Saisonhöhepunkt der europäischen Leichtathletik: Vom 10. bis 16. August geht es bei der EM um Medaillen, Titel und Bestleistungen. 114 deutsche Athletinnen und Athleten stellen sich im Alexander Stadium von Birmingham der europäischen Konkurrenz. Wie das DLV-Team in den Vorrunden am Mittwoch abgeschnitten hat und es seine Resultate einschätzt, lesen Sie hier.
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Frauen
200 Meter | Vorläufe
Talea Prepens steht wieder im EM-Halbfinale
Wie vor zwei Jahren in Rom (Italien) hat sich Sprinterin Talea Prepens (TV Cloppenburg) souverän für das EM-Halbfinale qualifiziert. Zwar kam die 24-Jährige in ihrem Vorlauf eher zögerlich aus den Blöcken, doch auf der Zielgeraden machte sie Druck und stürmte an der Konkurrenz vorbei. In 23,16 Sekunden gewann sie den Lauf.
Damit sprintete sie die fünftbeste Zeit der ersten Runde und sicherte sich souverän eines der zwölf kleinen qs. Schnellste der Vorrunde war mit 22,84 Sekunden die Ungarin Boglarka Takacs, Siegerin des ersten Vorlaufs. In diesem Bereich (22,83 sec) liegt auch Talea Prepens' Bestzeit aus Rom. Im Halbfinale am Abend greifen die Top 12 der "Road to Birmingham", darunter die Deutsche Meisterin Judith Mokobe (USC Mainz) und WM-Halbfinalistin Sophia Junk (LG Rhein-Wied), ins Geschehen ein."
Stimme zum Wettbewerb
Talea Prepens (TV Cloppenburg):
"Es war ein solider Lauf. Ich hoffe, im Halbfinale geht noch ein bisschen mehr. Die Kurve verträgt noch ein bisschen mehr Druck. Das war schon die ganze Saison ein bisschen Thema. Ich hatte jetzt in letzter Zeit ein bisschen muskuläre Probleme, die wir zum Glück noch halbwegs in den Griff bekommen haben. Viellleicht war am Start auch der Kopf noch nicht ganz so sicher, wie er hätte sein sollen. Trotzdem bin ich erst mal zufrieden. Die Atmosphäre im Stadion ist super. Das Feeling in einem offenen Stadion wie diesem hier ist immer ein bisschen anders als in geschlossenen.
200 Meter | Halbfinals
Start: 20:20 Uhr
DLV-Teilnehmerinnen: Sophia Junk, Judith Mokobe, Talea Prepens
Diskuswurf | Qualifikation
Shanice Craft hellwach, auch Kristin Pudenz im Finale
Ein Wurf reichte Shanice Craft (SV Halle), um sich für das EM-Finale im Diskuswurf zu qualifizieren. Die 33-Jährige beförderte ihre Scheibe auf 63,46 Meter und übertraf die geforderte Weite von 62,50 Metern deutlich. Das gelang in Gruppe A sonst nur der Jahresbesten Jorinde van Klinken (Niederlande; 62,74 m), die ebenfalls nur einmal in den Ring stieg.
Zur Zitterpartie wurde die Qualifikation für Kristin Pudenz (OSC Potsdam). Die EM-Zweite von München erwischte die Scheibe im ersten Versuch nicht optimal. Der Diskus flatterte auf 54,56 Meter. So war klar: Im zweiten Durchgang muss eine Steigerung her. Mit 60,48 Metern reihte sich die Deutsche Vizemeisterin auf Rang sechs ihrer Gruppe ein. Der dritte Wurf ging ins Netz. So musste die 33-Jährige bis zum Ende der zweiten Gruppe ausharren.
Auch in der zweiten Gruppe knackten zwei Athletinnen die direkte Qualifikationsmarke: Vanessa Kamga aus Schweden, die mit 64,65 Metern die Tagesbestweite warf, und Alida van Daalen (Niederlande), die es etwas spannender machte, ihre Scheibe aber im dritten Durchgang auf 62,58 Meter beförderte. Alle weiteren Athletinnen blieben unterhalb der 60 Meter, sodass Kristin Pudenz schließlich mit der achtbesten Weite des Tages ins Finale einzog. Für die dritte deutsche Diskuswerferin war dagegen Endstation: Marike Steinacker (TSV Bayer 04 Leverkusen) unterliefen zwei ungültige Versuche, ehe ihre Scheibe im dritten Durchgang auf 54,05 Meter flatterte.
Stimmen zum Wettbewerb
Shanice Craft (SV Halle):
„Als ich ins Stadion reingelaufen bin, war die Stimmung richtig super, weil die Zehnkampf-Fans alle angefeuert haben. Das hat Spaß gemacht und gepusht, da konnte ich die positive Energie richtig aufsaugen. Das Stadion ist schön. Und ja, die Qualifikation ist so gelaufen, wie der Plan war. Jetzt kann ich mich den Rest des Tages entspannen und auf Freitag fokussieren. Der Wind interessiert mich nicht so wirklich, weil für mich wichtiger ist, was ich im Ring mache. Es war ein solider Wurf, aber ich brauche noch ein bisschen mehr Mut, um am Freitag noch weiter zu werfen. Das Finale ist der Moment, auf den ich das ganze Jahr hingearbeitet habe. Da geht es darum, den Moment zu genießen, die Lorbeeren zu ernten und einfach Spaß zu haben – und im Idealfall mit der Medaille nach Hause zu fahren.“
Kristin Pudenz (OSC Potsdam):
„Ich war zu vorsichtig, weil ich den ersten auf keinen Fall ungültig machen wollte. Das war er dann aber im Grunde – denn ob der 54 Meter weit geht oder ungültig ist, ist geschenkt. Diese Vorsicht habe ich dann nicht so richtig loswerden können. Links war ich ein bisschen zu langsam. Der Ring ist ein bisschen stumpf, aber alle werfen im selben Ring, das ist jetzt keine Ausrede. Ich habe schon gehofft, dass ich mich im dritten Versuch noch ein bisschen nach vorn schieben kann. Ich denke, 61 hätte dicke gereicht – und das ist nichts, was ich dieses Jahr noch nicht geworfen habe oder nicht werfen könnte. Ich hatte gehofft, dass ich mich für die schwierige Saison belohnen kann. Jetzt muss ich erst mal zittern.“
Marike Steinacker (TSV Bayer 04 Leverkusen):
„Mein erster hat sich eigentlich technisch gar nicht so schlecht angefühlt, ich war einfach zu lang dran. Dann ist er im Netz gelandet. Beim zweiten wollte ich einfach zu viel. Und dann hast du eben nur noch einen Versuch. Dementsprechend muss dann alles zusammenpassen und das hat es heute nicht. Da war definitiv auch der Druck zu hoch. Ich bin körperlich fit, habe in keinem Moment irgendwo meine Wade gespürt, die ist auf jeden Fall fest und intakt. Ob man hier performt oder nicht, liegt in erster Linie daran, ob du mental fit bist oder eben nicht. Eigentlich hätte ich im Vorfeld gesagt, ich habe das drauf und ich kann das auch von der Mentalität her.“
Männer
800 Meter | Halbfinals
Start: 12:00 Uhr
DLV-Teilnehmer: Alexander Stepanov
110 Meter Hürden | Halbfinals
Start: 19:55 Uhr
DLV-Teilnehmer: Gregory Minoué
400 Meter Hürden | Halbfinals
Start: 19:45 Uhr
DLV-Teilnehmer: Emil Agyekum, Owe Fischer-Breiholz