| Mehrkampf-DM 2026

Hannover am Sonntag | U18: Julia Malcharek siegt. Elias Henne fängt Jakob Sand ab

Elias Henne läuft im Trikot des TSV Gräfelfing © Iris Hensel
Eines hatten die Deutsche U18-Meisterin im Siebenkampf und der U18-Meister im Zehnkampf gemeinsam: Beiden ebnete ein erstklassiges Speerwurf-Resultat am Sonntag den Weg zum Sieg. In der weiblichen U18 katapultierte sich Julia Malcharek nach Platz sieben zur "Halbzeit" noch auf den Goldrang. In der männlichen U18 durfte sich Elias Henne über den ersten 7.000er und den Titel freuen.
Svenja Sapper / Martin Neumann

Mehrkampf-DM 2026

Zwar war der Rückstand auf die Medaillenplätze nicht groß. Doch nach Tag eins des U18-Siebenkampfs hatte Julia Malcharek (SV Halle) lediglich auf Platz sieben gelegen. Diese Situation sollte sich am Schlusstag der Mehrkampf-DM in Hannover allerdings ändern. Nach ordentlichen 5,41 Metern im Weitsprung spielte die Hallenserin ihre Speerwurf-Stärke in der sechsten Disziplin aus. Mit 48,35 Metern erzielte Julia Malcharek klar die beste Weite und übernahm die Führung. Denn für die bis dato Führende Elisabteh Nawroth (TSV Gomaringen) gingen lediglich 32,17 Metern in die Wertung ein.

So holte Julia Malcharek im Speerwurf 310 Zähler auf und ging mit 4.601 Zählern und einem Vorsprung von 58 Punkten in die abschließenden 800 Metern. Auch die bis dato drittplatzierte Giséle Grosser (SV Halle) lag mit 4.512 Punkten noch in Reichweite zum obersten Podestplatz. Den griff sie auch an und nahm mit 2:33,38 Minuten ein paar Meter ab. Doch zum Sieg sollte es nicht mehr ganz reichen. Mit 5.163 Punkten gewann sie Silber.

Julia Malcharek hat über 800 Meter alles unter Kontrolle

Zur Deutschen U18-Meisterin krönte sich nach ihrem bravourösen Speerwurf Julia Malcharek. Der 16-Jährigen genügten 2:34,50 Minuten, um sich die Goldmedaille mit 5.239 Punkten zu sichern. Bronze ging an Elisabeth Nawroth (5.146 pt). Auf Rang vier rückte Weitsprung-Spezialistin Teresie Hess (SG Schorndorf) mit 2:30,13 Minuten über 800 Meter noch dicht an die DM-Dritte heran. Am Ende fehlten ihr aber 16 Zähler zum Bronze.

„Der ganze Wettkampf war ein Auf und Ab. Ich habe einfach versucht, nach jeder Disziplin einen Haken dranzumachen. Egal ob es gut oder schlecht war. Am meisten freue ich mich natürlich über die Kugelstoß-Bestleistung am ersten Tag und das Speerwurf-Ergebnis am zweiten Tag. Denn der Speerwurf war nicht einfach in den vergangenen Wochen“, sagte die Deutsche U18-Meisterin Julia Malcharek. Der Doppelsieg bescherte den Hallenserinnen auch Gold in der Teamwertung. 

Elias Henne übernimmt im Speerwurf die Führung

Schon am ersten Zehnkampf-Tag hatten Jakob Sand (TSV 1860 Ansbach) und Elias Henne (TSV Gräfelfing) die ersten beiden Plätze unter sich ausgemacht – mit dem besseren Ende für den Ansbacher, der mit einem Vorsprung von 97 Punkten auf Rang eins übernachtete. Am Sonntag machte Jakob Sand, der noch dem jüngeren U18-Jahrgang angehört, zunächst genau so weiter, wie er am Tag zuvor aufgehört hatte: In 14,33 Sekunden dominierte er die 110 Meter Hürden, auch im Diskuswurf (42,62 m) und Stabhochsprung (4,30 m) konnte er Elias Henne auf Distanz halten. 

Der Münchner ließ seinen Kontrahenten jedoch mit Marken von 41,66 Metern im Diskuswurf und einer neuen Bestleistung von 4,20 Metern im Stabhochsprung nicht zu weit davonziehen. Und in der neunten Disziplin hatte der knapp 17-Jährige noch ein Ass im Ärmel: Bei der U18-DM in Bochum-Wattenscheid hatte er im Juli mit 63,12 Metern Platz fünf im Speerwurf belegt. Auch in Hannover zeigte Elias Henne, was er draufhat: Mit 63,67 Metern sammelte er in dieser Disziplin 341 Punkte mehr als Jakob Sand, der 40,65 Meter warf. So ging der Gräfelfinger als Führender in die letzte Disziplin. 

Sprachlos über Punktzahl und Titel

Mit 4:43,88 Minuten konnte Jakob Sand auf den 1.500 Metern noch einmal punkten. Es reichte aber nicht, um den Spieß noch einmal umzudrehen. 4:51,89 Minuten genügten Elias Henne, um mit 7.132 Punkten den Sieg klarzumachen. Es war sein erster 7.000er, auf sein Resultat vom Junioren Mehrkampf-Meeting in Filderstadt Mitte Juni packte er 245 Zähler drauf. Auch Jakob Sand fehlte nicht viel zur Bestleistung: Mit 7.106 Punkten blieb er nur 20 Zähler hinter seinem Hausrekord zurück. Ebenfalls mit einem 7.000er gewann Patrick Hüsken (LG Brillux Münster; 7.047 pt), der in 4:39,95 Minuten zu den schnellsten 1.500-Meter-Läufern im Feld zählte, Bronze. 

"Es ist unbeschreiblich", freute sich Elias Henne. "Letztes Jahr war ich in der deutschen Bestenliste noch ganz weit hinten. Dieses Jahr habe ich mich von Mehrkampf zu Mehrkampf gesteigert und davon geträumt, die 7.000 Punkte zu schaffen. Dass ich jetzt hier die Goldmedaille gewinne, hätte ich nie gedacht. Ich bin einfach sprachlos." In der Mannschaftswertung errang der 16-Jährige mit dem TSV Gräfelfing den zweiten Titel. 

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