zur Hälfte des Rennens, dann musste er verletzt aufgeben. Eine Szene, die den Italienern auch angesichts der Staffel-Ambitionen Sorgen bereiten dürfte.

Stimme zum Wettbewerb:

Owen Ansah (Hamburger SV):
"Ich bin mega happy! Ich bin mit dem Ziel hierher gekommen, das 100-Meter-Finale mit einer Medaille zu verlassen. Ich habe die Bronzemedaille gewonnen, darüber bin ich sehr glücklich. Ich bin vorn nicht so gut weggekommen, wie ich das im Verlauf des Jahres schon gezeigt habe. Ich habe aber auf meine Stärke gesetzt. Im Augenwinkel habe ich den Holländer noch gesehen und versucht, noch mal ein bisschen Gas zu geben. Es ist ein Meisterschaftsrennen, da geht es primär um die Medaillen, die Zeit war gar nicht so wichtig. Jetzt ist der Fokus auf die 200 Meter gerichtet. Ich wollte mit einer Medaille gehen, aber ich traue mir auch noch eine zweite Medaille zu. Ich habe ein super Team hinter mir, das stärkt mir den Rücken und verleiht mir Flügel. Das war auch ein Stück weit für sie."
 

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